Sonntag, 25. Januar 2009

TODSICHER


Vor einigen Jahren wurden einige Mitbrüder und ich in den Münchner Zirkus „Krone“ eingeladen. Was mich damals besonders beeindruckt hat, war die Trapeznummer: Das flogen hoch unter der Zirkuskuppel russische Akrobaten - mit rasanter Geschwindigkeit - über unsere Köpfe hinweg und machten dabei noch allerlei Saltos. – Und weil die ganze Sache nicht ganz ungefährlich ist, gibt es aus gutem Grund bei uns die Vorschrift, dass solche Hochtrapeznummern nicht ohne Netz aufgeführt werden dürfen. Den berühmten „Salto Mortale“ gibt es – Gott sei Dank – nicht mehr. Das Netz über der Manege verhütet im Notfall das Schlimmste. Das Netz ist eine Lebensversicherung.

Liebe Brüder und Schwestern,
sie ließen ihre Netze zurück, die Jünger im heutigen Evangelium. So haben wir gerade gehört: „Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.“

Das ist gefährlich und unvernünftig! – Das ist genauso unvernünftig, als würde ein Trapezkünstler ohne Netz auftreten. Denn genau genommen ist das Fischernetz auch nichts anderes als eine Sicherung, eine Lebensversicherung. Ohne Netz hat ein Fischer kein Einkommen, ist seine finanzielle Absicherung dahin. Und ohne gesichertes Einkommen ist die Zukunft, das ganze Leben unsicher geworden. Das war damals nicht anders als heute. Menschen, die diese Absicherung oder ihren Beruf schon einmal verloren haben, kennen diese Problematik.

Aber die Jünger lassen nicht nur ihre Netze, ihren Beruf zurück. Jakobus und Johannes lassen auch noch ihren Vater sitzen, - im Boot. - Gott sei Dank nicht ganz allein, denn der Vater scheint sich ja schließlich Tagelöhner leisten zu können.

Neben dem Beruf war die Familie der einzige Halt, der dem Leben Sicherheit gab, die einzige Sozialversicherung, die es in biblischer Zeit überhaupt gab.

Liebe Brüder und Schwestern,
wenn wir ehrlich sind: Wir alle suchen irgendwie nach Sicherheit, der Mensch scheint so veranlagt zu sein. Die Versicherungen verdienen sich heute ein Vermögen mit dem Sicherheitsdenken der Leute: Sicherheit gibt Ruhe! - Und auch wir Mönche machen da keine Ausnahme: Auch im Kloster scheint man ziemlich „sicher“ zu sein, da ist die Zukunft absehbar.

Und genau hier liegt eben die große Gefahr:

„Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher.
Aber dafür sind Schiffe nicht gebaut.“ (William Shed)

Dieses Sprichwort, das ich neulich gelesen habe, passt ziemlich genau zum heutigen Evangelium. Wie die Schiffe ist auch der Mensch nicht dazu geschaffen, sicher im Hafen zu liegen. Der Mensch muss das Leben erkunden, das Leben wagen. - Sonst wird es stickig. - Übertriebene Sicherheit kann auch den Tod bringen, - „todsicher“ sagen wir. Übertriebene Sicherheit kann das Leben abtöten. Vor lauter Sicherheit kann nichts mehr wachsen und sich entwickeln. Wenn alles Risiko ausgeschaltet wird, kann nichts mehr Neues entstehen. – Jesus macht uns immer wieder darauf aufmerksam.

Und noch etwas anderes sagt mir das heutige Evangelium zum Thema Nachfolge und Berufung: Es ist eigentlich überhaupt nicht wichtig was ich will, sondern was Jesus, was Gott von mir möchte.

Ohne diese Einsicht wird keine Berufung lange durchhalten: „Es ist nicht wichtig was ich will, sondern was Gott will.“

Nur wer das, wie die Jünger erkannt hat, wird den Ruf Gottes hören und den Weg Jesu mitgehen. Da werden auch überhaupt keine Fragen gestellt: Warum denn gerade ich?... Momentan bin ich gerade sehr beschäftigt... Oder: Ich habe ja eigentlich andere Pläne?... - Nein, der Ruf Gottes allein genügt. – Und wer ihn hört, der sollte den Mut haben, aus dem Boot auszusteigen.

Liebe Brüder und Schwestern,
vielleicht ist es nach dem Blick auf das Evangelium interessant, jetzt einmal ganz aktuell und konkret zu werden. Wie sieht es momentan hier in Deutschland aus mit den „Berufungen“? Vor wenigen Wochen berichtete die Katholische Nachrichten Agentur folgendes: „Die Zahl der Priesterweihen in Deutschland ist 2008 erstmals unter 100 gesunken. Wie die Leiter der Priesterseminare in München bekannt gaben, wurden 95 Priester für die 27 Bistümer geweiht. Dies sei „alarmierend“, sagte der Münchener Regens Franz Joseph Baur. Seit Beginn der Statistik gab es noch nie so wenig Priesterweihen...“

Also keine 100 Neupriester für 27 Bistümer, der Priestermangel in den Bistümern wird immer spürbarer. Wir in Ottilien leben da ja vergleichsweise noch auf einer „Insel der Seligen“.

Was können wir tun? - Ich habe mich selbst einmal gefragt, warum ich eigentlich Priester geworden bin und es hat mich auch immer interessiert, warum andere Priester geworden sind. Und Bischöfe und die Statistiker hat das auch interessiert, und man hat einfach einmal nachgefragt. - Und wissen Sie was ganz oben auf der Liste stand? –

Das „Priestervorbild“. – 78% aller Priester hatten ein „Priestervorbild“. – Und auch ich bin da auch keine Ausnahme. Ohne einer „Priesterpersönlichkeit“ mit Format in meiner Heimatgemeinde begegnet zu sein, wäre ich wahrscheinlich einen anderen Weg gegangen. Und wahrscheinlich haben auch die meisten meiner Mitbrüder irgendein geistliches Vorbild.

Berufungen brauchen „Vorbilder“, die einem zeigen, „wie“ es geht und „das“ es geht: Dass so ein „geistliches Leben“ ein ganz erfülltes Leben sein kann, auch ohne eigene Familie.

Deshalb ist es auch für den geistlichen Nachwuchs unbedingt erforderlich, ein „Vorbild“ vor Augen zu haben. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass Priester in den Gemeinden präsent und ansprechbar sind. Ein deutscher Bischof hat einmal gesagt: „Wer Laien sät, wird keine Priester ernten.“ – Das hört sich zwar ziemlich provokant an, aber bei genauerer Betrachtung stimmt es wahrscheinlich: Auch Priester brauchen Vorbilder, genauso wie Mütter und Väter auch gute Vorbilder brauchen, - und es für ihre eigenen Kinder auch sein müssen.

Übrigens habe ich mein Priestervorbild vor vielen Jahren einmal gefragt, wie er seine Berufung und seine Arbeit verstehe und er hat mir mit einem biblischen Gleichnis geantwortet. Er sei ja nur ein Sämann, der immer wieder nur den Samen auf die Erde werfe. Und das genüge ihm auch vollkommen. – Und was aus dem Samen werde, dass wisse er überhaupt nicht. Die Ernte werde dann hoffentlich einmal ein anderer einholen, denn der „Herr der Ernte“ sei nicht er. –

Ja, das sei ein ganz schön unsicherer Job auf dem Acker des Herrn: Wer Jesus nachfolgen möchte, für den gibt es keine Sicherheiten. - Aber wie schon gesagt:

„Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher. -
Aber dafür sind Schiffe nicht gebaut.“ Amen.


Predigt, 3. Sonntag im Jahreskreis (B) am 25. I. 2009
(Choralamt um 9.15 Uhr, Abteikirche St. Ottilien)
Evangelium: Mk 1, 14-20

Freitag, 23. Januar 2009

Auch der Papst ist auf YouTube

Seit heute gibt es bei YouTube einen eigenen Vatican-Kanal
Vatikan (kath.net/RV/div)

Papst Benedikt XVI. zeigt sich ab sofort regelmäßig auf YouTube. Seit diesem Freitag ist der Vatikan mit einem eigenen Kanal auf YouTube vertreten. Der offizielle Vatikan-Kanal wird unter www.youtube.com/vaticande täglich Nachrichtenbeiträge über die Aktivitäten des Papstes und das Geschehen im Vatikan zeigen, unterlegt mit Audio-Inhalten und Texten in Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch.

Dazu Benedikt XVI.: „Die neuen Technologien bieten eine Chance für eine Kultur des Respekts, des Dialogs und der Freundschaft. Zugleich wünsche ich der jüngst gestarteten Video-Initiative des Vatikans viel Erfolg. Die Verbreitung von Video-Clips – in Kooperation mit Google über YouTube – ist ein guter Beitrag, um Nachrichten über den Vatikan breiter und schneller über das World Wide Web zugänglich zu machen.“

Sein Debüt feierte der Kanal auf einer Pressekonferenz in der Sala Stampa des Heiligen Stuhls in Rom. „Auch der Papst ist auf You Tube. Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages“, erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi.

„Viele Menschen in der ganzen Welt wollen das, was der Papst denkt, besser studieren, wollen wissen, was die katholische Kirche zu den großen Problemen unserer Welt zu sagen hat. Mit dem neuen Kanal auf You Tube wird das ab heute einfacher sein... Wir stehen am Beginn eines Weges im weltweiten Netz, der uns weit bringen wird. Der Papst, die katholische Kirche, das Vatikanische Fernsehzentrum und Radio Vatikan begleiten mit Hilfe dieser neuen Kommunikationsmittel die Menschheit von heute - und das mit großer Sympathie und Anteilnahme.“


Sonntag, 18. Januar 2009

Eine interessante Gebetserhörung

"Auf einer Pilgerreise durch's Heilige Land habe ich mit das Zimmer mit einem jungen Mann geteilt, der des nachts, wenn er auf dem Rücken lag, so laut schnarchte, dass ich daran aufwachte und nicht wieder einschlafen konnte; lag er auf der Seite, war kein Schnarchen zu vernehmen. In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober lag ich demnach wach im Bett, weil der Zimmerkollege auf dem Rücken lag. Also bat ich die "koreanischen Märtyrer", sie sollten doch dafür sorgen, dass er sich auf die Seite legen möge. Und tatsächlich, kaum hatte ichdie Bitte ausgesprochen, drehte sich der Kollege um, war still und ich konnte wieder einschlafen. Diese Situation wiederholte sich in dieser Nacht dann noch einmal auf die gleiche Weise."

(Herr S. Sch. aus A. vom 1. November 2007)

Naja, wahrscheinlich sind alle Heiligen und Seligen (und diejenigen, die es werden wollen) einmal klein, mit "kleinen" Gebetserhörungen angefangen? - Auf jeden Fall: Interessant!

Mittwoch, 14. Januar 2009

CONVERSI AD DOMINUM


BUCHTIPP

Am Fest der Taufe des Herrn hat Papst Benedikt XVI. 13 Kinder getauft. Wie im vergangenen Jahr zelebrierte der Papst „ad Dominum“ am alten Hochaltar der sixtinischen Kapelle. Der im vergangenen Jahr zum liturgischen Berater des Papstes berufene Oratorianer Uwe Michael Lang hat über diese Gebetsrichtung "ad Dominum" bereits 2004 ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, dass ich besonders empfehlen möchte. Interessanterweise schrieb der damalige Kardinal Ratzinger das Geleitwort zu diesem Buch.


UWE MICHAEL LANG

Conversi ad dominum
Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung
Johannes Verlag, Einsiedeln 2004
ISBN 3894113847, Kartoniert, 158 Seiten



Aus dem Geleitwort von Papst Benedikt XVI.

Das hier vorliegende kleine Buch des in England lebenden Oratorianers Uwe M. Lang untersucht die Frage nach der Gebetsrichtung der Liturgie historisch, theologisch und pastoral. Es nimmt damit in einem - wie mir scheint - günstigen Augenblick eine Debatte wieder auf, die dem äußeren Anschein zuwider auch nach dem Konzil nie verstummt war. Der Innsbrucker Liturgiker Josef Andreas Jungmann, einer der Architekten der Liturgie-Konstitution des II. Vaticanum, hatte sich von Anfang an entschieden gegen das polemische Schlagwort gewandt, der Priester habe bisher „mit dem Rücken zum Volk" zelebriert. Jungmann hatte demgegenüber herausgestellt, daß es sich nicht um eine Abwendung vom Volk, sondern um Gleichrichtung mit dem Volk handelte: Der Wortgottesdienst ist als Verkündigung ein dialogisches Geschehen, zu dem Anrede und Antwort ge­hören; so muß ihm die gegenseitige Zuwendung von Verkünder und Hörer zu eigen sein. Das eucharistische Hochgebet hingegen ist Gebet, in dem der Priester zwar als Vor-Beter fungiert, aber doch gemeinsam mit dem Volk und wie dieses zum Herrn hin gerichtet ist. Deswegen - so argumentierte Jungmann - ist hier die Gleichrichtung von Priester und Volk die dem Ge­schehen von innen her angemessene Haltung. Später haben Louis Bouyer - auch er einer der führenden Liturgiker des II. Vaticanum - und Klaus Gam­ber, jeder auf seine eigene Art, die Frage wieder aufgegriffen. Solche Stim­men konnten sich - trotz der Autorität der Personen - zunächst kaum hör­bar machen, so stark war die Strömung, die ganz das Kommunitäre der liturgischen Feier in den Vordergrund stellte und daher die gegenseitige Zu­wendung der Feiernden als unentbehrlich ansah.

Erst in jüngster Zeit hat sich das Klima aufgelockert, so daß der Verdacht antikonziliarer Gesinnung nicht mehr sofort zuschlägt, wenn Fragen in der Richtung von Jungmann, Bouyer und Gamber gestellt werden. Die weiter­gehende historische Forschung hat den Disput objektiviert, und unter den Gläubigen hat sich das Gefühl für die Problematik einer Lösung verstärkt, in der die Öffnung der Liturgie nach vorn und nach oben kaum in Erscheinung tritt. In dieser Situation kann das wohltuend objektive und ganz un­polemische Buch von Uwe M. Lang eine wertvolle Hilfe werden. Ohne den Anspruch, große neue Einsichten zu bringen, stellt es sorgsam die Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte heraus und bietet so die für ein sachliches Urteil nötigen Einsichten. Zu begrüßen ist, daß es die in Deutschland wenig bekannten Überlieferungen der Kirche von England zu dieser Frage wie auch den einschlägigen Disput in der Oxford-Bewegung des 19. Jahrhunderts darstellt, in deren Zusammenhang die Konversion von John Henry Newman gereift ist. Auf dieser Basis werden die theologischen Antworten entwickelt, die sich aus der inneren Richtung des historischen Befunds ergeben. Ich hoffe, daß dieses Buch eines jungen Gelehrten eine Hilfe werden kann für das in jeder Generation nötige Ringen um das rechte Verstehen und um das würdige Feiern der heutigen Liturgie. Ich wünsche dem Werk daher viele und aufmerksame Leser.

Dienstag, 6. Januar 2009

"O wie wenig achtest Du der Erden Pracht ...".

Foto: Hl. Familie in der Abteikirche von St. Ottilien

"Großer Herr und starker König,
Liebster Heiland, o wie wenig
achtest Du der Erden Pracht!
Der die ganze Welt erhält,
ihre Pracht und Zier erschaffen,
muß in harten Krippen schlafen."


Genau heute vor 5 Jahren, als am 6. Januar 2004, habe ich in St. Ottilien die Priesterweihe
empfangen
(>> hier die Bilderserie davon von P. Martin Trieb OSB). Mein guter katholischer, australischer Sängerfreund Martin Cooke aus Mainly (Sydney), der seit vielen Jahren an der Bayerischen Staatsoper in München singt, hat mir damals ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Er sang zur Kommunion (begleitet von Orgel und Trompete) meine Lieblingsarie aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium: "Großer Herr und starker König ...". - Das hatte ich mir gewünscht.

Ein wirklich "einmaliges" Geschenk, über das ich mich unheimlich gefreut habe. - Wie gut, dass es mittlerweile die technische Möglichkeit gibt, uns heute nochmals diese wunderbare Arie in aller Ruhe anzuhören und genauer zu betrachten:

(Bach, Arie: "Großer Herr und starker König". - Martin Cooke, Bariton; Liveaufnahme)
Ganz zufällig feiert Martin (auf dem Foto links, er trägt ein Kostüm. - Ich übrigens nicht!) am 6. Januar seinen Geburtstag: "Happy Birthday, Marty!" - Das Foto entstand vor 3 Jahren in der Kantine der Bay. Staatsoper während einer Pause von Rossinis "La Cenerentola".
P.S.: Zum Thema "... muss in harten Krippen schlafen..." habe ich mir schon in meiner Kindheit und dann auch vor einigen Jahren in einer Weihnachtspredigt einige Gedanken gemacht. Diese können Sie hier finden:

Donnerstag, 1. Januar 2009

Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist


Die Fledermaus - Ouverture
Carlos Kleiber und die Wiener Philharmoniker
Neujahrskonzert 1989




Carlos Kleiber war einfach genial! Niemand konnte ein Orchester so zum Tanzen bringen wie er. Mit seinem Dirigierstil - und mit seinen schier endlos langen Armen - zog er den Zuschauer nicht nur akustisch, sondern auch optisch in den Bann: In einen Rausch, der Orchester und Publikum immer von neuem dionysisch einte, so daß man das principium individuationis vergaß. (Wer an diesem Rausch noch intensiver teilhaben möchte, der sollte sich übrigens unbedingt >> Kleibers mitreißend feurige Fledermaus-Aufnahme auf CD zulegen.)  

Und überhaupt enthält "Die Fledermaus" viele augenzwinkernde Lebensweisheiten, aus denen man sehr viel lernen kann:



Die Zeile in Alfreds Trinklied "Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist!", mag man als leichtfertig-ironisches Bekenntnis zum halbherzigen Kompromiß goutieren oder verachten: Tatsache ist, daß die hinter diesem Wortlaut verborgene Sentenz auf einen Aphorismus Senecas zurückgeht: "Heilmittel wider Ungerechtigkeiten ist das Vergessen."

Und hier der Text zum Mitsingen:

ALFRED
Trinke, Liebchen, trinke schnell, trinken macht die Augen hell.
Sind die schönen Auglein klar, siehst du alles licht und wahr.
Siehst, wie heisse Lieb' ein Traum, der uns äffet sehr,
siehst, wie ew'ge Treue Schaum, so was gibt's nicht mehr!
Flieht auch manche Illusion, die dir einst dein Herz erfreut,
gibt der Wein dir Tröstung schon durch Vergessenheit!
Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.
Kling, kling, sing, sing, sing,
trink mit mir, sing mit mir,
Lalala, lalala etc.

ROSALINDE
Ach, was tut man hier?

BEIDE
Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.

ROSALINDE
(für sich) 
Er geht nicht von hinnen, schläft hier wohl noch ein;
was soll ich beginnen?

ALFRED
Stoss an!

ROSALINDE
Nein, nein!

ALFRED
Ach!
Trinke, Liebchen, trinke schnell, trinken macht die Augen hell!
Mach doch nur kein bös' Gesicht sei hübsch lustig, grolle nicht!
Brachst du einmal auch die Treu', das sei dir verziehn;
schwöre wieder mir aufs neu', und ich glaub' dir kühn!
Glücklich macht uns Illusion. Ist auch kurz die ganze Freud'; 
sei getrost, ich glaub' dir schon und bin glücklich heut ...

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen:
PROSIT NEUJAHR!