„Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven, und ebenso an ihre Jünger und Apostel; – ich glaube an den Heiligen Geist und die Wahrheit der einen, unteilbaren Kunst; – ich glaube, dass diese Kunst von Gott ausgeht und in den Herzen aller erleuchteten Menschen lebt; – ich glaube, dass der, der einmal in den erhabenen Freuden dieser hohen Kunst gebadet hat, ihr für immer geweiht ist und sie niemals verleugnen kann; – ich glaube, dass durch die Kunst alle Menschen gerettet werden.“
Richard Wagner
(Dieses Zitat stammt aus seiner Novelle "Eine Pilgerfahrt zu Beethoven" aus dem Jahr 1840)
Können Glaube und Spiritualität zu mehr Lebenszufriedenheit beitragen – sogar bei notorischen Zweiflerinnen wie Ronja von Rönne? Eva Jung ist Geschäftsführerin einer Werbeagentur und gläubige Christin. Sie findet in der Religion Halt und Orientierung. Wie hat sie ihren Weg zum Glauben gefunden?
Eigentlich kann Ronja von Rönne mit Religion wenig anfangen. Gläubige Menschen haben sie aber oft beeindruckt – mit ihrer Gelassenheit und ihrem Gottesvertrauen. Sie fühlen sich aufgehoben in der Welt, in der sie sich verloren fühlt. Steckt Glaube auch in Ronja, der notorischen Zweiflerin? Kann er ihr vielleicht sogar helfen, glücklicher zu werden?
In Hamburg besucht sie Eva Jung: Geschäftsführerin einer Werbeagentur und gläubige Christin. Sie hat eine christliche Internetplattform aufgebaut und eine Bibel gestaltet. In der Religion findet sie Halt und Orientierung – etwas, worauf auch in dunklen Momenten Verlass ist. Wie hat sie ihren Weg zum Glauben gefunden?
Paul Düren ist ehemaliger Maschinenbauer und Zen-Buddhist. Er hat sein Glück nicht in religiösen Lehren gefunden, sondern in täglicher Meditationspraxis und spiritueller Erfahrung – in Techniken, die jedem zugänglich sind und ein klares Ziel haben: die Befreiung von unnötigem Leid und tiefe Zufriedenheit.
Was Glaube und Spiritualität in uns bewirken können und wie sie mit Wohlbefinden zusammenhängen, mit dem Gefühl von Zugehörigkeit, Kohärenz und Sinn, erklären die Psychologin Judith Mangelsdorf, der Mediziner Christian Keßler, der Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi und die Autorin Minna Salami. Der Philosoph Jörg Phil Friedrich begründet aus atheistischer Sicht, weshalb es auch in der Gegenwart keineswegs rückschrittlich ist, an einen Gott zu glauben.
"Famous Orchestras" bietet faszinierende Einblicke in die Entwicklung und Besonderheiten von Orchestern mit Weltrang. Die Berliner Philharmoniker stehen dabei als ein Orchester im Mittelpunkt, das nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine wegweisende Nutzung der Medien zu einem globalen Phänomen wurde – von der ersten Schallplatte bis zur eigenen Digital Concert Hall.
Die Dokumentation ist Teil der vierteiligen Reihe "Famous Orchestras" und nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine bildgewaltige Reise durch fast 150 Jahre Orchestergeschichte – von der frühen Schallplattenproduktion mit der Deutschen Grammophon über die dunklen Jahre im Nationalsozialismus bis zur digitalen Konzertübertragung in die ganze Welt.
Was macht die Berliner Philharmoniker so einzigartig? Ist es ihre lange mediale Tradition, ihre außergewöhnlichen Dirigenten und Solisten – oder die politisch wie künstlerisch kontroverse Geschichte, die das Orchester schließlich zum Symbol europäischer Einheit werden ließ?
Die Dokumentation sucht Antworten und findet sie in der untrennbaren Verbindung von Musik, Macht und Medium.
Das Berlin des Jahres 1882 ist eine Stadt der leichten Unterhaltung – über 200 Orchester buhlen in Cafés und öffentlichen Gärten um die Gunst des Bürgertums. Die Arbeitsbedingungen der Musiker sind prekär. Als 50 Mitglieder der Kapelle von Benjamin Bilse den Entschluss fassen, fortan in eigener Regie zu arbeiten, ist das ein Novum. Mit Unterstützung des Konzertagenten Hermann Wolff entwickeln sie eine eigene Abonnementreihe – und legen damit den Grundstein für eines der bedeutendsten Orchester der Welt.
Eindrucksvolles Zeugnis dieser langen Geschichte ist bis heute ein Kontrabass mit opulent geschnitztem Löwenkopf, der sich seit der Gründung im Besitz des Orchesters befindet und noch immer gespielt wird.
Zu den einflussreichsten Chefdirigenten in der Geschichte des Orchesters zählt ohne Zweifel Wilhelm Furtwängler, der von 1922 bis 1934 den Taktstock übernimmt und mit organischen, fließenden Gesten eine neue Art des Dirigierens entwickelt, die das Orchester zu einem eigenen musikalischen Bewusstsein führt.
Mit dem reichen Vater öffentlich brechen, die Kleider eines Bettlers anziehen, in absoluter Besitzlosigkeit leben: Franz von Assisi zog in seinem Glauben an Jesus alle Register. Bis heute fasziniert er, weil er seinem Herzen kompromisslos folgte. Das radikale Leben dieses "Hofnarren Gottes" eckt an und reißt in seinen Extremen mit: bittere Armut trifft auf überschwänglich-naive Fröhlichkeit, harte Ablehnung auf bedingungslose Anhängerschaft. Der Weg des Heiligen war eine wahren Berufung.
Der Theologe und Kunsthistoriker Markus Hofer nutzt die erhaltenen Quellenschriften und begegnet Franz von Assisi ohne verklärende Zuschreibungen.
"Franziskus ist ein menschliches Gesamtkunstwerk, in dem Liebe und Entbehrung, Poesie und Radikalität, Vollendung und Versagen zusammentreffen."
Das Gebet kann wirklich eine Mühsal sein. Manchmal geht es leicht, als lebendige Sprache vom Herzen; aufs Ganze des Lebens und die Vielheit der Menschen gesehen, bleibt das aber eine Ausnahme. Meistens muß es gewollt und geübt werden; und die Mühe dieser Übung kommt zu einem guten Teil daher, daß die Wirklichkeit Gottes nicht empfunden wird. Dem Betenden ist dann zumute, als ob er im Leeren stehe, und alles andere scheint dringlicher, weil es fühlbar da ist. So kommt es darauf an, auszuharren. Wer sagt, das Gebet gebe ihm nichts, oder sein Inneres dränge ihn nicht dazu, oder es werde unecht und so lasse er es lieber, verläßt den Dienst und verliert, worum es da geht. Denn in der Leere der Stunde auszuhalten hat einen besonderen Sinn, der durch kein noch so lebendiges Gebet zu anderer Zeit ersetzt werden kann. Es bedeutet nämlich, mit dem Glauben im strengsten Sinne Ernst zu machen; das Gebet ganz aus der Treue gegen Gottes Wort zu vollbringen und ins Dunkle zu sprechen, auf Den hin, der hört, auch wenn man von Ihm nichts weiß.
Es gibt verschiedene Formen der Leere. Einmal jene, die einfach ein Fehlen bedeutet, die Tatsache, daß nichts da ist — dann aber auch jene, welche eine besondere Art des Da-Seins bildet. Die beiden Formen sind nicht leicht zu unterscheiden. Zuweilen ist es, als ob Gott wirklich nicht da wäre und man vernünftigerweise nicht nur mit dem Gebet, sondern auch mit dem Glauben Schluß machen müßte; in Wahrheit handelt es sich aber um eine Prüfung des Glaubens, denn »Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll«, wie der Lobgesang des »Sanctus« sagt. Ja dem Glaubenden ist verheißen, daß Gott für ihn nicht nur so da sei, wie für Stein und Baum, sondern in besonderer Weise, nämlich »bei ihm«, deshalb, weil Er ihn liebt. Die Erde ist aber der Ort der Verhülltheit; und einer der dichtesten Schleier, der sich vor Gott legen kann, ist, daß man nichts von seiner Nähe weiß. In dieser Leere kann sich aber auch etwas Eigentümliches anzeigen: etwas Bedeutungsvolles, das aber durch nichts ausgedrückt werden kann; ein Sinn mitten im anscheinenden Nichts, der sich wider alle Unmöglichkeit behauptet. Öfter, als man denkt, ist es so, und man sollte besser darauf achten. Dieser Hauch, dieser »unauffaßbar feine Sinnpunkt« bildet die fernste Selbstbezeugung Gottes. Scheinbar ein Nichts, und doch fähig, den Glauben zu tragen, so daß er ausharren kann.
Tut er so, dann wird die Leere einmal ausgefüllt. Gott ist ja nicht nur Gedanke oder Phantasie, oder Gefühl sondern Wirklichkeit. Und Er lebt nicht in selig, gleichgültiger Enthobenheit über uns dahin, sondern liebt uns. Und Er ist der Herr, der Freie und Mächtige. So gibt es für Ihn keine Schranke, nicht einmal die unserer Herzenskälte, und Er wird sich dem, der in Treue ausharrt, bezeugen. Wäre Gott nur ein Gedanke oder ein Gefühl, dann lieber die Dinge in ihrer Farbigkeit, die Menschen in ihrer Lebendigkeit, die Erde in ihrer Süße und Schwere! Er ist aber der Lebendige Gott, der gesagt hat: »Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür aufmacht, zu dem will ich eingehen.« (vgl. Offb 3,20) Über die Mühsal des Gebetesvon Romano Guardini (1885 - 1968): aus dem Buch »Vorschule des Betens«.
(Textquelle: Die Feier des Stundengebetes,
Monastisches Lektionar II, 2; EOS-Verlag, St. Ottilien)
“Es mag wohl sein, daß moderner Kultur das Knien fremd ist - insofern sie nämlich eine Kultur ist, die sich vom Glauben entfernt hat und den nicht mehr kennt, vor dem zu knien die rechte, ja von innen her nötige Gebärde ist. Wer glauben lernt, lernt auch knien, und ein Glaube oder eine Liturgie, die das Knien nicht mehr kennt, wäre an zentraler Stelle krank. Wo es verlorengegangen ist, müssen wir das Knien wieder erlernen, damit wir betend in der Gemeinschaft der Apostel und Martyrer, in der Gemeinschaft des ganzen Kosmos, in der Einheit mit Jesus Christus selbst verbleiben.”
Weltweit begegnen einander die Kulturen und Religionen. Der Austausch zwischen ihnen wird immer selbstverständlicher, ihre Rolle für den Frieden immer deutlicher. Dürfen Christen da noch sagen: "Allein Jesus Christus ist der Grund für die Erlösung der Menschen"? Muss das Christentum seinen Wahrheitsanspruch aufgeben, um modern und tolerant sein zu können? Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. zeigt: Ein wertschätzendes Miteinander der Religionen, Glaube und Dialog, Freiheit und Toleranz hängen gleichermaßen an der entscheidenden Frage: "Was ist eigentlich wahr?" Er zeigt weiterhin in gewohnt intellektueller Brillanz, warum Begegnung und Dialog unausweichlich mit der Frage nach der Wahrheit konfrontieren. Ein Appell zum reflektierten Miteinander der Religionen, ohne das eigene Selbstverständnis aufzugeben.
Von den Ursprüngen des Universums über die Entstehung der Erde und des Lebens bis hin zur besonderen Rolle des Menschen – dieser Vortrag verbindet moderne Wissenschaft mit tiefem Glauben und zeigt, wie Hoffnung und Verantwortung unsere Welt gestalten.
Entdecke, wie Physik, Evolution und Schöpfungsgeschichte miteinander verwoben sind und warum jeder von uns ein „Augenzwinkern“ im großen Universum ist.
Die zweiteilige Dokumentation schaut auf die aktuellen Festspiele und fragt bei Wagner-Urenkelin und Intendantin Katharina Wagner, Staatsministerin Claudia Roth und Georg von Waldenfels, Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Fördervereins der Bayreuther Festspiele, nach der Zukunft.
"Game of Thrones" bei den Bayreuther Festspielen! Im ersten Teil der "Wagnerdämmerung" geht es um die aktuellen Konflikte zwischen Kunst und Geld auf dem Grünen Hügel. Der zweite Teil geht der Frage nach: Warum ist Katharina Wagner als Intendantin so umstritten? Und wie kann es das bedeutendste deutsche Opernfestival in die Zukunft schaffen?
In jedem Jahr nehme ich mir am Karfreitag die Zeit, mir Bachs Johannes-Passion anzuhören. Wahrscheinlich gibt es kaum ein Stück Musik, das ergreifender ist. Neulich fand ich auf YouTube eine ganz fantastische Kombination: Bachs genialer Eingangschor "Herr, unser Herrscher..." wird hier kombiniert mit der "Passion Christi" von Mel Gibson. Die Musik Bachs gibt der Darstellung der grausamen und blutigen Kreuzigung eine ungemein spirituelle und geistliche Tiefe, die durch den Film allein nicht vermittelt werden kann. -
Und umgekehrt: Die Musik Bachs ist fast zu rein, sauber, verklärt und geistig. Sie wird durch die realistische Darstellung der hässlichen, brutalen und blutigen Realität des Kreuzes wieder "geerdet". - Selten habe ich eine so ideale und sich gegenseitig befruchtende "Neu-Kombination" (von Musik und Film) gesehen, die mich so ergriffen und berührt hat.
Wenn Sie vielleicht heute nicht die Zeit haben, Bachs tiefsinnige Johannes-Passion in voller Länge zu hören, dann haben Sie
HIER UND JETZT die Gelegenheit, sich auf dieses "Experiment" einzulassen: Eine 10-Minuten-Andacht am Karfreitag im WWW,
die Sie mit Sicherheit beeindrucken und bereichern wird!
Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist! Zeig uns durch deine Passion, dass du, der wahre Gottessohn, zu aller Zeit, auch in der größten Niedrigkeit, verherrlicht worden bist!
Hans Knappertsbusch dominierte nach der Wiedereröffnung des Festspielhauses in Bayreuth das Dirigentenpult des Parsifal. Es ist schwer, unter den vielen Parsifal-Aufführungen, die Hans Knappertsbusch zwischen den Jahren 1951 und 1964 in Bayreuth dirigierte, einen Favoriten zu finden. Ich habe alle gehört und möchte nun meine persönliche Lieblingsaufnahme vorstellen: Es ist für mich die Aufnahme aus dem Jahr 1954.
Die Aufführung ist erstklassig und zeugt von Knappertsbuschs Detailgenauigkeit in jedem Takt sowie seinem profunden Verständnis für Wagners ausgedehnte dramatische Passagen. Zwar wirkt das Tempo im Vergleich zu späteren Fassungen etwas langsamer, doch die strahlende Schönheit der Partitur kommt wunderbar zur Geltung. Knappertsbuschs berühmt langsame Tempi wirken nie statisch. Vielmehr lässt er die Musik in weiten Bögen atmen und schafft so eine fast rituelle Atmosphäre. Der hochkarätige Chor der Bayreuther Festspiele, einstudiert von Wilhelm Pitz, ist ein weiterer Höhepunkt dieser Produktion. Pitz galt dabei als Garant für absolute Präzision und Klanggewalt, die den "neuen Bayreuther Klang" in den 1950er Jahren prägten.
Windgassen klingt etwas baritonaler, als man es von seinen bisherigen Siegfried-Interpretationen erwarten würde, beherrscht die Partie aber vollkommen und verleiht seiner Darstellung wahre Dramatik. Mödl ist eine starke und zugleich feminine Kundry – der hysterische Schmerz ihres „lachte“-Schreis im zweiten Akt ist herzzerreißend. Hans Hotters Amfortas ist spektakulär, wunderschön gesungen und mit Überzeugung gespielt. Im Vergleich zu seinen sonst so kraftvollen Bass-Darbietungen als Hagen und Hunding ist Greindl ein warmherziger und einfühlsamer Gurnemanz, der in der Karfreitag-Szene sehr lyrisch wirkt. Er bietet eine der besten Gurnemanz-Interpretationen auf Tonträger, mit einem dunklen, voluminösen Bass und einer Interpretation voller Weisheit und Autorität. Seine Interpretation ist schlichtweg großartig. Neidlinger vermittelt wie immer eindrücklich Klingsors Boshaftigkeit und Selbstverachtung. Wie alle beteiligten, ist auch er in Höchstform.
Die Aufnahmequalität ist hervorragend: Die Mikrofonierung war äußerst glücklich und hat sowohl Sänger als auch Orchester in vorzüglichem Mono-Klang des Jahres 1954 eingefangen, und das CD-Mastering ist exzellent. Selbst wenn Sie bereits andere Parsifal-Aufnahmen besitzen, lohnt es sich, diese Veröffentlichung unbedingt zu entdecken.
In der 2026er Valhalla Edition ehrt W.Ø. Larsen das Erbe der Wikinger und die Weisheit des Göttervaters Odin.
Diese seltene Komposition verbindet nordische Stärke mit dänischer Handwerkskunst – eine Hommage an Mut, Tiefe und Genuss.
Reife Virginia-Tabake treffen auf Louisiana Perique, Black Cavendish und Dark Fired Perique.
Nach alter dänischer Tradition werden die Tabake gepresst, ruhen gelassen und anschließend wieder aufgelockert, wodurch eine harmonische Melange entsteht, in der sich Süße, Würze und Fülle zu einem vielschichtigen Gesamterlebnis verweben.
Die Mischung wird zum Flake gepresst, um einen Kern aus Black Cavendish gewickelt, in Dark Fired Perique gehüllt und zu Medaillons geschnitten. Diese werden anschließend aufgerieben – so entfaltet sich der Geschmack Schicht für Schicht, wie die Weisheit Odins selbst.
Im Rauch präsentiert sich Odin’s Blend würzig, erdig und zugleich fein aromatisch, getragen von natürlicher Süße und tiefer Komplexität.
Eine mittelstarke Mischung, die sich sowohl erfahrenen Pfeifenliebhabern als auch Sammlern offenbart.
Regisseur Yuval Sharon lässt sich einiges einfallen für seine Inszenierung von "Tristan und Isolde" an der Metropolitan Opera – allerdings macht nicht alles davon unbedingt Sinn (wer, wie, was, warum wird Isolde noch Mutter vor ihrem Ableben?), und das geschäftige Bühnentreiben wirkt manches Mal ablenkend. Gesungen, immerhin, wird sehr schön, zumal von Michael Spyres als Top-Tristan und Lise Davidsen, die (nach Barcelona) auch in New York mit souveräner Stimme und strahlenden Höhen (nicht ganz so starken Tiefen) eine herausragende Isolde gibt. Eher fragwürdig die Besetzung von König Marke, der mit einem Bass, statt des Bassbaritons Ryan Speedo Green, besser bedient gewesen wäre. Unten im Orchestergraben hält Nézet-Séguin mit dem Met Orchestra ein gesundes Tempo. Es gibt zwar einige Passagen mit fragwürdiger Dynamik, aber das waren höchstens ein paar Minuten in vier Stunden ansonsten exzellenter Musik. Als Simon Rattle 2016 Tristan und Isolde an der Met dirigierte, führte er jedoch eine erhebliche Kürzung im Liebesduett des zweiten Akts ein, die Nézet-Séguin jetzt wieder übernahm: Ein purer, unverzeihlicher Vandalismus für jeden echten Wagnerianer!
Die Stimme, der zum Zeitpunkt der Aufnahme 55-jährigen Freni, präsentiert sich in exzellenter, wenn nicht gar atemberaubender Form. Das Spinto- und dramatische Repertoire, das sie in den letzten Jahren ihrer Karriere übernommen hat, hat ihrem Klang nicht geschadet, abgesehen von einigen Momenten der Unsicherheit in hohen Fortissimo-Passagen, etwa in der Arie „Ritorna vincitor“, die ihr etwas zu schwer ist. Ansonsten zeichnet sie individuelle und berührende Porträts jeder Figur mit einer Farbigkeit und Detailgenauigkeit, die heutzutage immer seltener werden. Am besten gelingen ihr die Arien aus „Ballo“, „Don Carlo“ und „Manon Lescaut“. „Mi chiamano Mimi“ klingt kaum anders als vor dreißig Jahren. Besonders beeindruckend ist ihre Atemkontrolle, die angesichts der weiten, ausladenden Tempi von Sinopoli, auch dringend nötig ist. Typisch für die Deutsche Grammophon: ein opulenter Klang.
Gap Year mal ganz anders. Carl Vorwig nimmt sich sechs Monate Auszeit im Kloster St. Ottilien am Ammersee. Nach dem Benediktiner-Motto „Ora et Labora“ verbringt er seine Tage mit Arbeit und Gebet. Obwohl er mit Abstand der Jüngste unter siebzig Mönchen ist, fühlt er sich doch gut aufgehoben. Denn gerade in der Stille und der Routine seines neuen Alltags findet er nicht nur zu Gott, sondern auch zu sich selbst. Die Journalistik-Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt haben ihn dabei einen Tag lang mit der Kamera begleitet.
Im Herzen des Genies, Mozart, pulsiert nicht nur die Melodie der Intelligenz und Fantasie, sondern die Rhythmik der Liebe - der Schlüssel, den er selbst als Quelle seiner Genialität definierte.
Wolfgang Amadeus Mozart, eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Musikgeschichte, hat die Welt mit seinem erstaunlichen Talent verblüfft. Sein Zitat wirft jedoch einen tieferen Einblick in das, was sein Genie wirklich ausmacht. Nach Mozarts Ansicht war es nicht allein seine bemerkenswerte Intelligenz oder Fantasie, die ihn zu einem Genie machte. Es war Liebe.
Die Liebe, wie Mozart sie sah, war nicht nur eine Emotion, sondern ein kreativer Motor. Sie war der Funke, der seine Melodien zum Leben erweckte und seine Kompositionen mit einer Tiefe und Emotion füllte, die seinesgleichen sucht. Diese Leidenschaft, diese Liebe, war das, was ihn zu einem Genie machte. Es war die Seele seiner Kunst, die sein Publikum berührte und seine Werke unsterblich machte.
Es ist wichtig, dieses Prinzip in unserer eigenen Suche nach Exzellenz zu berücksichtigen. Egal, ob wir Musiker, Künstler, Wissenschaftler oder Unternehmer sind, die Fähigkeit, mit Leidenschaft und Liebe in unser Handwerk zu investieren, kann die Qualität unserer Arbeit steigern und zu unvergleichlichen Ergebnissen führen. Liebe kann der Schlüssel sein, der die Tür zur Genialität öffnet. Lassen Sie uns die Lektion, die Mozart uns gegeben hat, annehmen und die Liebe in allem, was wir tun, fördern.
Die Aufnahme von Dvořáks „Aus der Neuen Welt“ aus dem Jahr 1972 mit den Berliner Philharmonikern unter dem tschechischen Dirigenten Rafael Kubelik , erschienen bei Deutsche Grammophon, ist seit Jahrzehnten legendär und ein wahrer Genuss. Es ist eine kraftvolle und souveräne Interpretation in der warmen Akustik der Berliner Jesus Christus Kirche. Damals dirigierte Herbert von Karajan das Orchester, und es galt als das beste der Welt. Die Blechbläser klingen strahlend, die Streicher spielen punktgenau, und Kubelik war in Höchstform. Gelegentlich ist in den Höhepunkten eine leichte Klangverdichtung zu erkennen, doch dies ist nur ein kleiner Makel. Das Tempo ist nahezu perfekt, und wir werden immer wieder an die Kraft und Lyrik der Berliner Philharmoniker in ihrer besten Form erinnert. Das Largo ist von Nostalgie und Erhabenheit durchdrungen, das Orchester spielt grandios, und wir spüren die Sehnsucht nach der Heimat, die Dvořák zu vermitteln suchte. Das Scherzo besticht durch mitreißende Pauken und einen wunderbar transparenten Klang, sodass wir alle Instrumente heraushören können. Das Finale wird mit Bravour und Schwung dargeboten. Ein würdiger Abschluss für eine der wohl großartigsten Dvorak-Aufnahmen aller Zeiten.
Welch ein Staraufgebot an Dirigenten und Sängern gab es in den 50er-Jahren in Bayreuth! Zu den Stammgästen zählten Astrid Varnay, Josef Greindl und natürlich Hans Hotter, der in den diesen Jahren in Höchstform war. Ich persönlich bevorzuge Knappertsbuschs gewaltige, eindringliche Autorität gegenüber Keilberths flinken und temperamentvollen Stils, doch beide sind Meister des Wagner’schen Idioms.
Hans Knappertsbusch war ein Dirigent, der im Theaterkontext seine ganze Pracht entfaltete. Seine Studioaufnahmen geben zwar nur einen kleinen Einblick in seine Herangehensweise, können aber das intensive Erlebnis, das er im Opernhaus schuf, nicht wiedergeben. In dieser Aufführung wird er von einem der größten Orchester der Operngeschichte begleitet – jede Nuance der Streicher wird mit solcher Klarheit wiedergegeben, dass man beinahe die Melodie von ihnen diktieren könnte. Knappertsbusch war kein strenger Dirigent und bekannt dafür, es mit der Präzision des Ensembles oder gar der Proben nicht so genau zu nehmen. Dennoch scheint er sein Orchester stets dazu anzuspornen, den Geist der Musik zu erfassen und eine mitreißende, schwungvolle und fließende Aufführung zu schaffen, ohne dabei gehetzt oder kraftlos zu wirken. Wer ihn kritisiert, hat kein Herz und stellt offensichtlich technische Präzision über Musikalität.
Astrid Varnay übernimmt alle drei Brünnhilden und meistert die jeweils unterschiedlichen stimmlichen Anforderungen mit Präzision und beeindruckender Präsenz. Die Rolle des Siegfried teilen sich Bernd Aldenhoff und Wolfgang Windgassen . Obwohl die Aufteilung der Rolle mitunter den Fluss stören kann, tragen beide Tenöre mit ihrer gemeinsamen lyrischen Sensibilität zum Geschlossenheitsgefühl bei. Ludwig Suthaus , selbst ein gefeierter Siegfried, verleiht der Rolle des Loge mit viel Feingefühl und stimmlicher Kraft Ausdruck.
Hans Hotter hat zwar gelegentlich stimmliche Ungenauigkeiten, doch diese werden von seinem tiefen Verständnis für Wotans Komplexität und moralische Ambivalenz überstrahlt. Seine Interpretation von Schlüsseltexten wie „Der freier als ich, der Gott“, „So küsst er die Gottheit von dir!“ und „Der Augen, leuchtendes Paar“ ist von Noblesse und dem zarten Pathos seiner väterlichen Qual durchdrungen und geht direkt ins Herz.
Diese Unmittelbarkeit wird nicht unerheblich durch die souveräne Kontrolle Knappertsbuschs über die sich steigernde Spannung verstärkt; dies ist die Apotheose des Wagner’schen Dramas. Die junge Birgit Nilsson glänzt als Sieglinde – ihre Darbietung ist so fesselnd, dass es schade ist, dass sie nach ihrer engen Verbindung mit Brünnhilde nur noch selten in diese Rolle zurückkehrte. Ramón Vinay verstärkt das Ensemble als Siegmund zusätzlich; sein baritonaler Heldentenor ist ideal für die Rolle. Elisabeth Grümmer stiehlt in ihren Auftritten als Freia und Gutrune beinahe allen die Show.
Die Mono-Klangqualität ist für 1957 hervorragend, mit minimalen Verzerrungen und klaren Stimmen, wobei auch das Orchester – und das gelegentliche Husten aus dem Publikum – deutlich und detailreich zu hören ist: Mein absoluter Lieblings-Ring!
Hans Hotter (Wotan, Wanderer), Toni Blankenheim (Donner), Josef Traxel (Froh), Ludwig Suthaus (Loge), Gustav Neidlinger (Alberich), Paul Kuen (Mime), Arnold van Mill (Fasolt), Josef Greindl (Fafner, Hunding, Hagen), Georgine von Milinkovic (Fricka, Grimgerde), Elisabeth Grümmer (Freia, Gutrune), Maria von Ilosvay (Erda, Schwertleite, Waltraute, 1. Norne), Dorothea Siebert (Woglinde), Paula Lenchner (Wellgunde, Gerhilde), Elisabeth Schärtel (Floßhilde, Waltraute, 2. Norne), Ramón Vinay (Siegmund), Birgit Nilsson (Sieglinde, 3. Norne), Astrid Varnay (Brünnhilde), Gerda Lammers (Ortlinde), Hilde Scheppan (Helmwige), Helena Bader (Siegrune), Hetty Plümacher (Roßweiße), Bernd Aldenhoff (Siegfried), Ilse Hollweg (Waldvogel), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Hermann Uhde (Gunther)
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele (1957)
Die Fastenzeit erinnert uns daran, daß das Leben des Christen ein ununterbrochener Kampf ist, in dem die »Waffen« des Gebets, des Fastens und der Buße eingesetzt werden. Das Böse, jede Form von Egoismus und Haß bekämpfen und sich selbst entsagen, um in Gott zu leben, das ist der aszetische Weg, den jeder Jünger Jesu zu gehen berufen ist – mit Demut und Geduld, mit Großmut und Beharrlichkeit.
Die gehorsame Nachfolge des göttlichen Meisters macht die Christen zu Zeugen und Aposteln des Friedens. Wir könnten sagen, daß diese innere Haltung uns hilft, auch besser deutlich zu machen, was die christliche Antwort auf die Gewalt sein muß, die den Frieden in der Welt bedroht. Sicher nicht Rache, Haß, ebensowenig Flucht in einen falschen Spiritualismus.
Die Antwort dessen, der Christus nachfolgt, ist vielmehr, den Weg zu gehen, den er gewählt hat, als er angesichts der Übel seiner Zeit und aller Zeiten entschlossen das Kreuz auf sich nahm und den längsten, aber wirksamsten Weg der Liebe ging.
Auf seinen Spuren und mit ihm vereint müssen wir alle uns bemühen, dem Bösen mit dem Guten, der Lüge mit der Wahrheit, dem Haß mit der Liebe zu begegnen.
Seit 1997 Benediktinermönch in der Erzabtei St. Ottilien (Bayern). Wurde dort 2004 zum Priester geweiht. Bisherige Tätigkeitsfelder: Seelsorger, Klosterbibliothekar, Webmaster, Mitarbeiter im Antiquariat und der Klostermetzgerei, Tischdiener, Mitglied des Geheimen Rates. Mich interessieren besonders: Gott, die Musik Richard Wagners, gute Zigarren und Pfeife rauchen, sowie lesenswerte Bücher (genau in dieser Reihenfolge).
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