Montag, 1. Juni 2026

Zu schlau für Gott? Wie ein Skeptiker mit 49 katholisch wurde

 

Wie ein Hochschulprofessor nach zehn Jahren studieren und nachdenken am Ende von Gott im Gebet berührt wurde. In der Sendung erzählt Riccardo Wagner wie sein Weg in einer typisch ostdeutsch-atheistischen Umgebung begann. Über Jahrzehnte blickte er abwertend auf das Christentum und suchte Antworten auf die großen Fragen des Lebens in säkularer Philosophie und östlicher Spiritualität. Bis Gott ihn beim Namen gerufen hat und er mit beinahe 50 Jahren in der Osternacht 2024 getauft und gefirmt wurde und er damit doch einer dieser Christen wurde, zu denen er nie gehören wollte. 


Samstag, 30. Mai 2026

Displaced Music in St. Ottilien

 

Wie Holocaust-Überlebende mit Musik Hoffnung fanden 
Man nannte sie Displaced Persons, kurz DPs: Menschen, die durch den nationalsozialistischen Terror alles verloren hatten. Menschen, die nach dem Kriegsende 1945 wieder hinter Stacheldraht landeten und im Land der Täter ausharren mussten. Was Musik für sie bedeutete, zeigt die Geschichte eines jüdischen Orchesters im oberbayerischen Kloster St. Ottilien. Pater Cyrill beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dieser Geschichte. Er ist einer der rund 80 Benediktinermönche, die in der Erzabtei St. Ottilien in der Nähe des Ammersees leben. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass heute ein Gedenkweg mit Informationstafeln über das Klostergelände führt – vorbei am jüdischen Friedhof und am Geburtenhaus, in dem über 400 jüdische Babys zur Welt kamen; vorbei am Schulgebäude, in dem die Krankenstation des jüdischen DP Hospitals untergebracht war; und schließlich an der Rasenfläche, auf der am 27. Mai 1945 acht Holocaust-Überlebende ein "Befreiungskonzert" (Liberation Concert) für ihre Schicksalsgenossen gaben.

Liberation Concert: Konzert des Lebens und des Todes 
Der 19-jährige US-Soldat Robert Hilliard berichtete betroffen, es sei "ein Konzert des Lebens und des Todes" zugleich gewesen. Sowohl die Musizierenden auf der improvisierten Bühne, wie auch das Publikum waren skelettartig abgemagert, konnten sich kaum auf den Beinen halten und trugen noch immer ihre gestreiften KZ-Uniformen. Und doch war es ihnen wichtig, bei diesem Konzert zugleich ihrer Toten zu gedenken, wie auch ein Zeichen der Hoffnung und Selbstbehauptung zu setzen. Auf der Bretterbühne in St. Ottilien spielten sie auf geliehenen oder lädierten Instrumenten, doch sie waren alle professionelle Musikerinnen und Musiker aus Litauen. Sie hatten in den großen Sinfonieorchestern gespielt, bevor sie 1941 nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht in die jüdischen Ghettos von Vilnius und Kaunas gezwungen wurden. Trotz Hunger, Krankheit und ständig drohenden Todestransporten gab es auch dort Musik: In Vilnius gab es ein Orchester und einen 100-köpfigen Chor unter der Leitung des jungen Dirigenten und Komponisten Wolf Durmashkin; in Kaunas das Ghetto-Polizei-Orchester unter Micha Hofmekler, der später das St. Ottilien Orchester dirigieren sollte. Nach der Liquidierung der Ghettos wurden die Mitglieder beider Ensembles deportiert und landeten schließlich in einem Außenlager des KZ Dachau, das als die "Hölle von Kaufering" galt. 

Wie St. Ottilien sich zu einem Ort der Hoffnung wandelte 
Mit Unterstützung der amerikanischen Militärverwaltung gelang es Grinberg schließlich, das gesamte Gelände in ein jüdisches DP-Hospital umzufunktionieren. Und nicht nur das: Allmählich wandelte sich St. Ottilien zu einem Ort der Hoffnung, an dem jüdisches Leben wieder zu gedeihen begann – und das in einem oberbayerischen katholischen Kloster. Es gab eine Thora-Schule, eine Synagoge und eine Küche für koschere Speisen. Die Schabbat-Bräuche wurden eingehalten, das Laubhüttenfest wurde gefeiert und in der Klosterdruckerei entstand die erste Talmud-Ausgabe Deutschlands nach dem Holocaust. Man sprach Jiddisch und lernte Hebräisch – im Zeichen der erhofften Ausreise nach Palästina. Dieser Hoffnung gaben auch die Auftritte des St. Ottilien Orchesters Ausdruck, das sich unter der Leitung von Micha Hofmekler schnell vergrößerte. Etwa durch den Geiger Max Beker, der sich hier in die Pianistin Fania Durmashkin aus dem Ghetto Vilnius verliebte und sie heiratete. Fanias Schwester war die Sängerin Henia Durmashkin, ihr gemeinsamer Bruder Wolf Durmashkin hatte nicht überlebt. "Neuzugänge" waren auch der ungarische Cellist György Horvath oder der polnische Geiger Chaim Arbeitman. Das Ensemble war mittlerweile ins jüdische DP-Camp in Landsberg am Lech umgezogen und unternahm von dort aus drei Jahre lang Konzerttouren durch alle DP-Lager der US-Zone. Es nannte sich fortan "Jewish Ex Concentration Camp Orchestra" und unterstrich diesen Namen durch die Art seines Auftretens: Die Mitglieder trugen nachgeschneiderte KZ-Uniformen mit Lagernummern, die "Bühnendekoration" bestand aus Stacheldraht, riesigen Davidsternen und ein paar künstlichen Palmen als Hinweis auf das "gelobte Land". Dennoch bestand das Repertoire nicht nur aus jiddischen oder zionistischen Liedern oder von der NS-Ideologie unterdrückten Komponisten wie Meyerbeer; auf dem Programm standen auch Mozart, Rossini, Verdi, Grieg und Bizet. 

Leonard Bernstein dirigiert Konzert mit Holocaust-Überlebenden 
Im Mai 1946 spielte das Ensemble vor internationalen Mitgliedern des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals in der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage. Doch das denkwürdigste Konzert fand am 10. Mai 1948 statt. Die zwei Auftritte an diesem Tag – in den DP Lagern Landsberg und Feldafing – sollten nicht nur für die Musikerinnen und Musiker zum unvergesslichen Erlebnis werden, sondern auch für den Dirigenten: Es war der 29-jährige Leonard Bernstein, der sich nach einem Münchner Konzert mit dem Bayerischen Staatsorchester ins Umland aufmachte, um gemeinsam mit Holocaust-Überlebenden zu musizieren. Er dirigierte Webers Freischütz-Ouvertüre, sorgte bei Gershwins "Rhapsody in Blue" für den richtigen Swing am Klavier und begleitete auf diesem ziemlich verstimmten Instrument Henia Durmashkin bei ihren Ghetto-Liedern. Dieses "Liberation Concert" berührte den amerikanisch-jüdischen Jungstar zutiefst: "Mein Herz hat geweint", so fasste er seine Gefühle zusammen, als ihm die Musiker zum Andenken eine KZ-Jacke schenkten. Sonia Beker, die in den USA lebende Tochter von Max Beker und Fania Durmashkin erklärt zur Bedeutung dieses Auftritts für die Orchestermitglieder: "Es gab ihnen nach so vielen leidvollen Erfahrungen endlich das Gefühl von Anerkennung, als wären sie zurück an einem positiven Ort in der Welt." 

Auflösung des Orchesters nach Staatsgründung Israels 
Vier Tage nach dem "Liberation Concert" – am 14. Mai 1948 – proklamiert David Ben-Gurion den unabhängigen Staat Israel. Der Weg ins lang ersehnte Heilige Land wird frei für Jüdinnen und Juden aus aller Welt. Die auch als "Wartesäle zur Emigration" bezeichneten DP Camps leeren sich allmählich. Das DP Hospital in St. Ottilien wird im Winter aufgehoben, die Benediktinermönche sind wieder Hausherren in ihrer Abtei. Das hier gegründete Orchester löst sich auf, die Mitglieder wandern großenteils nach Israel aus, manche auch in die USA oder nach Kanada. Doch nur wenigen gelingt es, ihre Musikerkarrieren in der neuen Heimat fortzusetzen. 

Erinnerung an die Discplaced Persons in Bayern 
Obwohl die Geschichte der vielen tausend entwurzelten Menschen in den Displaced Persons Camps eine unmittelbare Fortsetzung der NS-Geschichte ist, hat sie bislang deutlich weniger Beachtung gefunden als die Aufarbeitung des Holocaust. Auch in Bayern, wo die ehemaligen Camps von Landsberg, Föhrenwald, Feldafing und Deggendorf vor der Münchner Haustür liegen. Heute gibt es mehrere Formate, die an das St. Ottilien Orchester und somit an die Geschichte dieser Menschen erinnern: Das 2018 gegründete Landsberger Liberation Concert ist ein großes Kulturprojekt, das mit Workshops, deutsch-israelischer Jugendarbeit, Konzerten und Gästen aus aller Welt für eine aktive Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Stadtgeschichte sorgt. Beim zeitgleich entstandenen Wolf Durmashkin Composition Award reflektieren junge Komponistinnen und Komponisten das Thema "Musik und Holocaust". In St. Ottilien veranstaltet das Festival AMMERSEErenade alljährlich in der dortigen Klosterkirche ein Festkonzert, dessen Einnahmen in ein Artist-in-Residence-Programm fließen. Künstler verschiedener Disziplinen bearbeiten als Gäste des Klosters Themen wie Freiheit, Toleranz und Wahrheit. Und im Ben-Haim-Forschungszentrum der Münchner Musikhochschule läuft derzeit ein Projekt, das sämtliche musikalischen Aktivitäten in allen jüdischen DP-Camps in Bayern erfassen und das Material voraussichtlich mit Kompositionsklassen bearbeiten will. Über feierliche Kranzniederlegungen und floskelhafte "Nie wieder!"-Ansagen hinaus entsteht hier also eine lebendige Erinnerungskultur, die vieles zum Klingen bringt.

Ein Artikel von Alexandra Maria Dielitz. 
"Klassikplus Musikfeature" am 29. Mai ab 19:03 Uhr auf BR Klassik

Dienstag, 26. Mai 2026

Eine neue Blütezeit

Der Heilige Rosenkranz ist keine fromme Übung, die in die Vergangenheit verbannt wurde, wie Gebete vergangener Zeiten, an die man sich nostalgisch erinnert. Vielmehr erlebt der Rosenkranz eine neue Blütezeit. Zweifellos ist er eines der beredtesten Zeichen der Liebe, die die junge Generation zu Jesus und seiner Mutter Maria hegt. In der heutigen, so zersplitterten Welt hilft dieses Gebet, Christus in den Mittelpunkt zu rücken, so wie es die Jungfrau Maria tat, die über alles nachdachte, was über ihren Sohn gesagt wurde, und auch über sein Tun und Reden. Beim Rosenkranzgebet werden die wichtigen und bedeutsamen Momente der Heilsgeschichte neu erlebt. Die verschiedenen Stationen von Christi Wirken werden nachgezeichnet. Mit Maria richtet sich das Herz auf das Geheimnis Jesu. Christus rückt in den Mittelpunkt unseres Lebens, unserer Zeit, unserer Stadt durch die Betrachtung und Meditation seiner heiligen Geheimnisse der Freude, des Lichts, des Leids und der Herrlichkeit. Möge Maria uns helfen, die Gnade dieser Geheimnisse in uns aufzunehmen, damit wir durch sie die Gesellschaft durchdringen können, angefangen bei unseren täglichen Beziehungen, und sie von so vielen negativen Einflüssen reinigen und sie so für die Neuheit Gottes öffnen. Der Rosenkranz, wenn er aufrichtig gebetet wird, nicht mechanisch und oberflächlich, sondern tiefgründig, bringt tatsächlich Frieden und Versöhnung. Er birgt die heilende Kraft des Allerheiligsten Namens Jesu in sich, der mit Glauben und Liebe im Zentrum jedes „Gegrüßet seist du, Maria“ angerufen wird. 

Papst Benedikt XVI., Basilika Santa Maria Maggiore, 3. Mai 2008

Samstag, 23. Mai 2026

Was ein Mönch so hört (19): Die 5 Klavierkonzerte von J.S. Bach mit Ramin Bahrami unter Riccardo Chailly

 

Ramin Bahramis Spiel ist von Anfang bis Ende ein Genuss. Mühelos spielt er kleine Verzierungen, Durchgangstöne und Läufe, und seine Legato-Lyrik ist etwas, wonach viele Pianisten nur streben können. Gelegentlich hebt er die Töne etwas über die erwartete Dynamik hinaus oder fügt eine Oktave hinzu, um etwas zu betonen – etwas, das ich als Teil seiner Orchestrierung des Soloparts empfinde. Manchmal ist es eine Blechbläserfanfare aus dem Diskant, ein Trommelschlag oder einige zusätzliche Orgeltöne im Bass. Diese Elemente halten uns wach, werden aber sparsam und niemals unmusikalisch eingesetzt. Das Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly hat sich bereits mit einer Reihe hervorragender Bach-Aufnahmen für Decca bewährt; die Werke bestechen durch einen brillanten und lebendigen Klang. Die Balance zwischen Solist und Orchester erscheint mir perfekt. 

Ohne die Leistungen anderer Musiker schmälern zu wollen, ist diese Aufnahme von Ramin Bahrami und Riccardo Chailly meiner Meinung nach derzeit die beste. Ein absolutes Muss – wenn Sie nach den fünf Klavierkonzerte suchen. Selbst wenn Sie diese Stücke bereits in anderen Fassungen besitzen und selbst wenn Sie sich noch nicht für Klavier und Cembalo begeistern konnten, empfehle ich Ihnen diese Aufnahme wärmstens. Die Interpretationen sind gleichermaßen mitreißend und wunderschön. Ich habe alle anderen von meiner Wunschliste gestrichen und diese CD meiner überschaubaren Liste der Lieblings-CDs des Jahres 2026 hinzugefügt.

Freitag, 22. Mai 2026

HAPPY BIRTHDAY, MAESTRO!

„Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven, und ebenso an ihre Jünger und Apostel; – ich glaube an den Heiligen Geist und die Wahrheit der einen, unteilbaren Kunst; – ich glaube, dass diese Kunst von Gott ausgeht und in den Herzen aller erleuchteten Menschen lebt; – ich glaube, dass der, der einmal in den erhabenen Freuden dieser hohen Kunst gebadet hat, ihr für immer geweiht ist und sie niemals verleugnen kann; – ich glaube, dass durch die Kunst alle Menschen gerettet werden.“ 

Richard Wagner 

(Dieses Zitat stammt aus seiner Novelle "Eine Pilgerfahrt zu Beethoven" aus dem Jahr 1840)

Macht uns Glaube glücklich? | unhappy | ARTE


Können Glaube und Spiritualität zu mehr Lebenszufriedenheit beitragen – sogar bei notorischen Zweiflerinnen wie Ronja von Rönne? Eva Jung ist Geschäftsführerin einer Werbeagentur und gläubige Christin. Sie findet in der Religion Halt und Orientierung. Wie hat sie ihren Weg zum Glauben gefunden? Eigentlich kann Ronja von Rönne mit Religion wenig anfangen. Gläubige Menschen haben sie aber oft beeindruckt – mit ihrer Gelassenheit und ihrem Gottesvertrauen. Sie fühlen sich aufgehoben in der Welt, in der sie sich verloren fühlt. Steckt Glaube auch in Ronja, der notorischen Zweiflerin? Kann er ihr vielleicht sogar helfen, glücklicher zu werden? In Hamburg besucht sie Eva Jung: Geschäftsführerin einer Werbeagentur und gläubige Christin. Sie hat eine christliche Internetplattform aufgebaut und eine Bibel gestaltet. In der Religion findet sie Halt und Orientierung – etwas, worauf auch in dunklen Momenten Verlass ist. Wie hat sie ihren Weg zum Glauben gefunden?
Paul Düren ist ehemaliger Maschinenbauer und Zen-Buddhist. Er hat sein Glück nicht in religiösen Lehren gefunden, sondern in täglicher Meditationspraxis und spiritueller Erfahrung – in Techniken, die jedem zugänglich sind und ein klares Ziel haben: die Befreiung von unnötigem Leid und tiefe Zufriedenheit. Was Glaube und Spiritualität in uns bewirken können und wie sie mit Wohlbefinden zusammenhängen, mit dem Gefühl von Zugehörigkeit, Kohärenz und Sinn, erklären die Psychologin Judith Mangelsdorf, der Mediziner Christian Keßler, der Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi und die Autorin Minna Salami. Der Philosoph Jörg Phil Friedrich begründet aus atheistischer Sicht, weshalb es auch in der Gegenwart keineswegs rückschrittlich ist, an einen Gott zu glauben.

Samstag, 16. Mai 2026

Berliner Philharmoniker: Die Erfindung des modernen Orchesters | Doku HD | ARTE

 

"Famous Orchestras" bietet faszinierende Einblicke in die Entwicklung und Besonderheiten von Orchestern mit Weltrang. Die Berliner Philharmoniker stehen dabei als ein Orchester im Mittelpunkt, das nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine wegweisende Nutzung der Medien zu einem globalen Phänomen wurde – von der ersten Schallplatte bis zur eigenen Digital Concert Hall. 

Die Dokumentation ist Teil der vierteiligen Reihe "Famous Orchestras" und nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine bildgewaltige Reise durch fast 150 Jahre Orchestergeschichte – von der frühen Schallplattenproduktion mit der Deutschen Grammophon über die dunklen Jahre im Nationalsozialismus bis zur digitalen Konzertübertragung in die ganze Welt. Was macht die Berliner Philharmoniker so einzigartig? Ist es ihre lange mediale Tradition, ihre außergewöhnlichen Dirigenten und Solisten – oder die politisch wie künstlerisch kontroverse Geschichte, die das Orchester schließlich zum Symbol europäischer Einheit werden ließ? 

Die Dokumentation sucht Antworten und findet sie in der untrennbaren Verbindung von Musik, Macht und Medium. Das Berlin des Jahres 1882 ist eine Stadt der leichten Unterhaltung – über 200 Orchester buhlen in Cafés und öffentlichen Gärten um die Gunst des Bürgertums. Die Arbeitsbedingungen der Musiker sind prekär. Als 50 Mitglieder der Kapelle von Benjamin Bilse den Entschluss fassen, fortan in eigener Regie zu arbeiten, ist das ein Novum. Mit Unterstützung des Konzertagenten Hermann Wolff entwickeln sie eine eigene Abonnementreihe – und legen damit den Grundstein für eines der bedeutendsten Orchester der Welt. 

Eindrucksvolles Zeugnis dieser langen Geschichte ist bis heute ein Kontrabass mit opulent geschnitztem Löwenkopf, der sich seit der Gründung im Besitz des Orchesters befindet und noch immer gespielt wird. Zu den einflussreichsten Chefdirigenten in der Geschichte des Orchesters zählt ohne Zweifel Wilhelm Furtwängler, der von 1922 bis 1934 den Taktstock übernimmt und mit organischen, fließenden Gesten eine neue Art des Dirigierens entwickelt, die das Orchester zu einem eigenen musikalischen Bewusstsein führt.

Mittwoch, 13. Mai 2026

Tischlesung: Franz von Assisi: Ein radikales Leben neu erzählt | Zum 800. Todestag von Markus Hofer

Mit dem reichen Vater öffentlich brechen, die Kleider eines Bettlers anziehen, in absoluter Besitzlosigkeit leben: Franz von Assisi zog in seinem Glauben an Jesus alle Register. Bis heute fasziniert er, weil er seinem Herzen kompromisslos folgte. Das radikale Leben dieses "Hofnarren Gottes" eckt an und reißt in seinen Extremen mit: bittere Armut trifft auf überschwänglich-naive Fröhlichkeit, harte Ablehnung auf bedingungslose Anhängerschaft. Der Weg des Heiligen war eine wahren Berufung. 

Der Theologe und Kunsthistoriker Markus Hofer nutzt die erhaltenen Quellenschriften und begegnet Franz von Assisi ohne verklärende Zuschreibungen. "Franziskus ist ein menschliches Gesamtkunstwerk, in dem Liebe und Entbehrung, Poesie und Radikalität, Vollendung und Versagen zusammentreffen."

Dienstag, 12. Mai 2026

Von der Mühsal des Gebetes


Mönche beim Chorgebet in St. Ottilien


Das Gebet kann wirklich eine Mühsal sein. Manchmal geht es leicht, als lebendige Sprache vom Herzen; aufs Ganze des Lebens und die Vielheit der Menschen gesehen, bleibt das aber eine Ausnahme. Meistens muß es gewollt und geübt werden; und die Mühe dieser Übung kommt zu einem guten Teil daher, daß die Wirklichkeit Gottes nicht empfunden wird. Dem Betenden ist dann zumute, als ob er im Leeren stehe, und alles andere scheint dringlicher, weil es fühlbar da ist. So kommt es darauf an, auszuharren. Wer sagt, das Gebet gebe ihm nichts, oder sein Inneres dränge ihn nicht dazu, oder es werde unecht und so lasse er es lieber, verläßt den Dienst und verliert, worum es da geht. Denn in der Leere der Stunde auszuhalten hat einen besonderen Sinn, der durch kein noch so lebendiges Gebet zu anderer Zeit ersetzt werden kann. Es bedeutet nämlich, mit dem Glauben im strengsten Sinne Ernst zu machen; das Gebet ganz aus der Treue gegen Gottes Wort zu vollbringen und ins Dunkle zu sprechen, auf Den hin, der hört, auch wenn man von Ihm nichts weiß.

Es gibt verschiedene Formen der Leere. Einmal jene, die einfach ein Fehlen bedeutet, die Tatsache, daß nichts da ist — dann aber auch jene, welche eine besondere Art des Da-Seins bildet. Die beiden Formen sind nicht leicht zu unterscheiden. Zuweilen ist es, als ob Gott wirklich nicht da wäre und man vernünftigerweise nicht nur mit dem Gebet, sondern auch mit dem Glauben Schluß machen müßte; in Wahrheit handelt es sich aber um eine Prüfung des Glaubens, denn »Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll«, wie der Lobgesang des »Sanctus« sagt. Ja dem Glaubenden ist verheißen, daß Gott für ihn nicht nur so da sei, wie für Stein und Baum, sondern in besonderer Weise, nämlich »bei ihm«, deshalb, weil Er ihn liebt. Die Erde ist aber der Ort der Verhülltheit; und einer der dichtesten Schleier, der sich vor Gott legen kann, ist, daß man nichts von seiner Nähe weiß. In dieser Leere kann sich aber auch etwas Eigentümliches anzeigen: etwas Bedeutungsvolles, das aber durch nichts ausgedrückt werden kann; ein Sinn mitten im anscheinenden Nichts, der sich wider alle Unmöglichkeit behauptet. Öfter, als man denkt, ist es so, und man sollte besser darauf achten. Dieser Hauch, dieser »unauffaßbar feine Sinnpunkt« bildet die fernste Selbstbezeugung Gottes. Scheinbar ein Nichts, und doch fähig, den Glauben zu tragen, so daß er ausharren kann.

Tut er so, dann wird die Leere einmal ausgefüllt. Gott ist ja nicht nur Gedanke oder Phantasie, oder Gefühl sondern Wirklichkeit. Und Er lebt nicht in selig, gleichgültiger Enthobenheit über uns dahin, sondern liebt uns. Und Er ist der Herr, der Freie und Mächtige. So gibt es für Ihn keine Schranke, nicht einmal die unserer Herzenskälte, und Er wird sich dem, der in Treue ausharrt, bezeugen. Wäre Gott nur ein Gedanke oder ein Gefühl, dann lieber die Dinge in ihrer Farbigkeit, die Menschen in ihrer Lebendigkeit, die Erde in ihrer Süße und Schwere! Er ist aber der Lebendige Gott, der gesagt hat: »Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür aufmacht, zu dem will ich eingehen.« (vgl. Offb 3,20)


Über die Mühsal des Gebetes von Romano Guardini (1885 - 1968):
aus dem Buch »Vorschule des Betens«. (Textquelle: Die Feier des Stundengebetes, Monastisches Lektionar II, 2; EOS-Verlag, St. Ottilien) 

Dienstag, 5. Mai 2026

Impuls: „Nie ist der Mensch größer, als wenn er kniet.“ (hl. Johannes XXIII.)

“Es mag wohl sein, daß moderner Kultur das Knien fremd ist - insofern sie nämlich eine Kultur ist, die sich vom Glauben entfernt hat und den nicht mehr kennt, vor dem zu knien die rechte, ja von innen her nötige Gebärde ist. Wer glauben lernt, lernt auch knien, und ein Glaube oder eine Liturgie, die das Knien nicht mehr kennt, wäre an zentraler Stelle krank. Wo es verlorengegangen ist, müssen wir das Knien wieder erlernen, damit wir betend in der Gemeinschaft der Apostel und Martyrer, in der Gemeinschaft des ganzen Kosmos, in der Einheit mit Jesus Christus selbst verbleiben.” 

 (Benedikt XVI., “Der Geist der Liturgie”, S.166f)

Dienstag, 14. April 2026

Was ein Mönch so liest (9): Glaube - Wahrheit - Toleranz von Benedikt XVI.

Weltweit begegnen einander die Kulturen und Religionen. Der Austausch zwischen ihnen wird immer selbstverständlicher, ihre Rolle für den Frieden immer deutlicher. Dürfen Christen da noch sagen: "Allein Jesus Christus ist der Grund für die Erlösung der Menschen"? Muss das Christentum seinen Wahrheitsanspruch aufgeben, um modern und tolerant sein zu können? Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. zeigt: Ein wertschätzendes Miteinander der Religionen, Glaube und Dialog, Freiheit und Toleranz hängen gleichermaßen an der entscheidenden Frage: "Was ist eigentlich wahr?" Er zeigt weiterhin in gewohnt intellektueller Brillanz, warum Begegnung und Dialog unausweichlich mit der Frage nach der Wahrheit konfrontieren. Ein Appell zum reflektierten Miteinander der Religionen, ohne das eigene Selbstverständnis aufzugeben.

Gott und die Geheimnisse des Universums - Heino Falcke | MEHR 2026

 

Von den Ursprüngen des Universums über die Entstehung der Erde und des Lebens bis hin zur besonderen Rolle des Menschen – dieser Vortrag verbindet moderne Wissenschaft mit tiefem Glauben und zeigt, wie Hoffnung und Verantwortung unsere Welt gestalten. Entdecke, wie Physik, Evolution und Schöpfungsgeschichte miteinander verwoben sind und warum jeder von uns ein „Augenzwinkern“ im großen Universum ist.

Samstag, 11. April 2026

Wagnerdämmerung document 2023 Bayreuth

 

Die zweiteilige Dokumentation schaut auf die aktuellen Festspiele und fragt bei Wagner-Urenkelin und Intendantin Katharina Wagner, Staatsministerin Claudia Roth und Georg von Waldenfels, Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Fördervereins der Bayreuther Festspiele, nach der Zukunft. 

"Game of Thrones" bei den Bayreuther Festspielen! Im ersten Teil der "Wagnerdämmerung" geht es um die aktuellen Konflikte zwischen Kunst und Geld auf dem Grünen Hügel. Der zweite Teil geht der Frage nach: Warum ist Katharina Wagner als Intendantin so umstritten? Und wie kann es das bedeutendste deutsche Opernfestival in die Zukunft schaffen?

Freitag, 3. April 2026

10-Minuten-Andacht am Karfreitag

In jedem Jahr nehme ich mir am Karfreitag die Zeit, mir Bachs Johannes-Passion anzuhören. Wahrscheinlich gibt es kaum ein Stück Musik, das ergreifender ist. Neulich fand ich auf YouTube eine ganz fantastische Kombination: Bachs genialer Eingangschor "Herr, unser Herrscher..." wird hier kombiniert mit der "Passion Christi" von Mel Gibson. Die Musik Bachs gibt der Darstellung der grausamen und blutigen Kreuzigung eine ungemein spirituelle und geistliche Tiefe, die durch den Film allein nicht vermittelt werden kann. -
Und umgekehrt: Die Musik Bachs ist fast zu rein, sauber, verklärt und geistig. Sie wird durch die realistische Darstellung der hässlichen, brutalen und blutigen Realität des Kreuzes wieder "geerdet". - Selten habe ich eine so ideale und sich gegenseitig befruchtende "Neu-Kombination" (von Musik und Film) gesehen, die mich so ergriffen und berührt hat.

Wenn Sie vielleicht heute nicht die Zeit haben, Bachs tiefsinnige Johannes-Passion in voller Länge zu hören, dann haben Sie
HIER UND JETZT die Gelegenheit, sich auf dieses "Experiment" einzulassen: Eine 10-Minuten-Andacht am Karfreitag im WWW,
die Sie mit Sicherheit beeindrucken und bereichern wird!



Herr, unser Herrscher,
dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!
Zeig uns durch deine Passion,
dass du, der wahre Gottessohn,
zu aller Zeit,
auch in der größten Niedrigkeit,
verherrlicht worden bist!

Samstag, 28. März 2026

Was ein Mönch so hört (18): Parsifal von R. Wagner unter Hans Knappertsbusch (Bayreuth 1954)

Hans Knappertsbusch dominierte nach der Wiedereröffnung des Festspielhauses in Bayreuth das Dirigentenpult des Parsifal. Es ist schwer, unter den vielen Parsifal-Aufführungen, die Hans Knappertsbusch zwischen den Jahren 1951 und 1964 in Bayreuth dirigierte, einen Favoriten zu finden. Ich habe alle gehört und möchte nun meine persönliche Lieblingsaufnahme vorstellen: Es ist für mich die Aufnahme aus dem Jahr 1954.

Die Aufführung ist erstklassig und zeugt von Knappertsbuschs Detailgenauigkeit in jedem Takt sowie seinem profunden Verständnis für Wagners ausgedehnte dramatische Passagen. Zwar wirkt das Tempo im Vergleich zu späteren Fassungen etwas langsamer, doch die strahlende Schönheit der Partitur kommt wunderbar zur Geltung. Knappertsbuschs berühmt langsame Tempi wirken nie statisch. Vielmehr lässt er die Musik in weiten Bögen atmen und schafft so eine fast rituelle Atmosphäre. Der hochkarätige Chor der Bayreuther Festspiele, einstudiert von Wilhelm Pitz, ist ein weiterer Höhepunkt dieser Produktion. Pitz galt dabei als Garant für absolute Präzision und Klanggewalt, die den "neuen Bayreuther Klang" in den 1950er Jahren prägten.  

Windgassen klingt etwas baritonaler, als man es von seinen bisherigen Siegfried-Interpretationen erwarten würde, beherrscht die Partie aber vollkommen und verleiht seiner Darstellung wahre Dramatik. Mödl ist eine starke und zugleich feminine Kundry – der hysterische Schmerz ihres „lachte“-Schreis im zweiten Akt ist herzzerreißend. Hans Hotters Amfortas ist spektakulär, wunderschön gesungen und mit Überzeugung gespielt. Im Vergleich zu seinen sonst so kraftvollen Bass-Darbietungen als Hagen und Hunding ist Greindl ein warmherziger und einfühlsamer Gurnemanz, der in der Karfreitag-Szene sehr lyrisch wirkt. Er bietet eine der besten Gurnemanz-Interpretationen auf Tonträger, mit einem dunklen, voluminösen Bass und einer Interpretation voller Weisheit und Autorität. Seine Interpretation ist schlichtweg großartig. Neidlinger vermittelt wie immer eindrücklich Klingsors Boshaftigkeit und Selbstverachtung. Wie alle beteiligten, ist auch er in Höchstform. 

Die Aufnahmequalität ist hervorragend: Die Mikrofonierung war äußerst glücklich und hat sowohl Sänger als auch Orchester in vorzüglichem Mono-Klang des Jahres 1954 eingefangen, und das CD-Mastering ist exzellent. Selbst wenn Sie bereits andere Parsifal-Aufnahmen besitzen, lohnt es sich, diese Veröffentlichung unbedingt zu entdecken.
    

Freitag, 27. März 2026

VALHALLA: der Pfeifentabak für alle Wagnerianer

In der 2026er Valhalla Edition ehrt W.Ø. Larsen das Erbe der Wikinger und die Weisheit des Göttervaters Odin. Diese seltene Komposition verbindet nordische Stärke mit dänischer Handwerkskunst – eine Hommage an Mut, Tiefe und Genuss. 

Reife Virginia-Tabake treffen auf Louisiana Perique, Black Cavendish und Dark Fired Perique. Nach alter dänischer Tradition werden die Tabake gepresst, ruhen gelassen und anschließend wieder aufgelockert, wodurch eine harmonische Melange entsteht, in der sich Süße, Würze und Fülle zu einem vielschichtigen Gesamterlebnis verweben. Die Mischung wird zum Flake gepresst, um einen Kern aus Black Cavendish gewickelt, in Dark Fired Perique gehüllt und zu Medaillons geschnitten. Diese werden anschließend aufgerieben – so entfaltet sich der Geschmack Schicht für Schicht, wie die Weisheit Odins selbst. 

Im Rauch präsentiert sich Odin’s Blend würzig, erdig und zugleich fein aromatisch, getragen von natürlicher Süße und tiefer Komplexität. Eine mittelstarke Mischung, die sich sowohl erfahrenen Pfeifenliebhabern als auch Sammlern offenbart.

Typ: Virginia-Perique / Dänisch Aromatisch 
Schnittart: Ready Rubbed 
Aroma: Aromatisch-würziger Geschmack 
Aromatisierung: 1 von 5 
Stärke: Mittelstark 
Raumnote: Dezent 
Geschmacksintensität: 4 von 5

Mittwoch, 25. März 2026

Tristan und Isolde in einer Neuinszenierung an der MET


Regisseur Yuval Sharon lässt sich einiges einfallen für seine Inszenierung von "Tristan und Isolde" an der Metropolitan Opera – allerdings macht nicht alles davon unbedingt Sinn (wer, wie, was, warum wird Isolde noch Mutter vor ihrem Ableben?), und das geschäftige Bühnentreiben wirkt manches Mal ablenkend. Gesungen, immerhin, wird sehr schön, zumal von Michael Spyres als Top-Tristan und Lise Davidsen, die (nach Barcelona) auch in New York mit souveräner Stimme und strahlenden Höhen (nicht ganz so starken Tiefen) eine herausragende Isolde gibt. Eher fragwürdig die Besetzung von König Marke, der mit einem Bass, statt des Bassbaritons Ryan Speedo Green, besser bedient gewesen wäre. Unten im Orchestergraben hält Nézet-Séguin mit dem Met Orchestra ein gesundes Tempo. Es gibt zwar einige Passagen mit fragwürdiger Dynamik, aber das waren höchstens ein paar Minuten in vier Stunden ansonsten exzellenter Musik. Als Simon Rattle 2016 Tristan und Isolde an der Met dirigierte, führte er jedoch eine erhebliche Kürzung im Liebesduett des zweiten Akts ein, die Nézet-Séguin jetzt wieder übernahm: Ein purer, unverzeihlicher Vandalismus für jeden echten Wagnerianer!

Dienstag, 24. März 2026

Was ein Mönch so hört (17): Mirella Freni singt Verdi und Puccini unter Giuseppe Sinopoli

 

Die Stimme, der zum Zeitpunkt der Aufnahme 55-jährigen Freni, präsentiert sich in exzellenter, wenn nicht gar atemberaubender Form. Das Spinto- und dramatische Repertoire, das sie in den letzten Jahren ihrer Karriere übernommen hat, hat ihrem Klang nicht geschadet, abgesehen von einigen Momenten der Unsicherheit in hohen Fortissimo-Passagen, etwa in der Arie „Ritorna vincitor“, die ihr etwas zu schwer ist. Ansonsten zeichnet sie individuelle und berührende Porträts jeder Figur mit einer Farbigkeit und Detailgenauigkeit, die heutzutage immer seltener werden. Am besten gelingen ihr die Arien aus „Ballo“, „Don Carlo“ und „Manon Lescaut“. „Mi chiamano Mimi“ klingt kaum anders als vor dreißig Jahren. Besonders beeindruckend ist ihre Atemkontrolle, die angesichts der weiten, ausladenden Tempi von Sinopoli, auch dringend nötig ist. Typisch für die Deutsche Grammophon: ein opulenter Klang.

Sonntag, 22. März 2026

Der Jüngste unter 70 Mönchen: Freiwilliges Ordensjahr

 

Gap Year mal ganz anders. Carl Vorwig nimmt sich sechs Monate Auszeit im Kloster St. Ottilien am Ammersee. Nach dem Benediktiner-Motto „Ora et Labora“ verbringt er seine Tage mit Arbeit und Gebet. Obwohl er mit Abstand der Jüngste unter siebzig Mönchen ist, fühlt er sich doch gut aufgehoben. Denn gerade in der Stille und der Routine seines neuen Alltags findet er nicht nur zu Gott, sondern auch zu sich selbst. Die Journalistik-Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt haben ihn dabei einen Tag lang mit der Kamera begleitet.

Donnerstag, 19. März 2026

Liebe: Das Geheimnis hinter dem Genie von Mozart

Im Herzen des Genies, Mozart, pulsiert nicht nur die Melodie der Intelligenz und Fantasie, sondern die Rhythmik der Liebe - der Schlüssel, den er selbst als Quelle seiner Genialität definierte. 

Wolfgang Amadeus Mozart, eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Musikgeschichte, hat die Welt mit seinem erstaunlichen Talent verblüfft. Sein Zitat wirft jedoch einen tieferen Einblick in das, was sein Genie wirklich ausmacht. Nach Mozarts Ansicht war es nicht allein seine bemerkenswerte Intelligenz oder Fantasie, die ihn zu einem Genie machte. Es war Liebe. 

Die Liebe, wie Mozart sie sah, war nicht nur eine Emotion, sondern ein kreativer Motor. Sie war der Funke, der seine Melodien zum Leben erweckte und seine Kompositionen mit einer Tiefe und Emotion füllte, die seinesgleichen sucht. Diese Leidenschaft, diese Liebe, war das, was ihn zu einem Genie machte. Es war die Seele seiner Kunst, die sein Publikum berührte und seine Werke unsterblich machte.

Es ist wichtig, dieses Prinzip in unserer eigenen Suche nach Exzellenz zu berücksichtigen. Egal, ob wir Musiker, Künstler, Wissenschaftler oder Unternehmer sind, die Fähigkeit, mit Leidenschaft und Liebe in unser Handwerk zu investieren, kann die Qualität unserer Arbeit steigern und zu unvergleichlichen Ergebnissen führen. Liebe kann der Schlüssel sein, der die Tür zur Genialität öffnet. Lassen Sie uns die Lektion, die Mozart uns gegeben hat, annehmen und die Liebe in allem, was wir tun, fördern.