Mittwoch, 13. Mai 2026
Tischlesung: Franz von Assisi: Ein radikales Leben neu erzählt | Zum 800. Todestag von Markus Hofer
Dienstag, 12. Mai 2026
Von der Mühsal des Gebetes
Das Gebet kann wirklich eine Mühsal sein. Manchmal geht es leicht, als lebendige Sprache vom Herzen; aufs Ganze des Lebens und die Vielheit der Menschen gesehen, bleibt das aber eine Ausnahme. Meistens muß es gewollt und geübt werden; und die Mühe dieser Übung kommt zu einem guten Teil daher, daß die Wirklichkeit Gottes nicht empfunden wird. Dem Betenden ist dann zumute, als ob er im Leeren stehe, und alles andere scheint dringlicher, weil es fühlbar da ist. So kommt es darauf an, auszuharren. Wer sagt, das Gebet gebe ihm nichts, oder sein Inneres dränge ihn nicht dazu, oder es werde unecht und so lasse er es lieber, verläßt den Dienst und verliert, worum es da geht. Denn in der Leere der Stunde auszuhalten hat einen besonderen Sinn, der durch kein noch so lebendiges Gebet zu anderer Zeit ersetzt werden kann. Es bedeutet nämlich, mit dem Glauben im strengsten Sinne Ernst zu machen; das Gebet ganz aus der Treue gegen Gottes Wort zu vollbringen und ins Dunkle zu sprechen, auf Den hin, der hört, auch wenn man von Ihm nichts weiß.Es gibt verschiedene Formen der Leere. Einmal jene, die einfach ein Fehlen bedeutet, die Tatsache, daß nichts da ist — dann aber auch jene, welche eine besondere Art des Da-Seins bildet. Die beiden Formen sind nicht leicht zu unterscheiden. Zuweilen ist es, als ob Gott wirklich nicht da wäre und man vernünftigerweise nicht nur mit dem Gebet, sondern auch mit dem Glauben Schluß machen müßte; in Wahrheit handelt es sich aber um eine Prüfung des Glaubens, denn »Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll«, wie der Lobgesang des »Sanctus« sagt. Ja dem Glaubenden ist verheißen, daß Gott für ihn nicht nur so da sei, wie für Stein und Baum, sondern in besonderer Weise, nämlich »bei ihm«, deshalb, weil Er ihn liebt. Die Erde ist aber der Ort der Verhülltheit; und einer der dichtesten Schleier, der sich vor Gott legen kann, ist, daß man nichts von seiner Nähe weiß. In dieser Leere kann sich aber auch etwas Eigentümliches anzeigen: etwas Bedeutungsvolles, das aber durch nichts ausgedrückt werden kann; ein Sinn mitten im anscheinenden Nichts, der sich wider alle Unmöglichkeit behauptet. Öfter, als man denkt, ist es so, und man sollte besser darauf achten. Dieser Hauch, dieser »unauffaßbar feine Sinnpunkt« bildet die fernste Selbstbezeugung Gottes. Scheinbar ein Nichts, und doch fähig, den Glauben zu tragen, so daß er ausharren kann.
Tut er so, dann wird die Leere einmal ausgefüllt. Gott ist ja nicht nur Gedanke oder Phantasie, oder Gefühl sondern Wirklichkeit. Und Er lebt nicht in selig, gleichgültiger Enthobenheit über uns dahin, sondern liebt uns. Und Er ist der Herr, der Freie und Mächtige. So gibt es für Ihn keine Schranke, nicht einmal die unserer Herzenskälte, und Er wird sich dem, der in Treue ausharrt, bezeugen. Wäre Gott nur ein Gedanke oder ein Gefühl, dann lieber die Dinge in ihrer Farbigkeit, die Menschen in ihrer Lebendigkeit, die Erde in ihrer Süße und Schwere! Er ist aber der Lebendige Gott, der gesagt hat: »Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür aufmacht, zu dem will ich eingehen.« (vgl. Offb 3,20)
Über die Mühsal des Gebetes von Romano Guardini (1885 - 1968):
aus dem Buch »Vorschule des Betens«. (Textquelle: Die Feier des Stundengebetes, Monastisches Lektionar II, 2; EOS-Verlag, St. Ottilien)
Dienstag, 5. Mai 2026
Impuls: „Nie ist der Mensch größer, als wenn er kniet.“ (hl. Johannes XXIII.)
Dienstag, 14. April 2026
Was ein Mönch so liest (9): Glaube - Wahrheit - Toleranz von Benedikt XVI.
Gott und die Geheimnisse des Universums - Heino Falcke | MEHR 2026
Samstag, 11. April 2026
Wagnerdämmerung document 2023 Bayreuth
Freitag, 3. April 2026
10-Minuten-Andacht am Karfreitag
In jedem Jahr nehme ich mir am Karfreitag die Zeit, mir Bachs Johannes-Passion anzuhören. Wahrscheinlich gibt es kaum ein Stück Musik, das ergreifender ist. Neulich fand ich auf YouTube eine ganz fantastische Kombination: Bachs genialer Eingangschor "Herr, unser Herrscher..." wird hier kombiniert mit der "Passion Christi" von Mel Gibson. Die Musik Bachs gibt der Darstellung der grausamen und blutigen Kreuzigung eine ungemein spirituelle und geistliche Tiefe, die durch den Film allein nicht vermittelt werden kann. - Wenn Sie vielleicht heute nicht die Zeit haben, Bachs tiefsinnige Johannes-Passion in voller Länge zu hören, dann haben Sie
Herr, unser Herrscher,
dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!
Zeig uns durch deine Passion,
dass du, der wahre Gottessohn,
zu aller Zeit,
auch in der größten Niedrigkeit,
verherrlicht worden bist!
Samstag, 28. März 2026
Was ein Mönch so hört (18): Parsifal von R. Wagner unter Hans Knappertsbusch (Bayreuth 1954)
Freitag, 27. März 2026
VALHALLA: der Pfeifentabak für alle Wagnerianer
Mittwoch, 25. März 2026
Tristan und Isolde in einer Neuinszenierung an der MET
Dienstag, 24. März 2026
Was ein Mönch so hört (17): Mirella Freni singt Verdi und Puccini unter Giuseppe Sinopoli
Sonntag, 22. März 2026
Der Jüngste unter 70 Mönchen: Freiwilliges Ordensjahr
Donnerstag, 19. März 2026
Liebe: Das Geheimnis hinter dem Genie von Mozart
Sonntag, 15. März 2026
Was ein Mönch so hört (16): Symphonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt" von A. Dvořák
Montag, 9. März 2026
Mein Lieblings-Ring: Knappertsbusch (Bayreuth, 1957)
Dienstag, 24. Februar 2026
Mittwoch, 18. Februar 2026
Impuls zum Aschermittwoch : Die »Waffen« des Gebets, des Fastens und der Buße
Dienstag, 17. Februar 2026
Da geht´s ja zu, wie im Kloster!

Als bitterböse und zugleich amüsante Satire inszeniert Patrice Leconte dieses Versailler Fegefeuer der Eitel- und Begehrlichkeiten. Unverstaubt, frech und intelligent. Ein schillerndes Kostümspektakel, hinter dessen Pudermaske und Prunkfassade jedoch stets die Fratze zeitloser Lächerlichkeiten hindurchschimmert (die hervorragende deutsche Fassung besorgte Hans Magnus Enzensberger).
Montag, 16. Februar 2026
Was ein Mönch so hört (15): The Greatest Recordings EVER! Wagner: The Ring (Keilberth, Bayreuth 1955)
Die sensationelle Aufnahme von Wagners ‚Ring’ aus Bayreuth von 1955 schreibt die mediale Rezeptionsgeschichte neu. Es gibt künstlerisch weder auf der Bühne noch im Orchestergraben kaum vergleichbares.
Der Bayreuther ‚Ring’ von 1955 ist ein großes Hörabenteuer. Eines, das Augen und Ohren öffnet, für das, was in Bayreuth einmal möglich war. Eines, das künstlerisch herausragt aus allen erhältlichen Wagner-Aufnahmen. Eines, das ein junges Wagner-Ensemble festgehalten hat, dessen Namen noch heute gewicht haben. Der Bayreuther ‚Ring’ von 1955 ist nichts weniger als ein sensationelles Dokument, das einmal mehr heutige Bayreuth-Größen am Pult und auf der Bühne vehement in Frage stellt, unabhängig davon wie sich die Bedingungen geändert haben.
Das Rheingold Hans Hotter (Wotan), Gustav Neidlinger (Alberich), Georgine von Milinkovič (Fricka), Rudolf Lustig (Loge), Paul Kuen (Mime), Ludwig Weber (Fasolt), Josef Greindl (Fafner), Josef Traxel (Froh), Hertha Wilfert (Freia), Jutta Vulpius (Woglinde), Elisabeth Schärtel (Wellgunde), Maria Graf (Flosshilde)
Die Walküre Astrid Varnay (Brünnhilde), Hans Hotter (Wotan), Gré Brouwenstijn (Sieglinde), Ramón Vinay (Siegmund), Josef Greindl (Hunding), Georgine von Milinkovič (Fricka/Grimgerde), Hilde Scheppan (Helmwige), Gerda Lammers (Ortlinde), Hertha Wilfert (Gerhilde), Elisabeth Scheppan (Waltraute), Jean Watson (Siegrune), Maria von Ilosvay (Schwertleite)
Siegfried Wolfgang Windgassen (Siegfried), Hans Hotter (Der Wanderer), Astrid Varnay (Brünnhilde), Maria von Ilosvay (Erda), Ilse Hollweg (Waldvogel)
Götterdämmerung Astrid Varnay (Brünnhilde), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Josef Greindl (Hagen), Hermann Uhde (Gunther), Gré Brouwenstijn (Gutrune), Maria von Ilosvay (Waltraute/1. Norn), Georgine von Milinkovič (2. Norn), Mina Bolotine (3. Norn)
Chor und Orchester der Bayreuth Festspiele, Joseph Keilberth









