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Dienstag, 22. Juli 2025

Glaube in Noten - eine theologische Betrachtung der Musik

Eine ganz wunderbare "theologische Betrachtung über die Musik" von Frau Dr. Margarete Strauss. Eigentlich wollte ich selbst einen Post über genau dieses Thema schreiben. - Frau Strauss ist mir zuvorgekommen. Besser hätte ich es nicht machen können. 

DANKE  und VERGELT´S GOTT dafür!

Mittwoch, 5. März 2025

Fastenvorsätze - 5x Vitamin B

Heute, in der Fastenkonferenz am Aschermittwoch, gab uns Erzabt Wolfgang 5 Vorsätze mit auf den Weg. Als Anregungen für die Fastenzeit, möchte ich diese auch der restlichen Menschheit weiter empfehlen: 

1) Bemühe dich um eine Haltung der Dankbarkeit!

2) Bewege dich jeden Tag in der Natur!

3) Bete zu Gott wie zu deinem besten Freund!

4) Bekämpfe die Acedia (Lustlosigkeit im geistlichen Leben) mit ihren acht Töchtern (Müßiggang, Schläfrigkeit, Streitlust, Unruhe, Herumlungern, Unbeständigkeit des Geistes und des Körpers, Geschwätzigkeit und Neugier) !

5) Benutze im Alltag oft folgende Worte: Bitte - Danke - Entschuldigung!

Nicht die Glücklichen sind dankbar, 
sondern die Dankbaren sind glücklich!


Sonntag, 3. Mai 2020

PRIESTERLICHE UMGANGSFORMEN von Ludwig Hertling S.J

Ludwig Hertling S.J. :
Priesterl. Umgangsformen
Innsbruck : Rauch, 1930. -

>> Download (PDF)

Takt, Stil und Anstand sind Tugenden, die eigentlich jeder beherrschen sollten. Insofern muss an dieser Stelle an die Schrift eines Jesuitenpaters erinnert werden, der als "Knigge des Katholizismus" gilt. In seinem 1929 erschienenen Handbuch "Priesterliche Umgangsformen" hat Ludwig Hertling S.J. eine kleine und humorvolle Tugendlehre verfasst, - nicht allein für Kragenträger: "Was wäre wohl das höchste Lob für einen Menschen? Vielleicht, wenn man sagen kann, er ist vollkommen neidlos. Aber dann kommt gleich ein Lob, das fast so hoch ist: er hat Takt. - Was ist Takt? - Takt kommt vom lateinischen tangere, berühren. Es ist die Kunst, jemand an der richtigen Stelle zu berühren, und vor allem nicht an der falschen Stelle, nämlich nicht da wo es wehtut.

Meine Lieblingsgebete: Franziskus von Assisi (1181 - 1226)

GEBET VOR DEM KREUZBILD VON SAN DAMIANO

Franziskus, so wird berichtet, habe dieses Gebet gesprochen, als er vom Kreuz in San Damiano den Auftrag vernahm: „Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist.“ Dieses Ereignis hat nach allem, was wir wissen, im Januar 1206 stattgefunden. Damals muss das Gebet schon formuliert gewesen sein. Es entstand wohl während des Bekehrungsprozesses, in dessen Verlauf Gott und die Aussätzigen immer mehr in den Mittelpunkt rückten.


Höchster, lichtvoller Gott.
Erleuchte die dunkle Nacht in meinem Herzen.

Gib mir einen Glauben, der aufrichtet.
Eine Hoffnung, die Halt gibt,
eine Liebe, die Maß nimmt an der Liebe Jesu Christi.

Gib mir Herr,
eine Erkenntnis, die weiterführt
und einen Sinn, der alles durchdringt.

Lass mich die Würde erfahren, die Du mir schenkst.
Und den Auftrag tun, den Du mir zugedacht hast.

Amen
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Zur Übersetzung einige Bemerkungen von Anton Rotzetter OFMCap :

Gott ist für Franziskus strahlendes flutendes Licht. Ihm hält er seine Nacht entgegen.

Franziskus erbittet sich eine "fides recta". Ich verbinde mit diesem Ausdruck nicht das Moment der Rechtgläubigkeit, sondern eine neue Haltung, die nur Gott geben kann: den geraden Rücken, den aufrechten Gang!

Franziskus erbittet sich eine "spes certa", eine Gewissheit, die nur Gott geben kann. Ich unterstreiche auch hier die existentielle Dimension: den Halt in einer zerfliessenden Welt.

Franziskus erbittet sich "vollkommene Liebe". Er kann es doch wohl nur im Blick auf jene Liebe, die sich ganz und gar hingibt: die Liebe Jesu Christi.

Franziskus erbittet sich darüber hinaus "Erkenntnis" und "Sinn", echte Hilfe durch Einsicht und sinnlich erfahrbaren Sinn.

Franziskus erbittet sich vor allen Dingen eine Aufgabe, die er erfüllen kann, eine Rolle, die er spielen darf, eine Sendung, die ihm Bedeutung gibt, einen Auftrag, der ihn von anderen unterscheidet.
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DER BUCHTIPP:

Anton Rotzetter:
Mit Gott im Heute
Grundkurs franziskanischen Lebens
345 S. : Herder, 2000. -
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Anton Rotzetter, geboren 1939, Dr. theol. Der Kapuzinerpater lebt im Kloster Altdorf am Vierwaldstätter See. Er ist ein weithin bekannter Fachmann für franziskanisch und biblisch geprägte Spiritualität.

Meine Lieblingsgebete: John Henry Newman (1801 - 1890)

Zu den großen Gestalten der englischen Kirchengeschichte gehört John Henry Kardinal Newman. Ursprünglich anglikanischer Christ, trat er im Alter von 44 Jahren in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Katholischen Glauben über und wurde später von Papst Leo XIII. in den Kardinalsstand erhoben. Aufgrund seiner theologischen und geistlichen Schriften gilt er als der Kirchenvater der Neuzeit. Von ihm stammen folgende zwei Gebete:

Ich brauche dich, Herr,
als meinen Lehrer,
tagtäglich brauche ich dich.
Gib mir die Klarheit des Gewissens,
die allein deinen Geist fühlen und begreifen kann.

Meine Ohren sind taub, ich kann deine Stimme nicht hören.
Mein Blick ist getrübt, ich kann deine Zeichen nicht sehen.

Du allein kannst mein Ohr schärfen, meinen Blick klären
und mein Herz reinigen.

Lehre mich zu deinen Füßen sitzen
und auf dein Wort zu hören.

Amen
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Führe du mich, du mildes Licht,
führe du mich den Weg.
Die Nacht ist finster, und ich bin fern der Heimat.
Führe du mich den Weg!
Leite du meinen Fuß.
Und sehe ich auch nicht weiter:
Wenn ich nur sehe
jeden Schritt.
Du hast bis jetzt mich geführt.
Du wirst mich sicher auch weiterhin führen:
durch Moor und Sumpf,
über Fluten und felsige Klippen
bis vorüber die Nacht
und die Engel des Morgens mich grüßen.
Ich habe je sie geliebt.
Nur bisweilen vergessen ihr Licht.

Amen
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DER BUCHTIPP:

Gerhard L. Müller:
John Henry Newman begegnen
176 S. : Abb., Sankt Ulrich Verlag, 2000. -
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Das Leben des großen englischen Kardinals John Henry Newman (1801-1890) ist ein geistiger Kampf um den wahren Glauben, der ihn von der englischen Staatskirche zur katholischen Weltkirche führte. Die gängige Gleichsetzung von Modernität und religiöser Beliebigkeit entlarvte dieser "Kirchenvater der Neuzeit" John Henry Newman als Trugschluß. Scharfsinnig wies der Oxford-Professor nach, wie der scheinbare Verzicht auf die Wahrheit im Namen der Toleranz das Christentum in seiner Existenz bedroht. Ludwig Gerhard Müller entfaltet Newmans Theologie als einen schrittweisen Zugang von der Zustimmung des Menschen zum Glauben bis hin zur Annahme der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Meine Lieblingsgebete: Thomas Morus (1478 - 1535)

Thomas Morus, 1478 in London geboren, studierte Rechtswissenschaft in Oxford. Er stieg unter Heinrich VIII. bis zum höchsten Amt des Lordkanzlers auf. Er führte ein glückliches Familienleben, hatte vier Kinder; er verband überragende Geistesschärfe mit tiefer Frömmigkeit und einem Humor, der nicht zu erschüttern war. 1532 legte er sein Amt aus Gewissensgründen nieder; 1535 wurde er, zwei Wochen nach John Fisher, wegen angeblichen Hochverrats hingerichtet. Auf dem Schafott sagte er: „Ich sterbe als des Königs treuer Diener, aber zuerst als Diener Gottes.“

GEBET

Deine Gnade schenk mir, guter Herr,
diese Welt gering zu achten.
Meine Seele fest an dich zu binden,
nicht an Menschenmund und -wort zu hängen.

Laß mich bejahen, daß ich einsam bin
und wunschlos nach der Kumpanei der Welt.
Gib, daß jeder Schritt aus ihr heraus
mein Herz der irdischen Geschäftigkeit entrückt.

Dass es mir nicht Verlockung, sondern Qual bedeute,
auf Hirngespinste, Weltgeschwätz zu hören.
Laß voller Freude, lieber Herr, an dich mich denken
und deine Hilfe fromm erbitten.

Gewähre mir, ganz deinem Trost zu trauen
und dich zu lieben als meiner Mühen Lohn;
Meine Bosheit zu erkennen, die Erbärmlichkeit,
und demütig in deiner Hand zu werden.

Herr, mach mich willig, meine Sünden zu beklagen,
für ihre Sühnung Leid geduldig zu ertragen.
Ich preise, Herr, was mich schon hier auf Erden reinigt;
Laß mich in Not und Elend fröhlich sein!

Den schmalen Pfad zum Leben laß mich gehen
und Christi Kreuz die eignen Schultern leihn.
Die letzte Stunde laß mir vor der Seele stehen,
vor Augen immerfort den Weggefahrten Tod.

Ihn gib mir, Herr, zu meinem Nebenmann,
damit ich nie die Hölle zu betrachten unterlasse
und um Verzeihung bitte, eh der Richter naht,
im Herzen gegenwärtig, was Christus für mich litt.

Gewähr mir, lebenslang zu danken für sein Gutsein
und rückzukaufen die verlorne Zeit;
Von Wortgeklingel, Redeschwall mich freizuhalten
Und ebenso von lauten törichten Vergnügen.

Den dummen aufgeputzten Leerlauf laß mich meiden
und was Frau Welt so feilbietet an Freuden:
Freundschaft, Freiheit, Lebenslust, wonach wir trachten,
gelange ich zu Christus nur, für nichts zu achten.

Als meinen besten Freund lehr mich erkennen
den schlimmsten Feind. Die Brüder Josefs hätten
mit aller Lieb und Gunst ihm so viel Gutes
nie erweisen können wie durch ihren Haß und Neid!

Dies alles zu bedenken, nützt unendlich mehr
als aller Fürsten-Reichtum dieser Welt
und als der Christen und der Heiden Gut und Geld.
Und wäre es auch aufgehäuft zu Bergen.

Amen


PRAYER


Give me the grace, Good Lord

To set the world at naught. To set the mind firmly on You and not to hang upon the words of men's mouths.

To be content to be solitary. Not to long for worldly pleasures. Little by little utterly to cast off the world and rid my mind of all its business.

Not to long to hear of earthly things, but that the hearing of worldly fancies may be displeasing to me.

Gladly to be thinking of God, piteously to call for His help. To lean into the comfort of God. Busily to labor to love Him.

To know my own vileness and wretchedness. To humble myself under the mighty hand of God. To bewail my sins and, for the purging of them, patiently to suffer adversity.

Gladly to bear my purgatory here. To be joyful in tribulations. To walk the narrow way that leads to life.

To have the last thing in remembrance. To have ever before my eyes my death that is ever at hand. To make death no stranger to me. To foresee and consider the everlasting fire of Hell. To pray for pardon before the judge comes.

To have continually in mind the passion that Christ suffered for me. For His benefits unceasingly to give Him thanks.

To buy the time again that I have lost. To abstain from vain conversations. To shun foolish mirth and gladness. To cut off unnecessary recreations.

Of worldly substance, friends, liberty, life and all, to set the loss at naught, for the winning of Christ.

To think my worst enemies my best friends, for the brethren of Joseph could never have done him so much good with their love and favor as they did him with their malice and hatred.

These minds are more to be desired of every man than all the treasures of all the princes and kings, Christian and heathen, were it gathered and laid together all in one heap.

Amen

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"Von Natur bin ich ängstlich und schreckhaft... Dennoch habe ich mich, wie du weißt, in all den entsetzlichen Todesängsten, die ich vor meiner Einlieferung in den Tower oft mit bekümmertem und verzagtem Herzen durchmachte, in keinem einzigen solchen Angstzustand, mit dem Gedanken vertraut gemacht, etwa in äußerster Furcht vor den körperlichen Schmerzen doch einer Sache zuzustimmen, die meinem Gewissen widerspräche und mir Gottes tiefstes Mißfallen zuzöge."

(Thomas More an seine Tochter Margret, im Tower von London 1534)
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„Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit,
dass sie mit der Hälfte davon den Himmel hätten erkaufen können.“

(Thomas Morus)
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"Wo hat die Natur je einen Geist gebildet, der liebenswürdiger, angenehmer und glücklicher wäre ah der des Thomas Morus?"

(Erasmus von Rotterdam)
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DER BUCHTIPP:

Peter Berglar:
Die Stunde des Thomas Morus : Einer gegen die Macht
490 S.. : Abb., Adamas Verlag, 1998. -
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Für die Ehrlichkeit in Gewissensfragen nimmt der große Brite und Heilige der katholischen Kirche Thomas Morus den Tod auf sich. Fesselnd schildert Berglar Morus' politische Karriere und die innere Biographie eines eher ängstlichen Mannes. "Seit langem die erste vollgültige Biographie ... Man hätte sie nicht gerechter, feinfühliger für Nuancen, lebensnäher erzählen können." (Golo Mann)

Freitag, 27. März 2009

Warum ich Christ bin

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Ein Vortrag von August Everding

Vielen ist der ehemalige Staatsintendant und Präsident der Bayerischen Theaterakademie, Prof. Dr. August Everding (1928 -1999), als bedeutender und verdienstvoller "Kulturmacher" der Nachkriegszeit in bester Erinnerung. Weggenossen, Mitstreiter und "Gegner" bewunderten gleichermaßen seine Kompetenz und Sprachgewalt, seinen Humor und sein diplomatisches Geschick. Seine natürliche Frömmigkeit und sein unverkrampfter Glaube wirkten attraktiv und ansteckend. Am 29. Mai 1988 hat August Everding in einem bewegenden Vortrag im Kloster Andechs versucht zu erklären, warum er Christ ist:

"Ich verdanke und danke die Tatsache, Christ, katholischer Christ zu sein, meinen Eltern. Das ist dramaturgisch kein guter Beginn für einen Vortrag. Die Wörter »verdanken« und »danken« sind schon so positiv, daß dem Ganzen das Brio fehlen könnte. Ich verachte also meine Eltern nicht, daß sie bekennende Christen waren, ich verdamme sie nicht, weil sie mich haben taufen lassen - ohne mich zu fragen. Ich bin ihnen nicht gram, daß sie mich christlich erzogen haben. Nahm ich doch auch die anderen Annehmlichkeiten (ist Christsein eine Annehmlichkeit?) ohne zu fragen in Kauf: ihr Haus, ihre Kultur, ihr Geld, ihre Geschichte, ihre Gene..."...

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