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Montag, 24. August 2026

Tischlesung: Antoni Gaudí – Der Architekt Gottes: Die Biographie von Kathrin Benz

Katalanischer Nationalist, tief gläubiger Katholik und ein Revolutionär der Architektur – sieben seiner Bauwerke gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer war dieser exzentrische Architekt, der eine vollkommen neue Formensprache erfand? Er revolutionierte die Architektur durch die Nachahmung der Naturgesetze, die er auf den Schöpfergott zurückführte. So entstand ein höchst eklektischer Fusion-Stil aus Gotik, Barock und arabischen Elementen. Damit gilt er als Vater des spanischen Jugendstils. Sein bekanntestes Werk ist die Sagrada Família in Barcelona, die jährlich Hunderttausende von Besuchern nach Barcelona lockt. 

»Der Architekt Gottes« ist die erste Biografie einer höchst eigenwilligen Gestalt: Ein katalanischer Patriot, der Mitte seines Lebens zu einem sehr intensiven, spirituellen Glauben fand. Ein Sinnsucher, der sich mit Musik und Farbtheorie, Fotografie, Literatur und Glasmalerei beschäftigte. Er galt als Star, der sich aber immer mehr von der Gesellschaft abwandte und nach seinem legendären Straßenbahnunfall in einem Armenspital starb.

Sonntag, 7. Juni 2026

Tischlesung - Patriot: Meine Geschichte von Alexej Nawalny

Die eindringliche und bewegende Autobiographie eines furchtlosen Oppositionsführers, der den höchsten Preis für seine Überzeugungen zahlen musste. 

Nawalny begann mit der Arbeit an PATRIOT im Jahr 2020, kurz nach dem Giftanschlag auf ihn. Es ist die umfassende Geschichte seines Lebens: seine Jugend, seine Berufung zum Aktivisten, seine Ehe und Familie sowie sein Einsatz für Demokratie und Freiheit in Russland angesichts einer Supermacht, die ihn unbedingt zum Schweigen bringen will. PATRIOT zeigt Nawalnys absolute Überzeugung: Der Wandel ist nicht aufzuhalten. Er wird kommen. 

Anschaulich und mit spannenden Details, einschließlich bislang unveröffentlichter Aufzeichnungen aus dem Gefängnis, schildert Nawalny seinen politischen Werdegang, die zahlreichen Anschläge auf ihn und seine Vertrauten und die hartnäckigen Kampagnen, die er und sein Team gegen das zunehmend diktatorische Regime zu führen wagten. Nawalnys Witwe, Julija Nawalnaja, sagt: “Dieses Buch ist nicht nur das Zeugnis von Alexejs Leben, sondern auch von seinem standhaften Kampf gegen die Diktatur – ein Kampf, für den er alles gab, einschließlich sein Leben. Die Leser werden den Mann kennenlernen, den ich zutiefst geliebt habe – einen Mann von umfassender Integrität und unbeugsamem Mut. Seine Geschichte wird nicht nur sein Andenken ehren, sondern auch andere Menschen inspirieren, sich für das Richtige einzusetzen und nie die Werte aus den Augen zu verlieren, die wirklich zählen.”

Geschrieben mit der Leidenschaft, dem Esprit, der Aufrichtigkeit und dem Wagemut, für die er zu Recht bewundert wurde, ist PATRIOT Nawalnys Abschiedsbrief an die Welt: eine bewegende Darstellung seiner letzten Jahre, die er im brutalsten Gefängnis der Welt verbrachte, eine Mahnung, warum die Grundsätze der individuellen Freiheit so wichtig sind, und ein mitreißender Aufruf, das Werk fortzuführen, für das er sein Leben gab.

Mittwoch, 13. Mai 2026

Tischlesung: Franz von Assisi: Ein radikales Leben neu erzählt | Zum 800. Todestag von Markus Hofer

Mit dem reichen Vater öffentlich brechen, die Kleider eines Bettlers anziehen, in absoluter Besitzlosigkeit leben: Franz von Assisi zog in seinem Glauben an Jesus alle Register. Bis heute fasziniert er, weil er seinem Herzen kompromisslos folgte. Das radikale Leben dieses "Hofnarren Gottes" eckt an und reißt in seinen Extremen mit: bittere Armut trifft auf überschwänglich-naive Fröhlichkeit, harte Ablehnung auf bedingungslose Anhängerschaft. Der Weg des Heiligen war eine wahren Berufung. 

Der Theologe und Kunsthistoriker Markus Hofer nutzt die erhaltenen Quellenschriften und begegnet Franz von Assisi ohne verklärende Zuschreibungen. "Franziskus ist ein menschliches Gesamtkunstwerk, in dem Liebe und Entbehrung, Poesie und Radikalität, Vollendung und Versagen zusammentreffen."

Freitag, 13. Februar 2026

Aktuelle Tischlesung: Die Mozarts - Geschichte einer Familie von Michael Lemster

Der Aufstieg der Familie Mozart 
Die Geschichte der Mozarts beginnt nicht in Salzburg, sondern in einem kleinen Dorf bei Augsburg. Hier liegen die Wurzeln einer Familie, die der Menschheit ein großes Geschenk gemacht hat: drei Generationen an Musikern von europäischem Ruhm und den Pianisten, Organisten, Violinisten, Musikunternehmer und Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Michael Lemster erzählt in seinem Buch vom Aufstieg und Erlöschen der Mozarts, von ihren Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum Tod der letzten Nachfahrin im Jahr 1965: 

 - Der Aufstieg der Familie Mozart: vom Bauern zum Handwerker zum Künstler und vom aufgeklärten Höfling zur bürgerlichen Existenz 

- Eine lebensprall erzählte Familiengeschichte, eingebunden in die Geschichte Europas 

- Der Stammbaum der Familie Mozart: Mozarts Vorfahren und seine Eltern Leopold und Anna Maria, Ehefrau Constanze Weber und Mozarts Söhne Franz Xaver und Carl Thomas Mozart 

 - Ein Leben für die Musik: die Compagnie Mozart, der Familienbetrieb des Leopold Mozart, und ihre Reisen durch Europa 

- Was Mozart inspirierte: von den ersten Kompositionen als Wunderkind, über künstlerische Krisen bis hin zur Veröffentlichung seiner Werke wider Willen durch Mozarts Ehefrau Constanze 

Die Mozarts – Familienbiografie und Panorama der europäischen Geschichte 
Die Mozarts, deren Aufstieg nach dem Dreißigjährigen Krieg begann, stehen für prägende Epochen der europäischen Geschichte. Kreativ und ehrgeizig meisterten sie die Herausforderungen ihrer Zeit. Die Biografien der Familienmitglieder sind reich an Höhepunkten und Krisen, Rätseln und Verwicklungen. War Leopold Mozart wirklich der unnachgiebige Zuchtmeister des kindlich-unbekümmerten Wolfgang? War das »Bäsle« die große, aber unmögliche Liebe des Komponisten? Und war Wolfgangs Frau Constanze der Ruin der Familie oder die Mutter ihres Nachruhms? 

Mit feinem Gespür für das Zeitkolorit wirft Michael Lemster in seinem Mozart-Buch ungewöhnliche Fragen auf und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer Familie, deren Geist vor allem in der klassischen Musik unsterblich wurde!

Sonntag, 19. Oktober 2025

DIE ZWEITE (GROSSE!) PANNE - DIE VERGESSENE TISCHLESUNG IM MAI: Der Gründer - P. Andreas Amrhein (1844–1927) – Pionier, Träumer und Prophet von Pater Cyrill Schäfer

VON MEINEM VATER EMPFOHLEN: 

Das Leben von Pater Andreas Amrhein (1844–1927), Gründer der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien und der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing, verlief in vieler Hinsicht ungewöhnlich und widersprüchlich. Während seine Gründungen heute weltweit tätig sind und ihr Wirken in Teilen gut erforscht ist, wird der Gründer selbst meist nur kursorisch präsentiert. Dabei wird übersehen, dass nur über ein vertieftes Verständnis der Gründerpersönlichkeit manche Entwicklungen der Kongregationen richtig gedeutet werden können. Die hier vorgelegte Biographie möchte einen möglichst umfassenden Einblick in das Denken und Handeln Amrheins im Kontext der Zeitgeschichte und damit einen Beitrag zur Erforschung des Gründungscharismas der missionsbenediktinischen Kongregationen bieten.

Entschuldigung! Lieber P. Cyrill, das wäre eigentlich ein Fall für die "Culpa-Ecke"

Montag, 28. Juli 2025

Aktuelle Tischlesung: Gebrauchsanweisung für den Vatikan von Rainer Stephan

Hier bemalte Michelangelo vier Jahre lang die Decke der Sixtinischen Kapelle; Joseph Ratzinger zog aus dem bayerischen Markl zu; und jährlich strömen Millionen Gläubige und Pilger, Kunstliebhaber und Touristen her: in die Papststadt Rom, auf den Peters­platz, zum Vatikan. Steuerparadies und Inbegriff einer Weltmacht, ein kleiner Staat mit eigener Verwaltung, eigenem Postwesen und eigenem Bahnhof. Dieses Buch öffnet Türen. Es führt uns mitten hinein in dieses Universum, zum Lateran, zu Santa Maria Maggiore und den anderen Papstbasiliken, in die Katakomben und nach Castel Gandolfo. Auf die Gassen, Plätze und zu den Menschen im Vatikan, in Wohnungen und Gärten, Büros und Restaurants – in die urbane Realität einer Weltstadt. 

Bunt und in einer wunderschönen Sprache geleitet der Autor den interessierten Besucher durch die hintersten Winkel des Vatikans und lässt im Leser das Bedürfnis, möglichst schnell dorthin zu kommen wachsen!

Samstag, 19. Juli 2025

Aktuelle Tischlesung: Freiheit uns Vertrauen - Von alten Ordensleuten für das Leben lernen von Ruth Mächler

Alte Ordensfrauen und -männer erzählen von schweren Entscheidungen, von Krisen und Glücksmomenten und von ihrem persönlichen Weg zu innerer Freiheit. In ihren Erfahrungen lassen sich Antworten auf die großen Lebensfragen erahnen. Ruth Mächler berichtet und reflektiert als Soziologin und evangelische Seelsorgerin über ihre Gespräche mit den alten Patres, Brüdern und Schwestern. Was bedeutet Freiheit? Wie findet man zu guten Entscheidungen? Was ist es wert, alles dafür hinzugeben? Was kann tragen im Alter, wenn Gesundheit und Kraft schwinden? – Ein Buch über gelebtes Leben, das mehr Weisheit schenken kann als alle Theorien.

Dienstag, 22. April 2025

Aktuelle Tischlesung: Angela Merkel - Freiheit: Erinnerungen 1954 – 2021

16 Jahre trug Angela Merkel die Regierungsverantwortung für Deutschland, führte das Land durch zahlreiche Krisen und prägte mit ihrem Handeln und ihrer Haltung die deutsche und internationale Politik und Gesellschaft. Doch natürlich wurde Angela Merkel nicht als Kanzlerin geboren. In ihren gemeinsam mit ihrer langjährigen politischen Beraterin Beate Baumann verfassten Erinnerungen schaut sie zurück auf ihr Leben in zwei deutschen Staaten – 35 Jahre in der DDR, 35 Jahre im wiedervereinigten Deutschland. Persönlich wie nie zuvor erzählt sie von ihrer Kindheit, Jugend und ihrem Studium in der DDR und dem dramatischen Jahr 1989, in dem die Mauer fiel und ihr politisches Leben begann. Sie lässt uns teilhaben an ihren Treffen und Gesprächen mit den Mächtigsten der Welt und erhellt anhand bedeutender nationaler, europäischer und internationaler Wendepunkte anschaulich und präzise, wie Entscheidungen getroffen wurden, die unsere Zeit prägen. Ihr Buch bietet einen einzigartigen Einblick in das Innere der Macht – und ist ein entschiedenes Plädoyer für die Freiheit.

Dienstag, 8. April 2025

Aktuelle Tischlesung: Benedikt XVI. - Laßt euch mit Gott versöhnen: Mit dem Heiligen Vater durch die Fastenzeit

Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist für die Kirche eine Zeit des Fastens. Papst Benedikt XVI. zeigt die Tiefendimension dieser vierzig Tage der Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Der Heilige Vater bietet den Gläubigen die Begleitung der Kirche durch die Fastenzeit an, eine Formung des Gewissens und eine Wiederentdeckung der Symbolik und der Sinnlichkeit des sakramentalen Lebens. 

„Zu Beginn der Fastenzeit, die ja ein Weg vertieften geistlichen Tuns ist, empfiehlt uns die Liturgie drei Bußpraktiken, die der biblischen und christlichen Tradition sehr wichtig sind – das Gebet, das Almosengeben und das Fasten. Sie dienen der inneren Vorbereitung, damit das Osterfest besser begangen und so die Macht Gottes erfahren werden kann.“
BENEDIKT XVI.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Aktuelle Tischlesung im Kloster - Papst Franziskus: Hoffe! - Die Autobiografie

Jorge Mario Bergoglio ist kein gewöhnlicher Papst: Er ist der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri, der erste Lateinamerikaner, der erste Franziskus, der Erste, der umfassende Reformen im Vatikan verfolgt. Und er ist der erste Papst in der Geschichte, der eine Autobiografie zu seinen Lebzeiten vorlegt. Eigentlich hätte dieses außerordentliche Lebenszeugnis erst nach seinem Tod veröffentlicht werden sollen, aber Papst Franziskus hat sich angesichts der Erfordernisse unserer Zeit und aufgrund des Heiligen Jahres 2025 dazu entschlossen, den Einblick in sein Leben schon jetzt zugänglich zu machen. Denn seine Biografie, seine Erlebnisse spiegeln in unvergleichlicher Weise sein Vermächtnis wider, das er uns allen, dir und mir, und trotz aller Widrigkeiten zuruft: Hoffe! 

Das Buch erzählt chronologisch und in Franziskus´ persönlichem Stil seine gesamte Lebensgeschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen italienischen Wurzeln beginnt. Es erzählt von der abenteuerlichen Geschichte der Auswanderung seiner Vorfahren nach Lateinamerika, seiner Kindheit dort und den Turbulenzen seiner Jugendjahre. Es berichtet von seiner Berufung und seiner Reifezeit ebenso wie von seinem Pontifikat und der Gegenwart. 

Mit großer erzählerischer Kraft holt Papst Franziskus aus und lässt uns teilhaben an seinen intimsten Erinnerungen (und seinen Leidenschaften). Und er geht schonungslos die zentralen Anliegen seines Pontifikats an und wendet sich mutig, nüchtern und prophetisch den wichtigsten Themen unserer Zeit zu: Krieg und Frieden (die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten), Migration, Umweltschutz, Sozialpolitik, die Stellung der Frau, Sexualität, der technische Fortschritt sowie die Zukunft der Kirche und der Religionen. 

Mit vielen Enthüllungen, Anekdoten und aufschlussreichen Überlegungen präsentiert sich diese Autobiografie emotional und gleichzeitig zutiefst menschlich, anrührend und humorvoll. Hier tritt uns einerseits der „Roman eines Lebens“ entgegen und andererseits das moralische und spirituelle Testament seines Verfassers, das Leserinnen und Leser in aller Welt faszinieren wird, weil es das Vermächtnis der Hoffnung für künftige Generationen ist.

Mittwoch, 20. Januar 2021

Tischlesung: Der Unfehlbare - Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert

Alles sprach dagegen, dass aus dem kleinen Giovanni Maria Mastai Ferretti (1792 - 1878) etwas wird. Hubert Wolf schildert den erstaunlichen Weg des kränkelnden jungen Adligen aus der Provinz zum mächtigsten und am längsten amtierenden Papst der Geschichte (1846 - 1878), der den Katholizismus neu erfand. Das fesselnd und anschaulich geschriebene Buch ist eine kalte Dusche für alle, die im Papst den Repräsentanten uralter Traditionen sehen.

Nach der Französischen Revolution lag das prächtige, aber jahrhundertelang krumm und schief gewachsene Gebäude des Katholizismus in Trümmern und musste neu errichtet werden. Doch in welchem Stil? Romantisch-mittelalterlich? Oder zeitgemäß-modern? Während die einen noch stritten, bauten die anderen schon neu: Hubert Wolf beschreibt, wie der Katholizismus im Namen erfundener Traditionen ganz auf Rom ausgerichtet wurde. Mit Pius IX. wurde 1846 der richtige Papst für dieses Programm gewählt: Im Bewusstsein eigener Machtvollkommenheit verkündete er das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens, schottete die Kirche mit dem «Syllabus errorum» von Demokratie und Moderne ab und ließ sich auf dem Ersten Vatikanischen Konzil für unfehlbar erklären. Traditionalistischen Kritikern beschied er kühl: «La tradizione sono io», die Tradition bin ich! Als kurz darauf der Kirchenstaat endgültig verloren ging, konnte das die weltweite Verehrung des «Gefangenen im Vatikan» nur noch steigern. Das Buch macht eindrucksvoll deutlich, wie seither alles mit dem Papst steht - und mit ihm fällt.

Dienstag, 30. Juli 2019

Tischlesung - Die Jesuiten von Markus Friedrich


Ein Orden zwischen Macht und Glaube

Seit seiner Gründung durch Ignatius von Loyola 1540 wirkte der heute größte katholische Männerorden in fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hinein: Zwischen Armenseelsorge und elitärer Wissenschaft, politischer Beratung und weltweiter missionarischer Tätigkeit gibt es kaum ein Gebiet, in dem die Jesuiten nicht tätig waren. Der renommierte Historiker Markus Friedrich erklärt, wie der Orden organisiert war, was ihn so erfolgreich machte, wie das Alltagsleben im Orden aussah, welche Aufgaben er in der säkularen Welt einnahm und wie er damit den Gang der Geschichte prägte.

»Die universelle Entwicklung dieses Ordens in einem Buch darzustellen, ist eine gigantische Aufgabe. Markus Friedrich hat sie meisterhaft bewältigt.« Süddeutsche Zeitung

Freitag, 29. März 2019

Tischlesung - Eine kurze Geschichte des Sonntags: Vom Urchristentum bis heute

Warum und wie Christen seit frühester Zeit den Sonntag heilig hielten, erzählt der renommierte Kirchenhistoriker Justo L. González. Der historische Bogen reicht von den Ritualen der antiken Kirche über die Schlüsselfigur Kaiser Konstantin bis zum Protestantismus und lässt uns den Wert und die Einzigartigkeit des Sonntags neu verstehen und erleben. Was forderten die Glaubenskriege vom Sonntag, was die Reformation?

So erzählt González die Kulturgeschichte des Christentums neu – am Beispiel eines konkreten und altbekannten Phänomens, dem „siebten Tag“. Mit Blick auf die Gegenwart wird verständlich, warum der Sonntag beinahe weltweit als außergewöhnlicher Tag wahrgenommen wird, auch in säkularen Milieus. „Es ist der Sonntag des Lebens, der alles gleichmacht und alle Schlechtigkeit entfernt. Menschen, die so von ganzem Herzen wohlgemut sind, können nicht durch und durch schlecht und niederträchtig sein.“, schrieb schon Hegel. An der Frage nach dem Sonntag entfaltet sich auf unterhaltsame Weise unsere Kirchen- und Kulturgeschichte und lässt unmittelbar jene Freude lebendig werden, mit der das Urchristentum den Sonntag beging.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Tischlesung - Konrad Adenauer: Ein Jahrhundertleben

Konrad Adenauer hat die Bundesrepublik Deutschland geprägt wie kaum ein Zweiter. Er setzte die soziale Marktwirtschaft durch, söhnte Deutschland mit Frankreich aus und verankerte den Bonner Staat im Westen.

Werner Biermann erzählt dieses Jahrhundertleben, das von Bismarck bis zu den Beatles reichte. Auf der Grundlage bisher nicht beachteter Quellen, jahrelanger Recherchen sowie ausführlicher Gespräche mit der Familie schildert er den ebenso faszinierenden wie dramatischen Lebensweg Adenauers, seine Ideen und Ziele, seine Schwächen und Ängste. Besonderes Gewicht legt Biermann dabei auf das Leben vor der Kanzlerschaft: den politischen Aufstieg im Kaiserreich, die steile Karriere als Kölner Oberbürgermeister und prominenter Reichspolitiker in der Weimarer Republik und nicht zuletzt den jähen Absturz während des «Dritten Reiches» – der ihn beinahe das Leben gekostet hätte, als er 1944 verhaftet wurde. Dabei wird eines klar: Ohne sein in der Literatur bisher vernachlässigtes Vorleben ist der legendäre Kanzler nicht zu begreifen.

Ein grandios geschriebenes Porträt – und ein fesselndes Panorama deutscher Geschichte von der Kaiserzeit bis zum Kalten Krieg.

Samstag, 4. August 2018

Tischlesung - Martin Mosebach: Die 21 - Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vorgeführt; er staunte über den unbefangenen Umgang damit. Von Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im Himmel ist. So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen gekrönt wie Könige.
 
Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben über seine Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit bewahrt hat – der «Kirche der Martyrer», in der das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie durch ein Eihäutchen geschieden ist. Er traf den Bischof und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte ihre Kirchen und Klöster. In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen Faktor geworden – und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft. Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-Kairo.

Dienstag, 12. Juni 2018

Tischlesung - Mission im Krieg: Abt Norbert Webers Reisetagebuch aus Ostafrika 1905

Norbert Weber hat in seiner Amtszeit als Erzabt von St. Ottilien (1902 bis 1931) die gerade erst entstandene Klostergemeinschaft auf ihrem Weg zu einer weltweiten Kongregation auf vier Kontinenten geführt. Seine Reisen nach Asien und Afrika verarbeitete er auch literarisch und filmisch, wobei vor allem seine Korea-Dokumentationen bekannt wurden. Bisher noch unveröffentlicht ist sein Reisetagebuch nach Deutsch-Ostafrika aus dem Jahr 1905: Es berichtet aus unmittelbarer Nähe vom Maji-Maji-Krieg gegen die deutsche Kolonialherrschaft und bildet eine lebendige Quelle für Missions- und Kolonialgeschichte.

Dienstag, 15. Mai 2018

Tischlesung - So sieht uns die Welt: Ansichten über Deutschland

Deutschlands Rolle hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Wie sehen uns die Menschen in anderen Ländern eigentlich? Tun wir international genug oder verspielen wir gerade Vertrauenspotential? Hat Deutschland politisch, wirtschaftlich, kulturell eine Vorbildfunktion oder nicht? Machen wir den Anderen noch oder wieder Angst? Stehen wir für demokratische Werte? Ist Deutschland der Retter der Eurozone oder der Zerstörer? Hanni Hüsch, bis zuletzt Studioleiterin der ARD in Washington, und vierzehn weitere weltweite Auslandskorrespondenten deutscher Leitmedien fangen facettenreiche Stimmungsbilder über uns Deutsche ein.