Montag, 24. September 2018

Die Geschwindigkeitskontrolle

Der Papst ist auf Amerikabesuch, sein Chauffeur fährt ihn. Sagt der Papst: “Mein Freund, lassen Sie doch mich einmal ein paar Kilometer fahren!” Der Fahrer und der Papst tauschen die Plätze und los gehts. Da winkt ein Polizist das Fahrzeug zur Seite. Als der Papst das Fenster herunterlässt und der Polizist ihn sieht er bleich und ging ein paar Schritte vom Auto zurück.

Er rief seinen Vorgesetzten an und sagte: “Chef, ich hab hier ein Auto, das zu schnell gefahren ist – was soll ich tun?” – “Na was wohl” kam die ärgerliche Antwort: “Strafen natürlich!” “Aber Chef, da ist ein ganz, ganz prominenter Fahrgast im Auto” – Chef: “Hm, der Bürgermeister?” – Polizist: “Nein, viel viel prominenter!”Ja, wer denn, der Gouverneur?” Polizist: “Nein, ein viel höheres Tier!!” – Chef: “Na was denn, der Präsident der Vereinigten Staaten?” "Nein", sagt da der Polizist, "so genau weiß ich das auch nicht, aber der Papst ist sein Chauffeur."

Samstag, 4. August 2018

Tischlesung - Martin Mosebach: Die 21 - Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vorgeführt; er staunte über den unbefangenen Umgang damit. Von Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im Himmel ist. So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen gekrönt wie Könige.
Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben über seine Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit bewahrt hat – der «Kirche der Martyrer», in der das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie durch ein Eihäutchen geschieden ist. Er traf den Bischof und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte ihre Kirchen und Klöster. In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen Faktor geworden – und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft. Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-Kairo.

Sonntag, 15. Juli 2018

Auf zwei Minuten

Die Gemeinden, die am Beginn eines Gottesdienstes mit dem Priester einen Gruß wie "Guten Morgen (Tag, Abend)!" wechseln und die am Ende der sonntäglichen Messfeier auf den Wunsch des Priesters: "Einen schönen Sonntag!" brav im Chor mit "Danke gleichfalls!" antworten, sind wieder seltener geworden als vor zwanzig Jahren. Egal, ob die theologische Einsicht zu dem Wandel geführt hat, dass ein liturgischer Gruß anders lautet, weil der erste Einladende bei jedem Gottesdienst der Herr selbst ist, oder ob es einfach das gesunde Empfinden war, dass hier etwas nicht ganz stimmt – Gott sei Dank! Denkt man intensiver über dieses Thema nach, möchte man sich noch mehr Zurückhaltung wünschen. Etwa wenn bei der Segnung eines Hauses der Priester zunächst alle Anwesenden mit Handschlag begrüßt und anschließend die Segnung nicht einfach mit den Worten "Im Namen des Vaters …" eröffnet, sondern anhebt: "Ich begrüße Sie zur Segnung Ihres neuen Heimes…" Oder wenn er bei einer Beerdigung, die unmittelbar an die Eucharistiefeier anschließt, auf dem Friedhof noch einmal anfängt: "Ich begrüße Sie zur Verabschiedungsfeier von …", wobei er womöglich sogar noch die Angehörigen mit Namen anspricht. Dem gegenüber ist die Eröffnung des Stundengebets wohltuend: "O Gott, komm mir zu Hilfe." – "Herr, eile mir zu helfen. …" Da stimmt die Richtung von Anfang an: Wir sind zusammengekommen, um zu beten, Gottes Wort zu hören und darauf zu antworten. Also wenden wir uns ihm zu – schon mit dem ersten Satz, der gesprochen wird. Vor allem, wenn zuvor schon die Gemeinschaft untereinander hergestellt ist. Wohl tut auch der Gruß, der die dem Gottesdienst eigene Gemeinschaft schafft: "Gnade und Friede von Gott unserem Vater … sei mit euch." Es ist eine glückliche Errungenschaft, dass man heute durch ein persönliches Wort eine Gottesdienstgemeinde sammeln und in die Feier einzuführen kann. Es zeugt von Kreativität, wenn dies nicht immer mit den gleichen Worten geschieht. Wenn aber mit den gleichen Worten, dann sind jene, die zum Zentrum führen, wohl am geeignetsten: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" oder "Der Herr sei mit euch!", meint Ihr Eduard Nagel.

Himmel gegen Hölle

In hundert Jahren besucht der Teufel Petrus. Er fragt, ob man nicht mal ein Fußballspiel machen könnte: "Himmel gegen Hölle". Petrus lächelt: "Glaubst du, dass ihr auch nur die geringste Chance habt? Alle guten Fußballspieler sind im Himmel: Beckenbauer, Pele, Schweinsteiger, Müller, Neymar, Maradona..." Der Teufel lächelt zurück. "Das macht gar nichts. Dafür haben wir alle Schiedsrichter."

Dienstag, 12. Juni 2018

Tischlesung - Mission im Krieg: Abt Norbert Webers Reisetagebuch aus Ostafrika 1905

Norbert Weber hat in seiner Amtszeit als Erzabt von St. Ottilien (1902 bis 1931) die gerade erst entstandene Klostergemeinschaft auf ihrem Weg zu einer weltweiten Kongregation auf vier Kontinenten geführt. Seine Reisen nach Asien und Afrika verarbeitete er auch literarisch und filmisch, wobei vor allem seine Korea-Dokumentationen bekannt wurden. Bisher noch unveröffentlicht ist sein Reisetagebuch nach Deutsch-Ostafrika aus dem Jahr 1905: Es berichtet aus unmittelbarer Nähe vom Maji-Maji-Krieg gegen die deutsche Kolonialherrschaft und bildet eine lebendige Quelle für Missions- und Kolonialgeschichte.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Das Kloster des Schweigens

Schwester Agnes tritt in das Kloster des Schweigens ein. Die Oberin Mutter Theresa erklärt ihr:, "Dies ist ein Kloster des Schweigens. du bist willkommen, so lange du nicht sprichst, bis ich dir sage, daß du etwas sagen darfst." Schwester Agnes ist einverstanden und nickt stumm.

Fünf volle Jahre lebt Schwester Agnes schweigend im Kloster. An ihrem fünften Jahrestag besucht Mutter Theresa sie und sagt: "Schwester Agnes, du bist jetzt fünf Jahre hier. Du darfst zwei Worte sagen. " Darauf meint Schwester Agnes: "Bett hart." "Es tut mir leid, das zu hören," sagt Mutter Theresa, "wir werden dir ein weicheres Bett besorgen."

Es vergehen nochmals fünf Jahre bis Mutter Theresa wieder zu Besuch kommt und sagt: "Schwester Agnes, du bist nun zehn Jahre bei uns. Du darfst zwei Worte sagen." Schwester Agnes klagt: "Essen kalt." Mutter Theresa verspricht ihr, dass das Essen in Zukunft besser sein wird.

An ihrem fünfzehnten Jahrestag im Kloster besucht sie wiederum Mutter Theresa und sagt: "Schwester Agnes, du bist nun schon fünfzehn Jahre bei uns. Du darfst zwei Worte sagen." "Ich gehe." sagt Schwester Agnes. Daraufhin nickt Mutter Theresa und meint: "Das ist wahrscheinlich auch besser so. Seitdem Du hier bist, zickst du nur rum..."

Hundetaufe

Ein Mann kommt zum Pfarrer und möchte seinen Hund taufen lassen.
Pfarrer: "Das ist unmöglich!"
Mann: "Der Hund ist wie ein Familienmitglied, und ich lege auch 10.000 Euro in den Klingelbeutel."
Pfarrer: "Na gut, aber nur wenn sie es für sich behalten."
Der Hund wird getauft, aber der Mann muss es natürlich jedem erzählen - so erfährt es auch der Bischof.
Der lässt den Pfarrer kommen: "Ja, sind Sie denn wahnsinnig, einen Hund zu taufen?"
Pfarrer: "Der Mann hat 10.000 Euro in den Klingelbeutel getan."
Sagt der Bischof: "Und wann ist die Firmung?"

Dienstag, 15. Mai 2018

Tischlesung - So sieht uns die Welt: Ansichten über Deutschland

Deutschlands Rolle hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Wie sehen uns die Menschen in anderen Ländern eigentlich? Tun wir international genug oder verspielen wir gerade Vertrauenspotential? Hat Deutschland politisch, wirtschaftlich, kulturell eine Vorbildfunktion oder nicht? Machen wir den Anderen noch oder wieder Angst? Stehen wir für demokratische Werte? Ist Deutschland der Retter der Eurozone oder der Zerstörer? Hanni Hüsch, bis zuletzt Studioleiterin der ARD in Washington, und vierzehn weitere weltweite Auslandskorrespondenten deutscher Leitmedien fangen facettenreiche Stimmungsbilder über uns Deutsche ein.

Freitag, 31. März 2017

Richard Wagner und der christliche Gottesdienst


Im Frühjahr 1865 besuchte der in München lebende Richard Wagner des öfteren die Benediktinerabtei St. Bonifaz vor den Toren der Stadt. Wagner hatte vor kurzem ein Mitglied des Konventes kennengelernt, nämlich den aus dem Augsburgischen stammenden Pater Petrus Hamp (1838 - 1909). Der Komponist entwarf gerade das Textbuch zum Parsifal und wünschte, sich bei Pater Petrus "über die katholische Messe zu informieren". Dem ehrwürdigen Geistlichen schien es, als ob Wagner das "Messelesen lernen wollte".

Der Künstler, das Theatergenie seiner Epoche, holt sich Rat für sein künftiges Bühnenweihfestspiel bei einem Mann der Kirche. Diese bemerkenswerte Episode aus Wagners Biographie soll Ausgangspunkt sein für die folgenden Überlegungen zum Thema: Richard Wagner und der christliche Gottesdienst. Wir fragen zunächst nach der Rolle, die der Gottesdienst im Leben des evangelischen Christen Richard Wagner spielte. Dann ist zweitens von Wagners Eintreten für den katholischen Gottesdienst zu handeln. Aufgrund dieser Befunde erörtern wir drittens die Rezeption gottesdienstlicher Elemente in Wagners Musikdramen. Schließlich sind viertens Gemeinsamkeiten zwischen Theater und Liturgie aufzuzeigen...".

Kurt Küppers:
Richard Wagner und der christliche Gottesdienst
Antrittsvorlesung an der Universität Augsburg am 16. Mai 1991

Download der Vorlesung (PDF, 23 Seiten, 1490k)


Mittwoch, 15. Juni 2016

Spaemann: 'Amoris laetitia' bricht mit der Lehrtradition der Kirche


Katholischer Philosoph Robert Spaemann kritisiert das Schreiben und sieht die Gefahr eines Schismas

Rom (kath net/CNA) Der deutsche Philosoph Robert Spaemann kritisiert in einem Interview mit CNA das päpstliche Schreiben "amoris laetitia". Spaemann hat vor allem im Artikel 305 mit der Anm. 351 von „amoris laetitia“ ein Problem und erklärt, dass sich der Bruch mit der Lehrtradition der Kirche „zweifellos für jeden denkenden Menschen, der die entsprechenden Texte kennt“ ergebe. Die Kirche habe unbeschadet der menschlichen und moralischen Beurteilung des Einzelfalls, „keine Vollmacht, ohne vorherige Umkehr, ungeordnete sexuelle Beziehungen durch die Spendung von Sakramenten positiv zu sanktionieren und damit der Barmherzigkeit Gottes vorzugreifen“. Dies habe Johannes Paul II. in seinem Lehrschreiben „familiaris consortio“ (Art. 84) so festgelegt. Wie beim Frauenpriestertum sei diese Tür verschlossen. Die Vorstellung von Kardinal Kasper, „familiaris consortio“ durch eine Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung „weiterzuentwickeln“ sei in Wirklichkeit „ein Bruch mit ihrer wesentlichen anthropologischen und theologischen Lehre über die menschliche Ehe und Sexualität“, nach der „die menschliche Sexualität … (ein) ´Realsymbol für die Hingabe der ganzen Person` und zwar `ohne jede zeitliche oder sonstige Begrenzung`“ sei.

Von einer persönlichen Verurteilung der Betroffenen könne keine Rede sein. Um allerdings „sexuelle Verhältnisse …, die objektiv der christlichen Lebensordnung widersprechen“ positiv zu beurteilen, müsste der Papst klären, „nach welcher Zeit und unter welchen Umständen sich eine objektiv sündhafte, in eine gottgefällige Verhaltensweise verwandelt“. Als Hauptursache für den von ihm wahrgenommenen Bruch mit der bisherigen Lehre sieht der Philosoph eine, bis zu den Jesuiten im 17. Jahrhundert zurückgehende „Strömung der Moraltheologie, die eine reine Situationsethik vertritt“. Diese sei von „Johannes Paul II … in seiner Enzyklika ´veritatis splendor` verurteilt“ worden. „Auch mit diesem Lehrschreiben bricht `amoris laetitia´“ so Spaemann. Dabei sei Johannes Paul II der „authentischer Interpret“ der göttlichen Barmherzigkeit, die eines der Hauptthemen seines Pontifikats gewesen sei.

Man dürfe „nicht vergessen, dass es Johannes Paul II war, der ihr seine zweite Enzyklika widmete, in Krakau das Tagebuch der Schwester Faustyna entdeckte und sie später heiligsprach“. Spaemann moniert in diesem Zusammenhang auch eine falsche Interpretation von Thomas von Aquin, dessen Zitate in „amoris laetitia“ die Situationsethik zu stützen scheinen. Dabei würde „übersehen, dass Thomas objektiv sündhafte Handlungen kennt, für die es keine situativen Ausnahmen gibt. Zu ihnen gehören auch alle sexuell ungeordneten Verhaltensweisen“. Spaemann zeichnet ein düsteres Bild von den Folgen dieses Nachsynodalen Lehrschreibens. Der Papst habe das „Chaos … mit einem Federstrich zum Prinzip erhoben“. Er „hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt“ so Spaemann.

Es sei jetzt schon eine „Verunsicherung und Verwirrung von den Bischofskonferenzen bis zum kleinen Pfarrer im Urwald“ abzusehen. „Nach den entsprechenden Textstellen von `amoris laetitia´ … (könnten) bei … nicht weiter definierten `mildernden Umständen´ nicht nur die Wiederverheiratet Geschiedenen, sondern alle, die in irgendeiner `irregulären Situation´ leben, ohne das Bemühen ihre sexuellen Verhaltensweisen hinter sich zu lassen, d.h. ohne Beichte und Umkehr, zur Beichte andrer Sünden und zur Kommunion zugelassen werden“. Bischöfe und Priester, die sich an die bisher geltende Sakramentenordnung hielten, könnten gar nicht erst ernannt oder unter Druck gesetzt werden. Durch mangelnde Eindeutigkeit im Bereich Glaube und Moral sei mit einem „Säkularisierungsschub und Rückgang der Priesterzahlen in weiten Teilen der Welt“ zu rechnen. Kardinälen, Bischöfen und Priestern empfiehlt Spaemann in ihrem „Zuständigkeitsbereich die katholische Sakramentenordnung aufrecht zu erhalten und sich öffentlich zu ihr zu bekennen“. „Falls der Papst nicht dazu bereit … (sei) Korrekturen vorzunehmen, … (bleibe) es einem späteren Pontifikat vorbehalten, die Dinge offiziell wieder ins Lot zu bringen“.

Hier: Das ganze Interview zum Nachlesen