Mittwoch, 15. Juni 2016

Spaemann: 'Amoris laetitia' bricht mit der Lehrtradition der Kirche


Katholischer Philosoph Robert Spaemann kritisiert das Schreiben und sieht die Gefahr eines Schismas

Rom (kath net/CNA) Der deutsche Philosoph Robert Spaemann kritisiert in einem Interview mit CNA das päpstliche Schreiben "amoris laetitia". Spaemann hat vor allem im Artikel 305 mit der Anm. 351 von „amoris laetitia“ ein Problem und erklärt, dass sich der Bruch mit der Lehrtradition der Kirche „zweifellos für jeden denkenden Menschen, der die entsprechenden Texte kennt“ ergebe. Die Kirche habe unbeschadet der menschlichen und moralischen Beurteilung des Einzelfalls, „keine Vollmacht, ohne vorherige Umkehr, ungeordnete sexuelle Beziehungen durch die Spendung von Sakramenten positiv zu sanktionieren und damit der Barmherzigkeit Gottes vorzugreifen“. Dies habe Johannes Paul II. in seinem Lehrschreiben „familiaris consortio“ (Art. 84) so festgelegt. Wie beim Frauenpriestertum sei diese Tür verschlossen. Die Vorstellung von Kardinal Kasper, „familiaris consortio“ durch eine Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung „weiterzuentwickeln“ sei in Wirklichkeit „ein Bruch mit ihrer wesentlichen anthropologischen und theologischen Lehre über die menschliche Ehe und Sexualität“, nach der „die menschliche Sexualität … (ein) ´Realsymbol für die Hingabe der ganzen Person` und zwar `ohne jede zeitliche oder sonstige Begrenzung`“ sei.

Von einer persönlichen Verurteilung der Betroffenen könne keine Rede sein. Um allerdings „sexuelle Verhältnisse …, die objektiv der christlichen Lebensordnung widersprechen“ positiv zu beurteilen, müsste der Papst klären, „nach welcher Zeit und unter welchen Umständen sich eine objektiv sündhafte, in eine gottgefällige Verhaltensweise verwandelt“. Als Hauptursache für den von ihm wahrgenommenen Bruch mit der bisherigen Lehre sieht der Philosoph eine, bis zu den Jesuiten im 17. Jahrhundert zurückgehende „Strömung der Moraltheologie, die eine reine Situationsethik vertritt“. Diese sei von „Johannes Paul II … in seiner Enzyklika ´veritatis splendor` verurteilt“ worden. „Auch mit diesem Lehrschreiben bricht `amoris laetitia´“ so Spaemann. Dabei sei Johannes Paul II der „authentischer Interpret“ der göttlichen Barmherzigkeit, die eines der Hauptthemen seines Pontifikats gewesen sei.

Man dürfe „nicht vergessen, dass es Johannes Paul II war, der ihr seine zweite Enzyklika widmete, in Krakau das Tagebuch der Schwester Faustyna entdeckte und sie später heiligsprach“. Spaemann moniert in diesem Zusammenhang auch eine falsche Interpretation von Thomas von Aquin, dessen Zitate in „amoris laetitia“ die Situationsethik zu stützen scheinen. Dabei würde „übersehen, dass Thomas objektiv sündhafte Handlungen kennt, für die es keine situativen Ausnahmen gibt. Zu ihnen gehören auch alle sexuell ungeordneten Verhaltensweisen“. Spaemann zeichnet ein düsteres Bild von den Folgen dieses Nachsynodalen Lehrschreibens. Der Papst habe das „Chaos … mit einem Federstrich zum Prinzip erhoben“. Er „hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt“ so Spaemann.

Es sei jetzt schon eine „Verunsicherung und Verwirrung von den Bischofskonferenzen bis zum kleinen Pfarrer im Urwald“ abzusehen. „Nach den entsprechenden Textstellen von `amoris laetitia´ … (könnten) bei … nicht weiter definierten `mildernden Umständen´ nicht nur die Wiederverheiratet Geschiedenen, sondern alle, die in irgendeiner `irregulären Situation´ leben, ohne das Bemühen ihre sexuellen Verhaltensweisen hinter sich zu lassen, d.h. ohne Beichte und Umkehr, zur Beichte andrer Sünden und zur Kommunion zugelassen werden“. Bischöfe und Priester, die sich an die bisher geltende Sakramentenordnung hielten, könnten gar nicht erst ernannt oder unter Druck gesetzt werden. Durch mangelnde Eindeutigkeit im Bereich Glaube und Moral sei mit einem „Säkularisierungsschub und Rückgang der Priesterzahlen in weiten Teilen der Welt“ zu rechnen. Kardinälen, Bischöfen und Priestern empfiehlt Spaemann in ihrem „Zuständigkeitsbereich die katholische Sakramentenordnung aufrecht zu erhalten und sich öffentlich zu ihr zu bekennen“. „Falls der Papst nicht dazu bereit … (sei) Korrekturen vorzunehmen, … (bleibe) es einem späteren Pontifikat vorbehalten, die Dinge offiziell wieder ins Lot zu bringen“.

Hier: Das ganze Interview zum Nachlesen


Samstag, 13. Juni 2015

Robert Spaemann über die sog. "alte" Messe

Am 7. Juli 2007 hat Papst Benedikt XVI. mit dem Erlass „Summorum pontificum” die Feier von Gottesdiensten nach dem alten lateinischen Ritus als außerordentliche Form wieder breiter zugelassen. Der Philosoph Robert Spaemann gehört seit Jahrzehnten zu den Befürwortern dieses Ritus. Mit Gloria TV sprach er über die Auswirkungen des Papsterlasses.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Maria Knotenlöserin



Neulich fand in Augsburg ein großes Glaubensfest statt, zu dem sich tausende Gläubige aus ganz Bayern aufmachten: die Wallfahrt zur „Maria Knotenlöserin" in der Kirche St. Peter am Perlach, mitten in der Augsburger Innenstadt. Was hat es damit auf sich?

In der o. g. Kirche befindet sich ein sehr aussagekräftiges Gemälde. Es stammt von dem Maler Johann Georg Melchior Schmidtner. Er malte es um das Jahr 1700. Das Bild zeigt Maria auf der Mondsichel stehend. Sie hält ein weißes Band mit lauter Knoten in den Händen. Mit ihren zarten Fingern löst sie gerade einen Knoten. Gleichzeitig tritt sie einer Schlange auf den Kopf. Die hat ebenfalls eine verknotete Form. Bemerkenswert ist: Auf das Bild wurde sogar Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst Franziskus, aufmerksam, als er 1986 Augsburg besuchte. Er nahm Postkarten davon mit in seine südamerikanische Heimat. Auch dort wird das Bild seitdem verehrt. Was ist nun seine Botschaft?

Zunächst ist zu überlegen: Was bedeuten die Knoten? In jedem Menschenleben gibt es sie! Es sind die vielen oftmals „festgezurrten" Dinge wie Auseinandersetzungen, Sorgen, Nöte, Probleme, die der „Lösung" bedürfen. Der Blick auf Maria zeigt, wie das geschehen kann. Geduldig befolgt sie den Willen Gottes. Sie hat einen langen Atem. Sie gibt nicht gleich auf. Die Evangelien sagen uns das. Bleiben auch wir dran an den Problemen unserer Zeit. Eine gehörige Portion Geduld und Fingerspitzengefühl können helfen, ihnen beizukommen und manche Knoten zu lösen. Auf andere, unkonventionelle Weise, schaffte es Alexander der Große, den sogenannten „Gordischen Knoten" zu lösen. Er schlug ihn einfach mit einem Schwerthieb durch. Auch so wird Problemlösung heute bisweilen betrieben. Doch nicht selten führt das. zur Eskalation. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Das zeigen nicht zuletzt die vielen Kriege.

Bleiben wir doch bei Maria. Als die „Knotenlöserin" schlechthin, regt sie an, Probleme des Alltags im Frieden zu lösen. Sehr empfehlenswert ist jedenfalls der Besuch bei ihr in Augsburg!

Sonntag, 17. Mai 2015

I HAVE A DREAM : I BELIEVE IN ANGELS





I Have A Dream

I have a dream, a song to sing
To help me cope with anything
If you see the wonder of a fairy tale
You can take the future even if you fail
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I’ll cross the stream, I have a dream

I have a dream, a fantasy
To help me through reality
And my destination makes it worth the while
Pushing through the darkness still another mile
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I’ll cross the stream, I have a dream
I’ll cross the stream, I have a dream

I have a dream, a song to sing
To help me cope with anything
If you see the wonder of a fairy tale
You can take the future even if you fail
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I’ll cross the stream, I have a dream
I’ll cross the stream, I have a dream

(Taken from http://lyricstranslate.com/de/i-have-dream-ich-habe-einen-traum.html#ixzz3aNDghuPd)

video


I HAVE A DREAM
SONGTEXT ÜBERSETZUNG

Ich habe einen Traum
ein Lied zum Singen
um mir zu helfen
mit allem fertig zu werden
Wenn du das Wunder
eines Märchens siehst
kannst du die Zukunft annehmen
auch, wenn du versagst

Chorus:
Ich glaube an Engel
etwas Gutes in allem, was ich sehe
Ich glaube an Engel
wenn ich weiß, meine Zeit ist gekommen
Ich werde den Strom überqueren
Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum
eine Fantasie
die mir durch die Realität hilft
und meine Bestimmung
lässt es die Mühe wert sein
sich durch die Dunkelheit kämpfend
noch eine Meile

(Taken from http://lyricstranslate.com/de/i-have-dream-ich-habe-einen-traum.html#ixzz3aNDghuPd)


Donnerstag, 14. Mai 2015

Kentucky Bird : Der Kardinal


Gerade rauche ich eine Pfeife “Kentucky Bird”. Ein erlesener Pfeifentabak aus hellen Virginia- und sonnengetrockneten Kentucky- Tabaken, abgerundet mit natürlichen Blütenblättern. Eine neue Dimension für den Pfeifenraucher. Die Schönheit des Kardinals - das Wahrzeichen von Kenntucky - symbolisiert diese einzigartige Rezeptur.

Ein ganz toller Aromat, der weder Zungenbrand noch dicken Kopf macht, nicht die übliche Vanillebombe oder Kirschattacke darstellt, sondern eine Aromatisierung vorweisen kann, die zum Tabak passt und nicht alltäglich ist. Mein Kompliment an den Blender.


Kentucky state bird: Northern Cardinal Cardinalis cardinalis

Kentucky State Bird Description:

Size: 8 to 9 inches (21-23 cm)
Wingspan: 10 to 12 inches (25-31 cm)
Weight: 1.48 to 1.69 ounces (42-48 g)

The Northern Cardinal is a medium sized songbird. It has a crest on its head, a heavy, conical red bill and a face that is surrounded by black. The male Cardinal is bright red with black around the base of its reddish bill.

Jetzt fehlen nur noch die roten Schuhe!

Sonntag, 10. Mai 2015

Ganz außergewöhnlich! - Eine heiter bis düsterne Messe

Als Gioachino Rossini (1792-1868) vom Pariser Bankier Graf Alexis Pillet-Will beauftragt wurde, eine Messe zu schreiben, war der italienische Komponist bereits 70 Jahre alt. Die Uraufführung der Petite Messe Solennelle erfolgte im März 1864 anlässlich der Einweihung der neu erbauten gräflichen Privatkapelle - ungewöhnlich waren vor allem die Instrumentierung für zwei Klaviere und Harmonium und die geringe Anzahl von nur zwölf Sängern, weswegen Rossini sie als Kleine feierliche Messe bezeichnete.

Da Rossini fürchtete, sein Werk könne posthum in einer ihm nicht genehmen Weise für Orchester gesetzt werden, schrieb er 1866 selbst noch eine Orchesterfassung, die erstmals im Februar 1869 im Pariser Théâtre Italien aufgeführt wurde, also drei Monate nach seinem Tod.

Und welch merkwürdige Zusammenkunft fand doch bei dieser Uraufführung statt! Da erklang in Paris eine katholische Messe unter jüdischem Dirigat im Hause eines protestantischen Patriziers.

Exakt 150 Jahre nach dieser Uraufführung dieser “Petite Messe solennelle” fand im letzten Sommer eine Neueinspielung durch das Orchestre de chambre de Paris und dem Kammerchor Accentus statt, diesmal stilecht aufgenommen in der Kathedrale von Saint-Denis. So munter das damalige Tête-à-Tête der Konfessionen bei der Uraufführung gewesen sein muss, so ernst, düster und feierlich ist diese Version nun ausgestaltet. Darin mischt sich stimmungsvoll der dunkle Orchester- und Chorklang mit dem warmen Timbre von Michael Spyres (Tenor) und Alexander Vinogradov (Bass). Die besonders starken und emotionsgeladenen Momente entstehen aber vor allem dann, wenn sich über den Klang luzide und fast schon zerbrechlich die glasklaren Stimmen der Sopranistin Julia Lezhneva und der Altistin Delphine Galou schichten.

Die Tempi sind m. E. so genial gewählt, dass die Aufnahme mit nur einer einzigen CD auskommt. Eine echteRarität!



Sonntag, 3. Mai 2015

Erkenne was ist




Erkenne was ist, und handle friedvoll!
(David Röder)

Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist Geheimnis,
aber jeder Augenblick ein Geschenk
.
(Ina Deter)

=

Meine VERGANGENHEIT kümmert mich nicht mehr:
Sie gehört dem göttlichen Erbarmen.

Meine ZUKUNFT kümmert mich noch nicht:
Sie gehört der göttlichen Vorsehung.

Was mich kümmert, und was mich fordert,
ist das HEUTE:
Das gehört der Gnade Gottes
und meinem guten Willen.

(Hl. Franz von Sales)

In der Liebe ist zuviel nicht annähernd genug.
(Beaumarchais)

Dienstag, 21. April 2015

Ein Gott der Rache



Immerwieder werde ich an dieser Stelle Bücher vorstellen, die ich gelesen habe oder gerade lese. Jetzt nach langer Zeit wiedereinmal ein erster Tipp. Übrigens war der Autor mein Professor für AT in an der Uni in Münster in Westfalen. R.I.P. (103?) Es geht um das theologische Problem, ob man die Fluchpsalmen beten soll oder nicht.

Hier der Klappentext:
Es ist eine meisterhafte Einführung in die am häufigsten verdrängten Gebetstexte der Bibel: die Feindpsalmen. Ihre aggressiven Töne stören das christliche Gebot der Nächsten- und Feindesliebe. Kenntnisreich, lebendig und anschaulich wird hier die Leidenschaft dieser oft als ärgerlich empfundenen Psalmverse für christliches Beten fruchtbar gemacht.

Wirklich schade, dass wir in St. Ottilien die Feind- und Fluchpsalmen auslassen, wenn wir in deutscher Sprache beten. Aber vielleicht kommt es noch.

Bestellen Sie also folgendes Buch, das es leider nur noch (recht teuer) antiquarisch gibt, wenn es Sie interessiert:

ERICH ZENGER
EIN GOTT DER RACHE? - FEINDPSALMEN VERSTEHEN?
Freiburg im Breisgau, 1994
ISBN 3-451-23332-0
NE: GT

Samstag, 18. April 2015

Voll daneben!



Der Sturm "Niklas" hat im Klostergarten u.a. auch eine Buche entwurzelt. Sie hing nur noch an einem Ast eines Nebenbaumes. Als der Ast wegbrach, ist die Buche ganz umgefallen - auf den Weg - millimetergenau an der Herz-Jesu-Statue vorbei. Die Statue blieb unversehrt. Gott sei Dank war um diese Zeit niemand im Klostergarten unterwegs. Das Foto stammt übrigens von unserem genialen Klosterfotografen Bruder Cassian.

Sonntag, 12. April 2015

Catholic Priesthood

Irgendwie sind die Suchergebnisse bei Google manchmal schon etwas extrem. Unter "Catholic Priesthood" fand ich vor einiger Zeit bei der Bildsuche folgendes bemerkenswerte Ergebnis: