Montag, 29. November 2021

Erleucht auch meine finstre Sinnen

In manchen Dingen bin ich gnadenlos altmodisch, vor allem, was die Musik betrifft. Ich habe da so meine Klassiker. Die wunderbare Arie "Erleuchte auch meine finstre Sinne" aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist für mich der perfekte Ausdruck der Weihnachtssehnsucht. Und so summe ich diese Melodie immer wieder vor mich hin, wahrlich großartig von Bach komponiert. Ich will, dass sie mir in Fleisch und Blut übergeht. Der Text ist ja nicht schwer: 

Erleucht auch meine finstre Sinnen, 
Erleuchte mein Herze 
Durch der Strahlen klaren Schein! 
Dein Wort soll mir die hellste Kerze 
In allen meinen Werken sein; 
Dies lässet die Seele nichts Böses beginnen.

Hier wird meine Adventssehnsucht wunderbar in Worte gefasst. Ich sehne mich nach etwas, was auch meine finstere Sinne erhellen wird. Dabei wird es nichts Grandioses sein, das es bewirkt. Es wird ein Wort sein, das mich trifft durch Mark und Bein, ein Wort, das mich am tiefsten erschüttert, ein Wort, das mein Herz erreicht, ein Wort, das mich verändert, ein Wort, das mich ins Licht stellt, so dass ich meine ganz eigenen Schatten werfe, und ich mich so sehe, wie mich Gott gemacht und gewollt hat. Es ist das Wort, das Fleisch werden wird an Weihnachten, das Kind in der Krippe. 

"Dein Wort", läßt Bach singen, "soll mir die hellste Kerze in allen meinen Werken sein; dies lässet die Seele nichts Böses beginnen." Es ist für mich die zentrale Stelle der Arie. Mir kommt in den Sinn: "Den Fürst dieser Welt, ein Wort kann ihn fällen." Ich versuchen nichts Böses zu beginnen. Ich will mich gegen das Böse, das in dieser Welt ist, stellen - und zwar mit der hellsten Kerze in der Hand und auf der Zunge, die es gibt, mit Deinem Wort in der Hand und auf der Zunge, mit dem Wort, das Fleisch wurde, mit Jesus Christus im Herzen. 

In schier endlosen Schleifen ersehnt der Sänger der Arie aus dem Weihnachtsoratorium die Erleuchtung der eigenen finsteren Sinne. "Ja, erleuchte mein Herze durch der Strahlen klaren Schein." Immer wieder wird dieser Satz wiederholt voller Sehnsucht. Ich bete: "Ach, komm, Herr Jesu Christ, Licht der Welt, meins Herzens Tür Dir offen ist, erleuchte auch meine finsteren Sinne. Amen.” 

Dir, liebe Freundin, lieber Freund, viel Freude und Erheiterung von Körper, Geist und Seele beim Hören. Ich wünsche Dir eine erleuchtende Adventszeit: Unser Herr und Heiland komme Dir entgegen mitten im Trubel Deines Alltags. Mach es gut! Werde erleuchtet!

Samstag, 27. November 2021

Die Entdeckung des Jahres: Konwitschnys Beethoven

Konwitschnys Beethoven hat Größe, Durchsichtigkeit und Schneid. Bei ihm hört man Details, die man sonst nie hört: nicht bei Carlos Kleiber, nicht bei Casals, bei Harnoncourt, bei Gardiner, Karajan, Zinman oder Abbado. Was jedoch über alle Maßen besticht, ist der unendliche Fluss der Musik, der bei Konwitschny mit Aura, Wärme und wundervollen Ideen vereint wird. Da zieht er das Tempo unmerklich an, da lässt er retardieren und dies alles nicht gekünstelt, sondern unendlich musikalisch. Herrlich, wie er vor der Coda des Kopfsatzes der 'Siebten' geheimnisvoll steigern lässt, um dann in den Trompeten das Crescendo anzusetzen; da, wo alle anderen Dirigenten trotz eines vorgeschriebenen Fortissimo Piano blasen lassen. Ein Spritzer Furtwängler und eine Prise Toscanini, vereint mit eigenständiger Genialität. 

Diese Darstellung erscheint mir musikalisch als eine der bedeutendsten, die uns der Plattenmarkt bietet. Allein die Tatsache, daß mit peinlicher Gewissenhaftigkeit jede Wiederholung ausgeführt wird, verleiht den einzelnen Sätzen das nötige Eigengewicht und der Gesamtgestalt die richtigen Proportionen. Wichtig ist das vor allem für den ersten und letzten Satz, denen im Verein mit ideal bestimmten und unbeirrt durchgehaltenen Tempi titanische Kraft und an manchen Stellen ungeheure, kaum zu ertragende Spannungen verliehen werden. Kurz: Ein 'Must' für jeden Beethoven-Sammler.


Montag, 19. Juli 2021

Traditionis custodes: Alte Messe hat jetzt absoluten Kult-Status erreicht


„Traditionis custodes“ – die Wächter der Tradition. Das klingt schon wie der Untertitel von „Die Mumie 5“. Als würden sich Wächter aus den Untiefen erheben und alte Schätze verteidigen. Genau das tut auch das Motu Proprio. Die kirchenpolitische Absicht ist fraglich, die psychologische Wirkung ist klar. Die Alte Messe hat jetzt absoluten Kult-Status erreicht.

Wer Langeweile will, kann sich als Anhänger des Synodalen Wegs mit Regenbogen-Fahne in den Novus Ordo setzen. Die Coolen gehen jetzt in den Untergrund und feiern die Alte Messe mit Weihrauch, Choral und Latein. Die Alte Messe ist T-Rex und Te Deum, krasser als Hoodie, Tupac und Thug Life.

Es gibt jetzt nichts Härteres als die Alte Messe, nichts Revolutionäreres. Alte weiße Männer haben Angst vor ihr, bezeichnen ihre Anhänger als „wahre Kirche“ und würden sie am liebsten vertreiben. Wer weiß, was passiert, wenn man die Jugend gewähren lässt? Wer weiß, was passiert, wenn man das Diktat der Alten durch die Frische aller Zeiten ersetzt?

Die Alte Messe ist jünger als der Novus Ordo. Ihr werdet uns nicht mehr los. Das ist ein Versprechen. Aus der Kanalisation wird Weihrauch aufsteigen, wenn ihr uns aus den Kathedralen verbannt.

Josef Jung - https://www.thecathwalk.de/

 

Montag, 22. März 2021

Dackel: Von kleinen Hunden und großen Irrtümern

Alles über den Lieblingshund der Bayern: Dachshund, Dackel, Teckel....gelten als stur. Und schwer zu erziehen. Sie bellen ständig und mögen keine anderen Hunde. Stimmt das wirklich? Wie ist es denn eigentlich, der Bayern liebstes Zamperl? Der Schmidt Max war Dackelsitten ...

Es gibt ihn kurzhaarig, langhaarig und rauhaarig. Idealerweise wiegt er unter zehn Kilo und darf im Flugzeug noch als "Handgepäck" befördert werden. Er ist der Hund, den Adelige wie die Wittelsbacher züchten und dem Picasso erlaubte, eines seiner Kunstwerke zu fressen. Bayerns geliebtes Zamperl: der Dackel. Der Schmidt Max ist diesmal zum Hundehüten verpflichtet worden. In Begleitung der Rauhaardackel-Dame Maxi versucht der "freizeit"-Moderator die Welt der Jagdhunde mit den kurzen Beinen zu verstehen. Warum war Waldi, das Maskottchen der Münchner Olympiade, für den Bestand des Dackels wichtig? Warum hat Bayern ein Dackelmuseum? Was sollte man bedenken, wenn man sich für einen Dackelwelpen entscheidet? Aber eine Frage beschäftigt den Schmidt Max besonders: "Was will Maxi mir sagen, wenn sie mich mit Dackelblick anschaut?“ Denn über den Dackel heißt es, er sei verspielt, loyal, aber auch stur und neige zur Selbstüberschätzung …

Mittwoch, 20. Januar 2021

Tischlesung: Der Unfehlbare - Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert

Alles sprach dagegen, dass aus dem kleinen Giovanni Maria Mastai Ferretti (1792 - 1878) etwas wird. Hubert Wolf schildert den erstaunlichen Weg des kränkelnden jungen Adligen aus der Provinz zum mächtigsten und am längsten amtierenden Papst der Geschichte (1846 - 1878), der den Katholizismus neu erfand. Das fesselnd und anschaulich geschriebene Buch ist eine kalte Dusche für alle, die im Papst den Repräsentanten uralter Traditionen sehen.

Nach der Französischen Revolution lag das prächtige, aber jahrhundertelang krumm und schief gewachsene Gebäude des Katholizismus in Trümmern und musste neu errichtet werden. Doch in welchem Stil? Romantisch-mittelalterlich? Oder zeitgemäß-modern? Während die einen noch stritten, bauten die anderen schon neu: Hubert Wolf beschreibt, wie der Katholizismus im Namen erfundener Traditionen ganz auf Rom ausgerichtet wurde. Mit Pius IX. wurde 1846 der richtige Papst für dieses Programm gewählt: Im Bewusstsein eigener Machtvollkommenheit verkündete er das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens, schottete die Kirche mit dem «Syllabus errorum» von Demokratie und Moderne ab und ließ sich auf dem Ersten Vatikanischen Konzil für unfehlbar erklären. Traditionalistischen Kritikern beschied er kühl: «La tradizione sono io», die Tradition bin ich! Als kurz darauf der Kirchenstaat endgültig verloren ging, konnte das die weltweite Verehrung des «Gefangenen im Vatikan» nur noch steigern. Das Buch macht eindrucksvoll deutlich, wie seither alles mit dem Papst steht - und mit ihm fällt.

Freitag, 8. Mai 2020

Mein Idol: Fritz Wunderlich - Zauberflöte (München, 1964)

Obwohl es mittlerweile über fünfzig Jahre her ist, dass Fritz Wunderlich am 17. September 1966 auf tragische Weise mit nur 35 Lebensjahren ums Leben kam, blieb seine unvergleichliche Tenorstimme unvergessen. Das liegt einmal daran, dass seine künstlerische Karriere so kometengleich begann: von einer Freiburger Studentenaufführung von Mozarts Zauberflöte war der junge Sänger an die Stuttgarter Staatsoper engagiert worden, ging anschließend über Frankfurt nach München, trat an der Wiener Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen auf und ein Angebot der New Yorker Metropolitan Opera lag bereits vor. Vor allem erinnert man sich aber seiner vitalen, lebensfrohen Persönlichkeit wie seiner schier unbegrenzt belastbaren Stimme voller Schmelz, mit großer Fülle und Strahlkraft und einem bezauberndem Timbre. Die akkurate, stets verstehbare Aussprache der gesungenen Worte war vorher und blieb nachher unerreicht.



In dieser Münchner Live-Aufnahme der "Zauberflöte" vom 26. Juli 1964 bewahrt Wunderlich stets die Schönheit des Tons, der präzisen Diktion und des nahtlosen Legatos, die für Mozart unverzichtbar sind, und schafft aus Tamino einen leidenschaftlichen Charakter aus Fleisch und Blut. War Wunderlich in der berühmten Studio-Aufnahme von Karl Böhm (Deutsche Grammophon) schon sehr gut, hier ist er noch besser!

Aber es gibt noch viel mehr zu genießen. Anneliese Rothenbergers Münchener Pamina ist eine Verbesserung gegenüber ihrer guten EMI-Aufnahme von 1972 mit Wolfgang Sawallisch. Wie bei Wunderlich scheint das Münchner Publikum Rothenberger zu einer Aufführung mit weitaus größerem Engagement und dramatischer Schärfe zu inspirieren.

Der Bariton Hermann Prey war wahrscheinlich der beste Papageno seiner Generation, und er liefert auch hier einen weiteren meisterhaften Auftritt. Ich schätze auch Karl-Christian Kohns Sarastro mit seinem tiefen Bass sehr, der die übliche Interpretation "vom Himmel hoch da komm ich her ..." vermeidet.

Die Beiträge des Bayerischen Staatsopernchors und der Münchner Philharmoniker sind hervorragend. Der Dirigent Fritz Rieger führt eine Aufführung in der romantischen Tradition an. Das Tempo ist größtenteils moderat, und das Orchester strahlt einen herbstlichen Glanz aus. Vielleicht keine Wiedergabe, die Befürworter authentischer Darbietungen bejubeln würden (was auch immer das bedeutet), sondern eine liebevolle und meiner Meinung nach überzeugende Darstellung der großartigen Partitur.

Der aufgenommene Klang ist hervorragend, praktisch das Äquivalent einer Studioaufnahme, wenn auch in Mono.

Darsteller: Fritz Wunderlich (Tamino), Karl Christian Kohn (Sarastro), Erika Köth (Königin der Nacht), Anneliese Rothenberger (Pamina), Hermann Prey (Papageno), Gertrud Freedmann (Papagena), Ferry Gruber (Monostatos), Kieth Engen ( Sprecher), Hildegard Hillebrecht, Dagmar Naaf, Ira Malaniuk (Drei Damen), Chor der Bayerischen Staatsoper, Münchener Philharmoniker, cond. Fritz Rieger.



Foto: Am Grab (212-W-18) meines Idols auf dem Münchner Waldfriedhof.


Dienstag, 5. Mai 2020

ERINNERUNGEN AN DAS ERSTE MAL

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Eigentlich wollte ich - wie wahrscheinlich jedes normale deutsche Kind - immer schon "Heldentenor" werden. Vor allem die beiden singenden "Super-Ritter" Lohengrin und Tristan hatten es mir schon als 15-jährigen ganz besonders angetan. Und zum Entsetzen meiner Eltern gab es deshalb ab diesem Zeitpunkt - eigentlich täglich - in IHREM Wohnzimmer stundenlange Opernaufführungen.



Parsifal im Kampf mit dem roten Ritter (Schloss Neuschwanstein)
So ziemlich jedes Kind - wie hier der junge Parsifal - möchte natürlich einmal ein "Heldentenor-Ritter" werden. -
Das ist vollkommen normal!

Auch der ganze "Ring" stand da, über die ganze Woche verteilt, auf dem Programm. - Auf jeden Fall muss es für meine Eltern (meinen Bruder und unsere Dackel) dann irgendwann doch zu viel gewesen sein: Sie sind dann ausgezogen und haben sich ein zweites Wohnzimmer eingerichtet.
MEIN Wohnzimmer konnte damit endgültig zu einem zweiten Bayreuth eingeweiht werden. - Natürlich mit dem passenden Bühnen(ritter)weihfestspiel: dem Parsifal. Da mir eine übliche "Privatvorstellung" für diesen Anlaß nicht angemessen erschien, die ganze Familie - samt Dackel - sollte ja an diesem Ereignis teilhaben dürfen, ließ ich mir deshalb zu Weihnachten von meinem Patenonkel meinen ersten Parsifal (die legendäre Bayreuther Kna. - Aufnahme von 1962) schenken. Da sich der am Hl. Abend geschmückte Christbaum und der große Speisetisch für das von meinem Großvater jedes Jahr gestiftete Weihnachtsfestkaninchen nunmal in MEINEM Wohnzimmer befanden, brauchte ich jetzt nur noch die alljährlichen Worte meines Vaters "leg´ doch jetzt bitte eine schöne Platte auf" abzuwarten. Darauf war ich vorbereitet (die erste der fünf LPs lag natürlich schon längst auf Plattenteller): "Ich leg´ jetzt das Weihnachtgeschenk von Onkel Josef auf", war die wohlüberlegte Antwort. Und zum ersten Mal erklang das Vorspiel zum Parsifal (zwar etwas zweckentfremdet) als weihnachtliche Tafelmusik in MEINEM Bayreuth. - Und alle, wirklich alle (2 Omas, 1 Opa, Mama, Papa, der kleine Bruder, der Patenonkel und natürlich der etwas neurotische Dackel, der wahrscheinlich auf abfallende Knochen wartete) mussten nun zuhören! Niemand konnte - wie üblich - weglaufen oder einen "Plattenwechsel" erbitten, wäre das doch gegenüber meinen Patenonkel wirklich unhöflich gewesen: Mein erster Parsifal (zumindest die erste von fünf LPs) im weihnachtlichen Kreise der ganzen Familie. - Mein schönstes Weihnachten. - Kindheitserinnerungen. -

Aus der geplanten "Ritter-Heldentenor-Karriere" ist dann später irgendwie nichts mehr geworden, - wie eben bei den meisten anderen Kindern auch. - Zuviele Ritter und Heldentenöre wären ja auch gar nicht gut. - Aber dennoch hat besonders der Parsifal, sogar meine theologische Diplomarbeit habe ich später irgendwann über dieses religiös anmutende "Bühnenweihfestspiel" geschrieben, mich immer wieder begleitet und bereichert.
Mittlerweile - d.h. 120 Jahre nach der Bayreuther Uraufführung - gibt es natürlich unendlich viel (mehr oder weniger gescheite) Literatur über Wagners letztes Werk. - Aber den wirklich allerersten Kommentar, den seines Schülers Hans von Wolzogen (1848 -1938), den möchte ich Ihnen (d.h. der interessierten Menschheit) nun an dieser Stelle - als Download - zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem Werk erstmals wieder im Internet zur Verfügung stellen. Selbst in wirklich großen öffentlichen Bibliotheken ist dieser erste "Leitmotiv"-Kommentar oft nur äußerst mühsam (meistens aber überhaupt nicht) zu bekommen. - "Gott sei Dank" gibt es da aber noch die guten, alten Klosterbibliotheken. Und wenn dann auch noch der Klosterbibliothekar ein leidenschaftlicher Wagnerianer (und Webmaster) ist und Sie vor allem auch noch die richtigen Suchworte in Ihre Suchmaschine eingegeben haben (denn höchstwahrscheinlich werden Sie so diese Seite gefunden haben), dann: "Heil, dir Sonne! Heil, dir Licht!"- Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre beim Studium dieses "Ur-Leitmotiv-Führers". Und falls Sie - ganz zufällig - noch eine Karte für den "grünen Hügel" übrig haben sollten? - Sie dürfen sich jederzeit bei mir ((siegfried@ottilien.de) melden! PAX ET BONUM!
Ihr Pater Siegfried


LEITFÄDEN DURCH DIE MUSIK


Wolzogen, Hans ¬von¬:
Thematischer Leitfaden durch die Musik des Parsifal, nebst einem Vorworte über den Sagenstoff des Wagner'schen Dramas. - 2. Aufl. - Leipzig : Senf, 1882. - 92 S. : mit Notenbeispielen

DOWNLOAD - Click here!
Zum Downloaden (pdf) klicken Sie bitte auf das "Parsifal-Motiv"



Wolzogen, Hans ¬von¬:
Thematischer Leitfaden durch die Musik zu Richard Wagners´s Tristan und Isolde, nebst einem Vorworte über den Sagenstoff des Wagner'schen Dramas. - 3. unveränd. Aufl. - Leipzig : Reinboth, 1888. - 47 S. : mit Notenbeispielen
DOWNLOAD - Click here!
Zum Downloaden (pdf) klicken Sie bitte auf das "Tristan-Motiv"

Montag, 4. Mai 2020

Das Kloster-Videotagebuch

on3-südwild-Moderator Andi Poll (26) vom Bayerischen Fernsehen hat das Leben im Kloster auf Zeit getestet. Vom 07. bis zum 09. April 2009 durfte er ausnahmsweise in die "Klausur" des Klosters und sich dabei mit einer kleinen Handkamera selbst filmen. Was er hinter den Klostermauern in St. Ottilien erlebt hat, hat er in (s)einem dreiteiligen Videotagebuch festgehalten.








MÖNCH WERDEN IN ST. OTTILIEN?

NIEMALS WAR DIE DONAU SCHÖNER UND BLAUER!




Der große Dirigent Erich Kleiber (1890 - 1956) war mir schon immer symphatisch. Wolfgang Schreiber charakterisiert ihn in seinem Werk "Große Dirigenten" folgendermaßen: "Er war ein Kobold mit der Lust an clownhaften Späßen... seine große Herzensgüte verbarg sich gern hinter spöttischem Sarkasmus...". - Mit anderen Worten: Erich Kleiber gehörte zu jenen ausgeprägt (selbst)ironischen Persönlichkeiten, wie wir Westfalen sie lieben, selbst wenn sie Österreicher sind! -

Youtube zeigt eine aufschlußreiche Filmaufnahme (in hervorragender Ton- und Bildqualität) mit dem brillianten E. Kleiber am Pult. Aufgenommen 1932 mit dem Berliner Staatsorchester dirigiert er den Donauwalzer von Johann Strauß: Mit dem funktionalen Schlag seines langen Taktstocks setzt er auf perfekte rhytmische und klangliche Koordination, auf absolute Klarheit des Musizierens. Ruhe, Konzentration und Sicherheit kennzeichnen sein Dirigat: Rhytmischer, wienerischer und vitaler kann man diesen Walzer nicht dirigieren: Niemals war die Donau schöner und blauer!

Sonntag, 3. Mai 2020

PRIESTERLICHE UMGANGSFORMEN von Ludwig Hertling S.J

Ludwig Hertling S.J. :
Priesterl. Umgangsformen
Innsbruck : Rauch, 1930. -

>> Download (PDF)

Takt, Stil und Anstand sind Tugenden, die eigentlich jeder beherrschen sollten. Insofern muss an dieser Stelle an die Schrift eines Jesuitenpaters erinnert werden, der als "Knigge des Katholizismus" gilt. In seinem 1929 erschienenen Handbuch "Priesterliche Umgangsformen" hat Ludwig Hertling S.J. eine kleine und humorvolle Tugendlehre verfasst, - nicht allein für Kragenträger: "Was wäre wohl das höchste Lob für einen Menschen? Vielleicht, wenn man sagen kann, er ist vollkommen neidlos. Aber dann kommt gleich ein Lob, das fast so hoch ist: er hat Takt. - Was ist Takt? - Takt kommt vom lateinischen tangere, berühren. Es ist die Kunst, jemand an der richtigen Stelle zu berühren, und vor allem nicht an der falschen Stelle, nämlich nicht da wo es wehtut.

Meine Lieblingsgebete: Franziskus von Assisi (1181 - 1226)

GEBET VOR DEM KREUZBILD VON SAN DAMIANO

Franziskus, so wird berichtet, habe dieses Gebet gesprochen, als er vom Kreuz in San Damiano den Auftrag vernahm: „Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist.“ Dieses Ereignis hat nach allem, was wir wissen, im Januar 1206 stattgefunden. Damals muss das Gebet schon formuliert gewesen sein. Es entstand wohl während des Bekehrungsprozesses, in dessen Verlauf Gott und die Aussätzigen immer mehr in den Mittelpunkt rückten.


Höchster, lichtvoller Gott.
Erleuchte die dunkle Nacht in meinem Herzen.

Gib mir einen Glauben, der aufrichtet.
Eine Hoffnung, die Halt gibt,
eine Liebe, die Maß nimmt an der Liebe Jesu Christi.

Gib mir Herr,
eine Erkenntnis, die weiterführt
und einen Sinn, der alles durchdringt.

Lass mich die Würde erfahren, die Du mir schenkst.
Und den Auftrag tun, den Du mir zugedacht hast.

Amen
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Zur Übersetzung einige Bemerkungen von Anton Rotzetter OFMCap :

Gott ist für Franziskus strahlendes flutendes Licht. Ihm hält er seine Nacht entgegen.

Franziskus erbittet sich eine "fides recta". Ich verbinde mit diesem Ausdruck nicht das Moment der Rechtgläubigkeit, sondern eine neue Haltung, die nur Gott geben kann: den geraden Rücken, den aufrechten Gang!

Franziskus erbittet sich eine "spes certa", eine Gewissheit, die nur Gott geben kann. Ich unterstreiche auch hier die existentielle Dimension: den Halt in einer zerfliessenden Welt.

Franziskus erbittet sich "vollkommene Liebe". Er kann es doch wohl nur im Blick auf jene Liebe, die sich ganz und gar hingibt: die Liebe Jesu Christi.

Franziskus erbittet sich darüber hinaus "Erkenntnis" und "Sinn", echte Hilfe durch Einsicht und sinnlich erfahrbaren Sinn.

Franziskus erbittet sich vor allen Dingen eine Aufgabe, die er erfüllen kann, eine Rolle, die er spielen darf, eine Sendung, die ihm Bedeutung gibt, einen Auftrag, der ihn von anderen unterscheidet.
_____________________

DER BUCHTIPP:

Anton Rotzetter:
Mit Gott im Heute
Grundkurs franziskanischen Lebens
345 S. : Herder, 2000. -
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Anton Rotzetter, geboren 1939, Dr. theol. Der Kapuzinerpater lebt im Kloster Altdorf am Vierwaldstätter See. Er ist ein weithin bekannter Fachmann für franziskanisch und biblisch geprägte Spiritualität.

Meine Lieblingsgebete: John Henry Newman (1801 - 1890)

Zu den großen Gestalten der englischen Kirchengeschichte gehört John Henry Kardinal Newman. Ursprünglich anglikanischer Christ, trat er im Alter von 44 Jahren in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Katholischen Glauben über und wurde später von Papst Leo XIII. in den Kardinalsstand erhoben. Aufgrund seiner theologischen und geistlichen Schriften gilt er als der Kirchenvater der Neuzeit. Von ihm stammen folgende zwei Gebete:

Ich brauche dich, Herr,
als meinen Lehrer,
tagtäglich brauche ich dich.
Gib mir die Klarheit des Gewissens,
die allein deinen Geist fühlen und begreifen kann.

Meine Ohren sind taub, ich kann deine Stimme nicht hören.
Mein Blick ist getrübt, ich kann deine Zeichen nicht sehen.

Du allein kannst mein Ohr schärfen, meinen Blick klären
und mein Herz reinigen.

Lehre mich zu deinen Füßen sitzen
und auf dein Wort zu hören.

Amen
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Führe du mich, du mildes Licht,
führe du mich den Weg.
Die Nacht ist finster, und ich bin fern der Heimat.
Führe du mich den Weg!
Leite du meinen Fuß.
Und sehe ich auch nicht weiter:
Wenn ich nur sehe
jeden Schritt.
Du hast bis jetzt mich geführt.
Du wirst mich sicher auch weiterhin führen:
durch Moor und Sumpf,
über Fluten und felsige Klippen
bis vorüber die Nacht
und die Engel des Morgens mich grüßen.
Ich habe je sie geliebt.
Nur bisweilen vergessen ihr Licht.

Amen
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DER BUCHTIPP:

Gerhard L. Müller:
John Henry Newman begegnen
176 S. : Abb., Sankt Ulrich Verlag, 2000. -
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Das Leben des großen englischen Kardinals John Henry Newman (1801-1890) ist ein geistiger Kampf um den wahren Glauben, der ihn von der englischen Staatskirche zur katholischen Weltkirche führte. Die gängige Gleichsetzung von Modernität und religiöser Beliebigkeit entlarvte dieser "Kirchenvater der Neuzeit" John Henry Newman als Trugschluß. Scharfsinnig wies der Oxford-Professor nach, wie der scheinbare Verzicht auf die Wahrheit im Namen der Toleranz das Christentum in seiner Existenz bedroht. Ludwig Gerhard Müller entfaltet Newmans Theologie als einen schrittweisen Zugang von der Zustimmung des Menschen zum Glauben bis hin zur Annahme der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Meine Lieblingsgebete: Thomas Morus (1478 - 1535)

Thomas Morus, 1478 in London geboren, studierte Rechtswissenschaft in Oxford. Er stieg unter Heinrich VIII. bis zum höchsten Amt des Lordkanzlers auf. Er führte ein glückliches Familienleben, hatte vier Kinder; er verband überragende Geistesschärfe mit tiefer Frömmigkeit und einem Humor, der nicht zu erschüttern war. 1532 legte er sein Amt aus Gewissensgründen nieder; 1535 wurde er, zwei Wochen nach John Fisher, wegen angeblichen Hochverrats hingerichtet. Auf dem Schafott sagte er: „Ich sterbe als des Königs treuer Diener, aber zuerst als Diener Gottes.“

GEBET

Deine Gnade schenk mir, guter Herr,
diese Welt gering zu achten.
Meine Seele fest an dich zu binden,
nicht an Menschenmund und -wort zu hängen.

Laß mich bejahen, daß ich einsam bin
und wunschlos nach der Kumpanei der Welt.
Gib, daß jeder Schritt aus ihr heraus
mein Herz der irdischen Geschäftigkeit entrückt.

Dass es mir nicht Verlockung, sondern Qual bedeute,
auf Hirngespinste, Weltgeschwätz zu hören.
Laß voller Freude, lieber Herr, an dich mich denken
und deine Hilfe fromm erbitten.

Gewähre mir, ganz deinem Trost zu trauen
und dich zu lieben als meiner Mühen Lohn;
Meine Bosheit zu erkennen, die Erbärmlichkeit,
und demütig in deiner Hand zu werden.

Herr, mach mich willig, meine Sünden zu beklagen,
für ihre Sühnung Leid geduldig zu ertragen.
Ich preise, Herr, was mich schon hier auf Erden reinigt;
Laß mich in Not und Elend fröhlich sein!

Den schmalen Pfad zum Leben laß mich gehen
und Christi Kreuz die eignen Schultern leihn.
Die letzte Stunde laß mir vor der Seele stehen,
vor Augen immerfort den Weggefahrten Tod.

Ihn gib mir, Herr, zu meinem Nebenmann,
damit ich nie die Hölle zu betrachten unterlasse
und um Verzeihung bitte, eh der Richter naht,
im Herzen gegenwärtig, was Christus für mich litt.

Gewähr mir, lebenslang zu danken für sein Gutsein
und rückzukaufen die verlorne Zeit;
Von Wortgeklingel, Redeschwall mich freizuhalten
Und ebenso von lauten törichten Vergnügen.

Den dummen aufgeputzten Leerlauf laß mich meiden
und was Frau Welt so feilbietet an Freuden:
Freundschaft, Freiheit, Lebenslust, wonach wir trachten,
gelange ich zu Christus nur, für nichts zu achten.

Als meinen besten Freund lehr mich erkennen
den schlimmsten Feind. Die Brüder Josefs hätten
mit aller Lieb und Gunst ihm so viel Gutes
nie erweisen können wie durch ihren Haß und Neid!

Dies alles zu bedenken, nützt unendlich mehr
als aller Fürsten-Reichtum dieser Welt
und als der Christen und der Heiden Gut und Geld.
Und wäre es auch aufgehäuft zu Bergen.

Amen


PRAYER


Give me the grace, Good Lord

To set the world at naught. To set the mind firmly on You and not to hang upon the words of men's mouths.

To be content to be solitary. Not to long for worldly pleasures. Little by little utterly to cast off the world and rid my mind of all its business.

Not to long to hear of earthly things, but that the hearing of worldly fancies may be displeasing to me.

Gladly to be thinking of God, piteously to call for His help. To lean into the comfort of God. Busily to labor to love Him.

To know my own vileness and wretchedness. To humble myself under the mighty hand of God. To bewail my sins and, for the purging of them, patiently to suffer adversity.

Gladly to bear my purgatory here. To be joyful in tribulations. To walk the narrow way that leads to life.

To have the last thing in remembrance. To have ever before my eyes my death that is ever at hand. To make death no stranger to me. To foresee and consider the everlasting fire of Hell. To pray for pardon before the judge comes.

To have continually in mind the passion that Christ suffered for me. For His benefits unceasingly to give Him thanks.

To buy the time again that I have lost. To abstain from vain conversations. To shun foolish mirth and gladness. To cut off unnecessary recreations.

Of worldly substance, friends, liberty, life and all, to set the loss at naught, for the winning of Christ.

To think my worst enemies my best friends, for the brethren of Joseph could never have done him so much good with their love and favor as they did him with their malice and hatred.

These minds are more to be desired of every man than all the treasures of all the princes and kings, Christian and heathen, were it gathered and laid together all in one heap.

Amen

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"Von Natur bin ich ängstlich und schreckhaft... Dennoch habe ich mich, wie du weißt, in all den entsetzlichen Todesängsten, die ich vor meiner Einlieferung in den Tower oft mit bekümmertem und verzagtem Herzen durchmachte, in keinem einzigen solchen Angstzustand, mit dem Gedanken vertraut gemacht, etwa in äußerster Furcht vor den körperlichen Schmerzen doch einer Sache zuzustimmen, die meinem Gewissen widerspräche und mir Gottes tiefstes Mißfallen zuzöge."

(Thomas More an seine Tochter Margret, im Tower von London 1534)
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„Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit,
dass sie mit der Hälfte davon den Himmel hätten erkaufen können.“

(Thomas Morus)
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"Wo hat die Natur je einen Geist gebildet, der liebenswürdiger, angenehmer und glücklicher wäre ah der des Thomas Morus?"

(Erasmus von Rotterdam)
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DER BUCHTIPP:

Peter Berglar:
Die Stunde des Thomas Morus : Einer gegen die Macht
490 S.. : Abb., Adamas Verlag, 1998. -
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Für die Ehrlichkeit in Gewissensfragen nimmt der große Brite und Heilige der katholischen Kirche Thomas Morus den Tod auf sich. Fesselnd schildert Berglar Morus' politische Karriere und die innere Biographie eines eher ängstlichen Mannes. "Seit langem die erste vollgültige Biographie ... Man hätte sie nicht gerechter, feinfühliger für Nuancen, lebensnäher erzählen können." (Golo Mann)

Richard Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal und die Idee der Kunstreligion








Wewers, Siegfried (Stefan): Richard Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal und die Idee der Kunstreligion / Siegfried (Stefan) Wewers. Diplomarbeit im Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Münster. Prof. Dr. Arnold Angenendt [Gutachter]. - Münster, 1994. - 192 S.
zugl.: Münster, Univ./Kath.-Theol. Fakultät., Dipl.-Arb., 1994

DOWNLOAD hier:
>> http://de.scribd.com/doc/134376997/Diplomarbeit

oder

>> https://drive.google.com/file/d/0B7_d23E9EK0MZFRuQ2tVdlo5T0U/view?usp=sharing&resourcekey=0-TbqYBjEw692g_onDa5QTzw

VORWORT:

Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal stellt den Versuch dar, auf dem Höhepunkt, der durch fortschreitende Säkularisierung gekennzeichneten europäischen Neuzeit eine religiöse Wiedergeburt mit Mitteln der Kunst herbeizuführen. “Man könnte sagen“, schrieb Wagner 1880 in der Abhandlung Religion und Kunst, seinem philosophischen Kommentar zu Parsifal, “dass da, wo die Religion künstlich wird, der Kunst es vorbehalten sei, den Kern der Religion zu retten, indem sie die mythischen Symbole, welche die erstere im eigentlichen Sinne als wahr geglaubt wissen will, ihrem sinnbildlichen Werte nach erfasst, um durch ideale Darstellung derselben die in ihnen verborgene tiefe Wahrheit erkennen zu lassen". Somit ist Parsifal also unleugbar ein Dokument der »Kunstreligion« des 19. Jahrhunderts und seiner Absicht entsprechend, dass Religion - oder deren Wahrheit - aus der Form des Mythos in die Kunst übergegangen sei, übernahm Wagner aus den mittelalterlichen Vorbildern seines Dramas, dem Perceval ou Le conte du Graal von Chrestien de Troyes, dem Parzival Wolfram von Eschenbachs und dem Roman de l'estoire del Graal von Robert de Boron, den religiösen Gehalt nahezu vollständig.

Parsifal gehört zwar zweifellos zur Gattung des Wagnerschen Musikdramas, hat aber zugleich Züge der kultisch-rituellen Handlung, des Mysterienspiels und des Oratoriums angenommen. In Wagners Parsifal sind verschiedene religiösen Strömungen, die in der Geschichte anzutreffen sind zur Synthese gelangt. Dem in den Werken Chretiens und Wolframs gespiegelten, dem sich außerhalb der kirchlichen Herrschaftsorganisationen entfaltenden (esoterischen) Christentum hat Wagner, der »Mittler des Mittelalter«, Schopenhauerisches Gedankengut, das Erlösungsdenken und die Mitleidsethik Buddhas und seine eigene "Regenerationslehre" hinzugefügt.

Somit stellt sich letztlich die Frage: Ist Wagners Parsifal dennoch ein christliches Werk? Diese Frage, hervorgerufen durch die christlich-sakrale Symbolik, auf die man in jenem Bühnenweihfestspiel immer wieder stößt, die die Interpretationsgeschichte des Werkes zu verschiedensten Ergebnissen ("Roms Glaube" [F. Nietzsche]; "hochreligiöses Weihespiel" [Th. Mann]; "das Ergebnis einer Privat-Theologie Richard Wagners...als ein Geflecht aus altpersischen, altindischen, christlichen Mysterien" [H. Mayer; ähnlich E. Bloch]) geführt hat, soll abschließend und gleichzeitig die Thematik zusammenfassend behandelt werden.