Freitag, 26. Dezember 2008

"FRÜHER WAR MEHR LAMETTA ..." - Romantische Weihnachten im Kloster (Teil 2)

Lieber S.,
ich werde wohl den Weihnachtsgruß aus der Erzabtei nicht mehr toppen können, darf aber an dieser Stelle auch unseren Beitrag zu Deiner ganz privaten Sammlung von romantischen, privaten Weihnachtsdekorationen in deutschen Klöstern leisten.
Wir sehen hier das Modell 'Kriegswinter 44' nach der vollständigen Dekoration mit einem bereits freudig dreinblickenden, reich bescherten Mitbruder (für eine Ansicht seines Geschenkes bitte den Bildausschnitt vergrößern).
Ja, so feiert man bei uns, dem strengsten aller Chorherrenorden. Wer kann da schon asketisch mithalten?"...
Anmerkung: Pater Prior R. aus der Abtei H. sei ein herzlicher Dank für diesen romantischen Einblick in die Weihnachtsstube seines Klosters ausgesprochen. - Falls auch Sie (natürlich vorausgesetzt Sie sind Mönch oder Nonne, Abt oder Abtissin) einen Gastbeitrag zur Blog-Post-Reihe "FRÜHER WAR MEHR LAMETTA ..." - Weihnachten im Kloster beitragen wollen, schicken Sie mir diesen bitte (mit einem Foto als Beweismaterial) per Email, damit die ganze (andere) Menschheit auch daran teilhaben kann.
Abschliessend zu diesem Beitrag gibt es jetzt natürlich auch noch den "Originalbeitrag", der dieser Blog-Post-Reihe den Namen gegeben hat, - quasie als "Weihnachtsgeschenk":
"FRÜHER WAR MEHR LAMETTA ..."
(Weihnachten bei den Hoppenstedts)

Mittwoch, 24. Dezember 2008

"FRÜHER WAR MEHR LAMETTA ..." - Romantische Weihnachten im Kloster (Teil 1)



FROHE WEIHNACHTEN!

Foto: Christbaum und Krippe im großen Rekreationszimmer von St. Ottilien (Archivbild)

"Nachdem in den vergangenen 10 Jahren, die ich mittlerweile in Ottilien bin, wahrscheinlich schon alle „Kloster-Standard-Weihnachtskarten“ von mir verschickt wurden, habe ich mir diesmal die Mühe gemacht, ein ganz neues und unverbrauchtes Motiv für den Weihnachtsgruß zu finden, der auch einmal einen weihnachtlichen Innen-Einblick in unsere „gute Stube“ geben soll.

Und in unserem Rekreationszimmer (Gemeinschaftszimmer) bin ich dann auch tatsächlich fündig geworden: Unser mit sehr viel Liebe ausgesuchter und anschließend festlich geschmückter Christbaum, aus eigenem (!) Waldbestand, mit einer idyllischen Krippe und der Hl. Familie im Hintergrund. – So „romantisch“ kann Weihnachten im Kloster sein!

Betrachtet man das Bild aber etwas genauer, wird man irgendwann zu der Überzeugung kommen, dass es an Weihnachten im Kloster wohl dann doch etwas „nüchtern und unsentimental“ zugehen wird, wahrscheinlich etwas „einfacher“ als in vielen Familien. - Einige „Details“ deuten anscheinend auch darauf hin, dass man sich auf Wesentliches und auf Wichtigeres zu konzentrieren scheint.

Und so denke ich an Weihnachten natürlich besonders auch an meine Familie und Freunde, besonders - gerade auch beim Betrachten des Christbaums - an diejenigen, denen es gesundheitlich nicht (mehr) so gut geht...".


Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich eigentlich um einen Auszug aus meinen "Weihnachtsgruß 2007", den ich bereits im vergangenen Jahr als Rundbrief verschickt habe. - Dieser Rundbrief (mitsamt der kurzen Bildbetrachtung) fand im Familien- und Bekanntekreis allgemein großen Anklang, weshalb ich ihn in meinem Klosterblog nochmals "für alle" veröffentlicht habe.

Besonders interessant ist es, dass ein humorvoller Mitbruder aus einem anderen deutschen Kloster die Idee in seinem diesjährigen Weihnachtsgruß aufgegriffen hat, so dass es in den nächsten Tagen an dieser Stelle eine Fortsetzung geben wird. - Freuen wir uns auf: "Romantische Weihnachten im Kloster" (Teil 2). - Die versprochene Opernkritik wird natürlich "nachgeliefert".

Mittwoch, 19. November 2008

Die Opernkritik

Ab dem 20. November sind erst einmal zwei Wochen Urlaub in meiner westfälischen Heimat angesagt. Natürlich sind in dieser Zeit auch zwei Opernbesuche in der Aalto-Oper in Essen eingeplant. Wagners "Rheingold" steht dabei u.a. auf meinem Programm. - Für alle, die mit Wagner und der Oper wenig anfangen können, ein "kleines Trostpflaster": Meine beiden Lieblingsszenen aus "Monaco Franze", über die ich immer wieder herzlich lachen kann. Die Filme und Drehbücher (natürlich auch der fein- und tiefsinnige Humor und Wortwitz) von Helmut Dietl und Patrick Süskind sind eine Klasse für sich... Der einmalige Helmut Fischer sowieso. - So wünsche ich Ihnen (und natürlich auch mir im Opernhaus) viel Vergnügen beim Anschauen. - Im nächsten Blog-Beitrag werde ich mich dann übrigens auch einmal als "Opernkritiker" versuchen. - Ob ich´s so gut kann wie der "Monaco Franze"? -
Bis bald und alles Gute!
Ihr Pater Siegfried OSB


Monaco Franze hat mit der so genannten Hochkultur nicht viel am Hut. Opern-Besuche mit den feinen Freunden seiner Ehefrau gehören nicht gerade zu den bevorzugten Freizeit-Beschäftigungen des ewigen Stenz. Im Gegenteil, auf Monacos Abendprogramm steht eine wichtige "Fahndung" nach einer jungen Dame, mit der er kürzlich vor einem Schaufenster geflirtet hat.

Wagners "Rheingold" entkommt Franze noch, aber beim zweiten Nibelungen-Teil kennt Frau von Soettingen keine Gnade mehr. Sie schleift ihren Mann in die Oper und zum anschließenden Umtrunk mit der vornehmen Gesellschaft, vor dem ihm zunächst noch mehr graut. Doch dort überrascht Monaco die Herrschaften mit einer unerwarteten Theaterkritik. Es kommt zum Eklat ...


FILM-AUSSCHNITT 1:
VORBEREITUNG AUF "DIE WALKÜRE"
MIT DEM KOLLEGEN "MANNI" KOPFECK IM BÜRO

video

Manni Kopfeck: Zeit wird´s Franze.

Monaco Franze: Weisst, Manni, das Schlimmste wäre ja nicht mal die Oper selber, das Schlimmste ist ja das was hinterher kommt. Weinstube verstehst, die ganzen Dampfplauderer, der Dr. Schönfärber, der Dr. Braun und die Olga. Die sind doch alle schon ganz glücklich, dass sie heute so einen Deppen wie mich dabei haben.

Manni Kopfeck: Jetzt tu Dich nicht reinsteigern, Franze, soll Dir nix Schlimmeres passieren im Leben.

Monaco Franze: Ja, Du hast leicht daherreden. Rede und Antwort muss ich dann stehen. Und ein falsches Wort wenn ich sag, dann bin ich sauber blamiert und mein Spatzl auch.

Manni Kopfeck: Dann sagst halt einfach nix.

Monaco Franze: Und wenn mich einer direkt fragt?

Manni Kopfeck: Dann sagst Deine Meinung.

Monaco Franze: Und wenn ich keine hab?

Manni Kopfeck: Ja, dann sagst Du, Du stehst noch so unter dem Eindruck dieser Jahrhundertaufführung, dass Du mindestens 14 Tage bis 3 Wochen brauchst, bis Du dieses aufwühlende Erlebnis irgendwo hirnmäßig verdaut hast und erst dann kannst Du Dir eine genauere Meinung bilden. Genau das sagst, Franze.

Monaco Franze: Ja, und woher weiß ich des, ob´s überhaupt eine Jahrhundertaufführung war oder ein rechter Scheißdreck?

Manni Kopfeck: Ja merkt man das nicht?

Monaco Franze: Ja, wenn Du was davon verstehst schon. Sonst nicht, das sag ich Dir.

Manni Kopfeck: Dann sagst Du halt einfach gerade raus, was Dir gefallen hat und was nicht.

Monaco Franze: Ja, so wie ich meinen Geschmack kenn gefällt mir dann akkurat das Flasche und dann bin ich erst recht ein Banause, nana, so geht´s nicht. Ich muss irgendwie einen Weg finden, wie ich irgendwas sagen kann, ohne dass mir das gleich als eine eigene Meinung ausgelegt wird, nicht, was irgendwie interessant klingt, aber so dass es keiner versteht. Verstehst? Dann sind nämlich die anderen die Deppen und das ist das Wichtigste, verstehst? Dass nicht ich am Schluss der Depp bin, sondern die anderen.

Manni Kopfeck: Das wird schwer sein, Franze…


SZENE: IN DER OPERNPAUSE


Annette von Söttingen: Na, Franz, wie ist Dein erster Eindruck?


Monaco Franze: Mei, Spatzl, da kann man jetzt noch gar nix genaues sagen. Ich mein, natürlich könnte man jetzt sicher irgendwas sagen… Was wollte ich jetzt sagen? Ahso, ja, äh, seriöserweise sollte man jetzt noch überhaupt nix sagen, weil für mich stellen sich jetzt erst einmal verschiedene Fragen, äh, verstehst Spatzl?


Annette von Söttingen: Franz, wenn Du irgendwelche Fragen hast, frag lieber zuerst mich.


Monaco Franze: Was ich Dich schon die ganze Zeit fragen wollte, wer ist denn der Mann da unten, der da. Der ist zwei Sitze neben uns gesessen und hat die ganze Zeit irgendwas aufgeschrieben, so mit einem Kugelschreiber, mit einer kleinen Lampe dran. Ist das ein Kritiker?


Annette von Söttingen: Das ist nicht ein Kritiker, Franz, das ist DER deutsche Musikkritiker überhaupt, Hans Böttner-Salm.


Monaco Franze: Der, genau. Was der sagt, das gilt, gell Spatzl?


Annette von Söttingen: Ja Franz.


Monaco Franze: Und täuschen tut sich der nie, ha?


Annette von Söttingen: Nein, nie Franz. Komm wir gehen jetzt was trinken.


Monaco Franze: Ja. Du, äh, ich komm gleich nach, geht´s Ihr schon mal voraus, ich muss nur noch schnell auf die Toilette, gell?


Annette von Söttingen: Wir sind dann am Buffett.



SZENE: MONACO FRANZE MIT DEM

MUSIKKRITIKER HANS BÖTTNER-SALM


Monaco Franze: Entschuldigen´s. Sie sind doch der Musikkritiker Hans Böttner-Salm.


Hans Böttner-Salm: Ja, richtig.


Monaco Franze: Mein Name ist Münchinger. Sie müssen mir helfen.


Hans Böttner-Salm: Helfen?


Monaco Franze: Ja. Es ist dringend. Es ist dringend. Ich muss mit Ihnen reden - also ungestört. Ich bitte Sie. Ich bitte Sie.…


(Monaco Franze und Hans Böttner-Salm führen ein kurzes, aber intensives Gespräch im Opernfoyer.)


Monaco Franze: Danke. Also kann ich mich jetzt darauf verlassen, dass Sie das was Sie mir freundlicherweise gesagt haben, dass das auch äh genau so in Ihrer Kritik steht?


Hans Böttner-Salm: Ja, ja schon um einiges ausführlicher, weil das war ja eine Vorkritik, die ich an die Zeitung gegeben habe, das war eine Kurzfassung, gewissermaßen die Quintessenz, wenn Sie verstehen was ich damit meine. In drei Stunden können Sie´s lesen, ja.


Monaco Franze: Ja, äh, wortwörtlich?


Hans Böttner-Salm: Ja, äh, wortwörtlich, äh: Der Dirigent uninspiriert bis lahm, Brünnhilde indisponiert bis schlecht, Wotan farblos bis nicht vorhanden, die ganze Inszenierung altmodisch bis provinziell. Das ist ja wirklich unglaublich… Das ist wirklch unglaublich, was die einem manchmal zumuten. Eine Frechheit ist das. Aber die werden sich noch wundern. Das lass ich mir nicht bieten.


Monaco Franze: Weil´s so hundsmiserabel schlecht ist, gell? Eine Unverschämtheit ist das.


Hans Böttner-Salm: Aber am schlimmsten ist das münchner Opernpublikum - hat überhaupt keine Ahnung, aber jubelt kritiklos jeden Schmarren zu einem einmaligen Erlebnis hoch.


Monaco Franze: Ehrlich?


Hans Böttner-Salm: Je länger ich darüber nachdenk, desto mehr kommt mir die Galle hoch. Ich war noch viel zu milde. Ich bin überhaupt immer viel zu milde. Und jetzt werd ich Ihnen was sagen - jetzt geh ich da noch einmal hinein und ruf die Zeitung an und formulier das Ganze noch einmal viel drastischer.


Monaco Franze: Nana, nicht Herr Salm, bleibens da. Das reicht jetzt schon, gell? So wie Sie mir das gesagt haben, so lassen wir das jetzt.


Hans Böttner-Salm: War es nicht zu milde?


Monaco Franze: Nein, das war schon scharf genug.


Hans Böttner-Salm: War´s wirklich so scharf?


Monaco Franze: Ja, messerscharf war´s Herr Böttner.


Hans Böttner-Salm: Vielleicht war´s zu scharf.


Monaco Franze: Jetzt beruhigen Sie sich, es ist ja nix passiert, das ist ja bloß eine Oper. Äh, jedenfalls, ich bedanke mich vielmals, äh, Herr von Böttner-Salm. Hier haben Sie meine Karte, ich bin bei der Kriminalpolizei, und wenn Sie einmal ein einschlägiges Problem haben, nicht, eine Hand wäscht die andere, nicht?… Habe die Ehre.


Hans Böttner-Salm: Grüß Gott.


FILM-AUSCHNITT 2:
MONACOS OPERNKRITIK IN DER WEINSTUBE

video

Sonntag, 9. November 2008

Fremdgegangen

(Die erste Pfeife am 7. Nov. 2008, Fotos: Bruder U.)

Ja, das wird Monsignore M. (Foto rechts unten, damals noch ohne Bart) gar nicht gerne sehen. "Fremdgegangen" wird er sich wohl jetzt denken, er, der Großmeister der "Corps Diplomatique", der mir vor vielen Jahren (ich war damals noch Theologie-Student, Monsignore M. der Leiter der "Kommende" in Dortmund-Brackel) nach einem anstrengenden und lehrreichen Vortrag über das "Subsidiaritätsprinzip" und der Verleihung des "Kommendepreises" an Pater J. (übrigens der dritte Westfale im Bunde, der jetzt hier in der Gegend gelandet ist: gemeinsam machen wir jetzt Bayern katholisch!) das Zigarrerauchen beigebracht hat, und von dem ich seit diesem Tag nicht mehr losgekommen bin. - Ausdrücklich möchte ich Monsignore M. an dieser Stelle nochmals hierfür danken: Seine "Jüngerschaft" hat bei ihm immer auch sinnvolle Dinge gelernt, die man auch "wirklich" für´s Leben brauchen kann! - (Die "kirchliche Sozial- und Gesellschaftslehre" natürlich auch.)

Aber Schuld an allem ist eigentlich nur Bruder U., er, der mit einer herrlich duftenden Pfeife neulich in meinem Büro saß: Da kam ich mir mit meiner Zigarre im Mund einfach irgendwie "kulturlos" vor und musste mir einen Tag auch "so etwas" besorgen. Noch am gleichen Abend habe ich dann unter der fachkundigen Anleitung von Bruder U. dann meine allererste Pfeife (gestopft, - das ist schon eine Kunst für sich!) und geraucht. - Und ich kann nur eins sagen: Es schmeckt (auch), aber es ist anstrengend! - Eine Pfeife brennt nicht einfach so, wie eine Zigarre, die praktisch "unauslöschlich" ist: Da muss man ständig "Hüter des Feuers" sein und das auch noch mit ungewohnt vielen "kleinen Zügen". Ein kleiner Konzentrationsfehler, eine kleine Unaufmerksamkeit und die Pfeife ist aus (Foto links: Die verbrauchten Streichhölzer nach der ersten Pfeife). Und jetzt weiß ich endlich auch, warum Pfeifenraucher so "schweigsam" sind: Im Gegensatz zur Zigarre muss man viel mehr "walten und schalten". - Vielleicht kann man das am besten mit dem Autofahren vergleichen: Die Pfeife ist ein Wagen mit Gangschaltung, die Zigarre ein "Automatic". - Allerdings macht das "Schalten" ja auch Spaß und übt einen gewissen Reiz aus. Das Ganze hat schon etwas sehr spielerisches: Es reizt einfach, die Glut am Brennen zu halten. -

"Bei der nächsten Pfeife wird alles viel einfacher und irgendwann geht´s dann ganz von allein", sagt Bruder U. - Etwas ähnliches hatte mir Monsignore M. damals nach meiner ersten Zigarre auch gesagt. - Das lässt ja hoffen!

Und falls dennoch alle Stricke reißen sollten: Dann nehme eben ich einige "Nachhilfestunden" bei unserem Abtprimas Notker, der in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne einmal in die Bibliothek vorbeischaut, nicht zuletzt, um die vielen Bücher zu "entsorgen", die er immer wieder in Rom geschenkt bekommt. Abtprimas Notker ist bekanntlich leidenschaftlicher Pfeifenraucher, im Benediktinerorden unbestritten "the king of pipe". - Das habe ich über einige Jahre direkt miterleben (bzw. "mitriechen") dürfen, da unser Bibliothekars-Büro direkt seinen Räumlichkeiten benachbart war, als er noch Erzabt hier in St. Ottilien war:
l
Ja, von unseren Äbten und Bischöfen können wir sehr viel lernen!

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Anmerkung:
Die
"Corps Diplomatique" ist wahrscheinlich die bekannteste belgische (!) Zigarrenmarke.

Dienstag, 4. November 2008

Was man hören sollte, bevor das Leben vorbei ist

Genau diese Frage ging mir neulich wieder einmal durch den Kopf, als ich die neue Klassik-Abteilung von "Ludwig Beck" in München betrat. Auf insgesamt 1.000 qm findet man nun dort mit über 100.000 Tonträgern die größte Klassik- und Jazz-Auswahl weltweit: Ganz orientierungslos stand ich da (obwohl ja eigentlich "alles" ordentlichst sortiert ist) und wurde förmlich erschlagen von der CD-Vielfalt: Der "mediale Super-Gau"! - Mittlerweile gibt es ja "alles" irgendwie auf CD oder DVD. - Und da steht man (wahrscheinlich nicht nur als Mönch) oft ziemlich hilflos herum in dieser "supermedialen" Welt und denkt sich, das "alles" ist dann doch ein bisschen zuviel des Guten.

Und so ist es interessant, dass ich vor ein paar Tagen ein Buch fand, mit genau der gleichen Fragestellung: "1001 KLASSIK-ALBEN, die sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist". - Und dieses Buch gibt wirklich Orientierung, weshalb ich es allen Klassik-Liebhabern besonders empfehlen möchte: Von den Madrigalen des Mittelalters bis zu bedeutenden zeitgenössischen Komponisten wie Steve Reich und Philip Glass ist alles vertreten - auch die großen Namen, von denen oder über die man schon viel gehört hat, ohne ihren Werken einmal selbst aufmerksam gelauscht zu haben: Brahms, Bruckner, Antonín Dvorák, Mahler, Sibelius...

Die wichtigsten Informationen zu den Hauptwerken der größten Komponisten aus Vergangenheit und Gegenwart in einem handlichen Band! Berauschende Sonaten, bewegende Arien und Opern, erhebende Choräle und dramatische Sinfonien - 35 Musiker und Musik-Kritiker besprechen die Kompositionen und vor allem: Sie empfehlen die besten Interpretationen, die besten Aufnahmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Nachschlagewerken zur klassischen Musik zeigt der vorliegende Band die Plattencover, hebt empfehlenswerte Veröffentlichungen hervor und steuert treffende Zitate bei. Egal ob Klassik-Neuling oder erfahrener Konzertbesucher - dieses Werk liefert einen einzigartigen und kompakten Wegweiser durch die Welt der klassischen Musik.

... Was man gehört haben sollte, bevor das Leben vorbei ist. - Aber wahrscheinlich gibt es auch im Himmel einen Bach, Mozart, Bruckner (und Wagner)? - Vielleicht eilt es ja (wenn man genauer überlegt und dazu noch einen festen Glauben hat) doch nicht so? ... Wer aber bereits zu Lebzeiten auf "Nummer-Sicher" gehen möchte, der sollte sich dieses Kompendium auf jeden Fall unbedingt zulegen. Denn auch falls Bach, Mozart und Co. im Himmel sein sollten, wer kann einem die Garantie dafür geben, dass man selbst ... ?



W. A. Mozart:
Klavierkonzert Nr. 21, C-Dur, KV 567
Andante

Montag, 27. Oktober 2008

Richtiges Verhalten in der Bibliothek

Ein Klassiker: Mr. Bean in der Bibliothek. -

Ein wirklich sehr lehrreicher Film [vor allem auch für meine Mitbrüder, die regelmäßig alte Bücher aus der Klosterbibliothek entleihen], denn es geht hier nicht nur um angemessenes Verhalten in einer Bibliothek, sondern besonders auch um die richtige und sachgemäße "Behandlung" von wertvollen Handschriften.


Montag, 20. Oktober 2008

Über die Mühsal des Gebetes

Mönche beim Chorgebet in St. Ottilien


Das Gebet kann wirklich eine Mühsal sein. Manchmal geht es leicht, als lebendige Sprache vom Herzen; aufs Ganze des Lebens und die Vielheit der Menschen gesehen, bleibt das aber eine Ausnahme. Meistens muß es gewollt und geübt werden; und die Mühe dieser Übung kommt zu einem guten Teil daher, daß die Wirklichkeit Gottes nicht empfunden wird. Dem Betenden ist dann zumute, als ob er im Leeren stehe, und alles andere scheint dringlicher, weil es fühlbar da ist. So kommt es darauf an, auszuharren. Wer sagt, das Gebet gebe ihm nichts, oder sein Inneres dränge ihn nicht dazu, oder es werde unecht und so lasse er es lieber, verläßt den Dienst und verliert, worum es da geht. Denn in der Leere der Stunde auszuhalten hat einen besonderen Sinn, der durch kein noch so lebendiges Gebet zu anderer Zeit ersetzt werden kann. Es bedeutet nämlich, mit dem Glauben im strengsten Sinne Ernst zu machen; das Gebet ganz aus der Treue gegen Gottes Wort zu vollbringen und ins Dunkle zu sprechen, auf Den hin, der hört, auch wenn man von Ihm nichts weiß.

Es gibt verschiedene Formen der Leere. Einmal jene, die einfach ein Fehlen bedeutet, die Tatsache, daß nichts da ist — dann aber auch jene, welche eine besondere Art des Da-Seins bildet. Die beiden Formen sind nicht leicht zu unterscheiden. Zuweilen ist es, als ob Gott wirklich nicht da wäre und man vernünftigerweise nicht nur mit dem Gebet, sondern auch mit dem Glauben Schluß machen müßte; in Wahrheit handelt es sich aber um eine Prüfung des Glaubens, denn »Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll«, wie der Lobgesang des »Sanctus« sagt. Ja dem Glaubenden ist verheißen, daß Gott für ihn nicht nur so da sei, wie für Stein und Baum, sondern in besonderer Weise, nämlich »bei ihm«, deshalb, weil Er ihn liebt. Die Erde ist aber der Ort der Verhülltheit; und einer der dichtesten Schleier, der sich vor Gott legen kann, ist, daß man nichts von seiner Nähe weiß. In dieser Leere kann sich aber auch etwas Eigentümliches anzeigen: etwas Bedeutungsvolles, das aber durch nichts ausgedrückt werden kann; ein Sinn mitten im anscheinenden Nichts, der sich wider alle Unmöglichkeit behauptet. Öfter, als man denkt, ist es so, und man sollte besser darauf achten. Dieser Hauch, dieser »unauffaßbar feine Sinnpunkt« bildet die fernste Selbstbezeugung Gottes. Scheinbar ein Nichts, und doch fähig, den Glauben zu tragen, so daß er ausharren kann.

Tut er so, dann wird die Leere einmal ausgefüllt. Gott ist ja nicht nur Gedanke oder Phantasie, oder Gefühl sondern Wirklichkeit. Und Er lebt nicht in selig, gleichgültiger Enthobenheit über uns dahin, sondern liebt uns. Und Er ist der Herr, der Freie und Mächtige. So gibt es für Ihn keine Schranke, nicht einmal die unserer Herzenskälte, und Er wird sich dem, der in Treue ausharrt, bezeugen. Wäre Gott nur ein Gedanke oder ein Gefühl, dann lieber die Dinge in ihrer Farbigkeit, die Menschen in ihrer Lebendigkeit, die Erde in ihrer Süße und Schwere! Er ist aber der Lebendige Gott, der gesagt hat: »Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür aufmacht, zu dem will ich eingehen.« (vgl. Offb 3,20)

 

(Zum Anhören bitte auf den Pfeil klicken.) 

Über die Mühsal des Gebetes von Romano Guardini (1885 - 1968):
aus dem Buch »Vorschule des Betens«. (Textquelle: Die Feier des Stundengebetes, Monastisches Lektionar II, 2; EOS-Verlag, St. Ottilien)

Sonntag, 12. Oktober 2008

Die drei ??? an der Krippe

video

NACHWORT

Das erfolgreichste Fernsehformat der letzten Jahre sind Wohn-Schows, Deko-Soaps: "Es sind faktisch Horrorfilme, und sie handeln davon, wie der einzelne sich ins Private flüchtet - aber die Öffentlichkeit rückt gnadenlos hinterher und hält voll mit der Kamera drauf. Zu sehen sind: Wohnungen von völlig fremden Leuten, von Leuten, die es aufgegeben haben, die einfach nicht mehr weiterwissen. Sie hätte es auch gern endlich mal ein bißchen schön, sagt abgewirtschaftet die Frau, die dort wohnt, sie komme aber nicht dazu.
Ganze Lebensläufe liegen da plötzlich vor einem, man kann in diesen Einrichtungsruinen lesen wie in einem offenen und lei­der leeren Sparbuch. Die Leute lassen die Hosen weiter herunter als in den schlimmsten Nachmittagstalkshows, zur Belohnung stellen einem die vom Fernsehen dafür aber auch eine komplett neue Einrichtung in die Wohnung. Schlichte, klare Formen, hell, zur Zeit meistens auch irgendwas in Orange, nächstes Jahr vermutlich dann in Gelb, und fast immer mit »Loungecharakter«. Vorher sah es aus wie bei jemandem zu Hause, nachher wie bei Ikea. Die Frau weint vor Freude. Ich weine auch. - Aber vor Angst.

Ja, ich habe wirklich Angst vor solchen Sendungen und den Frauen, die sie moderieren, vor Sonya Kraus und vor Enie van de Meiklokjes und am allermeisten vor Tine Wittler.Tine Wittler [geb. 1973] ist angeblich genauso alt wie ich, könnte aber meine Mutter sein, sie benimmt sich jedenfalls so. Ihre physische Erscheinung muß man mit dem Wort durchsetzungsfähig beschreiben, und ihre Sendung trägt nicht ohne Grund den martialischen Namen
»Einsatz [besser wäre: "Einmarsch"] in vier Wänden«. Tine Wittler ist eine Wohnmatrone, die mit einer ganz besonders großen Portion Mutterwitz durch das Abendprogramm walzt, Haustüren eintritt, keinen Stein auf dem anderen läßt. Nie war man in seinen eigenen vier Wänden weniger sicher als heute. Immer diese Angst, daß meine Nachbarn [bzw. ratlose Mitbrüder in den benachbarten Klosterzellen] sich bei Tine Wittlers Sendung bewerben, und dann verwechselt die aber aus Versehen die Tür, es klingelt [klopft], ich ahne nichts Böses, und draußen steht plötzlich ein Fernsehteam, Kameralampen gehen an, der Ton läuft, ich werde durch den Flur geschubst, drehe mich um, ... daraufhin schiebt sich die Decotainment-Mutti ins Bild und sagt: »Hier wohnst du also« — und bei dem Wort »wohnen« malt sie mit den Fingern Gänsefußchen in die Luft, daß es aussieht, als wolle sie ein ganzes Flugzeug voller Sarkasmus auf die Landebahn winken. Mit stummfilmhaft überdeutlich ausgedrücktem Entsetzen schaut sie in das, wofür ich Miete zahle: »Nun: Jaaaa«, sagt sie dann, »wie siehst du selbst denn das Problem?«

Es gebe, eigentlich, keines, sage ich.

»Nein?«, fragt mit einem belustigten Kiekser in der Stimme sie — und dann klingt sie wie jemand, der einem Kleinkind den Nuckel in den Mund zurückschiebt: »Kein Problem? Wir lösen es trotzdem!«


Einrichtungsexperten, Psychoanalytiker, Türkengangs — es ist immer das gleiche Schema:

Hast du ein Problem?

Nein.

Doch.

Nein.

Bumm.

Jedesmal brummt einem der Kopf hinterher mehr als vorher. Und das liegt daran, daß es einen Spruch gibt, mit dem man einen Menschen genauso wirkungsvoll vor den Kopf schlagen kann wie mit einer Axt.

Dieser Spruch lautet: »Zeig mir deine Wohnung, und ich sage dir, wer du bist.«
Man kann es gar nicht dramatisch genug sagen: Dieser Satz ist für die moderne Wohnkultur, was in den antiken Mythen die Büchse der Pandora war. Seit er in der Welt ist, herrschen Unglück, Konfusion und Selbsthaß unter den Mietern...".

Dieses "Nachwort" stammt übrigens aus dem "Vorwort" des unbedingt lesenswerten Buches >> "Deutsches Haus" von Peter Richter. Nur durch Peter Richters "genialen" Bestseller wurde ich überhaupt auf Tine Wittler aufmerksam, da ich im Kloster seit 11 Jahren kein Fernsehen mehr schaue. (Ohne übrigens den Eindruck zu haben, viel versäumt zu haben.) - Aber als Kloster-Webmaster ist natürlich das WWW mein Medium, und so wurde ich sehr schnell bei YouTube fündig, um mir ein (ziemlich erschreckendes) Bild von Tine Wittler zu machen. - Dieser Vlog-Beitrag ist also das Ergebnis dieser "Wer ist Tine-Wittler-Suche".

Sonntag, 28. September 2008

"Was soll das alles ... ?"


“Was soll das alles..?“ – Das ist eine sehr beliebte Frage, die sich wahrscheinlich jeder im Laufe seines Lebens immer wieder einmal stellen wird. Und je älter man wird, umso öfter. - So geht es mir auf jeden Fall. - In einer Geschichte aus dem Judentum ist von einem Rabbi die Rede. Dieser Rabbi klagte einmal einem seiner Schüler:
"Ich lerne unablässig, ich bete, mühe mich, gut zu sein und das Gute zu tun, und merke dennoch nicht, dass ich dadurch Gott näher komme." - Das geht wohl vielen von uns ähnlich. Wir leben unser Leben wie es halt so zu leben ist: Wir gehen Tag für Tag zu unserer Arbeitsstelle. Die Frauen (und manchmal auch die Männer) machen den Haushalt. Der Schüler geht in die Schule. Von der Nähe Gottes ist da oft nichts zu spüren. „Ich merke dennoch nicht, dass ich Gott näher komme.“, sagt der Rabbi. Und wie schön wäre es, wenn wir das merken würden. Auch das Beten bringt uns häufig nicht weiter. Wir haben uns im religiösen Leben eingerichtet, aber finden wir dadurch schon zu Gott?

Hören wir da doch die Antwort, die dem Rabbi gegeben wird, der Gott näher kommen wollte. Sie lautet: "Nimm den Willen Gottes auf dich, wie ein Ochse sein Joch und ein Esel seine Last. Schau, wie der Ochse lebt: Er geht am Morgen aus dem Stall auf das Feld, er pflügt und wird wieder nach Hause geführt, Tag um Tag, und nichts ändert sich ihm, aber das gepflügte Feld bringt seine Frucht."
Nun ist es vielleicht wenig schmeichelhaft, mit Ochs und Esel auf eine Stufe gestellt zu werden. Aber: in diesem Fall ist doch ganz gut, sich einmal darauf einzulassen. Die Antwort auf die Klage des Rabbi lebt jedenfalls von einer heimlichen Spannung: von der Spannung zwischen dem, was Ochs und Esel jeden Tag tun müssen und dem was dabei herauskommt. Ihre tägliche Arbeit ist unspektakulär. Der Erfolg des einzelnen Tages ist nicht messbar, wird kaum wahrgenommen. Man möchte meinen, es sei sinnlos, dieses Tragen der Last Tag für Tag. Am Ende aber ist der Acker gepflügt und bringt reiche Frucht. Die alltägliche Mühe hat sich gelohnt, auch wenn es erst anders aussah.

Wir kennen das ja auch aus unserem eigenen Leben. Wie oft gleicht ein Tag dem anderen. Morgens in die Schule, nachmittags Schularbeiten. Darüber stöhnen schon die Kinder. Und so geht es weiter: Tag für Tag die gleiche Arbeit im Kloster oder im Betrieb. - Tag für Tag im Haushalt dieselben Aufgaben. Das Große und Spektakuläre bleibt aus. Hat das alles Sinn? Wohl erst dann, wenn man nach einer gewissen Zeit auf das "gepflügte Feld" unseres Lebens schaut. Der Schüler erhält am Ende des Jahres ein gutes Zeugnis, wenn er gelernt hat. Die Hausfrau schafft durch ihr beständiges Mühen eine Atmosphäre, in der sich ihre Familie wohlfühlt. Die Berufstätigen helfen jeder auf seine Weise mit, dass unsere Gesellschaft leben kann. Wer nur auf den Erfolg des Augenblicks setzt, wer keine Ausdauer, keine Geduld hat, kann da nichts vorweisen.

Und nun sagt uns die kleine jüdische Geschichte: In unserer Beziehung zu Gott ist es ebenso. Das einzelne Gebet, der einzelne Gottesdienst – von ihm kann ich den Eindruck haben: es bringt mir nichts. - Und manche lassen es dann. Einmal ein gutes Werk tun? Was soll’s – es ist eh schnell vergessen in der Hektik des Lebens. - Und wie soll ich im alltäglichen Einerlei Gott finden?

Aber wie Ochs und Esel täglich ihre Arbeit tun und dadurch das Feld am Ende reiche Frucht bringt, so sagt uns Gott, dass wir ihm durch unser alltägliches Leben näher kommen können, wo immer wir tätig sind, ob in der Schule, im Beruf, im Haushalt. - Das ist der kleine Weg zur Heiligkeit, wie ihn uns die heilige Therese von Lisieux gelehrt hat. Therese hatte in sich den Wunsch zur Heiligkeit gespürt und zugleich festgestellt, dass sie es den großen Heiligen - Paulus, Augustinus und vielen anderen - niemals gleich machen könnte. Aber sie merkte: es gibt auch einen anderen Weg. Den nämlich, jeden Tag in beständiger Treue den Willen Gottes zu erfüllen – in all den vielen Kleinigkeiten, die jeden im Leben erwarten. - Der Schüler wird heilig dadurch, dass er lernt. Die Hausfrau dadurch, dass sie kocht und der Büroangestellte dadurch, dass er seine Arbeit tut – vorausgesetzt, unser Tun ist getragen von der Liebe zu Gott und den Menschen. Unser Tun ist entscheidend, nicht unser Reden. Das haben wir heute im Evangelium gehört. – Und das gilt natürlich nicht nur für die Politiker, an die wir heute am Wahlsonntag vielleicht besonders denken: Aber für die gilt es auch!

Liebe Brüder und Schwestern!

Müssen wir immer sofort den Erfolg sehen?
Wie sagt es noch die jüdische Geschichte? - „Nimm den Willen Gottes auf dich, wie ein Ochse sein Joch und ein Esel seine Last. Schau, wie der Ochse lebt: Er geht am Morgen aus dem Stall auf das Feld, er pflügt und wird wieder nach Hause geführt, Tag um Tag, und nichts ändert sich ihm, aber das gepflügte Feld bringt seine Frucht."

Auf die Früchte, die mein Leben für andere hervorbringt, kommt es an! -
Mein Leben hat dann einen Sinn, wenn andere etwas davon haben. Amen.


Predigt für den 26. Sonntag im Jahreskreis (A) am 28. IX. 2008 (Hochamt um 11.00 Uhr, Abteikirche St. Ottilien)

Mittwoch, 10. September 2008

Bergtour auf dem Wendelstein (1838 m) - Fotogalerie


Der Wendelstein ist wohl der Oberbayerische Berg schlechthin - eine prächtige Felsgestalt aus Wettersteinkalk, die auch bei Nicht-Bergsteigern weithin bekannt ist. Weit ins Voralpenland hinaus zu sehen, ist der Berg wohl jedem schon einmal aufgefallen, der auf der Autobahn A8 nach Salzburg unterwegs war. Leider wurde der ansonsten sehr schönen Gipfel gnadenlos zugebaut und regelrecht verschandelt. Eine derartige Ansammlung von Gebäuden und technischen Einrichtungen findet man im bayerischen Alpenraum nur noch auf der Zugspitze. Eine Bergstation für Seil- und Zahnradbahn, ein Wirtshaus, ein ehemaliges Hotel, ein Sonnenobservatorium, eine Wetterstation, ein Sendemasten für Rundfunk und Fernsehen, eine Windkraftanlage - habe ich etwas vergessen? Ach ja, das Wendelsteinkircherl, etwas verloren steht es am Rande der Betonwüste... 


Samstag, 6. September 2008

Das Drama am Breitenstein (1622 m) - Fotogalerie

Der Breitenstein ist ein beliebter Münchner Hausberg. Und seine Popularität kommt nicht von ungefähr: ist es doch eine leichte und schöne Bergwanderung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wendelstein und bietet drei (!) gemütliche Almhütten-Einkehrmöglichkeiten und eine tolle Aussicht: Eine ganz wunderbare Tour, wenn sich nicht genau auf dem Gipfel die beide Schuhsohlen meiner Bergschuhe gleichzeitig verabschiedet hätten. Totalschaden! - Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch: Wozu gibt es denn ...? -
So kamen wir am Abend wieder unbeschadet genau an der kleinen Wallfahrtskapelle in Birkenstein an, wo wir am Morgen gestartet waren: "Maria (und ...?) haben geholfen!"








Bonus-Material: Die "Bergpredigt"

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Dieser Film wurde auf dem Breitenstein-Gipfel von M. einfach hinter meinem Rücken - ohne Dreherlaubnis - gedreht. Hätte ich gewusst, dass eine (ganz heimtückisch als Fotoapparat getarnte) Kamera läuft, hätte ich natürlich lauter gesprochen, damit meine bedeutsame Bergpredigt der Menschheit für alle Zeiten erhalten bleibt.

Freitag, 15. August 2008

"ICH BIN DANN MAL WEG ..."


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3-min-Trailer zur TV-Dokumentation  
Eine imposante Naturlandschaft. Steile Felsen, tosendes Wildwasser. Das alles steht für den Nationalpark Gesäuse - im Norden der Steiermark. Inmitten dieser atemberaubenden Bergwelt steht seit fast 1000 Jahren ein Kloster - das Benediktinerstift Admont. Es ist seit jeher ein Ort der Spiritualität und Kontemplation - der Wissenschaft und Kunst. 

Das Stift beherbergt eine Barockbibliothek der Superlative. Als weltweit größte und wohl auch schönste beherbergt sie rund 70.000 Bücher, darunter 1.400 unschätzbar wertvolle Handschriften. Sie beinhaltet wertvolle Dokumente der europäischen Geistes-, Schrift- und Druckkultur, an denen die Entwicklung der christlichen Religion als kulturbildende Kraft ebenso abzulesen ist wie die Entwicklung europäischer Geistesgeschichte.

Das alles klingt (besonders für Klosterbibliothekare) sehr verlockend. -  Genau das, was ich jetzt (für eine Woche) brauche. "Ich bin dann mal weg!"