Dienstag, 26. Mai 2026

Eine neue Blütezeit

Der Heilige Rosenkranz ist keine fromme Übung, die in die Vergangenheit verbannt wurde, wie Gebete vergangener Zeiten, an die man sich nostalgisch erinnert. Vielmehr erlebt der Rosenkranz eine neue Blütezeit. Zweifellos ist er eines der beredtesten Zeichen der Liebe, die die junge Generation zu Jesus und seiner Mutter Maria hegt. In der heutigen, so zersplitterten Welt hilft dieses Gebet, Christus in den Mittelpunkt zu rücken, so wie es die Jungfrau Maria tat, die über alles nachdachte, was über ihren Sohn gesagt wurde, und auch über sein Tun und Reden. Beim Rosenkranzgebet werden die wichtigen und bedeutsamen Momente der Heilsgeschichte neu erlebt. Die verschiedenen Stationen von Christi Wirken werden nachgezeichnet. Mit Maria richtet sich das Herz auf das Geheimnis Jesu. Christus rückt in den Mittelpunkt unseres Lebens, unserer Zeit, unserer Stadt durch die Betrachtung und Meditation seiner heiligen Geheimnisse der Freude, des Lichts, des Leids und der Herrlichkeit. Möge Maria uns helfen, die Gnade dieser Geheimnisse in uns aufzunehmen, damit wir durch sie die Gesellschaft durchdringen können, angefangen bei unseren täglichen Beziehungen, und sie von so vielen negativen Einflüssen reinigen und sie so für die Neuheit Gottes öffnen. Der Rosenkranz, wenn er aufrichtig gebetet wird, nicht mechanisch und oberflächlich, sondern tiefgründig, bringt tatsächlich Frieden und Versöhnung. Er birgt die heilende Kraft des Allerheiligsten Namens Jesu in sich, der mit Glauben und Liebe im Zentrum jedes „Gegrüßet seist du, Maria“ angerufen wird. 

Papst Benedikt XVI., Basilika Santa Maria Maggiore, 3. Mai 2008

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