Samstag, 23. Mai 2026

Was ein Mönch so hört (19): Die 5 Klavierkonzerte von J.S. Bach mit Ramin Bahrami unter Riccardo Chailly

 

Ramin Bahramis Spiel ist von Anfang bis Ende ein Genuss. Mühelos spielt er kleine Verzierungen, Durchgangstöne und Läufe, und seine Legato-Lyrik ist etwas, wonach viele Pianisten nur streben können. Gelegentlich hebt er die Töne etwas über die erwartete Dynamik hinaus oder fügt eine Oktave hinzu, um etwas zu betonen – etwas, das ich als Teil seiner Orchestrierung des Soloparts empfinde. Manchmal ist es eine Blechbläserfanfare aus dem Diskant, ein Trommelschlag oder einige zusätzliche Orgeltöne im Bass. Diese Elemente halten uns wach, werden aber sparsam und niemals unmusikalisch eingesetzt. Das Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly hat sich bereits mit einer Reihe hervorragender Bach-Aufnahmen für Decca bewährt; die Werke bestechen durch einen brillanten und lebendigen Klang. Die Balance zwischen Solist und Orchester erscheint mir perfekt. 

Ohne die Leistungen anderer Musiker schmälern zu wollen, ist diese Aufnahme von Ramin Bahrami und Riccardo Chailly meiner Meinung nach derzeit die beste. Ein absolutes Muss – wenn Sie nach den fünf Klavierkonzerte suchen. Selbst wenn Sie diese Stücke bereits in anderen Fassungen besitzen und selbst wenn Sie sich noch nicht für Klavier und Cembalo begeistern konnten, empfehle ich Ihnen diese Aufnahme wärmstens. Die Interpretationen sind gleichermaßen mitreißend und wunderschön. Ich habe alle anderen von meiner Wunschliste gestrichen und diese CD meiner überschaubaren Liste der Lieblings-CDs des Jahres 2011 hinzugefügt.

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