Donnerstag, 27. August 2026

Monaco Franze - Krautwickel neapolitanischer Art

 
Ein kulinarischer Versuch misslingt gründlich, was zu einer Krise führt. Ein tiefgründiges Gespräch über Eheprobleme, das Versprechen der Besserung und die Angst vor dem Rückfall entbrennt bei Tisch.

Montag, 24. August 2026

Was ein Mönch so hört (23): Gabriel Fauré - Requiem/Messe Basse/Motetten mit den Cambridge Singers unter John Rutter


Gabriel Fauré komponierte sein Requiem ursprünglich für den liturgischen Gebrauch und führte es erstmals 1888 auf. 1893 fügte er zwei Sätze hinzu, das Offertorium und das Libera me. Die Uraufführung in der heute bekanntesten Fassung für großes Orchester fand 1900 statt. John Rutters Aufnahme von 1985 verwendete erstmals die Fassung von 1893 für Streicher, Harfe, Pauken, Hörner, Trompeten und Orgel. Diese Fassung ist im Wesentlichen ein Kammerwerk, und Rutter reduziert die Chorgröße, um sie der Intimität der Orchestrierung anzupassen. Das Ergebnis ist ein strenger klingendes Werk, dessen Klarheit und Reinheit jedoch in neuem Licht erstrahlen. Rutters Interpretation zeichnet sich durch ihre reduzierte, klare Linearität aus; sie erzielt viel Ausdruckskraft ohne die romantische Fülle eines großen Orchesters. Die von ihm gegründeten Cambridge Singers und Mitglieder der City of London Sinfonia spielen mit Disziplin, reinem und leuchtendem Ton und lyrischer Intensität. Es ist eine rundum strahlende Aufführung, die jeden Liebhaber des Requiems begeistern dürfte. Ebenfalls enthalten ist eine wunderschöne Interpretation von Le Cantique de Jean Racine in einer von Rutter für Streicher und Harfe arrangierten Fassung. Die CD wird ergänzt durch ebenso ergreifende Interpretationen von Faurés kurzer Messe basse für Frauenstimmen und Orgel sowie mehrerer kurzer Motetten. Der Klang ist etwas hell, was jedoch der schlichten Klarheit des Chorklangs durchaus gerecht wird.

Tischlesung: Antoni Gaudí – Der Architekt Gottes: Die Biographie von Kathrin Benz

Katalanischer Nationalist, tief gläubiger Katholik und ein Revolutionär der Architektur – sieben seiner Bauwerke gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer war dieser exzentrische Architekt, der eine vollkommen neue Formensprache erfand? Er revolutionierte die Architektur durch die Nachahmung der Naturgesetze, die er auf den Schöpfergott zurückführte. So entstand ein höchst eklektischer Fusion-Stil aus Gotik, Barock und arabischen Elementen. Damit gilt er als Vater des spanischen Jugendstils. Sein bekanntestes Werk ist die Sagrada Família in Barcelona, die jährlich Hunderttausende von Besuchern nach Barcelona lockt. 

»Der Architekt Gottes« ist die erste Biografie einer höchst eigenwilligen Gestalt: Ein katalanischer Patriot, der Mitte seines Lebens zu einem sehr intensiven, spirituellen Glauben fand. Ein Sinnsucher, der sich mit Musik und Farbtheorie, Fotografie, Literatur und Glasmalerei beschäftigte. Er galt als Star, der sich aber immer mehr von der Gesellschaft abwandte und nach seinem legendären Straßenbahnunfall in einem Armenspital starb.

Sonntag, 23. August 2026

Impuls: „Wenn das Wort Gottes zunimmt, verstummen die Worte der Menschen“

„Innere und äußere Stille sind notwendig, um Gottes Wort hören zu können. Und in unserer Zeit fällt uns dies besonders schwer. Wir leben in einer Zeit, die Besinnung nicht gerade fördert; man gewinnt sogar manchmal den Eindruck, die Menschen fürchteten sich davor, auch nur für einen Augenblick von der Flut an Worten und Bildern abgeschnitten zu sein, die den Tag prägen und erfüllen.“ 

Aus diesem Grund habe ich in dem oben erwähnten Schreiben Verbum Domini an die Notwendigkeit erinnert, den Wert der Stille zu erkennen: „Die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes im Leben der Kirche wiederzuentdecken bedeutet auch, ein Gefühl der Besinnung und inneren Ruhe wiederzuentdecken. Die große patristische Tradition lehrt uns, dass die Geheimnisse Christi allesamt mit Stille verbunden sind. Nur in der Stille kann das Wort Gottes in uns Wohnung finden, wie es in Maria, der Frau des Wortes und untrennbar mit der Frau der Stille verbunden, Wohnung fand“ (Nr. 66). Dieser Grundsatz – dass man ohne Stille nicht hört, nicht zuhört, kein Wort empfängt – gilt insbesondere für das persönliche Gebet ebenso wie für unsere Liturgien: Um ein authentisches Zuhören zu ermöglichen, müssen auch sie reich an Momenten der Stille und der nonverbalen Aufnahme sein. 

Die Beobachtung des heiligen Augustinus ist nach wie vor gültig: „Verbo crescente, verba deficiunt“ – „Wenn das Wort Gottes zunimmt, verstummen die Worte der Menschen“ (vgl. Sermo 288). Die Evangelien schildern Jesus oft, besonders in Zeiten entscheidender Weichenstellungen, wie er sich an einsame Orte zurückzieht, fernab der Menschenmengen und sogar der Jünger, um in Stille zu beten und seine kindliche Beziehung zu Gott zu leben. Stille kann in unserem Innersten einen Raum schaffen, in dem Gott wohnen kann, sodass sein Wort in uns bleibt und die Liebe zu ihm in unseren Herzen und Gedanken Wurzeln schlägt und unser Leben erfüllt. - 

Papst Benedikt XVI., Generalaudienz, 7. März 2012