Die Aufnahme von Dvořáks „Aus der Neuen Welt“ aus dem Jahr 1972 mit den Berliner Philharmonikern unter dem tschechischen Dirigenten Rafael Kubelik , erschienen bei Deutsche Grammophon, ist seit Jahrzehnten legendär und ein wahrer Genuss. Es ist eine kraftvolle und souveräne Interpretation in der warmen Akustik der Berliner Jesus Christus Kirche. Damals dirigierte Herbert von Karajan das Orchester, und es galt als das beste der Welt. Die Blechbläser klingen strahlend, die Streicher spielen punktgenau, und Kubelik war in Höchstform. Gelegentlich ist in den Höhepunkten eine leichte Klangverdichtung zu erkennen, doch dies ist nur ein kleiner Makel. Das Tempo ist nahezu perfekt, und wir werden immer wieder an die Kraft und Lyrik der Berliner Philharmoniker in ihrer besten Form erinnert. Das Largo ist von Nostalgie und Erhabenheit durchdrungen, das Orchester spielt grandios, und wir spüren die Sehnsucht nach der Heimat, die Dvořák zu vermitteln suchte. Das Scherzo besticht durch mitreißende Pauken und einen wunderbar transparenten Klang, sodass wir alle Instrumente heraushören können. Das Finale wird mit Bravour und Schwung dargeboten. Ein würdiger Abschluss für eine der wohl großartigsten Dvorak-Aufnahmen aller Zeiten.
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