Sonntag, 2. Mai 2004

Herbert Huber: Kleines Handbuch für Ministranten und Gottesdienstbesucher

Zur Einleitung

Das hier vorgelegte Handbüchlein will keine äußeren und technischen Hinweise auf den Ministrantendienst geben (also etwa wie man eine Kniebeuge macht, wie man das Weihrauchfass schwingt, wie man richtig inzensiert und dergleichen mehr), sondern es will – vor allem Ministranten, aber auch anderen Gottesdienstbesuchern – zu einem besseren Verständnis der Heiligen Messe behilflich sein.

Erste Fassungen der folgenden Blätter sind anlässlich der Ausbildung neuer Ministranten entstanden. Mancher mag sich fragen, ob nicht vieles darin für Ministranten, die, wenn sie ihren Dienst beginnen, meist gerade die Erstkommunion hinter sich haben, zu schwierig ist. Das ist zweifellos bei manchen Abschnitten der Fall. Aber zum einen versehen Ministranten ihren Dienst in der Regel über viele Jahre hinweg, und mit zunehmendem Alter wird das Verständnis auch für die schwierigeren Teile wachsen. Ab dem elften oder zwölften Lebensjahr wird es normalerweise kaum mehr Verstehensprobleme geben. Zum anderen ist das Büchlein nicht nur für das selbstständige Lesen gedacht, sondern vor allem auch als Grundlage für Ministrantenstunden, in denen die angesprochenen Themen von Mesner, Kaplan, oder wer immer mit den Ministranten arbeitet, behandelt und zusammen mit den Ministranten erschlossen werden. Dabei sind ganz unterschiedliche Ansatzpunkte, Perspektiven und Methoden denkbar, je nach der persönlichen Zugangsweise des Verantwortlichen und der konkreten Situation der Ministrantengruppe. Auf diese Weise kann man die Sachen ganz unabhängig von den gegenwärtigen Blättern präsentieren: Diese dienen dabei dann lediglich als Leitfaden, Zusammenfassung und Erinnerungsstütze. Außerdem ist auch daran gedacht (und es ist tatsächlich geschehen), dass ältere Geschwister, Eltern oder sonstige Gottesdienstbesucher sich einmal die Blätter ansehen und so etwas mehr über den Hintergrund dessen erfahren, was die Ministranten tun. Das gegenwärtige Büchlein ist jedenfalls der Versuch, den Kindern etwas an die Hand zu geben, das sie auch in späteren Jahren als älter und reifer gewordene Menschen noch mit Gewinn lesen können. Es gibt nichts Nutzloseres als Texte, die man nur im Augenblick gebrauchen kann, weil man in zwei Wochen oder Jahren schon über sie hinausgewachsen ist. Über wichtige Dinge braucht man Texte, mit denen man nicht auf Anhieb „fertig“ ist, sondern die auch dann noch Gehalt besitzen, wenn man sie mit mehr Wissen, mit weiter gewordenen Kenntnissen und mit größerer Lebenserfahrung wiederliest.

Derzeit gibt es innerhalb der katholischen Kirche mancherorts Verständigungsprobleme hinsichtlich der Heiligen Messe. Die einen möchten die „alte“ tridentinische Messe, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil war, weiterhin gelesen wissen, die anderen halten die Liturgiereform des genannten Konzils, den sogenannten Novus Ordo für eine große Errungenschaft, die sie gegen „vorkonziliare“ konservative Katholiken durch ein Verbot der tridentinischen Messe verteidigen zu müssen glauben. Das vorliegende Büchlein geht davon aus, dass die tridentinische Messe wie auch die Messe nach dem Novus Ordo, sofern er nach den römischen Vorschriften vollzogen wird, auf gleich legitime Weise dasselbe katholische Messopfer feiern. Man mag darüber streiten, in welchem der beiden Riten der sakramentale Inhalt sowie die ihm geschuldete Ehrfurcht deutlicher und durchdachter zum Ausdruck kommen. Diesen Streit möchte ich hier jedoch in keiner Weise führen. Ich halte mich vielmehr daran, dass in beiden Riten dasselbe Kreuzesopfer Christi unblutig vergegenwärtigt wird. Den Opfercharakter der Heiligen Messe hat nicht allein die gesamte Überlieferung bis zum Konzil von Trient ganz deutlich festgehalten, sondern auch das Zweite Vatikanische Konzil , das Messbuch des Novus Ordo und besonders eindringlich der Katechismus der Katholischen Kirche bekennen sich eindeutig dazu. Man soll die beiden Riten nicht vermischen, denn das würde zu Brüchen und Missverständnissen führen. Aber man sollte sich immer darüber klar bleiben, dass Christus durch den Priester in der tridentinischen Messe dieselbe Wandlung von Brot und Wein in sein göttliches Fleisch und Blut vollzieht wie im Novus Ordo. Deshalb müssen alle Messdiener – die Ministranten der tridentinischen Messe genauso wie die Ministrantinnen und Ministranten des Novus Ordo – zu einem Verständnis dieses Opfers hingeführt werden. Dazu möchte dieses Büchlein ein wenig helfen. Da der Opfercharakter der Heiligen Messe seit längerem weder im Religionsunterricht noch in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung in angemessener Weise behandelt wird, wäre vielleicht auch daran zu denken, die gegenwärtigen Blätter für den Religionsunterricht und zur Vorbereitung der Betreuer von Erstkommunionkindern zu verwenden. Denn in diesen Bereichen ist es genauso wichtig wie für Ministranten, zu verstehen, worum es beim Messopfer geht.

Die Heilige Schrift führe ich nach dem Text des hl. Hieronymos, der sogenannten Vulgata (der „Weitverbreiteten“), an, weil das der klassische katholische Text der Bibel ist, der seit dem fünften Jahrhundert in allen Messen gelesen wurde, auf den sich alle Konzilien bezogen, und der bis heute im tridentinischen Ritus verwendet wird. Die gegenwärtig üblichen Bibelausgaben, wie etwa die Einheitsübersetzung weichen teilweise in der Psalmenzählung und im Titel alttestamentlicher Bücher von der Vulgata ab. Das hängt damit zusammen, dass die Texte schon in der Antike bei ihrer Übersetzung in’s Griechische teils neu abgeteilt, teils neu betitelt wurden. So bildeten beispielsweise die beiden Samuelbücher ursprünglich nur ein Werk, das man aber auf zwei Schriftrollen verteilt hatte, was dann Anlass gab, sie als zwei Bücher zu zählen. Ihr Name rührt daher, dass die jüdische Überlieferung sie für ein Werk des Propheten Samuel hielt. Da das jedoch nicht stimmt und außerdem die Samuelbücher mit den Königsbüchern darin übereinkommen, dass sie einen Abschnitt der Geschichte des jüdischen Reiches darstellen, hat man in der griechischen Fassung des Alten Testamentes die beiden Samuelbücher mit den zwei Königsbüchern zusammengestellt und damit vier „Bücher der Könige“ erhalten. Diese Namen und Zählweise hat der hl. Hieronymus deshalb auch aus der griechischen Bibel übernommen. Für den Text seiner lateinischen Übersetzung hat er aber das hebräische Original zugrunde gelegt. Die heutigen Ausgaben gehen hingegen auch auf den alten hebräischen Namen der Samuelbücher zurück, der eine (falsche) Verbindung mit dem Propheten Samuel andeutet. Ich folge hier, wie gesagt, dem hl. Hieronymus und vermerke an den wenigen Stellen, wo das nötig ist, die Abweichung zu anderen Bibelausgaben in eckigen Klammern (bei den Psalmen) oder in einer Fußnote (bei den Buchnamen).

Das Verständnis dessen, worum es in der Heiligen Messe geht, lässt sich nur durch eine Verschränkung philosophischer, religionsgeschichtlicher und theologischer Gesichtspunkte erschließen. Ich habe mich bemüht, diese Dinge möglichst einfach und leicht nachvollziehbar darzustellen. Damit man sich beim persönlichen Nachdenken wie auch bei Gesprächen über diese recht vielschichtige Materie leichter orientieren kann, habe ich meine Überlegungen in Paragraphen eingeteilt, die durch das ganze Büchlein hin fortlaufend numeriert sind.

Türkheim, im Frühjahr 2004

Herbert Huber

Download des kompletten Ministrantenhandbuchs als PDF-Datei (57 Seiten, 481k)


Sonntag, 22. Februar 2004

DER FEIND ALS MEDIZIN


Liebe Mitbrüder, liebe Mitfeiernde!

Eine ziemliche harter Brocken wird uns da heute am Faschingssonntag zugemutet: da wird uns ein Evangelium verkündet, das einem so jeden Spaß verderben kann und nur ziemlich schwer zu verdauen ist. Der moralische Anspruch kann wohl kaum noch überboten werden: Wer mir auf die Wange schlägt, dem soll ich auch noch die andere hinhalten. Wenn mir jemand etwas wegnimmt, dann soll ich es nicht zurückverlangen. Und es reicht auch nicht, wenn wir mit unseren Nächsten gut auskommen, - was ja schon oft schwer genug ist: Wir sollen auch unsere Feinde lieben.

Das kann uns natürlich in der Faschingszeit um einiges leichter fallen: Nach ein paar Maß Bier kennt man ja in der Regel keine Feinde mehr. - Man hat nur noch Freunde! - Aber schon der Aschermittwoch holt uns wieder auf den harten Boden der Realität zurück: Es ist schwierig zu lieben.

Im Alltag sind wir oft der Meinung, dass wir uns weit absetzen von der Haltung, die da lautet: „Auge um Auge und Zahn um Zahn“. Doch wenn wir unser Verhalten einmal ehrlich kontrollieren, dann werden wir feststellen, wie schwierig es ist, schon diesen Grundsatz einzuhalten. Denn dieser Grundsatz sagt eigentlich nur folgendes: Ich soll nur genau das wieder einfordern, was mir an Schaden zugefügt wurde. Also: Ein Auge für ein Auge. Und einen Zahn für einen Zahn. - Also für das eine Auge nicht gleich den Menschen und für den einen Zahn nicht gleich den ganzen Kopf.

Unser Gefühl nach Vergeltung meint aber oft schon, dem anderen mehr antun zu müssen, als man selbst erlitten hat: Hat man z. B. den Eindruck, in einem Wortgefecht eine „Breitseite“ abbekommen zu haben, dann schießt man gerne mit einer „doppelten verbalen Breitseite“ zurück, um den Gegner endgültig zum Verstummen zu bringen - Das ist irgendwie menschlich, aber sicherlich falsch! – Für das eine Auge nur ein Auge und für den einen Zahn nur einen Zahn zu fordern, ist also gar nicht so einfach. Das verlangt schon eine Menge an Selbstdisziplin.

Sehr viel schwieriger ist dann die Forderung Jesu, auch noch die andere Wange hinzuhalten. - Sind wir damit nicht total überfordert, so dass wir es oft erst gar nicht versuchen? Was also ist gemeint mit der Feindesliebe die Jesus von denen fordert, die ihm nachfolgen wollen? Warum sollen wir eigentlich unsere Feinde lieben?

Liebe Brüder und Schwestern!
Bevor ich auf die Begründung Jesu zu sprechen komme, ist es hier vielleicht einmal hilfreich, einen Blick auf die Erfahrungen der Wüstenväter zu werfen. Diese geben uns auch für heute noch wichtige Hinweise, die man leicht und gerne übersieht. So schreibt ein Altvater: „Wenn dich dein Bruder verlacht, verhöhnt oder gekränkt hat, dann musst du diesen Bruder wie einen Arzt betrachten, der dir von Christus als Wohltäter geschickt wurde. Wenn du nicht krank wärest, dann würdest du nicht leiden. Du musst also dem Bruder danken, denn du kennst nun deine Krankheit. Du musst für ihn beten und das, was du von ihm bekommst, als Heilmittel entgegennehmen, das dir vom Herrn geschickt wurde.“

Die Mönche haben offensichtlich die Erfahrung gemacht, dass der andere, der mich kränkt, mich auf meine eigene Krankheit stößt. Ich würde nicht so heftig auf beleidigende Worte reagieren, wenn sie mich nicht an einer schwachen Stelle treffen würden. Sie decken manchmal Punkte in mir auf, die ich selbst nicht wahrnehme oder nicht wahrnehmen möchte. Wenn ich mich schnell über die Worte anderer aufrege, muss ich mir selbst eingestehen: Bei mir selbst ist da etwas noch nicht in Ordnung!

So zeigt mir ein schwieriger Mitmensch oft, wie viel Ungeduld und Zorn in mir sind. Er bewahrt mich also vor der Illusion, als ob ich schon fast vollkommen wäre. Er zeigt mir meine Grenzen auf: Ich bin noch nicht fähig, Menschen wirklich zu lieben, wenn ich mich schnell von meinen negativen Emotionen hinreißen lasse und schon bei kleinen Nadelstichen sofort explodiere.

Und zum anderen hilft mir der schwierige Mitmensch zu einer besseren Selbsterkenntnis. Denn gerade die Fehler, über die ich mich bei den anderen aufrege, sind auch in mir vorhanden. „Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf!“ (schreibt Hermann Hesse). Wir brauchen uns nur selbst zu beobachten, worüber wir uns bei anderen aufregen, um unsere eigenen Fehler zu erkennen. Wer seine Fehler nur immer im anderen sieht, kommt mit sich selbst nicht weiter.

So sind im spirituellen Leben also unsere Feinde eigentlich unsere besten Freunde. Erst wenn man den Feind zur Tür hineinkommen lässt, bekommt man seine eigene Sünde, seine eigene dunkle Seite zu Gesicht. - Die alten Mönche haben das erkannt: Menschen, die dich niedermachen, denen du aus dem Weg gehst, haben dir etwas Wichtiges zu sagen. Oft verurteilen und verabscheuen wir nur unsere eigenen Fehler in den anderen. Darum haben deine Feinde dir etwas Ernsthaftes mitzuteilen. Du brauchst sie, um darauf aufmerksam zu werden.

Kommen wir jetzt zu Jesus selbst. Welchen Grund gibt er an, seine Feinde zu lieben?
Seine Begründung ist ebenso einfach wie eindeutig: „Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“
Wenn man Jesu ernst nimmt, - und Jesus ist nicht "Prinz Karneval" -, wenn man also seinen Worten vertraut und genauer darüber nachdenkt, dann kann es einen schon manchmal eiskalt den Rücken hinunterlaufen. - So geht es mir auf jeden Fall: Wie vorschnell urteilt und richtet man im Alltag oft über andere. Wie schnell mache ich meine „inneren Schubladen“ auf und ordne ein in: Gut oder Böse, Richtig oder Falsch, Schuldig oder Unschuldig? – Jesus verweist auf Gott, unseren Vater: Er lässt die Sonne aufgehen über Gerechte und Ungerechte. Er lässt es regnen über Gute und Böse.

Wir Menschen hingegen scheinen es oft besser zu wissen und fangen mit dem Ausjäten gerne schon einmal an. Und mit unserer scharfen Axt hacken wir dabei auch schon einmal schnell etwas mit um, was Gott vielleicht noch hätte wachsen lassen. – Das was wir anpacken machen wir in der Regel gründlich, - aber leider oft auch erbarmungslos!

Den Feind lieben heißt aber: Eintreten in die Haltung Gottes. Wir sollen etwas von seiner großen Barmherzigkeit schon hier auf Erden verwirklichen und die anderen davon spüren lassen . Und d.h. vor allem auch : „Nicht Böses mit Bösem“ zu vergelten, wie der hl. Benedikt sagt. – Nur so unterbrechen wir die Spirale der Gewalt und kommen einen Schritt weiter.

Die bekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren bekam 1978 den „Frankfurter Friedenspreis“ verliehen. Dabei erzählte sie folgende Geschichte über eine ihr bekannte Frau:

„Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an den Bibelspruch glaubte: ,Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben.' Im Grunde ihres Herzens glaubte sie nicht daran, sie liebte ihren Jungen und erzog ihn mit Liebe. Aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte. Die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: ,Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen.' Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. - Das Kind musste gedacht haben: ,Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein.' Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und legte dann den Stein auf einen Bord in der Küche, und dort blieb er bis heute liegen als ständige Mahnung: „Nie wieder Gewalt!“

Liebe Brüder und Schwestern,
lassen wir die Stöcke und Steine liegen, die wir auf andere werfen wollen, - und wenn wir jemanden verbessern wollen, dann fangen wir am Besten bei uns selbst damit an. Da gibt es wahrscheinlich genug zu tun. Vielleicht bietet die kommende Fastenzeit Gelegenheit dazu?

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Predigt für den 7. Sonntag im Jahreskreis (C) am 22. II. 2004 (Konventamt, St. Ottilien)
Evangeliumstext (Lk 6, 27-38)

Mittwoch, 3. September 2003

DIE MÖNCHE VON ST. OTTILIEN TÄGLICH 5x LIVE !



ZUR EINLEITUNG

Haben Sie sich nicht auch schon einmal gedacht, wie schön es wäre, jetzt, da wo Sie gerade sitzen, am Chorgebet einer klösterlichen Gemeinschaft teilzunehmen? Geht nicht? Alles zu weit weg?

Von wegen! -
Wir Missionsbenediktiner aus Sankt Ottilien am bayerischen Ammersee haben in Zusammenarbeit mit KiP-Radio eine ganz zeitgemäße Lösung gefunden: Bereits seit dem 3. September 2003 kann man sich jederzeit live in unser Stundengebet einklicken und mitbeten. Der mehrfach tägliche Choralgesang der Mönche von St. Ottilien bietet somit eine einmalige Gelegenheit, in der Rastlosigkeit unserer Zeit ein wenig zur Ruhe zu kommen. - Und dazu möchten wir Sie ganz herzlich einladen!

An Werktagen (im Jahreskreis, während der geprägten Zeiten, auch bei Festum)
05.40 Vigil und Laudes
06.45 Konventamt
08.00 Eucharistiefeier
12.00 Mittagshore
18.00 Vesper
20.00 Komplet (mittwochs um 19.30 Uhr)
An Hochfesten (wenn kein gesetzlicher Feiertag)
06.30 Laudes
11.15 Konventamt
18.00 Vesper
20.00 Komplet
An Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen
06.30 Laudes
09.15 Konventamt
12.00 Mittagshore
17.30 Lateinische Vesper
20.00 Komplet

Sonntag, 27. Juli 2003

Der Lumpensammler von Tokio

Einer, der Gottes Wirken bezeugen wollte
Eine Erinnerung an Pater Gereon Goldmann OFM

Mitte der neunziger Jahre. Ins Mutterkloster der Franziskaner auf dem Frauenberg war ein alter Pater zurückgekehrt: Pater Gereon Goldmann. Ein Japan-Missionar, dessen Leben – nach Aussagen eines jungen Diakons – „Stoff für Romane“ böte. Das machte neugierig, und die Lektüre der Jugend- und Kriegserinnerungen von Pater Gereon, „Tödliche Schatten – Tröstendes Licht“, noch viel mehr.
Was hatte der Mann nicht alles erlebt: Geburt 1916 in Fulda als Sohn eines Tierarztes, Tod der Mutter, die Begegnung mit einer prophetisch begabten Ordensschwester, Umzug nach Köln, Eintritt in den Franziskanerorden, Einberufung zur Wehrmacht, Strafversetzung zur Waffen-SS, Kontakt zur Widerstandsgruppe des 20. Juli mit Kurierdiensten nach Frankreich und Italien, Audienz bei Pius XII., Erteilung der päpstlichen Sondervollmacht zur Priesterweihe ohne Theologiestudium, Gefangennahme auf dem Monte Cassino, Einlieferung in Kriegsgefangenenlager in Marokko und Algerien, Priesterweihe, Todesstrafe und Begnadigung.

Immer wieder war Pater Gereon dem Abgrund begegnet, stets war er gerettet worden. „Wie die Geier stürzten sich die Flugzeuge auf das enge Tal und warfen ihre Bomben ab. Alles suchte hastig irgendeine Deckung. Ich dachte urplötzlich: Schnell auf den Bauch! Ich lag ja immer noch mit dem Rücken nach unten. Im Moment, da ich mich umdrehte, um das Allerheiligste zu schützen, regnete es Stahl, Steine, Erde und Staub.“

In den Fünfzigern begann es

Dabei begann das eigentliche Abenteuer, die eigentliche Berufung erst später, Mitte der fünfziger Jahre. Mit dem Abflug nach Japan, wo Pater Gereon die Pfarrei Sankt Elisabeth in Tokio, Itabashi-Ku übernahm. Er sammelte Lumpen, um verschiedene Projekte zu finanzieren: den Bau von Kirchen, Heimen, Krankenhäusern, Sozialstationen, Wohnungen. Er predigte und taufte und baute sogar ein Kirchenmusik-Institut auf, das St. Gregorius-Institut für Kirchenmusik und Liturgie. Anfang der neunziger Jahre besuchte ihn das japanische Kaiserpaar, in Anerkennung für seine sozialen Dienste. In Fulda sollte Pater Gereon sich ab Mitte der neunziger Jahre ausruhen, seine Gesundheit war nicht mehr die Beste. Doch ständig kamen Besucher aus Japan, die ihn sehen wollten: Beichtkinder, Täuflinge, Musikergruppen. Er lebte in einem kleinen Zimmer, ging morgens zur Frühmesse in die Kirche. Verbrachte viel Zeit im Gebet, las Bücher zur Kirchengeschichte und erledigte immer noch geschäftliche Korrespondenzen: Spendenbescheinigungen, Darlehen für Bedürftige. Unvergesslich, wie der große Mann mit den grauen Haaren und den wachen Augen nach einer Beichte in seinem Zimmer spitzbübisch lächeln konnte. „So, jetzt wollen wir uns mal einen Schluck genehmigen“, sagte er dann und goß seinen Lieblingslikör vorsichtig in zwei kleine Gläser, um bald darauf mit rheinländischer Leichtigkeit von Fügungen und Führungen, Geheimnissen und Gnaden jenseits aller Zeit- und Landesgrenzen zu erzählen. Bodenständig, ohne falschen Weihrauch.

Tiefer Glaube an die Vorsehung

Doch so menschlich und unterhaltsam er war, so sehr konnte und wollte Pater Gereon Gottes Wirken bezeugen. Ernst und geschliffen: „Alles, was auch immer im Leben geschehen mag, geschieht unter der gütigen und oftmals unverständlichen Vorsehung einer ewigen Liebe. Freude und Leid, Erfolg und Misserfolg, Krankheiten und Nöte aller Art, alles schlägt zum Guten, ja zu unserem Besten aus, wenn wir die Überzeugung bewahren, dass Gott uns sieht, uns hört und liebt, wenn wir uns an Ihn wenden. Die Brücke zu Ihm ist das Gebet und die heilige Euchariste.“ In der Nacht zum 27. Juli ist Pater Gereon Goldmann OFM im Alter von 86 Jahren gestorben.

Stefan Meetschen
(DIE TAGESPOST vom 02.08.2003)


Freitag, 10. Januar 2003

Die Geburtsstunde von "ERZABTEI LIVE"

Am 10. Januar 2003 wurde die Idee von >> ERZABTEI LIVE
im Stüberl des Gästehauses von St. Ottilien geboren. Die Idee eine Live-Übertragung des Stundengebetes im WWW hatte ich als Webmaster des Klosters schon länger im Hinterkopf. Aber erst die "göttliche Vorsehung" brachte den endgültigen Durchbruch:
Sie schickte uns mit Herrn Markus Löw von KIP-Radio und Herrn Dipl.-Ing. Tilmann Basien zwei Gäste ins Gästehaus, die von dieser Idee ebenfalls begeistert waren und die zusätzlich auch noch über alle technischen Möglichkeiten verfügten, diese Idee auch wirklich in die Tat umzusetzen! Nur gut, das ich damals auch der Stellvertreter des Gastpaters war und wir so im Gästehaus zueinander gefunden haben. So fand die Idee der Live-Übertragungen des Stundengebetes am Abend des 10. Januars 2003 ihre "drei Väter". - Geburtshelfer waren zusätzlich noch ein paar gute Zigarren und einige Gläser spanischen Rotweins. - Und natürlich der englische Maler Carl Lazzari, der zu dieser Zeit ebenfalls als Gast im Gästehaus (und an diesem Abend auch im "Stüberl") verweilte und dieses denkwürdige Ereignis mit seinem Tuschestift in seinem Skizzenbuch festhielt.

Sonntag, 8. Dezember 2002

WEGE DURCH DIE WÜSTE


Liebe Mitbrüder, liebe Mitfeiernde!

„Wir machen den Weg frei!" sagt eine bekannte Bank und zeigt uns in der Werbung ganz ungewöhnliche Wege, die sich in scheinbar unendliche Weiten öffnen, diese verheißen: mit Geld und guten Zinsen können sie einen guten Weg zu einem glücklichen Leben ermöglichen. Wir wissen: „Geld allein macht nicht glücklich", das sagt nicht nur ein Sprichwort. Und trotzdem beschäftigen wir uns mit den vielen Möglichkeiten des Geldes: Geld gewinnen, Geld anlegen, Geld vermehren und Geld ausgeben. Das Weihnachtsgeld ist längst in der Tasche – und vielleicht auch schon wieder heraus - , und viele sind wieder unterwegs, um für jung und alt Geschenke einzukaufen. Alle Jahre wieder! - Warum überhaupt?

Die heutige Botschaft, mitten im Advents, gibt uns den entscheidenden Hinweis, worauf es eigentlich ankommt: Der Evangelist Markus zeigt in der bilderreichen Sprache des Propheten Jesaja, wie wir uns auf das Kommen des Herrn vorbereiten, worauf es ankommt; sie haben es gerade noch gehört: „Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, werde eben" (Jes 40, 3. 4). Es geht also um eine „Flur- und Wegbegradigung“. Es geht darum, all das aus dem Weg zu räumen, was Gott hindert, zu uns zu kommen. Schutt und Stolpersteine müssen weggeräumt, Krummes begradigt und Unebenes geglättet werden. Mit „Arbeit an sich selbst“ hat das zu tun, oder wie es der „Hardliner“ Johannes d. T. nennt: mit „Umkehr und Sünden bekennen".

Wie das heute gehen kann, zeigt uns die rasante und markante Persönlichkeit des Johannes selbst. Dazu möchte ich das Wort WEGE einfach nur durchbuchstabieren um auch vier konkrete WEGE nennen, die wir im Lebensweg des „Wegweisers“ Johannes wiederentdecken können:

W - Der erste Buchstabe des Wortes WEGE und ein erster Weg:
Wahr leben, - d. h. ich achte darauf, was jetzt ist - und nicht was sein sollte. Dabei lasse ich mich nicht so sehr von dem bestimmen, was andere erwarten, was man oder frau so tut, sondern ich bemühe mich darum, ich selber zu sein. Auf meine innere Stimme, mein Gewissen zu hören und danach zu leben, auch wenn das weh tut, wenn es schwierig wird, ich sozusagen gegen den Strom schwimmen muß. Wahr lebe ich, wenn ich meine Maske ablege, nicht irgendeine Rolle spiele, sondern ehrlich bin und keine Angst habe, meine Schwächen zu zeigen. In jedem von uns gibt es da viele Abgründe, die überwunden werden müssen, damit wir dem Herrn den Weg bereiten.

E - Der nächste Buchstabe des Wortes und ein weiterer Weg:
Einfach leben, d.h. mein Leben zu vereinfachen und es mit anderen zu teilen. Geben und Nehmen gehört dazu - und der Grundsatz: „weniger ist mehr". Ich habe es – wenn auch nicht unbedingt mit Heuschrecken - immer wieder auch probiert und erfahren: Verzichten können, sich einschränken, - das bringt ein mehr an Freiheit, das tut gut. Bei der Fülle der Angebote heute und der Vielfalt der Möglichkeiten mein Leben auf das Wesentliche zu konzentrieren ist heute schwer und ist eine bleibende Aufgabe in jeder Lebensphase. Fernsehen, Radio und Internet ermöglichen mir hunderte von Programmen. Da kann ich ständig hin und her klicken, rund um die Uhr. Ich selbst kann aber nur ein Programm leben. Vor dem riesigen Berg der Möglichkeiten nicht zu resignieren, sondern einfach mein Lebensprogramm zu entdecken und zu gehen.Mein Gebet ist dabei eine wichtige Möglichkeit. Nicht auf die Vielzahl der Worte kommt es an, sondern auf die Zeit, die ich mir nehme: - Für die Stille, einfach da zu sein, um Gott in den leisen Stimmen zu entdecken.

G - Gelassen leben, ist eine weitere Form der Wegbereitung. Aber oft steht, mein eigenes Lebenstempo im Gegensatz zu dieser Lebensweise: alles mitnehmen, ja nichts verpassen. – „Man lebt ja nur einmal!“ – Gelassen leben, das sagt sich so leicht. Aber das kann mir gelingen aus dem tiefen Vertrauen heraus, daß Gott mit mir auf dem Weg ist; es hängt nicht alles von mir ab. Ich brauche auch nicht perfekt zu sein und darf Fehler machen. „Da kommt einer, der stärker und größer ist als ich .“ Das kann dieser selbstbewusste Johannes sagen. Wenn ein Mensch so etwas sagen kann, ist er weit gekommen in seiner menschlichen Reife.

Wir alle werden wahrscheinlich Erinnerungen und bestimmte Erfahrungen haben, wo es uns mehr oder weniger gelungen ist, andere größer sein zu lassen. Für etliche Männer steigert sich dieses Problem noch einmal, wenn es sich dabei um eine Frau handelt, die sie überrundet. Da kommt jemand, der bzw. die, größer ist als ich: ein kleiner Schmerz für das Selbstwertgefühl, aber eine große Befreiung, wenn man sich loslassen und den anderen Menschen größer sein lassen kann. Wenn ich bereit bin mich – wie Johannes der Täufer - selbst loszulassen, d. h. mich von und für andere in Anspruch nehmen zu lassen, dann werden manche Schlucht und viele Hügel zum ebenen Weg. Wer gelassen leben, sich selbst nicht so wichtig nimmt und sich selbst auch einmal an den Rand stellen kann, ist großherzig. Ein weiterer Weg.

E - Entschieden leben heißt der vierte und letzte Begriff, der das Wort WEGE ausfüllt. Mann oder Frau will im Leben so vieles erreichen, miterleben, auskosten u. v. m. Hier heißt für mich Wegbereitung mich zu entscheiden und mir nicht alles offen zu halten. Ich kann nicht alle Wege gleichzeitig gehen. Woran orientiere ich mich? Wieviel Mut habe ich Neues zu wagen? Wie groß ist meine Sehnsucht nach Vertrautem, Bekanntem? Wo suche ich Sicherheit?

Bei der Beantwortung solcher Fragen muß ich mir bewußt sein, daß der Preis hoch sein kann, weil Entscheidungen auch Abschied und Trennung bedeuten können.– Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen? – Johannes hat seine Entschiedenheit, sein klares „das ist falsch“ - in der Palastaffäre des Herodes „den Kopf“ gekostet. Er nahm keinerlei Rücksicht auf seine private Sicherheit. Aber gerade diese Entschiedenheit ist es wohl am Ende, die den Herrn selbst so beeindruckt haben mag, als er zu seinen Jüngern sprach: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer“ (Mt 11, 11).

Liebe Brüder und Schwestern!
Wahr – einfach – gelassen – entschieden:
4 WEGE, die uns der Wegbereiter Johannes durch sein Leben und seine Botschaft beispielhaft vor Augen stellt. Es sind Wege, die heute oftmals im Widerspruch zum modernen Zeitgeist stehen.

„Wir machen den Weg frei" verspricht die Bank. Aber wenn wir ehrlich sind, wissen wir: Die Bank schenkt uns keinen Cent! – Arbeiten müssen wir selbst an uns, wenn wir wirklich im Leben weiter kommen wollen. Mit Gottes Hilfe: Schritt für Schritt - und manchmal in kleinen Schritten. Adventliche Menschen legen selbst Hand an, wenn es darum geht Wege zu bereiten. Und das bedeutet Hand anlegen an die Steine , an den Schutt, der unser Leben niederdrückt und unfrei macht. - Hand anlegen, damit die Wege unseres Lebens begehbar werden, - für uns und für den HERRN, den wir erwarten. Amen

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Predigt für den 2. Adventsonntag (B) am 8. XII. 2002 (Konventamt, St. Ottilien)
L 1: Jes 40,1-5.9-11; L 2: 2 Petr 3,8-14; Ev: Mk 1,1-8

Samstag, 8. Juni 2002

Diakonenweihe

„Diakonaler Dienst ist Gütezeichen der Kirche"

Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz weiht in St. Ottilien einen Diakon

Augsburg, 09.06.2002 (IBA). „In der Diakonenweihe wird die Dienstgesinnung Jesu auf eine ganz besondere Art und Weise öffentlich erfahrbar. Es wird deutlich: Der diakonale Dienst gehört zum unaufgebbaren Grundbestand kirchlichen Handelns; er ist ein Erkennungsmerkmal, ein Gütezeichen der Kirche. Ohne das diakonale, das dienende Element würde die Kirche ihr Gesicht verlieren, ja sie wäre nicht mehr die Kirche Jesu Christi!" Mit diesen Worten hat der Augsburger Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB seine Predigt bei der Diakonenweihe am Samstag, 8. Juni 2002, in St. Ottilien beendet. Außerdem wünschte er dem Weihekandidaten, Frater Siegfried Wewers OSB, das es ihm gelingen möge, diesen selbstlosen Dienst glaubwürdig und voller Freude zu leisten. „Dann werden Sie reiche Frucht bringen und Ihre Frucht wird bleiben."



Frater Siegfried wurde am 3. Mai 1967 in Recklinghausen geboren und nahm 1987 sein Studium an der Westfälischen Wilhelm-Universität in Münster auf, das er an der Ludwig-Maximilian-Universität in München fortsetzte. Im Jahr 1994 schloss er wiederum in Münster mit dem Diplom in Theologie ab. Danach war er zunächst Novize bei den Prämonstratensern in Hamborn, studierte dann zwei Jahre lang Musikwissenschaft in Duisburg und trat im Oktober 1997 in die Benediktiner-Erzabtei St. Ottilien ein. Im März 1999 legte er die zeitlichen und im März 2002 die ewigen Gelübde ab. Seit 1999 leitet Frater Siegfried die Klosterbibliothek in St. Ottilien und ist seit Januar 2000 als  Stellvertreter des Gastpaters im Gästehaus tätig. Zudem ist er auch seit 2001 der Webmaster der Erzabtei.
Bischof Dammertz war in seiner Predigt zunächst auf das dem Diakonat zugrundeliegende griechische Wort eingegangen, das „Diener" bedeutet. Der Dienst des Diakons müsse verstanden werden von seiner doppelten Ausrichtung her: auf Gott hin und auf den Menschen hin. Beides gehöre zusammen. Um in rechter Weise dienen zu können, müsse man selbstlos sein, über sich selbst hinaus wachsen, eigene Interessen hintanstellen können, um die anderen in den Blick zu nehmen: die „Armen und Kranken", die „Heimatlosen und Notleidenden", das heißt alle Menschen, die in Not sind und unsere Hilfe brauchen. „Ein solches Zurücktreten ist freilich nicht nur bloßer Verzicht. Vielmehr geht es darum, Raum zu geben für das Eigentliche. Ziel unseres Dienstes ist es ja, Menschen zu Christus zu führen. Darum dürfen wir die Menschen – und das ist entscheidend – nicht an uns binden! Wir haben Ihm den Weg zu bereiten."

Das Diakonat, so Bischof Dammertz, sei eine Zwischenstation auf dem Weg zum Priestertum. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weihegrad des Diakons durch die spätere Priesterweihe – und auch durch eine Bischofsweihe – nicht aufgehoben wird. „Diakon bleibt man für immer! Die Hauptaufgabe des Diakons und eines jeden kirchlichen Amtsträgers ist es, den dienenden Grundbezug zwischen Jesus Christus und den Menschen ein Leben lang zu verdeutlichen – in seinem ganzen Dasein!"

Bischöfliche Pressestelle, Peutingerstr. 5, 86152 Augsburg



Donnerstag, 2. Mai 2002

Martin Goller OSB: MISSA SOLENNIS IN D


VORWORT

Nachdem die Benediktinerabtei auf dem St. Georgenberg im Jahre 1705 zum vierten Mal dem Brand zum Opfer gefallen war, entstand in den folgenden Jahrzehnten im Tal das Stift Fiecht, wo mit der Errichtung der Klosterschule und dem Bau der Orgel 1759 - 1761 ein reiches Musikleben erblühte.

Martin Goller OSB (1764 - 1836) trat im Jahre 1780 als ein bereits gewandter Organist ins Kloster ein und prägte dieses Musikleben auch durch sein kompositorisches Schaffen mit. Im Jahre 1800 ist er als Regens chori an der Fiechter Stiftskirche nachgewiesen. Von seinen kirchenmusikalischen Werken sind 17 deutsche geistliche Lieder, 12 Tantum ergo, 10 Gradualien, zwei Vespern, ein Te Deum und 11 Messen erhalten.

Zwei dieser elf Messen sind im Vokalpart mit Sopran, Alt und Bass nur dreistimmig besetzt: die Missa brevis pastoralis in D und die vorliegende MISSA SOLENNIS IN D. Beide Messen enthalten kein Agnus Dei, die MISSA SOLENNIS endet sogar bereits im Sanctus nach dem ersten Hosanna, ohne ein Benedictus anzuschließen. Ebenso ist beiden Messen die satztechnisch einfache und volkstümliche Komposition gemeinsam: der Bass bewegt sich vornehmlich auf den Grundtönen der drei Hauptdreiklänge, während Sopran und Alt darüber in Terzen und Sexten fortschreiten. In der Pastoralmesse tendieren die Oberstimmen aber stärker zu sprunghafter Dreiklangsmelodik, in der MISSA SOLENNIS mehr zu schrittweiser Bewegung.

Die Handschrift des Komponisten wurde wahrscheinlich beim Brand des Stiftes Fiecht 1868 zerstört, eine 32 Seiten umfassende Abschrift mit dem Vermerk „ad me Johann Zimmermann 1836“ aber blieb erhalten und wird nun im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck unter der Signatur M 2493 aufbewahrt.

Sankt Ottilien, im September 2002

P. Regino Schüling OSB

Download der Partitur (PDF, 84 S., 605k)
Download der Chorstimmen (PDF, 16 S., 106k)

Samstag, 28. Oktober 2000

Buchtipp: Eiskalte Bescherung


Buhl, Krimi:
Eiskalte Bescherung : Krimi / Krimi Buhl.-
Düsseldorf : ECON-Verl., 1997. - 307 S.
ISBN 3-612-25986-5


Ein Lesetipp aus der Bibliotheksschule der Bayerischen Staatsbibliothek . Empfehlenswert nicht nur für (angehende) Bibliothekare! -

Weihnachtsfeier in einer Bücherei: Statt Geschenken gibt es dieses Jahr eine Leiche zur Bescherung. - Hier eine Leseprobe:

"Unser Betrieb ist eine öffentliche Bücherei, und das ist im allgemeinen nicht das Terrain, wo Mörder sich die Klinke in die Hand geben wie in den Vorzimmern der militärischen Abwehrdienste. Eine Klosterbibliothek wie bei Umberto Eco als Brutstätte für Mörder mag einleuchten: wo in der dumpfen Enge mönchischer Klausur Triebe unterdrückt, die Leidenschaften in starre Rituale gepreßt werden. Da kann schon mal unter der dünnen Oberfläche aus Askese und Sublimation ein Machtgelüst zur idée fixe herangären, bis plötzlich einer der
Brüder über einen vorstehenden Nagel stolpert und dem Fallgesetz entsprechend das Treppenhaus durchmißt ...".

Fazit: Äußerst realitätsnah! - Ein Krimi, so ganz aus dem Leben gegriffen!

Freitag, 27. Oktober 2000

Rossini - Il Barbiere di Siviglia



Rossini darf man nicht ernst nehmen. Zumindest nicht in Bezug auf seine Charaktere, die er im Il Barbiere Di Siviglia auf die Bühne bringt. Schließlich geht es hier nicht um Realistik und Erkenntnis, sondern um bestmögliche Unterhaltung für ein Publikum, das bereits einiges an opernhafter Darstellung gewöhnt war. Das hatte Jean-Pierre Ponnelle verstanden und an der Mailänder Scala eine wunderbar skurrile Inszenierung geschaffen.

Gioacchino Rossini (1792-1868) hatte nicht viel Zeit benötigt. Nachdem sein Auftraggeber, das Teatro Argentina Rom, bereits mehrere Libretto-Vorschläge abgelehnt hatte, entschied er sich für einen Stoff von Pierre de Beaumarchais, der bereits wenige Jahrzehnte zuvor von Giovanni Paisiello vertont worden war. Es handelte sich um ein Liebes- und Verwirrspiel, das mit viel Witz und Verkleidung umgesetzt werden konnte: Der alternde und ein wenig realitätsferne Doktor Bartolo bildet sich ein, sein Mündel Rosina heiraten zu können und nebenbei deren umfangreiche Mitgift einzusacken. Er hat jedoch nicht mit dem Grafen Almaviva gerechnet, der sich in die junge Frau verliebt, und sich ihr nun in verschiedenen Verkleidungen nähert. Da Rosina die Werbung erwidert, scheint alles auf einen tragischen Konflikt zuzulaufen, der jedoch in Rossinischer Weise geschickt verhindert wird. Denn Figaro, der stadtbekannte Barbier von Sevilla, steht auf der Seite des Grafen und verhilft ihm mit verschiedenen Listen Zutritt zu Bartolos Haus. Erfolgreich wird der hohe Herr schließlich als verkleideter Musiklehrer. Obwohl der misstrauische Bartolo einen Notar bestellt hatte, um seine eigene Liaison mit Rosina zu besiegeln, gelingt es ihm nicht, sein Mündel und den Grafen gegeneinander auszuspielen. Die Komödie endet mit der hektischen Hochzeit Almavivas und Rosinas, die alle Ränke und Zänke in Wohlgefallen auflöst. Das Ganze wurde vom jungen Rossini derart frisch und unmittelbar in nur 26 Tagen Entstehungszeit in eine Oper verwandelt, dass auch die Anhänger Paisiellos, die erschienen waren, um die Uraufführung am 16. Februar 1816 auszupfeifen, den Erfolg nicht verhindern konnten. Der Barbier von Sevilla wurde zu einem der beliebtesten Werke seiner Gattung, dessen Popularität bis heute unvermindert anhält.

Und er erfordert ein besondere Umsicht in der Inszenierung, um die Stimmung zwischen Geschichtlichkeit und Gegenwart changieren zu lassen. Der Regisseur und Bühnenbildner Jean-Pierre Ponnelle entwickelte in den späten Sechzigern für die Mailänder Scala eine Aufführung, die gar nicht erst versuchte, progressiv zu sein, es auf diese Weise aber gerade wurde. Sein Barbier findet in typischen Theaterräumen statt, dezent überzeichnet nach Inspiration durch die Commedia Dell' Arte, und legt Wert auf die gleichberechtigte Ausgestaltung der Charaktere. Hier gibt es keine eigentliche Hauptperson, wie auch mit dem Staraufgebot der Solisten sich kein spezieller Fokus auf eine Rolle anbot. Enzo Dara durfte einen grotesk misstrauischen Bartolo spielen, Hermann Prey überzeugte durch die lebensvolle Darstellung des Figaro. Teresa Berganza wiederum mimte eine schnippisch charmante Rosina und Luigi Alva schließlich machte sich prächtig als liebestoller Graf. Dirigiert wurden die Aufführungen vom juvenil schmissigen Claudio Abbado, den man als Pilzkopf im Stil der Zeit während der Ouvertüre bei der Arbeit zusehen kann. So entstand schließlich eine pittoreske Aufführung, die unter filmischer Maßgabe mit theaterhafter Charakteristik im Jahr 1972 im Studio nachgestellt und für die Nachwelt festgehalten wurde.

Montag, 19. Juni 2000

Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth


STIFTUNGSURKUNDE
der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth

Zur dauernden Erhaltung der Voraussetzungen für die Durchführung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, zur Pflege des künstlerischen Nachlasses von Richard Wagner und des Verständnisses seiner Werke sowie zur Förderung der Richard-Wagner-Forschung errichten

1. Frau Winifred Wagner, Bayreuth, Wahnfriedstraße, Siegfried-Wagner-Haus
2. Frau Friedelind Wagner, Nußdorf a. Bodensee, Zur Forelle 4
3. Frau Verena Lafferentz, geb. Wagner, Nußdorf a. Bodensee, Zur Forelle 4
4. Herr Wolfgang Wagner, Bayreuth Festspielhügel
5. die Abkömmlinge von Herrn Wieland Wagner
a) Fräulein Iris Wagner
b) Fräulein Nike Wagner
c) Frau Daphne Proksch, geb. Wagner
d) Herr Wolf-Siegfried Wagner
zu a) bis d) : Keitum/Sylt, Haus Wieland Wagner
6. die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Bundesminister des Innern
7. der Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus
8. die Stadt Bayreuth, vertreten durch den Oberbürgermeister
9. die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V., vertreten durch den Vorsitzenden
10. die Oberfrankenstiftung (Adolf-Wächter-Stiftung) Bayreuth, vertreten durch den Vorsitzenden des Stiftungsrates
11. der Bezirk Oberfranken, vertreten durch den Regierungspräsidenten, und
12. die Bayer. Landesstiftung, vertreten durch den Vorstand

mit Wirkung von dem auf die Zustellung der Genehmigung an den letzten Stifter folgenden Tage eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Sitz in Bayreuth.
Die Stiftung wird mit dem in § 3 der Satzung und in der der Satzung beigegebenen Aufstellung näher bezeichneten Vermögen ausgestattet.
Die Stifterinnen zu 1) und 8), erstere mit Zustimmung der Stifter zu 2) bis 5), übereignen alsbald nach der Errichtung der Stiftung das Festspielhaus Bayreuth nebst allen Nebengebäuden und allen dazugehörenden bebauten Grundstücken unentgeltlich auf die Stiftung. Die Stifter zu 6), 10) und 12) stellen der Stiftung das Richard-Wagner-Archiv (einschließlich der Bibliothek Richard Wagners sowie der Bilder, Büsten und sonstiger Erinnerungsstücke und des bis 1945 entstandenen Bildmaterials) für dauernd leihweise zur Verfügung. Die Stifterin zu 8) stellt der Stiftung das Haus Wahnfried mit allen Nebengebäuden und Park für dauernd leihweise zur Verfügung. Die Stifterin zu 9) verzichtet auf ihren Anspruch auf Rückzahlung der für Baumaßnahmen am Festspielhaus zur Verfügung gestellten Beträge sowie auf die dafür bestehenden Sicherheiten.
Der Stifter zu 7) verpflichtet sich, der Stiftung nach Maßgabe der Ansätze in seinem Haushaltsplan jährlich zum Verbrauch bestimmte Zuschüsse zu gewähren, deren Gesamthöhe unter Berücksichtigung der eigenen Einnahmen der Stiftung und der von den übrigen Stiftern und von dritter Seite gewährten Zuschüsse und Leistungen die angemessene Erfüllung des Stiftungszwecks nachhaltig ermöglicht. Die Stifterin zu 8) verpflichtet sich, einen wissenschaftlich vorgebildeten Bediensteten zur Betreuung des Richard-Wagner-Archivs zu stellen und dafür, wie auch für die Tätigkeit des Geschäftsführers und für die Pflege der für die Allgemeinheit zugänglichen Grundstücke am Festspielhaus keinen Kostenersatz und keine Vergütung zu verlangen. Der Stifter zu 11) verpflichtet sich, eine Schreibkraft im tariflich zulässigen Rahmen zu bezahlen, die von der Stiftung eingestellt wird. Die Stiftung soll durch den Stiftungsrat und den Vorstand verwaltet werden. Der durch das Gemeinschaftliche Testament der Eheleute Siegfried und Winifred Wagner vom 8.3.1929 bestimmte Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Dr. Fritz Meyer I, Bayreuth, stimmt der Errichtung der Stiftung zu. #

Die Stiftung erhält die nachstehende

Satzung


§ 1
Name und Sitz der Stiftung

(1) Die Stiftung führt den Namen „Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth“. Sie ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts.
(2) Sitz der Stiftung ist Bayreuth.


§ 2
Stiftungszweck

Zweck der Stiftung ist es, im Sinne des Gemeinschaftlichen Testaments von Siegfried und Winifred Wagner vom 8.3.1929
1. den künstlerischen Nachlaß von Richard Wagner dauernd der Allgemeinheit zu erhalten;
2. das Festspielhaus Bayreuth dauernd der Allgemeinheit zu erhalten und zugänglich zu machen und stets den Zwecken dienstbar zu machen, für die es sein Erbauer bestimmt hat, also einzig der festlichen Aufführung der Werke Richard Wagners;
3. die Richard-Wagner-Forschung zu fördern;
4. das Verständnis für die Werke Richard Wagners insbesondere bei der Jugend und beim künstlerischen Nachwuchs zu fördern.


§ 3
Stiftungsvermögen

(1) Das Vermögen der Stiftung besteht aus
1. dem Festspielhaus Bayreuth samt Nebengebäuden;
2. dem Anspruch gegen die Stadt Bayreuth auf leihweise Überlassung des Hauses Wahnfried mit allen Nebengebäuden und dem Park,
3. dem Anspruch gegen die Bundesrepublik Deutschland, die Bayer. Landesstiftung und die Oberfrankenstiftung auf leihweise Überlassung des Richard- Wagner-Archivs einschließlich Bibliothek und Zubehör,
4. sonstigen, dem Stiftungszweck dienenden Gegenständen, die der Stiftung zugewendet werden,
5. Forderungen gegen den Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und den Bezirk Oberfranken auf laufende Unterstützung nach Maßgabe der Stiftungsurkunde. Im einzelnen ergibt sich das Stiftungsvermögen nach Nr. 1 bis 3 aus der dieser Satzung als Anlage beigefügten und einen Bestandteil der Satzung bildenden Aufstellung.
(2) Die in Abs.1 Nr. 1 und 4 genannten Gegenstände sowie das Richard-Wagner-Archiv und das Haus Wahnfried sind der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, soweit das im Rahmen der Möglichkeiten der Stiftung ohne Gefährdung des Vermögens geschehen kann.


§ 4
Organe der Stiftung

(1) Organe der Stiftung sind 1. der Vorstand 2. der Stiftungsrat
(2) Die Tätigkeit in den Organen der Stiftung ist ehrenamtlich.
(3) Die Mitgliedschaft in den Organen endet außer durch Tod durch Zeitablauf, Abberufung oder Rücktritt. Abberufung und Rücktritt können, sofern nicht ein wichtiger Grund vorliegt, nur zum Ende eines Rechnungsjahres erfolgen.
(4) Beschlüsse mit finanziellen Auswirkungen können nur mit Zustimmung des Freistaates Bayern gefaßt werden. Bezieht sich ein Widerspruch des Freistaates Bayern auf den Haushaltsplan, so gelten diejenigen niedrigeren Ansätze, die die Zustimmung des Freistaates Bayern gefunden haben.
(5) Soweit der Leiter der Bayreuther Festspiele nicht Mitglied eines Organs ist, sollen ihn die Organe zu ihren Sitzungen zuziehen, sofern dies nicht unzweckmäßig erscheint.
(6) Vorstand und Stiftungsrat geben sich eine Geschäftsordnung, ersterer mit Zustimmung des Stiftungsrates.


§ 5
Der Vorstand

(1) Der Vorstand der Stiftung ist Vorstand im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches. Er vertritt die Stiftung nach außen und ist für alle Angelegenheiten Geschäftsführer übertragen hat.
(2) Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern. Je ein Vorstandsmitglied wird vom Bund und vom Freistaat Bayern bestellt. Ist der Leiter der Bayreuther Festspiele ein Abkömmling Richard Wagners, so ist er zugleich das dritte Mitglied des Vorstands! sind mehrere Abkömmlinge zusammen Leiter der Festspiele, so wird, wenn sie sich nicht einigen, der älteste von ihnen Mitglied des Vorstands. Im übrigen wird das dritte Vorstandsmitglied durch die Vertreter der Familie Wagner im Stiftungsrat benannt und bei gleichzeitiger Benennung eines neuen Mitgliedes abberufen. Haben die Vertreter der Familie Wagner innerhalb von zwei Monaten nach Aufforderung durch die Stiftungsaufsichtsbehörde keine Entscheidung getroffen, so entscheidet die Stiftungsaufsichtsbehörde selbst.
(3) Entscheidungen des Vorstands bedürfen einer Mehrheit von zwei Stimmen. Stimmübertragung ist zulässig. Die Vertretung der Stiftung erfolgt, soweit nicht der Vorstand etwas anderes bestimmt, durch den vom Vorstand zu wählenden Vorsitzenden des Vorstands zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied oder mit dem Geschäftsführer.


§ 6
Stiftungsrat

(1) Der Stiftungsrat stellt den Haushaltsplan der Stiftung auf und entscheidet über die Vermietung des Festspielhauses (§ 8), in allen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung sowie in den Angelegenheiten, in denen er sich die Entscheidung vorbehält. Er ist für Änderungen dieser Satzung zuständig.
(2) Die Stimmenzahl im Stiftungsrat beträgt 24. Sie verteilt sich wie folgt:

Bundesrepublik Deutschland - 5 Stimmen
Freistaat Bayern - 5 Stimmen
Familie Wagner - 4 Stimmen
Stadt Bayreuth - 3 Stimmen
Gesellschaft der Freunde von Bayreuth - 2 Stimmen
Oberfrankenstiftung - 1 Stimmen
Bezirk Oberfranken - 2 Stimmen
Bayer. Landesstiftung - 2 Stimmen

(3) Für die Vertretung der Familie Wagner im Stiftungsrat gilt folgendes: Eine Stimme steht Frau Winifred Wagner zu; sie kann auch einen Vertreter in den Stiftungsrat entsenden. Von den übrigen vier Stimmen steht jedem Stamm der vier gemeinschaftlichen Abkömmlinge von Siegfried und Winifred Wagner eine Stimme zu, wobei jeder Stamm auch einen Vertreter benennen kann, der nicht der Familie Wagner angehört. An die Stelle eines verstorbenen Abkömmlings treten jeweils seine Abkömmlinge, die ihr Benennungsrecht mit Mehrheit ausüben. Für jedes Mitglied im Stiftungsrat kann ein Stellvertreter bestellt werden. Der Stellvertreter hat das Recht, an den Sitzungen des Stiftungsrates teilzunehmen; ein Stimmrecht steht ihm nur zu, soweit das ordentliche Mitglied an einer Abstimmung verhindert ist.
Stirbt ein Stamm aus, so geht das Benennungsrecht auf die übrigen Stämme über, die es gemeinschaftlich ausüben und mit der Mehrheit ihrer Angehörigen entscheiden. Hierbei hat jeder Stamm eine Stimme. Hat das letzte Mitglied eines ausgestorbenen Stammes durch letztwillige Verfügung eine Person für den Stiftungsrat benannt, so gehört diese Person dem Stiftungsrat auf die Dauer von zwanzig Jahren seit dem Wirksamwerden der letztwilligen Verfügung an. Nach Ablauf der zwanzig Jahre gilt Satz 1. Adoptivkinder setzen einen Stamm nicht fort. Beim Ableben von Frau Winifred Wagner vermindert sich die Zahl der Stimmen der Familie Wagner auf vier; die Zahl der Stimmen der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth erhöht sich auf zwei.
(4) Der Stiftungsrat ist beschlußfähig, wenn mehr als die Hälfte der Vertreter ernannt und mehr als die Hälfte der Stimmen vertreten ist. Stimmübertragung ist zulässig, Der Stiftungsrat kann die Teilnahme von Beratern gestatten.


§ 7
Der Geschäftsführer

(1) Zur Erledigung der einfachen und laufenden Geschäfte der Stiftung wird ein Geschäftsführer bestellt, dem auch Vollmacht zur Vertretung der Stiftung in bestimmten Fällen erteilt werden kann. Die Aufgaben des Geschäftsführers im einzelnen werden durch die Geschäftsordnung und durch Beschluß des Vorstands geregelt. Zur Bestellung und Entlassung des Geschäftsführers ist der Vorstand zuständig.
(2) Die Stadt Bayreuth benennt für den Posten des Geschäftsführers den Oberbürgermeister, der sich durch einen geeigneten Bediensteten der Stadt vertreten lassen kann. Nimmt die Stiftung dieses Angebot nicht an, so hat sie den Geschäftsführer auf eigene Kosten anzustellen.
(3) Der Geschäftsführer nimmt an allen Sitzungen des Vorstands mit beratender Stimme teil.


§ 8
Vermietung des Festspielhauses an Festspielunternehmer

(1) Die Stiftung wirkt dahin, daß im Festspielhaus Bayreuth festliche Aufführungen der Werke Richard Wagners veranstaltet werden. Die Festspiele werden von der Stiftung jedoch nicht finanziert oder durchgeführt.
(2) Das Festspielhaus ist grundsätzlich an ein Mitglied, ggfs. auch an mehrere Mitglieder der Familie Wagner oder auch an einen anderen Unternehmer zu vermieten, wenn ein Mitglied, ggfs. auch mehrere Mitglieder der Familie Wagner die Festspiele leiten. Dies gilt nur dann nicht, wenn andere, besser geeignete Bewerber auftreten. Mit der Mehrheit ihrer Stimmen im Stiftungsrat können die Abkömmlinge von Richard Wagner Vorschläge machen. Sobald feststeht, daß der Vertrag mit einem Festspielunternehmer beendet ist oder beendet wird, weist die Stiftung die Vertreter der Familie Wagner im Stiftungsrat auf die Möglichkeit hin, einen Vorschlag zu machen; der Vorschlag muß innerhalb von vier Monaten nach Zugang der Mitteilung der Stiftung bei der Stiftung eingehen. Die Mitteilungen gelten mit dem Ablauf des dritten Tages nach Absendung an die der Stiftung zuletzt mitgeteilte Adresse als zugegangen.
(3) Hat der Stiftungsrat Zweifel darüber, ob ein Mitglied der Familie Wagner für den Posten des Festspielunternehmers besser oder ebenso gut geeignet ist wie andere Bewerber, so hat der Stiftungsrat die Entscheidung einer dreiköpfigen Sachverständigenkommission einzuholen. Diese Kommission besteht aus den Intendanten von Opernhäusern aus dem deutschsprachigen Raum, wobei die Intendanten in der Reihenfolge der nachstehend genannten Opernhäuser zuzuziehen sind:

Deutsche Oper Berlin,
Bayerische Staatsoper München,
Staatsoper Wien,
Staatsoper Hamburg,
Staatsoper Stuttgart,
Städtische Oper Frankfurt/Main
Städtische Oper Köln

Kommt eine Entscheidung der Kommission nicht zustande, so entscheidet der Stiftungsrat unter Abwägung aller Gesichtspunkte.
(4) Soweit sofort eine Entscheidung getroffen werden muß, entscheidet der Stiftungsrat allein unter Abwägung aller Gesichtspunkte über die unumgänglichen Maßnahmen.
(5) Der Mietvertrag sichert dem Unternehmer die künstlerische Freiheit.


§ 9
Verwaltung des Stiftungsvermögens

(1) Das Stiftungsvermögen ist nach den für staatliches Vermögen des Freistaates Bayern geltenden Grundsätzen zu verwalten.
(2) Die in § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 genannten Gegenstände sind unangreifbares Grundstockvermögen der Stiftung; die in § 3 Abs. 1 Nr. 4 genannten Gegenstände sind Grundstockvermögen, soweit sich nicht aus den Umständen der Zuwendung etwas anderes ergibt.
(3) Rechnungsjahr der Stiftung ist das Kalenderjahr.


§ 10
Gemeinnützigkeit

(1) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des § 17 des Steueranpassungsgesetzes und der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 24.12.1953. (2) Die Stiftung verfolgt keinerlei Erwerbszwecke. Sie darf niemanden durd1 Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung nicht entsprechen, durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen oder in sonstiger Weise begünstigen. Erträge des Stiftungsvermögens dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden.


§ 11
Stiftungsaufsicht, Rechnungsprüfung

(1) Die Stiftungsaufsicht wird unter der Oberleitung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus von der Regierung von Oberfranken wahrgenommen. (2) Die Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung der Stiftung erfolgt durch den Bayer. Obersten Rechnungshof. Der Bundesrechnungshof kann sich an der Prüfung beteiligen.


§ 12
Vermögensanfall

Im Falle der Aufhebung der Stiftung fällt das Festspielhaus nebst allen Nebengebäuden und allen dazugehörenden bebauten Grundstücken an die Stadt Bayreuth, die es im Sinn des Stiftungszweckes und der Anordnungen im Gemeinschaftlichen Testament von Siegfried und Winifred Wagner vom 8.3.1929 verwaltet und verwendet. Die Leihgeber erhalten ihre Leihgaben zurück; für Verbesserungen ist der Stiftung kein Ersatz zu leisten. Im übrigen geht das Vermögen im Verhältnis der seit Errichtung der Stiftung erbrachten Aufwendungen auf die Stifter über, die es im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Pflege und Erforschung der Kunst Richard Wagners zu verwenden haben.


§ 13
Satzungsänderungen

(1) Änderungen dieser Satzung bedürfen einer Mehrheit von drei Vierteln der satzungsmäßigen Stimmenzahl des Stiftungsrates. (2) § 4 Abs. 4 kann nur mit Zustimmung des Freistaates Bayern, § 12 S. 1 nur mit Zustimmung der Stadt Bayreuth geändert werden. Änderungen der §§ 2, 5, 6, 8, 12 Satz 1 und 14 bedürfen bis zum Jahre 2052 einschließlich der Mehrheit der den Mitgliedern der Familie Wagner im Stiftungsrat zustehenden Stimmen. Satzungsänderungen, durch die ein Stifter zusätzlich verpflichtet werden soll, bedürfen dessen Zustimmung.


§ 14
Aufhebung der Stiftung

Eine Aufhebung der Stiftung ist nur aus den gesetzlich vorgesehenen Gründen zulässig.


München, den 2. Mai 1973.



Stammbaum der Familie Wagner
(zum Vergrößern anklicken)

Donnerstag, 16. März 2000

Warum ich Christ bin

-
Öffentlicher Vortrag von Prof. August Everding
im Kloster Andechs am 29. Mai 1988

Ich verdanke und danke die Tatsache, Christ, katholischer Christ zu sein, meinen Eltern. Das ist dramaturgisch kein guter Beginn für einen Vortrag. Die Wörter »verdanken« und »danken« sind schon so positiv, daß dem Ganzen das Brio fehlen könnte. Ich verachte also meine Eltern nicht, daß sie bekennende Christen waren, ich verdamme sie nicht, weil sie mich haben taufen lassen - ohne mich zu fragen. Ich bin ihnen nicht gram, daß sie mich christlich erzogen haben. Nahm ich doch auch die anderen Annehmlichkeiten (ist Christsein eine Annehmlichkeit?) ohne zu fragen in Kauf: ihr Haus, ihre Kultur, ihr Geld, ihre Geschichte, ihre Gene. Ich habe mich nicht entschließen müssen, Christ zu wer-den - die Gnade einer »richtigen« Geburt machte mich zum Christen, ohne Verdienst. Ich konnte mich ja auch nicht entschließen, meines Vaters Sohn zu werden. Ich wurde es, ohne Zutun und Verdienst. Würde ich die Sohnschaft verlieren, wenn ich meinen Vater erschlüge, um nicht mehr sein Sohn zu sein? Ich bliebe der Sohn vom toten Vater. Und ich bin getauft! Da hilft keine Sünde, kein Kirchenaustritt. Da kann ich Kreuze zerbrechen, Hostien schänden, Christus umbringen - ich bleibe getauft. Aber ich habe mich doch nicht selbst getauft. Habe ich mich selbst gezeugt? Habe ich meine Erbmasse bestimmt?

Bei so vielen wichtigen Dingen meines Lebens habe ich kein Wörtchen mitgeredet. Nur bei der Religion - auch nicht gerade unwichtig für das Leben - meinen viele, müsse man erst später selbst entscheiden. Geld erben darf ich, aber keine Überzeugung. Die soll ich erst selbst erzeugen. Meine Erzeuger kann ich mir nicht selbst wählen, aber meine Überzeugung soll ich erkämpfen. Ich bekenne: Ich bin im Christentum zu Hause; vielleicht weil die Wohnung so kulturell vorgeheizt ist, weil auch meine Eltern dort gewohnt haben, vielleicht auch, weil ich die Kälte anderer Behausungen schwer ertrage. Meine Schwester meinte immer, sie sei ein Findel- oder Adoptivkind. Ich war immer Everdings Sohn und Christ. Ich stellte letzteres zuwenig unter Beweis, aber an der Tatsache zweifelte ich nie. Ich zweifelte darum auch nicht an Gott, wenn er Ungerechtigkeiten zuließ. Ich wußte immer, daß er den Menschen in die Freiheit und damit auch in die Sünde entlassen hat. Viele der gängigen Vorwürfe gegen die Kirche quälen mich nicht. Mich regt nicht auf, ob ein Barockpapst Kinder hatte, ob jemand Ablässe verkaufte. Viele Leute halten es mit der Kirche wie mit dem Staat. Sie schieben alles Versagen auf ihn und haben vergessen, daß sie der Staat sind. Wegen der Transsubstantiationslehre würde ich an keinem Kreuzzug teilnehmen.


Aufregend - weil so fern aller sozialen Betriebsamkeit - ist die Forderung, daß Liturgie »zum Lob und Ruhme seines Namens« geschehe. Und innerhalb der Liturgie finden nicht nur Feiern statt, sondern wirksame Veränderungen; Worte bewirken Veränderungen. »Ich spreche dich los von deinen Sünden« ist kein Trost, keine Beruhigung, sondern Erlösung. Die Wandlungsworte sind essentiell und nicht symbolisch, und die Taufe verändert Natur oder besser - gibt der Natur die Möglichkeit, sich zu verändern. Die Taufe brennt uns ein Siegel ein, das wir nicht mehr verlieren, auch wenn wir uns dagegen wehren, daran herumbürsten oder uns die Tätowierung wegzuätzen versuchen. Worte wirken nicht nur, sie bewirken. Wir Schauspieler spielen und wirken mit unseren Wörtern und Worten. Wir ecken an, sind anstößig, machen nachdenklich oder fröhlich. Liturgisches Wort ändert. Lachen Sie bitte nicht. Meine Frau würde ihr Enkelkind, wenn die Eltern es nicht taufen lassen würden, heimlich selbst taufen, dabei wissend, daß die Taufe vielleicht nicht gültig ist, weil der erklärte Wille der Paten oder Eltern fehlt; sie würde es dennoch tun, weil sie überzeugt ist, daß dem Kind etwas fehlte, was ihm immer fehlen würde. Dahinter steht die tiefe Überzeugung, daß das nur natürlich geborene Kind den Odem der Übernatur braucht. Taufe gibt die Chance, aus dem natürlichen Jammertal wieder ein Paradies zu machen. Wenn jeder Nebenmann zum Nachbarn würde, wenn jeder Christus wäre, der uns begegnet, und wir ihm so begegneten, würden wir alle arm und unbeschreiblich reich werden.

Das war jetzt ein bekenntnishaft vorgetragenes Credo, ein bißchen pathetisch, vielleicht ein bißchen Poesie über den Abgründen. Die Themenstellung erscheint mir aber so indiskret, daß man sie ignorieren oder möglichst ehrlich beantworten muß. Gefragt wird nach einem Bekenntnis, und ein Bekenntnis ist nicht diskret.

Die Botschaft Christi ist verbindlich, sie ist human und verpflichtet den einzelnen für sein ganzes Leben. Dieser Anspruch ist so total, daß die Antwort kein Jein sein kann. Man ist zu einem Ja oder Nein gefordert. Walter Jens hat die Frage »Warum ich Christ bin« vor allem damit begründet, daß das Gebot der Feindesliebe »jede andere religiöse oder philosophische Lebensanweisung überschreite«. Richtig, aber für mich ist die Feindesliebe zunächst eine unnatürliche Zumutung. Natürlicherweise verachte ich meine Feinde. Der christliche Aufruf zur Unnatur läßt mich aufhorchen.

»Die Ersten werden die Letzten sein« - das geht ganz gegen meinen persönlichen Strich, und daß die Letzten hier die Ersten im Himmel sein sollen, empört mein Gerechtigkeits- und Qualitätsempfinden. Aber gerade dieser Aufruhr läßt mich aufmerken. Das Christentum sieht alles aus der Perspektive der Opfer, ich sehe meistens alles aus der Perspektive der Sieger. Ich weiß aber gleichzeitig, daß diese, meine »natürliche« Einstellung zuwenig abdeckt - ja, vieles zudeckt. Mein Gottesbild war geprägt vom Deus triumphans, der seine Feinde in die Ablagen schickt. Christus aber ist ein Besiegter, Gescheiterter. Wie gern wendet man sich an ihn, wenn man selbst besiegt und gescheitert ist. In den Zeiten der »Siege« - welch unchristliche Formulierung - aber denkt man an den Allmächtigen, Allherrschenden. Das Christentum aber verkündet uns auch die Lehre des trauernden und bekümmerten Gottes. Führte ich mein natürliches Leben, wäre es nicht vom Geist der Bergpredigt bestimmt. Aber gerade weil ich weiß, wie kaputt meine Natur ist, kann die Bergpredigt mich aus meiner Natur herausfuhren. Das nicht domestizierte Scheusal in mir will Krieg und Sieg. Als Christ darf ich keinen Krieg zulassen. Ich bin Christ, weil es mir hilft, meine Natur zu überwinden, zu kultivieren.

Dieses Christsein war zunächst ein Geschenk, das ich gar nicht ausschlagen konnte, dann habe ich es bewußt angenommen, und seitdem schlage ich mich damit herum - in Gedanken, Worten und Werken. Das Gefühl des unverdient reich Beschenkten muß sich läutern zum bewußt Annehmenden.

Lassen Sie mich bekennen: Ich kann den hustenden, keuchenden, schnaufenden, stinkenden Nachbarn nicht ertragen. Ich hasse Massen und die Menge, ich ertrage kaum einen vollen Aufzug - aber jeder in dieser Menge soll mein Nächster, könnte Christus sein. Diese Forderung übersteigt so sehr meinen Geschmack, mein Empfinden, mein Denken, daß sie mich festnagelt - meinen Egoismus offenbart, meinen Rückzug auf mich selbst entlarvt. Meine Natur widerspricht allen christlichen Forderungen. Ich möchte auf der Straße an den elendigen Blutenden vorbeihasten, ich möchte den grinsenden Zigeunerkindern nichts geben, auf daß ihre Mütter mich nicht noch mehr belästigen, ich möchte herrschen und nicht dienen, ich möchte siegen und nicht verlieren, ich möchte glänzen und nicht grau werden. Und dennoch sehe ich ein, daß diese verfluchte Forderung mich weiterführt als meine kommode Selbstbefriedigung. Die christliche Lehre widerspricht der jetzigen Natur der Menschen. Wie war die ursprüngliche Natur?

Ich bin ohne meinen Willen Christ geworden, andere haben für mich gesprochen, wie auch andere mich am Leben erhalten haben. Wie war ich dann mit meinem Willen Christ? War ich überhaupt willentlich Christ, oder bin ich Parteimitglied geblieben, weil der Austritt zu spektakulär gewesen wäre?

Das Gelöbnis »Fest soll mein Taufbund immer stehn« hält mich nicht in der Kirche. Ob Gnade mich festhält, kann ich nicht sagen, weil das Wesen der Gnade bedingt, daß wir wenig über sie sagen können. Ich kann nicht heraus, weil Kirche mir der Verbund zu sein scheint, in dem alle staatenlos am menschlichsten sinnvoll leben könnten, wo mir das Dreieck von Gebot, Verbot und Freiheit durchführbar scheint, wo im grenzenlosen Thema durch die Lehrautorität Grenzen abgesteckt werden, wo man einmal einsehen und revidieren wird, daß der Weg des Engagements mit den Mächtigen und Reichen ein achristlicher Irrweg war. Ich gehe nicht heraus, weil ich diesem Verband so vielfältig verbunden bin, daß die Lösung, die Ablösung keine Erlösung wäre.

Aber darf ich mich noch Christ nennen, habe ich die Nachfolge Christi angetreten?

Sie erlauben, daß ich mir und Ihnen öffentlich diese Fragen stelle. Die Antworten müssen wir uns selbst geben. Habe ich die Menschenfurcht verloren, weil mich die Gottesliebe ergriffen hat? Kennt mein Herz noch jene augustinische Unruhe; habe ich noch, wie Guardini es nennt, das Gewissen für Werte?

Oder ruht mein Herz schon in dir - sprich, der Ruhe der gesicherten Existenz? Bin ich noch getrieben, Unrecht und Unheil aufzuspüren und es zu bekämpfen, es zu beenden? Oder habe ich mich mit den Mächtigen arrangiert? Habe ich mich schon auf die Seite der Selbstgerechten geschlagen: »Einmal muß man ja doch vergessen«? Wir denken heute viel zuwenig an die Verstrickungen durch die Erbsünde. Ich weiß, wie altmodisch, selbst in der Theologie, dieser Begriff geworden ist. Aber es muß etwas geschehen sein, das unsere ursprünglich natürliche Natur zur Unnatur verwandelt hat, so daß die ursprünglich natürliche Natur des Menschen zur Raubtiernatur wurde. Die Kultur versucht die Natur in den Griff zu bekommen, auf daß über die Kultur Natur wieder Natur werde. Ich bin immer mehr überzeugt, daß die aus dem Schöpfungsrahmen gefallene Natur sich eigengesetzlich entwickelt hat - ohne Ethik. Dann kam der Mensch und versuchte, sich die Welt Untertan zu machen und ihr neue Gesetze zu geben. Aber der Mensch schaffte die Natur nicht, weil er in seinem Innern auch nur gefallen, gefallene Natur war. Wenn er ganz in sich hinunterstieg, entdeckte er nicht nur das innere Flämmlein, das Lichtlein, er sah das Auge des Bösen, den Glanz der Brutalität. Er entdeckte in sich das gefallene Tier, die Bestie, den Pessimismus, sein Ego, das kein Du zuläßt. Aber Christus lehrt uns, wie Bruder und Schwester miteinander zu leben. Ich sehe das als Forderung, auf dieser Welt zusammen zu leben, ein; aber ich will von so vielen kein Bruder sein. Christus fordert diese Bruderschaft, auf daß ich meinen Egoismus überwinde.

Es bedürfte nicht Christi, nur um die Menschen zu lehren, gut zu sein. Diese Welt muß verwandelt werden, Menschen in neuen Gewändern, in der neuen Stadt, im neuen Jerusalem sind aufgerufen. Christus war der Mensch, wie der Mensch eigentlich gedacht und geplant war. Er fiel aber unter die Menschen, wie sie nicht gedacht waren, und so scheiterte, menschlich gesehen, auch Christus, der Gottessohn. Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Wo ist der Gottesstaat, den wir ersehnen?

Jede Weltreligion, ja, jede Ideologie ist überzeugt, daß nur über eine, über ihre Weltregierung die großen Schäden repariert werden könnten. Aber die Errichtung dieser Weltregierung bedeutet wiederum Terror, Unterdrückung und falsche Missionierung. War die europäische mittelalterliche Gesamtregierung gerecht und christlich?

Trotz Hexenverfolgung, trotz Judenverfolgung bin ich überzeugt, daß das Christentum die menschlichste Form des Umgangs mit Menschen ermöglicht. Es kann Gnade und Sünde einordnen. Christentum ist eine existentielle Bindung. Ich erschrecke beim unerwarteten Anklopfen: Wer sucht mich auf, sucht mich heim? Steht Christus vor der Tür? Und vielleicht in einer nicht mitleiderregenden, sondern abstoßenden Gestalt? - Wen habe ich schon alles abgewiesen, weil er nicht die Aura des Hilfsbedürftigen, sondern die Lästigkeit des Querulanten hatte, der aber um so mehr meiner Hilfe bedurfte.

Paul Celan hat gesagt: Wer auf dem Kopf geht, für den ist der Himmel ein Abgrund. Was ist der Himmel? Die Utopie der Seelen an einem Ort? Mich verlangt und treibt es nach einer Lösung, wo die Gegensätze zusammenfallen, wo die Anschauung die Wahrheit verkündet, wo in Visio Dei Unbe-greifliches begreiflich, griffig, anschaubar, erlebbar, liebbar wird.

Christ zu bleiben heißt manchmal auch, in der Entschlußlosigkeit, Feigheit bleiben. Wer kann schon seine Vergangenheit abschütteln, wer wagt schon eine Ungewisse Zukunft? Denn Christentum in unserer Gesellschaft heute heißt auch Unterstützung von den staatlichen Stellen und Wohlwollen

durch die öffentliche Meinung. Wir haben wenig Kulturkampf. Das Glaubensbekenntnis ist kein Bekenntnis mehr. Aber Christi Forderungen waren nicht gesellschaftskonform. Wie leicht ist es vielen Kindern geworden, Vater und Mutter zu verlassen - aber nicht um »Seinetwillen«. Vater und Mutter um Seinetwillen verlassen! Wie verzweifelt sind wir, wenn uns eines der Kinder verläßt, um in ein Kibbuz, in ein Spiritual-Zentrum zu gehen.

In einem Interview wurde ich vor kurzem als prominenter Katholik dargestellt. Der Interviewer begriff nicht die Contradictio in adjecto. Wir Christen sind gesellschaftsfähig geworden, und wir tun der Gesellschaft nicht mehr weh. Auch die Gesellschaft tut uns meistens nicht mehr weh. Uns ist die Spiritualität des Christentums abhanden gekommen. Wir wissen nicht mehr viel von der Seele. Wir beweisen erfahrungsfroh, daß sich jeder Fingerabdruck von anderen wesentlich unterscheidet, daß kein Haar dem anderen gleicht, daß die Genforschung die Unterschiedlichkeit aller Menschen belegt. Aber von der Unverwechselbarkeit eines jeden Individuums, von seiner einmaligen Seele spricht man wenig. Gerade heute, wo so viel Soziologie und Psychologie betrieben wird, übersieht man den großen Trost, den die »Vergebung« einer Schuld beinhaltet. Wir alle kennen den vor-schnellen Vorwurf: »Ihr Katholiken sündigt drauflos in der Gewißheit, daß Gottes Gnade euch reinwäscht.« Wer die Kapitel des Bußsakraments liest, weiß, daß dem nicht so ist. Ich darf nicht lügen und übervorteilen, aber wenn ich es getan habe - und wir alle tun es mit unserer verkorksten Natur -, weiß ich, daß da noch eine Chance ist. Beichte entschuldigt nicht, sie entschuldet, mir kann vergeben werden. Erinnern wir uns an unsere Kindheit und die bittenden Sprüche an die Mutter, mit denen wir hofften, alles wiedergutzumachen: »Ich will es nicht wiedertun.« Wir tun es inmer wieder, weil das Untier in uns, die ungezähmte Natur, immer wieder aufbricht und nur Kultur dieses Vieh in uns domestizieren kann. Beichte gibt die Chance des Neuanfangs, auch den zur Sünde.

Ich bin auch darum Christ, weil ich an die Liebe Gottes glaube und nicht nur an seine Gerechtigkeit. Natürlich ist das theologisch nicht haltbar. Natürlich kann ich Gerechtigkeit nicht in die Strafecke stellen und die Liebe als verklärenden, verklärten Goldhimmel darüberstülpen. Aber Leben und Tod Christi beweisen mir eine solche maßlose Liebe Gottes -darf man maßlos als Adjektiv für Gott gebrauchen? - zu den Menschen, daß ich den gerechten Gott lieber anderen Religionen zuschreibe. Unser Gott ist der der Liebe, die er allen entgegenbringt, auch den Nichtgetauften, und diese Liebe ist eine Utopie, ist ortlos, aber vehement existent, übergreifend, aber zart, ergreifend, aber mildtätig, die Sinne verwirrend und die Phantasie ordnend. Liebe ist das Meer, in das uns die Gnade stürzt. Ein Meer, in dem viele ertrinken, andere mit Tauchermasken überleben, viele schwimmen lernen und hof-fentlich in diesem Fruchtwasser zu den Ufern gelangen, wo uns die Visio Dei erwartet, wo die sieben Frauen sich nicht mehr zanken um denselben Mann, sondern freudig einsehen, warum sie denselben Mann geliebt haben, nein lieben.

»Liebe verzeiht alles.« Das ist oft ein schneller, flacher Satz. Er ist ein großes Mysterium. Ich wurde in das Meer der Existenz geworfen. Der Glaube hat mich auf ein unsicheres Floß gesetzt, inmitten eines brüllenden, chaotischen, manchmal gefährlich ruhigen Weltmeeres. Kein sicherer Ozeandampfer ist in Sicht, aber es gibt ein neues Ufer, das zu erreichen möglich ist. Ich bin auch Christ, weil ich an Ostern glaube, an die Auferstehung und an das Weiterleben. Seele ist unzerstörbar, Ostern heißt Überwindung der Natur und ihrer natürlichen Kräften. Ostern übersteigt Christus als das Idealbild des Menschen Grenzen, er geht durch Mauern, überwindet Hunger, Durst, Schwerkraft. Ostern ist die Zukunft des Menschen. Hier wird er wieder der Mensch, wie er geplant war.

Vor einigen Wochen hörte ich in New York eine Predigt des Kardinals O'Connor, der klar sagte: Rassismus ist eine Sünde. Wir sondern uns dabei ab. Und wie tief der Rassismus in uns steckt, beschreibt Arthur Miller in seinem aufschlußreichen Buch »Zeitenwende«. Er, der jüdische Student, arbeitete friedlich zwei Jahre in einer Ersatzteillagerwerkstatt mit einem friedfertigen netten Christen zusammen. Einmal fällt Arthur Miller ein Werkzeugkasten herunter und dem Kollegen auf den Fuß, und der schreit unkontrolliert, aber erhellend: »Du Scheißjude, paß doch auf!« Da brach dieses Untier unserer Urnatur wieder auf.

Ich hatte wenig Schwierigkeiten mit der Forderung der Kirche - jetzt auch schon milder vorgetragen -, die alleinige Wahrheit zu verkünden. Ich war überzeugt, es könne nur eine Wahrheit geben, und die anderen hätten nur die Richtigkeiten. Wenn Christus Gottes Sohn ist, ist er die Wahrheit, und keine andere Wahrheit hat Platz neben ihm, weil sie schon erfüllt ist.

Liberale Theologie räumt hier Freiplätze ein, die ich menschenfreundlich akzeptiere, aber gedanklich nicht nachvollziehen kann. Die Kirche gibt, einem Zeitgeist folgend, die Missionierung auf; ist sie selbst nicht mehr von ihrer einzigartigen Wahrheit überzeugt? Gibt es nur einen Weg zum Heil oder mehrere? Die Kirche scheint ihre Unabdingbarkeit aufzugeben, um offener zu werden, sie gerät dabei in die Gefahr, eine Armenküche zu werden, die sozial speist. Das ist gut und notwendig, das können aber auch andere besorgen. Fouriere gibt es genug und zuwenig.

Warum bin ich Christ? Mein Beruf zwingt mich darüber nachzudenken, was Christentum mit Ästhetik zu tun hat. Der gängigen Schönheitslehre der offiziellen Kirchen kann ich nicht folgen, vor allem, wenn sie sich modern gebärden. Die Akzidentia des Seins: das verum, bonum und pulchrum, stellen mich vor große Fragen. Es sei denn, das verum ist viel wahrer, als unsere konventionelle Wahrheitsliebe ahnt, das bonum ist viel durchgreifender und absoluter, als unsere Miserior-Haltung zuläßt, und das pulchrum zeigt uns das ganze Spektrum: die Blume des Bösen, das zerrissene Gesicht des nach Schönheit Dürstenden und die harmonische Vollkommenheit der Einheit von Vorstellung und Darstellung.

Ich frage mich oft angesichts der Verfolgung der Juden durch die Jahrhunderte: Ist Christsein weniger provokant als Judesein? Zeigt »schwarz sein« mehr Rasse als christliche Gotteskindschaft? Was ist unsere Aura, unser Schweiß, unser Signum, unser Stigma?

Warum halten Christen so viel weniger zusammen als Homosexuelle, Freimaurer oder Bibelforscher? Christen sind keine Fanatiker, sie sind fähig zur Freude, weil es Ostern gab und geben wird. Aber wenn ich in der Bronx oder in Hongkong oder vor einem Hochhaus stehe und mir die Vielzahl der Schicksale vorstelle, die hinter den vielen Fenstern stattfinden: diese Unglücke, manchmal Tragödien, diese Lieblosigkeit, diese Verbrechen, diese Zufriedenheit, dieses Glück, diese Harmonie, diese Schändung, diese Zerstörung, diese Gebete, diese Flüche. Was unterscheidet in diesem Hochhaus den Christen vom Mohammedaner, vom Buddhisten, vom Agnostiker?

Wenn man in die Slums und in die Konzentrationslager schaut, muß man meinen, Gott habe die Welt verlassen. Wir sind auf uns gestellt. Eigentlich fing das ja schon in der Urmenschheitsgeschichte an. Der erste Bruder erschlug seinen ersten Bruder. So früh fing das mit dem aus dem Paradies entlassenen Menschen an. Heute geht es nicht viel grausamer zu. Wahrscheinlich ist das Töten sogar zivilisierter geworden; welch ein Fortschritt!

Ich darf aber auch den aus Ostern resultierenden Gedanken nicht unterschlagen, daß ich auch gerne katholischer Christ bin, weil die alle Sinne ansprechende Freude hier ihren Platz hat. Essen und Trinken und das Fasten haben ihren Stellenwert. Das Fest, die Prozession, das Alleluja brauchen keine Entschuldigung. Die Kirche ist kein Ort der Zwangsverpflichtung, Weihrauch, Kerzen und Fahnen, Paramente und Choral sind kein äußerliches Brimborium, sondern geschichtliches und ge-heimnisvolles Ritual, sind die Form unseres Inhaltes. Sie ist inspiriert und inspirierend und vermittelt dem Menschen Wohlgefallen. Man traut sich ja kaum noch, solch ein altmodisches Wort zu gebrauchen, aber Liturgie sollte sich nicht den Moden unterwerfen.

Christ sein heißt auch unter dem Aspekt des Todes leben. Das ist unser bestimmtes Ende und hoffentlich bestimmt ein Anfang. Diese Bürde des Todes, die letzte Hürde zur Ewigkeit, relativiert alle Erfolge und Mißerfolge. Sicherlich muß man im Alltagsgeschäft vieles wichtig nehmen, aber sub specie aeternitatis kriegen die Dinge ihren richtigen Stellenwert; man kann plötzlich lachen. Diese Fröhlichkeit verbittert alle kritisierenden Gegner, deren Leben sich hie et nunc erfüllt. Natürlich ist mein fröhlicher Glaube eine Krücke, aber Hierseinsgeschädigte brauchen Hör-, Seh- und Gehhilfen - über den Fluß geht keiner gerne alleine.

Ich habe im Brockhaus nachgeschaut, was dort über das Stichwort Christ vermerkt ist: »Christ, der Anhänger des von Jesus Christus verkündigten Glaubens in einer seiner kirchlichen oder freien Formen.«

Meine Mutter, eine Christin ohne Frage, hätte die meisten meiner Überlegungen nicht verstanden oder nicht gebilligt. Sie hätte auf die Frage, die Sie mir gestellt haben, geantwortet: »Christ sein ist Helfen, wo immer Helfen notwendig ist und notwendig scheint. Dem Christen wird von Gott, be-sonders aber von Christus und seiner Mutter geholfen, hier oder später. Christ ist man.« Ich vermag nicht mehr so einfach zu antworten. Meine komplizierten Antworten können aber eine Angst nicht verdecken: Was tue ich, wenn dort gleich die Tür aufgeht und der Unbekannte hereinkommt (wie erkenne ich ihn, wie schaut er aus, welches Kostüm, welche Maske hat er an, wie spricht er?) und der Unbekannte mich fragt:

Hast du die Kranken besucht,
Hast du die Nackten bekleidet,
Hast du die Hungernden gespeist,
Hast du die Dürstenden getränkt,
Hast du die Trauernden getröstet,
Hast du die Gefangenen befreit,
Hast du die Toten begraben?

Warum bin ich Christ? Um Feinde nicht mehr zu hassen, um den Nächsten als Nächsten zu ertragen, mich selbst und Gott zu lieben und ihm und seiner Schöpfung zu lobsingen.

Gestern nacht las ich das Tagebuch einer Frau, die keine theologischen Spekulationen über Christsein anstellt, die nicht fragt, warum sie Christ ist, sondern elternlose Kinder adoptiert, sich in der Dritten Welt engagiert, Familie erleidet und lebt. Ist soziales Tun schon christliches Sein? Nein - aber lautloses Tun ist doch wohl christlicher als lauthalses Verkünden. Ich habe das auch nur getan, weil Sie mich gefragt haben, warum ich Christ bin. Ich hatte das Glück, nein, die Gnade, schon als Christ geboren zu sein. Ich versuche durchzuhalten. Ich habe nicht alle Versprechen gehalten. Ich bin Christ, weil Christentum für mich Form und Inhalt ist, in denen ich leben, sterben und hoffentlich überleben kann.



Sonntag, 5. März 2000

"WER FRÜHER STIRBT, LEBT LÄNGER EWIG"

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Diese Weisheit habe ich erstmals (Mitte der 90er) von meinem mittlerweile verstorbenen Heimatpfarrer in Oer-Erkenschwick gehört, der viele Tatsachen - mit trockenen Humor - auf den Punkt bringen konnte. Als ich diesen Satz sogar einige Jahre später in dem Buch "Lebenslust" von Manfred Lütz wiederfand, wussten wir, dass er bereits bis nach Köln vorgedrungen war: Ja, auch Westfalen (wenn wahrscheinlich auch nur die wenigsten) können gute Sprüche machen! - Ich nutze dieses Zitat jedenfalls schon seit vielen Jahren: Als praktischen und hilfreichen Aufkleber (genauer: Überkleber) für meine Zigarrenschachteln. Damit man wieder mit gutem Gewissen geniessen kann.

>> DOWNLOAD: Positiv-Denken-Bastelbogen für Tabakwaren (pdf)