Alle Jahre wieder ziehen die Wagnerianer auf den Grünen Hügel und die Wagner-Festspiele in Bayreuth die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich. Die Festspiele sind ein millionenschweres Großunternehmen in Familienhand, das seit seiner Gründung durch Richard Wagner im Jahr 1876 zwei Weltkriege erlebt, fünf verschiedene politische Systeme vermeintlich unbeschadet überstanden, dem König und Adolf Hitler den Hof gemacht hat.
Heute sind die Festspiele Bühne für große Kunst und für ein buntes Völkchen Prominenter aller Art. Nicht nur Wagners Musik hat Bayreuth eine Ausnahmestellung in der deutschen Kultur verschafft, sondern auch das Marketing-Gesamtkunstwerk: der abgelegene Ort, das Konzerthaus, das – vom "Meister" selbst konzipiert -, die Aura einer Weihestätte besitzt, die bedingungslosen Fans, der dunkle Klang deutscher Geschichte – und die knappen Karten.
Die Dokumentation von Michael Strauven nimmt von heute aus betrachtet die Geschichte Bayreuths genau und nüchtern in den Blick. Kenner und Insider Bayreuths äußern sich im Interview zu ihrer Sicht auf die Familie, auf den Mythos und die Geschichte des Ortes, und geben ihre Einschätzung, was Bayreuth heute ist und in Zukunft sein wird. Was Bayreuths Magie ausmacht und wie man mit der eigenen Vergangenheit umgeht, wird mit prominenten Künstlern und bekannten Persönlichkeiten besprochen. Zu Wort kommen Nike, Daphne und Gottfried Wagner, Jürgen Flimm, René Kollo, Anja Silja, Hans Neuenfels, Michel Friedman, Christian Thielemann, Patrice Chéreau, Jonathan Meese, Hannes Heer u.a.
+ WAGNERWAHN
"Wagnerwahn" verbindet historische Fakten dokumentativer Natur mit filmischen Bildern. Inhaltlich konzentriert sich der Regisseur auf Wagners Leben mit seiner zweiten Frau Cosima und deren enge Verbundenheit. Im Stil eines Kriminalfilms soll die Figur Wagner entmystifiziert werden. Mit Hilfe von Animationen wird die Aktenlage illustriert, in aufwendigen Spielszenen wird die Geschichte von Richard und Cosima Wagner (Samuel Finzi und Pegah Ferydoni) inszeniert. Die Dialoge entstammen sowohl aus Wagners Briefen, als auch Cosimas Tagebüchern.

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