Eine Gruppe von Mitbrüdern der Erzabtei St. Ottilien besuchte am 06. August den Fliegerhorst Penzing LTG 61. Nach dem Empfang an der Hauptwache durch OSTFW Kunze, der uns den ganzen Tag begleitete, folgte die Begrüßung durch den Geschwaderkommodore Oberst Ludger Bette, der es sich nicht nehmen ließ, den kurzweiligen Einführungsvortrag über Auftrag und Aufgaben des LTG 61 selbst zu halten. Spannend wurde es bei der anschließenden Stationsbesichtigung. Die Piloten erklärten uns im Cockpit der Transall C-160 oder im SAR Hubschrauber Bell UH-1D die schwierigsten technischen Dinge in einfachen Worten. Nach der gemeinsamen Truppenverpflegung im Offiziers-Casino stand die Beladeübung auf dem umfangreichen und abwechslungsreichen Besuchsprogramm. Beeindruckend war beim abschließenden Austausch mit Kaffee und Kuchen das Gespräch mit den Piloten und dem "Bodenpersonal" über ihre Einsätze und Arbeitsbedingungen.Mittwoch, 6. August 2008
Besuch beim Lufttransportgeschwader 61 in Penzing
Eine Gruppe von Mitbrüdern der Erzabtei St. Ottilien besuchte am 06. August den Fliegerhorst Penzing LTG 61. Nach dem Empfang an der Hauptwache durch OSTFW Kunze, der uns den ganzen Tag begleitete, folgte die Begrüßung durch den Geschwaderkommodore Oberst Ludger Bette, der es sich nicht nehmen ließ, den kurzweiligen Einführungsvortrag über Auftrag und Aufgaben des LTG 61 selbst zu halten. Spannend wurde es bei der anschließenden Stationsbesichtigung. Die Piloten erklärten uns im Cockpit der Transall C-160 oder im SAR Hubschrauber Bell UH-1D die schwierigsten technischen Dinge in einfachen Worten. Nach der gemeinsamen Truppenverpflegung im Offiziers-Casino stand die Beladeübung auf dem umfangreichen und abwechslungsreichen Besuchsprogramm. Beeindruckend war beim abschließenden Austausch mit Kaffee und Kuchen das Gespräch mit den Piloten und dem "Bodenpersonal" über ihre Einsätze und Arbeitsbedingungen.Montag, 28. Juli 2008
Denunzianten-Zettel
Und da sich die Denunziation zur Zeit wieder sehr großer Beliebtheit erfreut, möchte ich deshalb allen Denunzianten (und ihren Opfern) diese Zettel besonders ans Herz legen. - Zum Nachbasteln: Für (endlich) mehr Professionalität beim Denunzieren!
Samstag, 26. Juli 2008
Vom Grabsingen in Wahnfrieds Garten etc.
Gestern sind die 97. Bayreuther Festspiele wie in jedem Jahr am 25. Juli 2008 mit viel Prominenz und großem organisatorischen Aufwand eröffnet worden. Das klassische "Grabsingen" im Garten des Haus Wahnfried gehört ebenso zum Eröffnungsritual wie ein "Maisels" in den Pausen (Foto oben) oder die sich nach der Premiere lösende Spannung, die mitunter zu Tränen rührt... Schön, dass es jetzt auch einenDanke, Kathl!
Donnerstag, 24. Juli 2008
Mittwoch, 16. Juli 2008
"Wo man raucht, da kannst du ruhig harren, böse Menschen haben nie Zigarren..."
Ja, so ein öffentliches Fotoalbum ist auch immer wieder einmal ein "Stein des Anstoßes". - Aber warum auch nicht? - Man kann ja über (fast) alles diskutieren. So schrieb mir jemand zum Foto mit meiner alljährlichen "Sylvester-Lätiz-Zigarre" folgenden Kommentar in das Gästebuch:
"I almost don't believe it ,the body is our temple of God ,should we take in these bad habits? There will be periods in the day where one will think "oh I would like to smoke now" so taking on these habits how can we progress on the pathway to that 'beyond?' progress in our spiritual life?"
Mit Kinky Friedman möchte ich hierauf antworten: „Ich rauche bis zu zehn Zigarren am Tag und beabsichtige ewig zu leben.“ - Natürlich rauche ich keine zehn Zigarren am Tag, - bin aber trotzdem derselben Meinung!
Aber wahrscheinlich kannte der Kommentator (oder die Kommentatorin) auch einfach nur meinen "Positiv-Denken-Bastelbogen" für Tabakwaren noch nicht, den ich schon seit vielen Jahren verwende?
Sonntag, 6. Juli 2008
"IM KLOSTER KANN MAN SO SCHÖN DEMÜTIG SEIN"

Vor einiger Zeit wurde ich zusammen mit einigen Mitbrüdern und Mitschwestern zu Studientagen in die Abtei Münsterschwarzach eingeladen. Dort traf ich eine Ordensschwester, die damals Novizenmeisterin in ihrem Kloster war. Und diese erzählte mir folgendes:
„Also Pater Siegfried, dass müssen Sie sich einmal vorstellen! - Vor einigen Tagen kam eine junge Frau in unser Kloster. Die wollte unbedingt bei uns in Tutzing eintreten.“
„Ja, schön“, - sag ich. –
Daraufhin die Schwester: „Und ich hab die junge Frau natürlich nach ihrer Motivation gefragt: Warum wollen Sie denn bei uns eintreten? – Und wissen Sie, was die junge Frau gesagt hat?“ - (Pause) – „Im Kloster da kann man so schön demütig sein!" – Ich habe die junge Frau gleich wieder weg geschickt.“
Und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, was ich damals darauf geantwortet habe: „Also Schwester, ich glaube, da haben Sie einen großen Fehler gemacht! – Den Wunsch nach mehr Demut, den kann man ihr doch erfüllen. – Dafür werden Sie und Ihre Mitschwestern schon sorgen!“
Ein langer, böser, strafender Blick war die Antwort. –
Die meisten Schwestern haben viel Humor. - Leider nicht alle! – (Übrigens kann man natürlich auch in Ehe und Familie „schön demütig“ sein: Denken Sie nur an Ihre Schwiegermutter).
Na ja, wie es denn auch sei, beim Thema Demut, da hört anscheinend jeder Spaß auf. – Und wahrscheinlich wurde in der Vergangenheit mit einem falschen Verständnis von „Demut“ - auch in den Klöstern - viel Unheil und Unglück angerichtet.
Demütig sein, das klingt oft nach stillhalten: Man muss sich halt seinem Schicksal ergeben und ohne Klagen einfach die Situation aushalten. – Aber sehr oft ist das eine „falsche“ Demut. „Falsche Demut“ ist es, Dinge hinzunehmen, die man ändern kann. – Wie oft jammern viele Menschen in ihrem Leben über dies und das, rühren aber keinen Finger, um es zu ändern! – Wer sich nie zu Wort meldet und dann anschließend immer nur erträgt, was andere über ihn bestimmen, der ist nicht demütig, sondern ängstlich: Hier fehlt es einfach an Mut. - Und das Wort Mut steckt ja schließlich im Wort Demut. Vieles im Leben ist nicht unabänderlich! –
Und Jesus macht uns Mut, das, was wir ändern können, auch wirklich zu ändern.
Und dann bleiben im Leben immer noch genügend Dinge übrig, wie Krankheit oder der Tod eines geliebten Menschen, die wirklich unabänderlich zu ertragen sind. Und auch hier wird unser Leben leichter, wenn wir uns von Jesus helfen lassen, dieses Kreuz mit zu tragen.
Oft kommen verbitterte Menschen zu mir, die im Grunde alle den selben Fehler machen: Sie bauen sich ihr Kreuz selbst und legen sich dann anschließend darauf. – Aber genau das ist keine Demut!
Jesus hat sich sein Kreuz auch nicht selbst gebaut: Es wurde ihm auferlegt:
Christus nachfolgen heißt nicht, sich sein Kreuz zu bauen, sondern sein Kreuz zu tragen!
Liebe Brüder und Schwestern,
bisher haben wir einiges über die „falsche Demut“ erfahren. - Aber was meint Jesus damit, wenn es sagt „... lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig ...“ ?
Jesus spricht von Demut in seiner ursprünglichen Bedeutung. Demütig sein, das heißt vom Wort her ja nichts anderes, als „dien-mutig“ (vom althochdeutschen diomuoti) sein: Mut haben zum Dienen. – In diesem Sinne war Jesus dien-mutig: Er hatte den Mut, einer gewaltigen Aufgabe zu dienen. Er hat diese schwere Aufgabe übernommen, weil er wusste, das sie notwendig und sinnvoll war. Und diese Überzeugung gab ihm die Kraft das Kreuz zu tragen, und dabei Übermenschliches zu tragen.
Und das Interessante ist dabei folgendes: Jesus nimmt uns die Lasten und Aufgaben nicht einfach ab, die wir oft so schmerzlich spüren. Aber er hilft uns, sie besser tragen zu können! - Jesus traut den Menschen durchaus etwas zu! –
Und er weiß wahrscheinlich ganz genau, dass wir es auch wahrscheinlich gar nicht wollen, wenn uns auch noch die letzte Last von den Schultern genommen wird.
Welche Mutter würde es wirklich wollen, wenn ihre Kinder, die ihr zwischendrin manchmal auf die Nerven gehen, gar nicht mehr da wären? Welcher Arzt oder Krankenpfleger wäre glücklich, wenn er niemanden mehr helfen könnte? Welcher Landwirt wäre froh, wenn seine Kühe, die oft so viel Arbeit machen, von heute auf morgen auf einmal alle weg wären?
Vielleicht hat Jesus ganz richtig erkannt, dass wir die Lasten und Aufgaben die wir tragen, im Letzten gar nicht ganz los werden möchten. Wahrscheinlich weiß Jesus sehr wohl darum, dass es im Grunde vor allem darum geht, dass sie wieder tragbar werden, - dass wir sie auch wirklich tragen können: „Mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.“
Liebe Mitbrüder, liebe Mitfeiernde!
Über die Demut wurden ganze Bücher geschrieben und auch der heilige Benedikt hat in seiner Regel der Demut ein ziemlich langes Kapitel gewidmet. – Und wenn ich ehrlich bin, hat mich das alles oft recht wenig überzeugt: Viele Worte, - viel Theorie!
Was mich aber immer wieder wirklich beeindruckt hat, sind Menschen, die die Demut - ohne viele Worte zu machen - als eine Lebenshaltung kultiviert haben - und weniger als eine Art von Selbsterniedrigung oder als eine Bußübung. Demut lernt man am besten von Vorbildern, - nicht aus Büchern! Deshalb am Ende nur ein Beispiel, an das ich mich gerne zurück erinnere:
Seit 11 Jahren arbeite ich nun in unserer Bibliothek. Und bis vor 3 Jahren hatte ich noch einen Partner, der mir jeden Tag zur Seite stand: Zuverlässig wie ein Uhrwerk. – Mein Mitbruder war damals ungefähr 85 Jahre alt, als ihn einer seiner ehemaligen Schüler, mittlerweile Prälat und Domkapitular, in unserem Büro besuchte, ohne jede Voranmeldung. Nach einer freundlichen Begrüßung ließ sich mein Mitbruder nicht abhalten und machte einfach mit seiner alltäglichen Arbeit am Computer weiter. Den Prälaten schien das irgendwie zu wundern und dann fragte er: „Also, früher da waren Sie mein Schuldirektor und auch der Leiter vom Internat. – Sie haben mir Lateinisch und Griechisch beigebracht. Sie hatten doch damals eine so wichtige Stellung im Kloster. – Und jetzt? - Jetzt machen Sie schon seit 20 Jahren hier irgendwelche Hilfs- und Tipparbeiten in der Bibliothek. – Fällt Ihnen das nicht schwer?“ –
Ganz langsam hob mein Mitbruder den Kopf, schaute den Prälaten tief in die Augen und sagte ganz gelassen mit seinen tiefen Stimme nur drei Worte: „Arbeit ist Arbeit!“ – Und dann tippte er in aller Ruhe weiter.
Liebe Brüder und Schwestern,
Demut heißt: Mut zum Dienen. – Und ich wünsche uns allen, dass auch wir in unserem Leben diesen Mut haben zum Dienen, damit unser Leben einen tieferen Sinn bekommt. – Amen.
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Predigt für den 14. Sonntag im Jahreskreis (A) am 06. VII. 2008 (Konventamt, St. Ottilien)
Sonntag, 22. Juni 2008
"VON EINEM, DER AUSZOG, DAS FÜRCHTEN ZU LERNEN"

In der Märchensammlung der Gebrüder Grimm findet sich ein Märchen mit einer seltsamen Überschrift: "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!" - Und auch in Richard Wagners Oper „Siegfried“ geht es um das selbe Thema: Siegfried wird zum Drachen losgeschickt, um das Fürchten zu lernen. – Und interessanterweise lernt Siegfried nicht vom Drachen das Fürchten, sondern erst später, - von seiner Frau (!) – Das Leben ist oft merkwürdig! - In dem Moment, wo Siegfried zum ersten Mal in seinem Leben einer Frau begegnet und sich verliebt, da bekommt er Angst und lernt das Fürchten.
Merkwürdig ist das aber auch, weil jeder sich sofort fragen wird: Ist das denn notwendig? Muss ich als Mensch das Fürchten erst noch lernen? So dumm kann doch eigentlich niemand sein, dass er sich nicht einmal zu fürchten weiß? Wenn überhaupt, dann muss ich lernen, wie ich die Furcht überwinde, wie ich von Ängsten frei werde - aber nichts anderes, nicht das Fürchten selbst.
Und doch ist die Botschaft dieses Märchens und der Wagner-Oper gar nicht so falsch. Sie passt haargenau zu dem, was ein Christ zu tun hat: er soll, er muss das rechte Fürchten lernen. So sagt es uns Jesus heute: Wir sollen als Christen Menschen sein, die wissen, wovor sie sich zu fürchten haben und wovor nicht.
Dreimal ruft Jesus heute seine Jünger auf, sich nicht zu fürchten:
- Fürchtet euch nicht vor den Menschen!
- Fürchtet euch nicht, ihr seid mehr wert als alle Spatzen zusammen!
- Fürchtet euch nicht vor denen, die nur den Leib töten können.
Jesus redet seinen Jüngern aber nicht jede Furcht aus. Eindeutig rät er ihnen nämlich:
Fürchtet euch vor dem, der Leib und Seele ins Verderben stürzen kann!
Wir sollen das rechte Fürchten lernen.
Derjenige aber, der Leib und Seele ins Verderben stürzen kann, ist aber nicht etwa der Satan, sondern Jesus meint an dieser Stelle damit Gott.
Und damit haben wir ein neues Problem. Ist Gott jemand, den wir fürchten müssen?
Da hilft es auch nicht, wenn wir wissen, dass Jesus nicht der Einzige ist, der von der Gottesfurcht spricht. Zum Beispiel ist auch in den Psalmen, die ja täglich im Kloster gebetet, oft davon die Rede:
"Kommt, ihr Söhne, hört mich an. Die Furcht des Herrn will ich euch lehren!" (Ps 34,12).
"Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit." (Ps 111,10)
"Dient dem Herrn in Furcht und küsst seine Füße mit Zittern!" (Ps 2,11).
Und trotzdem: Ist Gott nicht eher der, dem wir vertrauen sollen?
Meint er es nicht gut mit uns? Ist "Gottesfurcht" also angemessen?
Ich bin mir sicher: Jesus möchte den Menschen nicht ein angstmachendes Gottesbild vermitteln. Sein Rat, Gott zu fürchten, soll den Menschen vielmehr von falschen Ängsten befreien. Denn, wer Gott fürchtet, der braucht sich vor anderen Mächten nicht mehr zu fürchten: Die richtig verstandene Gottesfurcht führt zur Freiheit.
Ein Beispiel: Da höre ich etwa von einer Frau (1), die psychisch krank ist. Im Gespräch mit wird deutlich: sie lässt sich viel zu schnell auf die Bitten und Wünsche ihrer Umgebung ein. Es fällt ihr außerordentlich schwer 'Nein' zu sagen und nimmt alles an, was ihr angetragen wird. Und im Gespräch wird schnell deutlich, warum das so ist: Die Frau möchte verhindern, dass jemand mit ihr unzufrieden ist - oder an ihr Kritik übt: Sie hat das Gefühl, nur aufgrund der Bestätigung durch die anderen Menschen ein Mensch zu sein. So lebt sie in dauernder Abhängigkeit von der Anerkennung durch die anderen. Das führt zu Dauerstress und macht sie krank.
Diese Frau kann gesund werden, wenn sie nicht mehr das Urteil derer fürchtet, die nur den Leib töten können. Das Urteil von anderen Menschen also. - Sie kann gesund werden, wenn sie sich klar macht: das einzige, was wirklich zählt, ist wie Gott mich sieht. Wenn sie ihn fürchtet, kann sie alle Menschenfurcht überwinden. Und Gott, darauf können wir vertrauen, überfordert den Menschen nicht. Er ist der sorgende Gott, der uns ein glückliches und gelungenes Leben wünscht.
Ihn fürchten, d.h. ihn ernst nehmen, ist aber die Voraussetzung dafür. So will Gottesfurcht also nicht versklaven, sondern befreien. Gott ist der Weg, vom dem wir besser nicht abweichen, damit unser Leben gelingt: Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Zu meinen Lieblingsheiligen gehört der heilige Thomas Morus. Er hat sich geweigert, den sogenannten Suprematseid zu leisten, mit dem sich der englische König Heinrich VIII. von der römischen Kirche trennte und sich zum Oberhaupt der anglikanischen Kirche machen ließ. Thomas Morus, einst sein Vertrauter und Kanzler, ist deshalb ins Gefängnis geworfen und hingerichtet worden. Seine letzten Worte waren: „Ich sterbe als treuer Diener des Königs, zuallererst aber als Diener Gottes.“ - Seine Gottesfurcht hat ihn die Menschenfurcht überwinden lassen, so dass er sogar den Tod nicht fürchtete.
Heinrich VIII. ist zwar längst Geschichte, aber es gibt im Leben immer noch viele kleine Könige, die wollen, dass wir ihnen dienen. - Jesus lädt uns ein, Gott als alleinigen König und Bestimmer unseres Lebens anzusehen, damit diese kleinen Könige aufhören, über uns zu herrschen. - Wahre Gottesfurcht führt zur Freiheit! - Amen.
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Anmerkung:
(1) Nur aus Diskretionsgründen habe ich im Beispiel „eine Frau“ anstatt „ein Mönch“ gewählt.
Predigt für den 12. So. im Jahreskreis (A) am 22. VI. 2008 (Hl. Messe um 11.00 Uhr, St. Ottilien)
Mittwoch, 28. Mai 2008
WAHRE VOLKSFRÖMMIGKEIT
Franziskaner sind bekannt für ihren bodenständigen Humor. - Da ich heute kurz zu Gast war im Franziskanerkloster Reutte in Tirol, gab es beim Mittagessen natürlich auch wieder eine kleine Kostprobe davon. - Dem dortigen Gärtnermeister Bruder Franziskus, zusätzlich ausgestattet mit einer besonders feinen Beobachtungsgabe, war in einer Marienwallfahrtkirche an der Enns eine besonders interessanter "Votivspruch" aufgefallen, den ein Pilger auf eine Wand geschrieben hatte. - Ein gutes Beispiel "wahrer" Volksfrömmigkeit:
viel Arbeit und viel Müh. - Das eine hat er nie probiert, - verheirat´ war er nie. |
Sonntag, 25. Mai 2008
MEIN BESTER FREUND - Zuverlässig, formschön und (fast) krümelfrei
Der STAEDTLER mars plastic (Smp) : Zuverlässig, formschön und (fast) krümelfrei. -
Ein echtes "Profi-Werkzeug", nicht irgendein banales "Radiergummi", sondern DER "Hightech-Radierer" schlechthin: Er besteht aus PVC, Weichmacher (DINP, zugelassenes Phthalat), Kreide und Weißpigmenten und überzeugt mich seit vielen Jahren immer wieder durch seine hervorragende Arbeitsleistung:
- Optimales Krümelbild (wenige, große Krümel)
- Kaum Alterungserscheinungen (formschön noch nach Jahren, trotz altersbedingter "Rundungen")
- Hervorragende Radierleistung (wo viele seiner "Kollegen" einfach nur noch versagen)
- Absolut papierschonend (Buch, bzw. Papier sieht nach dem Radiervorgang wieder so aus wie vor dem Beschreiben)
Dienstag, 20. Mai 2008
Bin ich ein Prolet? - Der große Selbsttest

Die Auswertung ist ganz einfach: Wenn Sie der Hälfte dieser Aussagen (also mindestens 15) mit „Ja“ beantwortet haben, sind Sie ein Prolet. - Mir (und wahrscheinlich vor allem auch den Personen in meiner Umgebung, für die ich den Fragebogen einfach "stellvertretend" ausgefüllt habe um mir "letzte Gewissheit" zu verschaffen) hat dieser Test sehr weitergeholfen.
1. Sie tragen T-Shirts mit Botschaften auf der Brust.
2. Sie glauben an den Fußballgott.
3. Sie treffen sich mit Ihren Freunden nicht im Straßencafé, sondern im Solarium oder an der Fitneßstudio-Bar.
4. Sie beschimpfen Ihren Computer, obwohl er Sie nicht hören kann.
5. Deren Armut kotzt Sie an.
6. Für Ihren Stil lassen Sie sich von Magazinen inspirieren, die unter fünf Euro kosten.
7. Sie bewundern Don Corleone, den Paten, für seine Stärke.
8. In manchen Fällen fänden Sie die Todesstrafe gar nicht so schlecht.
9. Hartz IV ist für Sie eine Art Subvention der Schwarzarbeit.
10. Wenn Sie an der Macht wären, wüssten Sie, was zu tun wäre.
11. Am wohlsten fühlen Sie sich noch immer im Jogging-Anzug (bzw. in der "Kapuzen-Joppe", falls Sie Mönch sind).
12. Die RTL 2 Nachrichten interessieren Sie mehr als Sie zugeben.
13. Wenn Sie ein neues Handy haben, probieren Sie ihre neuen Klingeltöne in öffentlichen Verkehrsmitteln aus.
14. Ihr Englisch haben Sie aus Hiphop-Songs gelernt.
15. Wenn Sie sich belohnen wollen, essen Sie an der Currywurstbude.
16. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, werden Sie einfach immer lauter.
17. Sie haben beim Finale von Titanic geweint.
18. Sie haben Ihr Auto modifiziert.
19. Gel in den Haaren ist geil.
20. Sie denken, Verona Feldbusch tut nur so, als wäre sie dumm.
21. Sie geben mindestens 40 Prozent Ihres Nettogehaltes für Markenklamotten aus.
22. Mindestens einer Ihrer Bekannten heißt Justin.
23. Sie pinkeln unter der Dusche.
24. Sie haben immer ein paar schlüpfrige Witze parat, um die Stimmung aufzulockern.
25. In Ihrem Schlafzimmer befindet sich mindestens ein Kuscheltier.
26. Von 25 Prozent Ihrer Freunde kennen Sie nur ihren Spitznamen, nicht den richtigen.
27. Kurz vor dem Aussteigen pupsen Sie auch mal in Fahrstühlen.
28. Sie haben mehr als vier Bücher von Steven King gelesen.
29. Manchmal beneiden Sie Dieter Bohlen.
30. Sie sind sich nicht sicher, was Prolet heißt.
Natürlich können Sie diesen kurzen Fragenkatalog auch per Email an Ihre (noch) Freunde weiterschicken, um Ihnen eine kleine Freude für den heutigen Tag zu bereiten. Ihre Freunde und Bekannte werden sich sicherlich darüber freuen, wenn Sie sehen, dass Sie an sie gedacht haben.
Sonntag, 18. Mai 2008
ICH GLAUBE, UM ZU BEGREIFEN

Liebe Mitbrüder, liebe Mitfeiernde!
Wenn Schulkinder in eine neue Klasse kommen, dann fragen sie untereinander zuerst einmal nach dem Namen. Der Name ist ein Zeichen für die einmalige Persönlichkeit. Man möchte nicht mit einem anderen verwechselt werden. Darum kann es für Kinder auch belastend sein, wenn mehrere in einer Klasse den gleichen Namen tragen. - Nun hört man immer wieder, die großen Weltreligionen würden im wesentlichen denselben Gott verehren, ob dieser nun Jahwe, Allah oder anders heiße. Der Name sei nebensächlich – es gebe schließlich nur einen Gott.
Ist der Name, mit dem wir Gott nennen, wirklich nebensächlich?
Oder verbirgt sich hinter dieser Meinung eine Verwechslung, die wir unter Menschen keineswegs entschuldigen würden? Wenn ich z. B. nach Japan reisen würde, wo ich die Menschen kaum unterscheiden könnte, wäre es dann nicht ein großer Fehler, zu sagen, daß alle gleich aussehen? Sollte ich mir nicht vielmehr Mühe geben, die Unterschiede wahrzunehmen und jedem in seiner Einmaligkeit gerecht zu werden?
Als Mose im brennenden Dornbusch Gott erschien, da frage Mose als erstes nach dem Namen, den er den Israeliten als Gottesnamen nennen sollte. Und er bekam zur Antwort: “Ich bin der Ich-bin-da: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.” (Ex 3,14f) – Gott hat Mose seinen Namen genannt, das heißt, Gott ist herausgetreten aus der Verborgenheit, er hat sich uns Menschen gezeigt und hat uns angesprochen.
Der Name Jahwe ist das Zeichen für die unendlich reiche Persönlichkeit dieses Gottes, der mit den Menschen eine Geschichte angefangen hat. In Jesus Christus, seinem Sohn, hat er diese Geschichte mit den Menschen in innigster Weise vertieft: “Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.” – haben wir gerade im Evangelium gehört. – Das Evangelium war sehr knapp: Aber Schöneres und Wichtigeres kann man über Gott nicht sagen: Gottes Wesen ist Liebe. – Und er möchte, dass auch wir zu Mit-Liebenden werden.
Liebe Brüder und Schwestern,
demgegenüber hat der Name “Allah” im Islam eine ganz andere Bedeutung. Zunächst einmal ist er nicht als Eigenname zu verstehen, sondern besagt schlicht: “DER Gott”. - Zweitens wird von diesem Gott bei jedem Gebetsruf gesagt: “Er ist Allah, der EINE Allah, der Immerwährende, ER zeugt nicht und ist nicht gezeugt und nichts ist ihm gleich.” Noch klarer sagt es der Koran (4, 171): “Darum glaubt an Allah und seinen Gesandten und sagt nicht [von Allah, daß er] dreifaltig [sei]! … Allah ist nur ein einziger Gott. Er ist darüber erhaben, einen Sohn zu haben.”
Was heißt das für uns Christen: Das heißt, mit dem Glauben an Allah verträgt es sich nicht, ihn als Vater, Sohn und Heiligen Geist zu bekennen. - Allah kann nicht der Gott und Vater Jesu Christi sein. - Er kann kaum der “Gott der Liebe” sein, der sich auch in Christus und im Hl. Geist offenbart hat. - Soviel zum Thema "Namensverwechslungen", die ja bekanntlich sehr peinlich sein können.
Liebe Brüder und Schwestern,
aber von Gott nur zu wissen, daß sein Name ein Programm ist, eine Botschaft, ist freilich etwas dürftig. Es kommt vielmehr darauf an, diese Botschaft auch zu kennen. Den Gott immer besser kennenzulernen, der sich uns in Jesus Christus offenbart hat. Die christliche Lehre von Jesus als dem gekreuzigten Sohn Gottes ist keine “einfache Wahrheit” – dass hat schon Paulus festgestellt: “Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit" (1 Kor 1, 22).
Der aus Liebe gekreuzigte ist eine Torheit, die sich in kein Denksystem der Menschheit integrieren lässt. -
Der gekreuzigte Gott ist die Klippe, an der die Weisheit der Griechen und die Gottesvorstellung der Juden zerschellt.
Die Botschaft von der Dreifaltigkeit ist nicht das Ergebnis irgendeiner einer philosophischen Spekulation. – Sie ist eine geschichtliche Erfahrung, die sich nur durch den Hl. Geist erkennen lässt. So schreibt auch Paulus: “Denn uns hat es Gott enthüllt durch den Geist... Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann” (1 Kor 2, 10; 14).
Diese Argumentation setzt nicht nur den christlichen Glauben voraus, sondern möchte zugleich auch zeigen, dass der christliche Glaube unserem Leben neue Perspektiven eröffnet, die es geradezu unheimlich vertiefen. Die Wirklichkeit des gekreuzigten Gottes - und auch der Dreifaltigkeit Gottes erkennt man also nur, indem man an sie glaubt:
Man muss glauben, um begreifen zu können. –
Diese Argumentationskette ist logisch überhaupt nicht zwingend, aber nur so kommt man zur Erkenntnis der Wahrheit. – Dabei zwingt der Gott der Liebe niemanden zum Glauben: Der Mensch behält immer seinen “freien Willen”. – Aber wer will, kann immer auch der Gnade Gottes entgegen gehen. – Wie geht das?
Liebe Brüder und Schwestern!
Vielleicht ist es mit der Wahrheit des Dreifaltigkeit Gottes ähnlich wie mit einem bedeutenden Gemälde: Erst muss der Betrachter, ermutigt durch einen positiven “Anfangsverdacht”, den Sprung wagen - und rein hypothetisch an die “geheimnisvolle Größe” des Kunstwerks glauben. – Dann plötzlich strömen die Erkenntnisse, und viele delikate Qualitäten werden plötzlich sichtbar. – Ohne das erste Wagnis zur Bewunderung wären sie niemals aufgegangen!
Diesen ersten Sprung, bei dem der Betrachter bisher sicher Geglaubtes zur Frage stellen muss, kann niemand durch Argumente erzwingen. – Doch nachträglich erweist sich dann, dass es oft auch die bereichernd im Leben ist, wenn man bereit ist, für eine kürzere Zeit auch einmal irrational zu sein, die Kontrolle zu vernachlässigen.
Wenn sich Liebende “erkennen”, ist es nicht anders.
Warum sollte die Begegnung mit Gott nicht auch den Sprung aus dem Kontrollzentrum des Verstandes voraussetzen? –
Und danach wird der Springer durch jede Menge verstehen belohnt!
Haben wir den Mut zum Abspringen:
Glauben wir, um zu begreifen!
Genau diese These hat der hl. Kirchenlehrer Anselm von Canterbury in einem sehr schönen Gebet zusammmengefasst.
Dieses möchte ich Ihnen am Ende noch vorstellen:
Herr,
ich versuche nicht,
in deine Höhen vorzudringen;
mein Verstand kann dich ja
auf keine Weise erreichen.
Ich wünsche nur,
einigermaßen deine Wahrheit zu begreifen,
die mein Herz glaubt und liebt.
Denn ich suche nicht zu begreifen, um zu glauben,
sondern ich glaube, um zu begreifen.
Amen.
---
Predigt für den Dreifaltigkeitssonntag (A) am 18. V. 2008 (Konventamt, St. Ottilien)
Evangeliumstext (Joh 3, 16-18)
Samstag, 10. Mai 2008
Martin Goller OSB: TE DEUM LAUDAMUS IN D
Nachdem die Benediktinerabtei auf dem St. Georgenberg im Jahre 1705 zum vierten Mal dem Brand zum Opfer gefallen war, entstand in den folgenden Jahrzehnten im Tal das Stift Fiecht, wo mit der Errichtung der Klosterschule und dem Bau der Orgel 1759 – 1761 ein reiches Musikleben erblühte.
P. Martin Goller wurde am 20.02.1764 in Lajen bei Klausen im Eisacktal als Sohn des Organisten Daniel Goller geboren. Er trat im Jahre 1780 als ein bereits gewandter Organist ins Stift Fiecht ein und prägte das dortige Musikleben auch durch sein kompositorisches Schaffen mit. Im Jahre 1800 ist er als Regens chori an der Fiechter Stiftskirche nachgewiesen, wohl als Nachfolger des 1794 verstorbenen P. Edmund Angerer OSB. Die königlich-bayrische Regierung, die 1807 das Stift aufgehoben hatte, berief ihn am 1. April 1812 als Musikprofessor an das Innsbrucker Gymnasium. Seitdem wirkte er in Innsbruck.
Im Jahre 1816 wechselte er an das „Lyzeum“ und übernahm das Amt des Chorregenten und Organisten an der Dreifaltigkeitskirche (heute Jesuitenkirche). Zusätzlich wurde er Chorleiter der „Akademischen Musikgesellschaft“ und nach Gründung des „Musikvereins“ 1818 dortiger Musiklehrer. Einige seiner Handschriften in Wilten tragen die Jahreszahl 1826. Nach reichem Schaffen starb P. Martin am 13.01.1836 in Innsbruck. Von seinen kirchenmusikalischen Werken sind nach derzeitigem Stand erhalten: 19 Messen, 3 Te Deum, 23 Tantum ergo, 2 Vespern, 18 Gradualien und Offertorien, 2 Litaneien, 2 Veni Creator sowie 18 deutsche geistliche Lieder für 1 bis 4 Singstimmen.
Das vorliegende TE DEUM IN D steht neben den beiden anderen Te-Deum-Kompositionen in C und D. Der Text ist nahezu vollständig vertont, jedoch in meist homophonem Chorsatz, der nur im Schlussteil durch zwei Fugato-Stellen (Aeterna fac und Fiat misericordia) aufgelockert wird. Das mehrtextige Fugato Aeterna fac zitiert den 5. Psalmton. Insgesamt beträgt die Aufführungsdauer 5:20 Minuten. Die Handschrift umfasst 32 Seiten im Hochformat 34,5 cm x 27 cm, stammt aus dem Stiftschor Wilten (ad chorum Wiltinensem 1826) und wird auch im Stiftsarchiv Wilten aufbewahrt.
St. Georgenberg - Fiecht, im Mai 2008
P. Regino Schüling OSB
Download der Partitur (PDF, 67 S., 1,16 MB)
Dienstag, 6. Mai 2008
IN: "WIR BITTEN SIE UM ENTSCHULDIGUNG ..." - OUT: "WIR BITTEN UM IHR VERSTÄNDNIS ..."
Noch vor einem Jahr war sollte der zahlende Kunde ja für jede "betriebstechnische Panne" Verständnis haben. - Auch wenn alle Anschlussverbindungen "zusammengebrochen" waren. - Wie oft hat dann dieses "Wir bitten um Verständnis" den Ärger noch zusätzlich verstärkt! Denn: Wer (ehrlich) um Entschuldigung bittet, der will es beim nächsten Mal besser machen! - Wer um Verständnis wirbt, der will eigentlich nichts wirklich ändern. |
Samstag, 3. Mai 2008
HERR GIB, DASS ICH SEHE! (LK 18)
An meinem 41. Geburtstag habe ich es mir selbst gegönnt, einmal wieder auf die Auer Dult zu gehen. - Der letzte Duld-Besuch war 1990, noch zu meiner Studienzeit in München.
Damals war ich natürlich noch kein Klosterbibliothekar und hatte mich als Student besonders für antiquarische Bücher interessiert. Mittlerweile habe ich ja quasi ein eigenes Antiquariat (Dublettenkammer) und kann mich vor alten Büchern (natürlich auch in der Bibliothek) oft kaum noch retten. - Der Interesse-Faktor ist deshalb bei alten Büchern erschreckenderweise auf Null abgesunken. -
Aber eine kleine Pappschachtel mit alten Andachtsbildchen weckte dann doch noch irgendwie meine Aufmerksamkeit. - Und das seltene Andachtsbildchen mit einer Lithographie der Hl. Ottilia musste ich dann doch noch mitnehmen. - Natürlich nicht ohne zu handeln! Von 8 Euro auf 4. - Da fehlte schließlich rechts unten ja auch eine kleine Ecke! - So war auch noch eine große "Extra-Wurst" am Stand nebenan drin!
Mittwoch, 30. April 2008
DAS FEHLENDE GLIED IN DER KETTE
Papst Benedikt XVI. wünscht eine Reform der Liturgie, welche auf dem alten Messbuch als Bezugspunkt basiert. In einem Brief an den Bonner Altphilologen Heinz-Lothar Barth (vom 23. 6. 2003) bringt er klar seinen Wunsch nach einer Wiedervereinigung der beiden Messbücher zum Ausdruck:
Mit dem Heiligen Vater bleibt zu wünschen, dass eine neue liturgische Bewegung entstehen möge.
M.E. wäre folgendes hilfreich:
1a) Eine "Neuausgabe" des "Alten Ritus" auch in der Volkssprache (wie oben zitiert und vom Heiligen Vater selbst angesprochen): Das fehlende Glied in der Kette! - Nur so (in einer möglichst wortgetreuen, volkssprachlichen und eventuell erweiterten Fassung) können "die Schätze und Wahrheiten der Tradition" wahrscheinlich wirklich gehoben werden. - Diese Form bildet zugleich eine wirkliche "Brücke" zum "Neuen Ritus" sowie zum "Alten Ritus" auf Latein. - Und warum sollen die "alten" Gebete dann nicht auch laut gebetet werden können (ad libitum, - das sollte der Zelebrant selbst entscheiden dürfen)? - Da könnten sehr viele Vorurteile abgebaut werden. - Diese überarbeitete, volkssprachliche "Brücke" wäre m. E. dann auch wirklich die Reform, wie sie von den Konzilsvätern des 2. Vaticanum gewünscht wurde und zugleich die "Reform der Reform".1b) Das Vorurteil, der "Alte Ritus" sei nur etwas für "Latein-Experten" oder "Sondergrüppchen" (wie leider anscheinend auch einige Bischöfe, Priester, Seminaristen und Gläubige meinen), würde damit endgültig beseitigt werden : Das "Heil(ige)" hängt von keiner Sprache (bzw. irgendwelchen "Sprach-Experten") ab.
1c) Die "Weitsichtigkeit und Weitherzigkeit" des Heiligen Vaters in "Summorum Pontificum" ist vorbildlich und eindeutig: Niemand sollte diese "Weitherzigkeit" des Heiligen Vaters mit "Aufführungsbestimmungen" in irgendeiner Art und Weise "einschränken" oder "behindern" dürfen: Keine innerkirchlichen "Kleingeister", - niemand! Es wird ja schließlich keinem etwas weggenommen, sondern allen etwas gegeben.
2) Der Heilige Vater sollte vor allem auch den "Alten Ritus" selbst regelmäßig zelebrieren und als gutes Beispiel vorangehen. - Ich denke, dass viele Gläubige und Priester darauf warten: "Wenn der Hl. Vater die Hl. Messe auch im "Alten Ritus" feiert, warum sollten dann nicht auch... ?" - Auch das würde m. E. sehr vieles in der Praxis erleichtern und beschleunigen. - Carpe diem!
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Tagesgebet:
Herr, unser Gott,
du hast den heiligen Papst Pius berufen,
in deiner Kirche den Glauben zu schützen
und die Liturgie zu erneuern.
Auf seine Fürsprache gewähre uns,
dass wir die Mysterien des Heiles
in lebendigem Glauben feiern
und Frucht bringen in Werken der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.- Ich denke, dass unser Papst Benedikt eine ganz ähnliche Berufung hat. Möge ihm der Hl. Geist die Kraft und den Mut geben, alles, was er als "Mitarbeiter der Wahrheit" als wahr, richtig und gut erkannt hat, der Kirche Christi zu ihrem Wohle zukommen zu lassen.-
Beitrag vom: 30. April 2008 - Fest des hl. Papst Pius V.
KOMMENTARE SIND ERWÜNSCHT!
Ihre Meinung zu diesem Beitrag:
Freitag, 22. August 2008 16:00
Seminarian: GENIAL!
Das wäre, wenn das stimmt, ein genialer Einfall um die Schönheit des Alten Ritus allgemein zugänglich zu machen, das Latein ist dabei leider ein gewisses Hindernis, das auch Vorurteile gegen diesen erhabenen Ritus schürt.
Die Reformidee des hl. Vaters ist nur zu begrüßen. Ein erneuerter Ritus, der in der Tradition zum Ritus aller Zeiten steht, aber die sinnvollen und bewährten Neuerungen des Novus Ordo enthält, wäre der erste Schritt zu einer Gesamterneuerung der heiligen Kirche im Sinne der Konzilsväter!
salent schrieb am 14.06.08 13:54 …
STAT CRUX DUM VOLVITUR ORBIS
Das gefällt mir!
Ich bete oft, dass Priester den Menschen das"Heilige" vermitteln können ohne die Barriere der Sprache und der Ausdrücke. Denn nicht nur die Sprache kann missverständlich sein, manchmal sogar nur das einzige Wort. Die Liturgie sollte wie gute Musik sein, die die Herzen der Menschen erreicht!Ich fahre im Herbst nach Rom. Bin so gespannt! Ich war noch nie so weit weg :)
Montag, 21. April 2008
ANGEBLICH SOLL ES IN DEUTSCHLAND WÄRMER WERDEN, ...
... aber leider ist in meiner Klosterzelle noch nichts davon zu spüren. Gerade habe ich die Heizung wieder um zwei Grad höher gestellt. - Zwei Grad wärmer soll es durch die "Klimaverschiebung" werden, habe ich neulich gelesen: Wenn ich ehrlich bin, würde mich das gar nicht stören. - Ja, Heizkosten (in Milliardenhöhe) könnten wir wahrscheinlich sparen. Und vieles andere (warme Drinks und Decken) wohl auch. -
Zwei Grad wärmer, weniger Regen, mehr Sonne: Ja, wann endlich?
Aber das Schöne ist, wir können etwas dafür tun: Mehr Autofahren und vor allem noch mehr durch die Welt herumfliegen (bis es endlich nicht mehr nötig ist ins "warme" Ausland zu fliehen). - Packen wir´s an!
Samstag, 12. April 2008
Sonntag, 11. November 2007
"WER SICH AUF DEN HIMMEL FREUT, DER ..."

Die DDR gibt es schon lange nicht mehr. – Und langsam gerät in Vergessenheit, welche sonderbaren Experimente damals dort gemacht wurden. Ein Experiment war das, einer radikalen Diesseitskultur. Dabei sollten die Themen Tod und Bestattung möglichst umgegangen werden: Kreuze auf Friedhöfen waren unerwünscht. Der Staat förderte bewusst die Feuerbestattung und die Beisetzung in sog. anonymen „Urnengemeinschaftsanlagen“: Der tote Mensch sollte ganz unauffällig verschwinden.
Diese radikale Diesseitskultur der DDR war der stumme Protest gegen einen bestimmten Weltentwurf, - gegen den christlichen Weltentwurf. - Aber genau genommen war er dessen geheime Niederlage. Denn auch wenn es peinlich war: Im Paradies der Werktätigen, Arbeiter und Bauern wurde immer noch gestorben! - Und viele wurden betrogen, weil die versprochenen „herrlicher Zeiten“ in ihrem Leben nicht eintraten.
"Vertröstung auf das Jenseits" wurde dem Christentum immer schon vorgeworfen. - Und auch heute gibt es nicht wenige Menschen, die, wie die Sadduzäer, einen Glauben an den Himmel ablehnen: „Wer sich auf den Himmel freut, der wird sich wohl kaum noch auf dieser Erde engagieren“.
Aber die Sadduzäer und die modernen Hüter der Nächstenliebe irren: In einer Gesellschaft, die nicht mehr an einen Himmel glauben kann, werden viele auf der Strecke bleiben. - Denn, wer nicht mehr an einen gerechten Ausgleich im Jenseits glaubt, der muss sich den Ausgleich schon hier auf der Erde selbst schaffen. Und zum Leistungsdruck kommt dann auch noch der Vergnügungsdruck: Wenn nachher nichts mehr ist, dann muss man eben hier schon nehmen, was man kriegen kann: Ja, im „Himmel auf Erden“ wird es wohl ziemlich hart zugehen.
Wer allerdings an ein Jenseits glaubt, der ist gelassener. Der kann auch einmal verzichten - er ist nicht verpflichtet, nur an sich zu denken. - Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, wird manches Opfer leichter fallen. - Der Glaube an das ewige Leben bei Gott schenkt Gelassenheit und Ruhe.
Man kann es eigentlich auf einen einfachen Nenner bringen:
Wer nicht an Gott und das ewige Leben glaubt, der muss diese Welt und sich selbst retten!
Und das ist das Problem! – Bisher sind alle Versuche gescheitert.
Leider sind bisher auch alle Versuche gescheitet, sich vorzustellen, wie die Toten wohl auferstehen werden. Jahrhunderte lang hat man sich gefragt, in welcher Gestalt der Mensch wohl auferstehen werde. Wie die Sadduzäer - mit ihrer Fangfrage im heutigen Evangelium - wollte man mehr Details wissen.
Und selbstverständlich hat man auch eine Antwort gefunden, denn Theologen finden auf alles eine Antwort: Der Leib, den der Mensch am Ende aller Zeiten erhalten wird – so hat ein findiger Kopf des Mittelalters geschlossen – dieser Leib muss ja ein vollkommener Leib sein. Und die einzig vollkommene Form, die es in diesem Kosmos gäbe, das sei die Kugelform. Und damit war das Rätsel auch schon gelöst: Als Kugel, - in Kugelgestalt würden die Menschen am jüngsten Tag auch wieder auferstehen!
Ganz abgesehen von der unangenehmen Vorstellung - wie wir dann alle nach der Auferstehung durch den Himmel kugeln - zeigt diese Episode aus der Geschichte der Theologie eigentlich nur, was für ein Unsinn dabei herauskommen kann, wenn Menschen immer alles ganz genau wissen wollen, - so wie die Sadduzäer mit ihrer so schön konstruierten Scheinfrage.-
Aber auf solche Spekulationen lässt sich Jesus gar nicht erst ein. Solche Antworten verweigert er regelmäßig. Und er tut es auch im heutigen Evangelium. Er sagt eigentlich nur eines: Das was ihr euch vorstellt, das ist völlig falsch, so ist es ganz bestimmt nicht. – Mehr sagt er eigentlich nicht.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde die sind nicht nur unvorstellbar, die sind sogar undenkbar. Und was sich nicht denken lässt, dass lässt sich nun einmal auch nicht sagen, nicht einmal von Jesus.
Und auch jede vernünftige Theologie muss deshalb solche Fragen offen lassen. – Da kapituliert selbst der Katechismus der katholischen Kirche, der ja in Glaubensfragen - auf so ziemlich alles - eine Antwort kennt:
Frage: „Was geschieht im Tod mit unserer Seele und unserem Leib?“
Antwort: „Durch den Tod wird die Seele vom Leib getrennt. Der Leib fällt der Verwesung anheim. Die Seele, die unsterblich ist, geht dem Gericht Gottes entgegen und wartet darauf, wieder mit dem Leib vereint zu werden, der bei der Wiederkunft des Herrn verwandelt auferstehen wird. - Das Wie dieser Auferstehung übersteigt unsere Vorstellung und unser Verstehen.“ (KKKK, 205)
Liebe Brüder und Schwestern,
eine gute und vernünftige Theologie kennt ihre Grenzen, sonst geht es in Richtung Esoterik und New-Age: Da bekommen Sie dann auf alles eine Antwort!
Jesus befriedigt nicht unsere Spekulationssucht und Neugier. - Aber die Bibel malt uns die Zukunft in Bildern aus, wohin wir im Tod gehen. Und die sind weit sprechender, als alle menschlichen Spekulationen und Traktate.
Am Ende möchte ich Ihnen noch mein persönliches Lieblingsbild vorstellen. Es ist das Bild einer „Wohnung“. - Jesus sagt vor seinen Tod: „Ich gehe, um für euch eine Wohnung vorzubereiten.“ (Joh 14,2) - Und ich stelle mir das so vor: Wir werden in die ewige Wohnung hinein sterben. Diese Wohnung hat Jesus für uns vorbereitet. Wir dürfen aber auch darauf vertrauen, dass die Lieben, die vor uns gestorben sind, uns diese Wohnung mitbereiten. Jeder, der stirbt, nimmt etwas von uns mit: Das, was wir mit ihm geteilt haben an Liebe und Freude. Und damit schmückt er gleichsam die Wohnung, in die wir hinein sterben werden: Wir werden also nicht in etwas völlig Unbekanntes eintreten, sondern in eine liebevoll vorbereitete Wohnung, in der wir für immer daheim sein werden.
Liebe Brüder und Schwestern,
mein Glaube sagt mir, dass ich mich in dieser Welt nicht einrichten muss - und es auch gar nicht kann!
Und wie gesagt, wer nicht – wie damals viele in der DDR - an die himmlischen Wohnungen glauben kann, der hat das große Problem, sich mühsam hier auf Erden ein eigenes - und doch recht kurzfristiges irdisches Paradies aufbauen zu müssen.
Seien wir dankbar und froh, dass wir nicht unter diesem Druck stehen: Unsere Wohnungen sind - Gott sei Dank - schon längst bereitet. Amen.
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Predigt für den 32. Sonntag im Jahreskreis (C) am 11. XI. 2007 (Konventamt, St. Ottilien)
Evangeliumstext (Luk 20, 27-38)
Sonntag, 22. Juli 2007
"MAN WIRD BELIEBT, INDEM MAN ..."

Vor einigen Tagen schaute ich - wie jeden Tag - in mein Postfach und fand dort zu meiner Überraschung ein Kalenderblatt mit einem Spruch: Wahrscheinlich ein – mehr oder weniger – gut gemeinter Ratschlag eines Mitbruders. Auf dem Kalenderblatt stand folgender Spruch: „Man wird beliebt, indem man sich bemüht, anderen nützlich zu sein“ (Pierre-Jean de Béranger).
„Man wird beliebt, indem man sich bemüht, anderen nützlich zu sein.“ – Ja, das wird sich vielleicht auch Marta gedacht haben. - Und der Dank und die Antwort Jesu: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.“
Das Evangelium von Maria und Marta gehört zu den provozierenden Stellen in der Hl. Schrift. - Es gibt nicht wenige Menschen, die Schwierigkeiten mit diesem Evangelium haben. – Und der Autor des Kalenderspruches und sein „Verteiler“ werden wahrscheinlich auch dazu gehören.
Da sind die beiden Schwestern: Maria und Marta.
Marta macht sich viel zu schaffen. Sie ist "ganz in Anspruch genommen", für Jesus zu sorgen.
Und Jesus? Er scheint das gar nicht anzuerkennen. Statt dessen lobt er die untätige Maria, die anscheinend nichts anderes tut, als ihm genau zuzuhören. - Ist das nicht ungerecht?
Die meisten Menschen würden wahrscheinlich eher Marta loben. Denn wir sind es gewohnt nach den Gesetzen unserer Leistungsgesellschaft zu denken: Hast du was, dann bist du was. Schaffst du was, dann giltst du was. - Nur wer etwas leistet, sich nützlich macht, hat eine Daseinsberechtigung.
Um etwas vom Sinn dieses Evangeliums zu verstehen und zu begreifen, dass es sich hier um keine ärgerliche Botschaft handelt, sondern - im Gegenteil - um eine befreiende und heilsame, ist vielleicht ein Denkspiel hilfreich. Wäre unser Evangelium eigentlich sympathischer, wenn es so lautete:"Marta beschwerte sich bei Jesus: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Da wandte sich der Herr an Maria und sprach: Maria, Maria: wenn du dir nicht genauso viel Mühe gibst wie deine Schwester, wirst du nur schwerlich den ewigen Lohn erhalten."
Liebe Gläubige, ich habe nicht das Gefühl, dass diese Version erfreulicher für uns wäre. Im Gegenteil: Sie würde uns einen ungeheuren Leistungsdruck aufbürden, einen Druck, der da hieße: "Nur wer unermüdlich arbeitet, sich sorgt und müht - und ohne Rast und Ruh Leistung bringt, der verdient sich Gottes Liebe und Gnade".
Gott sei Dank: So lautet die Botschaft des Evangeliums nicht.
Christsein heißt nicht in erster Linie: wir haben viel zu sorgen; sondern: Gott sorgt für uns.
Für den Glaubenden gilt: Er muss sich seine Anerkennung, seine Daseinsberechtigung, sein Ansehen nicht durch Leistungen verdienen. Das alles hat er dadurch, dass er Kind Gottes sein darf.
Allerdings muss man bei diesem Evangelium ganz genau hinhören. Es geht hier nicht um eine einfache Schwarz-Weiß-Malerei: Marta schlecht, Maria gut! Jesus sagt: „Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“ –
Und das Wort „Besser“ ist ja auch die Steigerung von „Gut“. – D.h. in Schulnoten ausgedrückt: Marta – „Gut“; Maria – „Sehr gut“. Aber „Gut“ ist ja auch keine schlechte Note. – Man kann das leicht übersehen.
Es geht also nicht darum, dass Marta etwas schlechtes macht, sondern etwas richtiges zum falschen Zeitpunkt. Es geht darum, dass in einer bestimmten Situation der eine Mensch – Maria – das Gebot der Stunde erkennt. Und der andere Mensch – Marta – erkennt das Gebot der Stunde nicht, wegen angeblicher Verpflichtungen. Worauf es also im Leben ankommt ist es, zur richtigen Stunde die richtige Entscheidung zu treffen.
Interessanterweise steht im Lukasevangelium direkt vor dieser Maria-Marta Geschichte die Geschichte vom Barmherzigen Samariter: Da fällt jemand unter die Räuber. Der Priester und der Levit gehen – weil sie andere Pflichten und Berufungen haben – vorbei, während sich der Samariter um den scheinbar Toten kümmert.
Diese beiden Geschichten gehören zusammen. In beiden Geschichten ruft Jesus uns zu: Erkenne den Augenblick: Was ist in diesem Augenblick not-wendig. - Was wendet die Not? - Für Dich kann es gerade jetzt gut sein, wie Maria sich Zeit zu nehmen, zu sprechen und zu fragen. - Aber wenn einer am Weg liegt, dann ist es richtig, den Gefallenen jetzt aufzuheben, egal, ob Du eigentlich für den Gottesdienst zuständig bist: Hier ist Handeln angesagt, - also genau das Gegenteil der Maria-Marta Geschichte. – Erkenne den Augenblick!
Beide Geschichten wollen uns folgendes sagen: Wir dürfen uns nicht durch Rollen, Pflichten oder Ordnungen alles eigene Denken abnehmen lassen. Wir müssen aufmerksam durch den Tag gehen, um Gottes Stimme im Alltag zu hören.
Hören und Handeln gehören also zusammen: eine Kirche voller Martas rennt genauso in die falsche Richtung - wie eine Kirche voller Marias gar nicht erst aufsteht. Man kann das eine nicht vom anderen Trennen: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst“ (Jak 1,22). Aber die Reihenfolge ist klar: Bevor wir handeln müssen wir lernen auf das zu Hören, was Gott uns zu sagen hat. Nur dann können wir unsere Prioritäten im Leben auch richtig setzen.
Liebe Mitbruder, liebe Mitfeiernde,
in Bayern und in Österreich gibt es sogar ein treffendes Wort für Menschen, die diese sinnvolle Reihenfolge - erst hören und dann handeln – nicht beachten. Einen treffenden hochdeutschen Begriff gibt es nicht, weshalb ich auch im Internet nachschauen musste, als ich ihn zum ersten Mal vor einigen Jahren gehört habe.
Es ist das Wort „Gschaftlhuber“. – Und ich fand folgende Erklärung: „Ein „Gschaftlhuber“ ist ein unangenehm betriebsamer, wichtigtuerischer und geltungssüchtiger Mensch, deren permanenter Aktionismus als störend empfunden wird. - „Gschaftlhuberei“ ist eine Bezeichnung für Tätigkeiten, die verhältnismäßig viel Energie verbrauchen, obwohl sie nur wenig Wirkung haben oder Ergebnisse zeigen...“.
In der Offenbarung des Johannes finden wir folgende Stelle: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir“ (Offb 3,20). So hat es Maria gemacht. Sie hat Jesus nicht - wie Marta - nur die äußere Tür geöffnet, sondern ihre innere. Sie hat sich Zeit genommen für den Herrn.
Damit wir nicht auch zu „Gschaftelhubern“ werden, brauchen wir regelmäßig Zeit für Gott, wo wir unsere „inneren Türen“ öffnen. Erst diese mit Gott verbrachte Zeit gibt unserem täglichen Tun und Arbeiten einen tieferen Sinn und Bedeutung. Dem lieben Gott gelegentlich ein paar Gedanken aus der Sofakuhle zu funken oder in kniffeligen Situationen ein Stoßgebet aus den Staubwinkeln der Erinnerungen zu reaktivieren reicht nicht. – Wer Auto fahren will, der muss vorher erst einmal Tanken, damit er losfahren kann. Und überhaupt: Wer nicht regelmäßig tankt, der wird irgendwann stehen bleiben. – Niemand kann ewig auf Reserve fahren.
Wenn wir das übertragen auf unser geistliches Leben gilt: Evangelium, Kirche und die Hl. Messe sind sichere Quellen, Tankstellen der wahren Gottesbegegnung, wenn man es - wie Maria - versteht zuzuhören und aufzutanken.
Liebe Mitbrüder, liebe Mitfeiernde,
bitten wir Gott, das wir nicht zu verbitterten und geltungssüchtigen Geschaftlhubern werden, die schaffen, um sich bei anderen beliebt zu machen. - Beliebtheit ist oft ein schlechter Lehrer. – Auf das not-wendige kommt es an!
„Man wird beliebt, indem man sich bemüht, anderen nützlich zu sein.“
Ein gefährlicher Kalenderspruch. Amen.
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Predigt für den 16. Sonntag im Jahreskreis (C) am 22. VII. 2007 (Konventamt, St. Ottilien)
Evangeliumstext (Luk 10, 38-42)
Montag, 18. Juni 2007
"WIE WASSER ZU WEIN WIRD ..."

Liebes Brautpaar, liebe Gäste!
„Das Bier ist alle“. – Mit diesen Worten hat die Zeitung mit den vier großen Buchstaben vor einiger Zeit auf Plakaten für sich geworben. Und darunter stand: „Einer muss die Wahrheit sagen“. Geklaut, - aber gut geklaut.
Diese urpeinliche Wahrheit steht schon im Johannesevangelium, das wir gerade gehört haben. Und natürlich geht es da nicht um Bier, sondern um Wein.
In der Kirche ist diese berühmt berüchtigte „Hochzeit zu Kanaan“ eine der offiziellen Schrifttexte bei einer der Trauung.
Offenbar steckt darin eine besondere Botschaft über die Ehe. Welche könnte das sein? - Könnte nicht ein Hinweis auf die Ehe darin liegen, dass "der Wein ausging"?
Der Wein gibt einem Mahl die festliche Note, lässt die Herzen höher schlagen und bringt die Gäste in Stimmung.
So gibt es auch in der Ehe etwas, das das Zusammenleben zum Fest macht, was erst eigentlich und zutiefst glücklich macht: die Liebe. Und auch im Alten Testament finden wir ja schon das Sprichwort: "Köstlicher als Wein ist die Liebe."
Aber kommt nicht in jeder Ehe einmal die Stunde, da man feststellen muss: "Der Wein ist ausgegangen"?
Wenn die "HOCH-Zeit" versunken ist und der graue Alltag kommt,
wenn das Gespräch seltener wird oder ganz verstummt,
wenn gesundheitliche oder wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten,
wenn sich herausstellt, dass der Partner Untugenden hat,
die man noch gar nicht kannte,
oder wenn man entdeckt,
dass in Nachbars Garten auch schöne Rosen blühen:
"Der Wein ist ihnen ausgegangen."
Anders aber in der Ehe, zu der Jesus und seine Mutter geladen sind. - Hier geschieht etwas ganz Ähnliches wie auf der Hochzeit in Kanaan. Maria wird auch hier Fürsprache einlegen: "Sie haben keinen Wein mehr".
Die Antwort Jesu klingt ziemlich schroff: „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen“. – Jesus scheint eben auch ohne mütterliche Ratschläge sehr genau zu wissen, wann und was er zu tun hat.
Und Maria beugt sich diesem Bescheid und geht zur Bedienung: "Was ER euch sagt, das tut!"
Dieses Wort seiner Mutter ist ein wichtiges Wort, vielleicht sogar das wichtigste Wort des ganzen Berichtes.
Es ist auch das letzte Wort, das die Evangelien überhaupt von Maria wiedergeben.
Es ist wie ein Testament: „Was ER euch sagt, das tut!“
Auf die Ehe angewandt heißt das: Nicht auf die Stimme des Blutes horchen, nicht auf den Rat von Freunden oder Angehörigen,
sondern allein auf den Herr: "Was ER euch sagt, das tut!"
Und was sagt der Herr? - "Füllet die Krüge mit Wasser!"
Wenn der Wein eine tiefere Bedeutung hat als Zeichen des Festes und der Liebe, dann hat auch das Wasser einen tieferen Sinn. Sechs Krüge werden damit gefüllt - bis zum Rand - wie es im Text heißt. Vielleicht hat das etwas mit dem Alltag zu tun! Wasser schmeckt auch nicht besonders gut, es ist ein ziemlich fades und langweiliges Getränk. Und auch ist die Beschaffung war zu biblischer Zeit mit einiger Mühe verbunden. - Wofür könnte das Wasser also stehen?
Es deutet auf die Treue! - Auf die Treue, die es im Alltag durchzuhalten gilt.
Für die Ehe scheint das Gleiche zu gelten wie für uns Mönche: „Aushalten, Durchhalten, Maulhalten“
oder „heiliges Stillschweigen“ – in der Benediktusregel klingt das doch etwas eleganter – das alles gehört irgendwie zur Treue.
Wenn der "Wein der Liebe“ ausgegangen ist, dann schmeckt dieses gewöhnliche Wasser nicht immer besonders gut. Es erscheint es als ein fader Ersatz. - Aber es ist absolut lebenswichtig!
Inzwischen hat der Wirt den geheimnisvollen Inhalt der Krüge gekostet, lässt den Bräutigam rufen und erklärt. "Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste schon zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten."
Liebes Brautpaar, liebe Gäste!
Passt das nicht auch für die Ehe? Am Anfang ist man verliebt.
Aber es ist mehr eine Liebe, die haben will.
Eine Liebe, die den anderen begehrt.
Jesus aber will eine schenkende Liebe bewirken,
eine Liebe, die gelernt hat, das DU etwas größer zu schreiben als das ICH.
Diese Liebe ist gewissermaßen durch eine "Leidensgeschichte" hindurch gegangen.
Weil die Liebe vom Opfer lebt, verliert eine Liebe, die nicht bereit ist zum Verzicht, sehr schnell ihren Glanz und erlischt. - Aber ohne Opfer und Prüfungen geht es im Leben nicht ab, weder in der Ehe, noch im Kloster, noch in der Oper. – Wie in der Oper geht es auch in der Ehe durch „Feuer und Flammen“. - Pamina und Tamino überwinden Hand in Hand diese Prüfungen, bevor sie „eingeweiht“ werden.
Und auch Papst Benedikt sagt ganz realistisch: „Die menschliche Liebe muss gereinigt werden, muss reifen ... um Ursprung wahrer, dauerhafter Freude zu sein.“ Und so ist es auch in der Ehe: Das „Wasser der Treue“ ist der Trank in mühevoller Zeit, der die Liebe der Ehepartner wachsen und reifen lässt.
Wir können dieses Wunder der Verwandlung immer wieder bei älteren Ehepaaren erleben: Liebe verbraucht sich nicht, sie wandelt sich im Laufe der Jahre und nimmt eine neue Gestalt an. Und diese Liebe muss am Ende nicht schlechter sein als die junge Liebe, sondern vielleicht sogar reifer, tiefer voller, - so wie der „gute“ Wein in Kanaan. - Dieses Wunder der Verwandlung wirkt Jesus bei denen, die ihn in die Mitte nehmen und in ihrer Ehe nicht nur auf die eigenen Kräfte vertrauen.
Liebe Susanne, lieber Peter,
am Ende möchte ich Euch deshalb folgenden Ratschlag geben:
Ladet Jesus und seine Mutter zu Eurer Hochzeit ein, in Eure Familie,
in euer neues gemeinsames Leben ein:
Er will auch bei Euch das Wunder der Verwandlung bewirken.
Dann bekommt Euer Leben Geschmack, Sinn und Tiefe. –
Dann wird Wasser zu Wein.
Und vertraut dabei auf die Worte seiner Mutter:
„Was ER euch sagt, das tut.“ – Dann seid ihr wirklich gut beraten. Amen.
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Predigt für die Trauung von Susanne und Peter am 18. VI. 2007 (Ottilienkapelle, St. Ottilien)
Evangeliumstext (Joh 2, 1-11)

