Freitag, 2. Mai 2008

NIEMALS WAR DIE DONAU SCHÖNER UND BLAUER!


Der große Dirigent Erich Kleiber (1890 - 1956) war mir schon immer symphatisch. Wolfgang Schreiber charakterisiert ihn in seinem Werk "Große Dirigenten" folgendermaßen: "Er war ein Kobold mit der Lust an clownhaften Späßen... seine große Herzensgüte verbarg sich gern hinter spöttischem Sarkasmus...". - Mit anderen Worten: Erich Kleiber gehörte zu jenen ausgeprägt (selbst)ironischen Persönlichkeiten, wie wir Westfalen sie lieben, selbst wenn sie Österreicher sind! -

Youtube zeigt eine aufschlußreiche Filmaufnahme (in hervorragender Ton- und Bildqualität) mit dem brillianten E. Kleiber am Pult. Aufgenommen 1932 mit dem Berliner Staatsorchester dirigiert er den Donauwalzer von Johann Strauß: Mit dem funktionalen Schlag seines langen Taktstocks setzt er auf perfekte rhytmische und klangliche Koordination, auf absolute Klarheit des Musizierens. Ruhe, Konzentration und Sicherheit kennzeichnen sein Dirigat: Rhytmischer, wienerischer und vitaler kann man diesen Walzer nicht dirigieren: Niemals war die Donau schöner und blauer!

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