Mittwoch, 18. Februar 2026

Impuls zum Aschermittwoch : Die »Waffen« des Gebets, des Fastens und der Buße

Die Fastenzeit erinnert uns daran, daß das Leben des Christen ein ununterbrochener Kampf ist, in dem die »Waffen« des Gebets, des Fastens und der Buße eingesetzt werden. Das Böse, jede Form von Egoismus und Haß bekämpfen und sich selbst entsagen, um in Gott zu leben, das ist der aszetische Weg, den jeder Jünger Jesu zu gehen berufen ist – mit Demut und Geduld, mit Großmut und Beharrlichkeit. 

Die gehorsame Nachfolge des göttlichen Meisters macht die Christen zu Zeugen und Aposteln des Friedens. Wir könnten sagen, daß diese innere Haltung uns hilft, auch besser deutlich zu machen, was die christliche Antwort auf die Gewalt sein muß, die den Frieden in der Welt bedroht. Sicher nicht Rache, Haß, ebensowenig Flucht in einen falschen Spiritualismus. 

Die Antwort dessen, der Christus nachfolgt, ist vielmehr, den Weg zu gehen, den er gewählt hat, als er angesichts der Übel seiner Zeit und aller Zeiten entschlossen das Kreuz auf sich nahm und den längsten, aber wirksamsten Weg der Liebe ging. Auf seinen Spuren und mit ihm vereint müssen wir alle uns bemühen, dem Bösen mit dem Guten, der Lüge mit der Wahrheit, dem Haß mit der Liebe zu begegnen.

Aus: Benedikt XVI. - Predigt, 01. März 2006

Dienstag, 17. Februar 2026

Da geht´s ja zu, wie im Kloster!

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Ja, manchmal denke ich mir, geht´s im Kloster zu wie zur Zeit Ludwigs XVI. Und das sieht dann so aus:

Versailles 1780, am prunkvollen und dekadenten Hof Ludwigs XVI. Hier spinnen die Inhaber der Macht ihre Intrigen. Wer nicht mit Witz und Schlagfertigkeit beeindrucken kann, hat schon verloren. Ein für alle Mal ist er der Lächerlichkeit preisgegeben.

Das gesellschaftliche Parkett ist glatt, geschliffene Sprache und scharfer Wortwitz stellen alltägliche Waffen dar. Ein gutes Bonmot kann bis zum Erzabt König führen. Ernsthafte Konversation, Themen von "draußen" sind zu meiden und bedeuten den gesellschaftlichen Tod.



Das gesellschaftliche Parkett ist überaus glatt, ein Wort am falschen Platz oder zur falschen Zeit gesagt, falsch gesetzt, zu sarkastisch oder zu brav formuliert, kann das Genick brechen.

Das sehen wir hier am Schicksal des perfiden Abbé de Vilecourt. Als der König ihn nach einem seiner Vorträge lobt, er habe Gottes Existenz vortrefflich bewiesen, glaubt der Abbé, noch etwas daraufsetzen zu müssen... Ein "tödlicher" Fauxpas:



Diese sarkastische und geistreich funkelnde Komödie, eine mehrfach prämierte Rokkoko-Satire von Patrice Leconte aus dem Jahre 1996, zeigt bravourös inmitten einer Entourage aus Lakaien, Höflingen und Schranzen einen Aspekt scheinheiligen Bösartigkeiten adliger Widersacher und Neider in der dekadenten und frivol raffinierten Etikette von Bel Esprit & Bonmot mit dem Ziel eines letztendlichen, skrupellosen gesellschaftlichen Todesurteils, des "Ridicule".

Es ist eine Welt des schönen Scheins, in der sich die gelangweilten Zukurzgekommenen mit gesitteter Schlagfertigkeit an einem grausamen Spiel ergötzen: Je bösartiger die Wirkung, desto besser das Bonmot. Die distinguierte Wortwahl täuscht nur über den despektierlichen und defätistischen Tonfall hinweg – die Sprache ist eine Waffe, und ihre Sottisen können, ja sollen gar menschliche Existenzen vernichten.

Als bitterböse und zugleich amüsante Satire inszeniert Patrice Leconte dieses Versailler Fegefeuer der Eitel- und Begehrlichkeiten. Unverstaubt, frech und intelligent. Ein schillerndes Kostümspektakel, hinter dessen Pudermaske und Prunkfassade jedoch stets die Fratze zeitloser Lächerlichkeiten hindurchschimmert (die hervorragende deutsche Fassung besorgte Hans Magnus Enzensberger).


HINWEIS (zu meiner eigenen Sicherheit): Es handelt sich hier um einen Faschingsbeitrag. - Im Kloster geht es - außer an Fasching (und in einigen "Rekreationsrunden") - natürlich nicht so zu! Alle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Mitbrüdern, (Erz-)Äbten, Orten oder Handlungen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. 

Montag, 16. Februar 2026

Was ein Mönch so hört (15): The Greatest Recordings EVER! Wagner: The Ring (Keilberth, Bayreuth 1955)


Die sensationelle Aufnahme von Wagners ‚Ring’ aus Bayreuth von 1955 schreibt die mediale Rezeptionsgeschichte neu. Es gibt künstlerisch weder auf der Bühne noch im Orchestergraben kaum vergleichbares.

Der Bayreuther ‚Ring’ von 1955 ist ein großes Hörabenteuer. Eines, das Augen und Ohren öffnet, für das, was in Bayreuth einmal möglich war. Eines, das künstlerisch herausragt aus allen erhältlichen Wagner-Aufnahmen. Eines, das ein junges Wagner-Ensemble festgehalten hat, dessen Namen noch heute gewicht haben. Der Bayreuther ‚Ring’ von 1955 ist nichts weniger als ein sensationelles Dokument, das einmal mehr heutige Bayreuth-Größen am Pult und auf der Bühne vehement in Frage stellt, unabhängig davon wie sich die Bedingungen geändert haben.

>> Ganze Kritik lesen auf klassik.com


Das Rheingold Hans Hotter (Wotan), Gustav Neidlinger (Alberich), Georgine von Milinkovič (Fricka), Rudolf Lustig (Loge), Paul Kuen (Mime), Ludwig Weber (Fasolt), Josef Greindl (Fafner), Josef Traxel (Froh), Hertha Wilfert (Freia), Jutta Vulpius (Woglinde), Elisabeth Schärtel (Wellgunde), Maria Graf (Flosshilde)

Die Walküre Astrid Varnay (Brünnhilde), Hans Hotter (Wotan), Gré Brouwenstijn (Sieglinde), Ramón Vinay (Siegmund), Josef Greindl (Hunding), Georgine von Milinkovič (Fricka/Grimgerde), Hilde Scheppan (Helmwige), Gerda Lammers (Ortlinde), Hertha Wilfert (Gerhilde), Elisabeth Scheppan (Waltraute), Jean Watson (Siegrune), Maria von Ilosvay (Schwertleite)

Siegfried Wolfgang Windgassen (Siegfried), Hans Hotter (Der Wanderer), Astrid Varnay (Brünnhilde), Maria von Ilosvay (Erda), Ilse Hollweg (Waldvogel)

Götterdämmerung Astrid Varnay (Brünnhilde), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Josef Greindl (Hagen), Hermann Uhde (Gunther), Gré Brouwenstijn (Gutrune), Maria von Ilosvay (Waltraute/1. Norn), Georgine von Milinkovič (2. Norn), Mina Bolotine (3. Norn)

Chor und Orchester der Bayreuth Festspiele, Joseph Keilberth


Freitag, 13. Februar 2026

Aktuelle Tischlesung: Die Mozarts - Geschichte einer Familie von Michael Lemster

Der Aufstieg der Familie Mozart 
Die Geschichte der Mozarts beginnt nicht in Salzburg, sondern in einem kleinen Dorf bei Augsburg. Hier liegen die Wurzeln einer Familie, die der Menschheit ein großes Geschenk gemacht hat: drei Generationen an Musikern von europäischem Ruhm und den Pianisten, Organisten, Violinisten, Musikunternehmer und Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Michael Lemster erzählt in seinem Buch vom Aufstieg und Erlöschen der Mozarts, von ihren Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum Tod der letzten Nachfahrin im Jahr 1965: 

 - Der Aufstieg der Familie Mozart: vom Bauern zum Handwerker zum Künstler und vom aufgeklärten Höfling zur bürgerlichen Existenz 

- Eine lebensprall erzählte Familiengeschichte, eingebunden in die Geschichte Europas 

- Der Stammbaum der Familie Mozart: Mozarts Vorfahren und seine Eltern Leopold und Anna Maria, Ehefrau Constanze Weber und Mozarts Söhne Franz Xaver und Carl Thomas Mozart 

 - Ein Leben für die Musik: die Compagnie Mozart, der Familienbetrieb des Leopold Mozart, und ihre Reisen durch Europa 

- Was Mozart inspirierte: von den ersten Kompositionen als Wunderkind, über künstlerische Krisen bis hin zur Veröffentlichung seiner Werke wider Willen durch Mozarts Ehefrau Constanze 

Die Mozarts – Familienbiografie und Panorama der europäischen Geschichte 
Die Mozarts, deren Aufstieg nach dem Dreißigjährigen Krieg begann, stehen für prägende Epochen der europäischen Geschichte. Kreativ und ehrgeizig meisterten sie die Herausforderungen ihrer Zeit. Die Biografien der Familienmitglieder sind reich an Höhepunkten und Krisen, Rätseln und Verwicklungen. War Leopold Mozart wirklich der unnachgiebige Zuchtmeister des kindlich-unbekümmerten Wolfgang? War das »Bäsle« die große, aber unmögliche Liebe des Komponisten? Und war Wolfgangs Frau Constanze der Ruin der Familie oder die Mutter ihres Nachruhms? 

Mit feinem Gespür für das Zeitkolorit wirft Michael Lemster in seinem Mozart-Buch ungewöhnliche Fragen auf und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer Familie, deren Geist vor allem in der klassischen Musik unsterblich wurde!