Mittwoch, 20. Mai 2009

Eine Schlappe für den Mann

Aus aktuellem Anlass - ich komme gerade aus München - muss dieser Beitrag noch einmal "wiederholt" werden. Er wurde vor etwa einem Jahr schon einmal an dieser Stelle veröffentlicht. Leider scheint er (zu) wenig Beachtung gefunden zu haben! - Deshalb leider dieser absolut "notwendige" Re-Post:

"Früher kam das Unheil auf leisen Sohlen. Jetzt kommt es auf Sohlen, die flipflop machen. Ein Schuh, der seinen Namen aussprechen kann. Getragen von Männern, die Stil nicht buchstabieren können. Ein Mann, der Flip-Flops trägt, hat sein Recht auf gesellschaftliche Partizipation verwirkt: Soll er sich doch mit seinen Latschen unterhalten!

In Badeschlappen und Shorts zur Arbeit: "Sind Sie im Freibad angestellt?", möchte ich solche Leute fragen. "Und wird Ihr zwölfjähriger Sohn seine Hosen nicht vermissen?" Diesen Kleidungsstil infantil zu nennen, ist noch viel zu wohlwollend. Kinder haben ein feines Gespür für das Angemessene ihrer Garderobe. 

Das mit Text bedruckte T-Shirt ist überhaupt der Gipfel. Was glauben diese Leute? Dass sie so langweilig sind, dass sie ihr Gegenüber vorsichtshalber mit Lektüre beschäftigen müssen? Oder fühlen sie sich hässlich und wollen von ihrem Gesicht ablenken? Neulich sah ich einen 50-Jährigen, auf dessen T-Shirt "Held der Arbeit" stand. - Wieso darf jemand sowas tragen, wenn er sich noch nicht einmal die Arbeit macht, ein richtiges Hemd zu bügeln?

Mit dem Kurzarm-Hemd wird die Sache auch nicht besser. Oft stehen die Ärmel wie kleine Flügel ab. Schwimmflügel denke ich dann immer, und der Impuls, den Betreffenden in ein öffentliches Gewässer zu stoßen, wird überwältigend. 

Das Pendant sind die bereits erwähnten Shorts, zur Zeit vorzugsweise im Army-Look, aus denen behaarte Beine wachsen. - Der Terror der Intimität kennt keine Grenzen: Noch bevor ich den Namen einer Person erfahre, habe ich dank Hüfthose, Hawaiihemd und Shorts bereits Hinterteil, Bauch und Oberschenkel kennengelernt.

Wer soweit geht, scheut sich auch nicht davor, ohne Socken im festen Schuh aufzutreten. Barfuß im Budapester: Bin ich degeneriert, wenn ich mir vorstelle, wie so ein Männerfuß sich schwitzend ans Lederinlay schmiegt und mit ihm eine quasi chemische Verbindung eingeht, die hier zurückhaltend als "olfaktorische Herausforderung" bezeichnet werden soll?" - Soweit Daniel Haas (manchmal - leider eher selten - steht ja auch im SPIEGEL etwas Vernünftiges) in seinem Kultur-Feuilleton.

Wirklich gruselig, das Ganze! 

Kommentare:

  1. zugegeben, ich finde "flipp-flopps" auch ziemlich unerträglich. eigentlich müssten sie ja auch eher "flabb-flabbs" heißen, denn so hört es sich an, wenn jemand darin umher schlappt! besonders schlimm sind diese reinen kunststoff- und schaumgummi- schlappen! aber eben genau da sollte man und auch mönch unterscheiden. es gibt nämlich sehr wohl auch schöne flipp-flopp-sandalen, die den fuß des trägers und sein auftreten in der öffentlichkeit nicht schädigen! es kommt einfach auch darauf an. verallgemeinerungen kann ich generell nicht ausstehen! außerdem sollte man bedenken, dass jesus auch sandalen getragen hat, sogar in der öffentlichkeit! welche genau das waren, weiß ich nicht, aber sicherlich offene schuhe.

    und noch was zur freizügigen sommer-bekleidung: sicher, auch da gibt es furchtbare kombinationen, die wirklich manchen nicht sehr vorteilhaft aussehen lassen, und man fragt sich, wie schlimm es um unsere gesellschaft eigentlich steht.

    aber der menschliche körper ist eigentlich nicht hässlich. nur das er halt durch manche fehl-ernärung, schlechte haltung, keinen sport unansehnlich werden kann. aber selbst dann würde ich mir nicht anmaßen vorzuschreiben, wer seine waden zeigen darf und wer nicht!

    nix für ungut!

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  2. grundsätzliches vorneweg: auch ich finde manche flipp-flopps-badelatschen größtenteils furchtbar. vorallem wenn es sich um reine schaumgummi-plastikschlappen handelt! auch wäre vermutlich mancher und manche gut beraten lieber mal etwas mehr anzuziehen. auf der anderen seite sollte man sich niemals zu veralgemeinerung hinreisen lassen, es git nämlich auch schöne "zehensteg-sandalen aus leder etc. die zusammen mit einer schicken aber auch sommerlichen garderobe den menschlichen körper sehr gut aussehen lassen können!

    im übrigen ist der menschliche körper von grund auf sehr schön gestaltet, egal ob männer oder frauen! nur dass der durch unsachgemäßen lebenswandel auch schnell sehr unansehlich werden kann. aber wer bitte will vorschreiben wer darf und wer nicht? was ist hässlich und was nicht?

    wenn man die letzten, nicht ausgerotteten und von unserem westlichen vorstellungen verpfuschten naturvölker betrachtet, muß ich immer wieder feststellen, wie schön der mensch ist. eben und vorallem nackt! leider hat die kirche ihre aus dem mittelater stammende, und meiner ansicht völlig verkorgste moral auch noch dem letzten naturvolk übergestülpt. es gibt fotos, auf denen man sehen kann wie z.b. missionare selbst in schwüler tropenluft den "eingeboherenen" dicke kleidung "verordnet" haben. weil nur so sind sie ja richtige menschen und keine "wilden" ... damit wurde so viel zerstört.

    und wenn ich katholische mönche sehe, dann sehen die aus wie körperlose wesen. man sieht nur den kopf, der ganze rest ist versteckt! warum blos?
    was bitte ist so schlimm am menschlichen körper?

    selbst die buddhistischen mönche zeigen viel mehr von ihrem körper. haut zu zeigen hat nur im verklemmten christentum gleich mit unmoral zu tun und angeblich mit unästhetik.

    geh mal in euer missions-kloster, da gibt es wunderschöne fotos von den durch euch bekehrten völkern. man sehr viele, fast nackte körper! aber alle sind auf ihre weiße wunderschön!

    wenn gott gewollt hätte das wir nackt rum laufen, wären wir auch so auf die welt gekommen!

    nix für ungut!

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