Dienstag, 8. September 2026

Was ein Mönch so hört (23): Die h-Moll-Messe von J.S. Bach mit dem Ensemble Pygmalion unter Raphaël Pichon

 

Eine Messe als packendes Drama: Das ist hier zu erleben. Raphaël Pichon stellt mit seinem Ensemble Pygmalion das Credo von Bachs h-Moll-Messe ins Zentrum: ein oft martialischer Ohren-Thriller, der mit einer schwerelosen Auferstehung endet. Das Kyrie firmiert als kontemplative Einstimmung, durch das Gloria fegt der Heilige Geist, und das Sanctus ist wahre Herzensmusik. Musiziert wird in raschen Tempi, extrem lebendig und durchsichtig, oft mit tänzerischer Leichtigkeit und mit zahlreichen individuellen Farben. Pichons Interpretation ist raffiniert, leicht und luftig, tänzerisch und fließend, eigentlich sehr französisch. Der Chorgesang ist von großer Schönheit, und auch das Orchester ist hervorragend. Die Solisten fügen sich wunderbar in das Ensemble ein, das durch seine musikalischen Qualitäten beeindruckt. Diese Deutung der h-Moll-Messe ist einladend und aufbauend. Man wird nicht eingeschüchtert oder unterworfen, sondern aufgerichtet. Was für ein Gewinn! So kann uns selbst ein Repertoire-Stück noch das Staunen lehren.

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